Wiener Musterzimmer – Wenn Kunst den Raum bewohnbar macht

Sep 30 • Ausstellungen, Belvedere, Deutsch, Interviews, Museen, Podcast, Video, Wien, Österreich • 28829 Views • Keine Kommentare

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Wenn Kunst den Raum bewohnbar macht. Ein Beitrag zur Ausstellung Wiener Musterzimmer in der Orangerie des Unteren Belvedere, Wien.

In den letzten Jahren hat sich der Trend zur Verknüpfung von Innenarchitektur, Kunst und Design verstärkt. Jede Disziplin bringt Eigenes ein. Das Ergebnis entsteht als Verquickung individueller künstlerischer Vision und Anpassung an die Bedürfnisse des Marktes. Man kann von einem produktbildenden Austausch zwischen Absender und Empfänger sprechen – als dessen Mittel der Kommunikation dient in unserem Fall das Musterzimmer.

Die Geschichte der Wiener Musterzimmer reicht Jahrhunderte zurück. Bereits in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts gibt es Ansätze beispielgebende Idealräume zu entwickeln. Zunächst beschränken sich die Versuche noch auf die gezielte Auswahl von Stoffen, allmählich kommen Ausstattungselemente wie Möbel und Beleuchtung hinzu. Industrielle Entwicklung, wirtschaftlicher Fortschritt und steigender Wohlstande erweitern den Spielraum für individuellen Ausdruck. Nicht nur Kleider zeugen nunmehr von sozialem Status und Geschmack, auch der Wohnraum hat sich zum massentauglichen Ausdrucks- und Unterscheidungsmittel entwickelt. Die Nachfrage nach gestalterischer Orientierung stieg und das Angebot ließ nicht lange auf sich warten. Bereits im 19. Jahrhundert gibt es in Sachen Stilbildung aufschlussgebende Möbel- und Ausstellungskataloge. Es ist die Zeit, in der der Begriff Musterzimmer entsteht.

Der Weg zum Musterzimmer führt über das Zusammenspiel unterschiedlicher Disziplinen. Die Arbeit des Architekten wird zum Kunstwerk, der Künstler wandelt sich zum Designer, sein Werk zum Gegenstand des täglichen Gebrauchs. Mit der Ausstellung “Wiener Musterzimmer” greift das Belvedere das auf Adolf Loos, Josef Hoffmann, Koloman Moser und die Wiener Werkstätte gründende Selbstverständnis ‘angewandter Kunst auf Basis kontemporärer Ideen’ auf und fragt unter der kuratorischen Leitung des MuMoK Direktors Edelbert Köb nach der Übertragbarkeit dieses künstlerischen Zugangs in die Jetztzeit.

Gilbert Bretterbauer, Peter Kogler, Florian Pumhösl, Gerwald Rockenschaub, Lisa Ruyter und Esther Stocker sowie die Unternehmen Backhausen, Wittmann und Zumtobel haben sich dieser Aufgabe gestellt. Entstanden sind sechs individuelle, den Künstlern zugeordnete Musterzimmer der Jetztzeit. (nd/wh)

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