Neue Wiener Geigen – Ein virtuoses Handwerk

Nov 11 • Deutsch, Interviews, Podcast, Präsentation, Veranstaltung, Video, Wien, Österreich • 1880 Views • Keine Kommentare

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Das virtuose Handwerk des Geigenbaus knapp vierhundert Jahre nach Stradivari. Ein Blick in die Werkstätten der “Neuen Wiener Geigen”

Von Geigen ist oft nur dann die Rede, wenn Sie gestohlen wurden. Bevor sie gestohlen werden können, müssen sie aber erst einmal gebaut sein und das ist der Part, der uns im Beitrag über die “Neuen Wiener Geigen” interessiert.

Die Interessensgemeinschaft „Neue Wiener Geigen“ wurde nach einer Idee von Christoph Schachner ins Leben gerufen, um hochwertige neu gefertigte Instrumente dem professionellen Musiker wie auch dem interessierten Laien näher zubringen. So sollte verstärkt eine Alternative zu den mystifizierten, oft auch überbewerteten alten Instrumenten geschaffen werden. „Dadurch das Geigen oft wie eine Antiquität gehandelt werden, wurden sie auch zu einem Handelsgegenstand und ein Mythos entstand, der oft nicht nachvollziehbar ist. Dabei kostet eine neue Geige oft nur ein Viertel oder Fünftel von einer alten Geige ähnlicher Qualität“, erzählt Nupi Jenner von der Interessensgemeinschaft.Die Herstellung von Geigen ist ein komplexer, Erfahrung auch Fingerspitzengefühl verlangender handwerklicher Prozess. Das Wissen hinsichtlich der Auswahl des geeigneten Holzes für den Bau von Saiteninstrumenten ist über Generationen hinweg entstanden und entwickelt worden. Einfach gesprochen, die Decke ist häufig aus Fichte und Ahorn wird für die übrigen Teile verwendet. Kompliziert wird es dann, wenn es darum geht, die richtige Fichte für den Instrumentebau in einem Wald voller Bäume zu finden. Für größere Instrumente, wie für Cello und Bassgeige kommen auch noch Weide und Pappel in Frage, bei der Auswahl beim auf Instrumentenbau spezialisierten Holzhändler folgt jeder Instrumentenbauer dann seinen eigenen Vorlieben.

Damit Instrumente von ausgeglichener hoher Qualität entstehen, gilt es möglichst viele Parameter konstant zu halten. Trotzdem, am Ende hat jedes Instrument seinen eigenen Charakter. In der Produktion Gleichheit zu schaffen sei selbst unter Hinzuziehung wissenschaftlicher Verfahren und computergesteuerter Messtechniken nahezu unmöglich. So bleibt die Virtuosität des Geigenbauhandwerks immer auch ein wenig ein Mysterium.

Da objektivierbare Unterschiede ab einem bestimmten Qualitätslevel nur mehr schwer möglich sind, hängt beim Kauf viel vom persönlichen Zugang des Musikers, seinem Tonempfinden, seinen körperlichen Vorgaben, seinen finanziellen Möglichkeiten und auch von der Betreuungsleistung, die er sich vom Geigenbauer erwartet, ab.

Einmal im Jahr treffen sich im Radio Kulturhaus in Wien Menschen, die die „Neuen Wiener Geigen“ produzieren, spielen und anhören wollen. Im Rahmen der Instrumentenpräsentation werden die teils neu gebauten Saiteninstrumente von renommierten Musikern gespielt. Die Möglichkeit, direkt mit Geigenbauern, Musikern und Experten rund um die neuen Seiteninstrumente in Kontakt zu treten und sich von der Klangqualität der Instrumente zu überzeugen ist ebenfalls gegeben. (jk)

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