Hans Kupelwieser – Reflections

Sep 28 • Ausstellungen, Deutsch, Kunsträume, Landesgalerie für zeitgenössische Kunst St. Pölten, Podcast, Portraits, St. Pölten, Video, Österreich • 2489 Views • Keine Kommentare

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In der von Hans Hollein geplanten Shedhalle zeigt ZEITKUNST Niederösterreich in der Landesgalerie für Zeitgenössische Kunst St. Pölten von 29. September 2012 bis 27. Jänner 2013 die große Einzelausstellung REFLECTIONS über den vielseitigen Künstler Hans Kupelwieser. Wir haben Hans Kupelwieser im Atelier besucht. Ein Künstlerportrait von CastYourArt.

Geboren 1948, besuchte der in Wien und Niederösterreich lebende und arbeitende Künstler die Graphische Lehr- und Versuchsanstalt in Wien. Anschließend folgte ein Studium an der Universität für angewandte Kunst in Wien bei Herbert Tasquil, Bazon Brock und Peter Weibel. Seit 1995 ist Hans Kupelwieser Universitätsprofessor und Vorstand am Institut für Zeitgenössische Kunst an der Technischen Universität Graz, Fakultät für Architektur. In der Werkschau in St. Pölten zeigt Hans Kupelwieser anhand einer großen Auswahl von Frühwerken und neuen Objekten, Fotogrammen, Fotografien und Collagen, wie stark sich die unterschiedlichen Medien bei ihm verschränken und gegenseitig bedingen.

Erweiterte Fotografie, Swarm Paintings, Medien- und Materialmanipulationen, Nylons, Pneumatische Skulpturen, Fotogramme, Reliefs, Computerarbeiten und Bodenplastiken, Kinetische Skulpturen und Bewegungsfotografie, Postmediale Skulptur und Architektur. Die Titel der Werkgruppen zeugen von Kupelwiesers wissenschaftlicher Neugierde, seiner Experimentierfreudigkeit und seinem assoziativem Denken, das in seiner Entwicklung einen ständigen Wechsel der Medien und Dimensionen, zwischen zweidimensional, dreidimensional und virtuell mit sich bringt.

Für Kupelwieser ergibt die räumliche und zeitliche Komprimierung des Retrospektiven, das Nebeneinander der Kunstwerke aus verschiedenen Schaffensperioden – sowohl in der Ausstellungshalle als auch im Katalog – einen neuen Dialog der Arbeiten und Objekte untereinander und bringt seine Kunst für die Wahrnehmung des Betrachters auf den Punkt. Schon das Auswählen, Zusammenstellen und Produzieren für diese Ausstellung ist für ihn durchaus mit der künstlerischen Tätigkeit vergleichbar.

„Ich forciere die Beziehungen und Wechselwirkungen und demonstriere, dass es für alle Objekte unterschiedliche Erscheinungsformen – ich könnte auch sagen: unterschiedliche Aggregatzustände – gibt. Es ergeben sich oft aus einer Arbeit verschiedene Ableitungen und Verzweigungen, das heißt, es geht immer weiter wie in einem sich selbst generierenden System. Das gilt insbesondere für die aktuellen Arbeiten, wobei diese medialen Verästelungen meist nicht geplant sind, sondern vielmehr prozesshaft entstehen. Was retrospektiv mehrere Jahrzehnte waren, sind zeitliche Gedankenblitze. Es sind unterschiedliche Erscheinungsformen, und alle Interpretationen sind Reflexionen über mein gesamtes Schaffen.“

Kupelwieser findet die verborgene, geheime Logik der Kunst in der Natur – als Re-Interpretation, die die Naturalisierung oder Mythisierung der Kunst in Frage stellt – und gleichzeitig ein Kunstsystem, das jegliche mögliche Veränderung bereits an der Wurzel verhindert.

Für den Betrachter ist es faszinierend, wie die Arbeiten unter Verwendung verschiedenster Medien, Materialien und Dimensionen, den theatralen Raum auslegen. Sie fordern die phänomenologische Fracht der Inhalte heraus, indem sie Sinngehalte einführen, die sich nicht von der Leere der jeweils unbestimmten räumlichen Verhältnisse verführen lassen. Viele der Werke haben einen haptischen Sinn voller Plastizität. Fast laden Sie dazu ein, selbst ein Teil dieses neuen Raumes zu werden.

In der Erprobung neuer Sichtweisen spielen die Werke mit der Umsetzung des fotografischen in den bildlichen Diskurs. Ihrer beider Grenzen lotet Kupelwieser aus, während er seine Experimente in der Evozierung von Räumen fortsetzt – durch die Transformierung ihrer Realität und zugunsten eines neuen Narrativs, um so zu einer neuen Abstraktion der Realität zu gelangen. (Text: Cem Angeli)

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