Das Gold des Az W – Die Sammlung

Mrz 27 • Architekturzentrum Wien, Ausstellungen, Deutsch, Kunsträume, Podcast, Sammlung Architekturzentrum Wien, Sammlungen, Video, Wien, Österreich • 1500 Views • Keine Kommentare

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Anlässlich des 20ten Geburtstags des Architekturzentrums Wien wird im Zuge der von Sonja Pisarik, Monika Platzer, Katrin Stingl und Ute Waditschatka kuratierten Sonderausstellung “Das Gold des Az W” die bislang unbekannte Architektursammlung des Architekturzentrums ins Rampenlicht gerückt. Zu sehen sind ausgewählte Exponate österreichischer Architekturgeschichte vom 21. März bis zum 22. Juli 2013. Ein Ausstellungsporträt von CastYourArt.

In der Schau wird mit Beispielen aus den Beständen des Lagers mit seinen über 500 Modellen aus Vor- und Nachlässen der heimischen Architekturszene nachvollziehbar gemacht, wie Architektur entwickelt und gedacht wurde. Als Institution in Österreich, die sich als verantwortlich für Architekturgeschichte sieht und Architektur sammelt, wird das AzW zum Ort der Reflexion über den öffentlichen Raum und die Architektur, die ihn konfiguriert. Der öffentliche Raum als Raum der sozialen Interaktion und des Ausdrucks einer Gemeinschaft – viele künstlerische und wissenschaftliche Ansätze haben dies erforscht und die Zonen des Konflikts und der Verhandlung identifiziert. So gesehen fügt sich die Ausstellung aus verschiedenen Forschungshorizonten zusammen: Kunstgeschichte, Architekturgeschichte und auch die künstlerische Praxis die jene Skizzen, Pläne und Modelle hervorgebracht hat. Hinter den ausgestellten Werken kreuzen sich auch besondere Fragen im lokalen Kontext der zeitgenössischen Architektur und Kunst, der kuratorischen Tätigkeit und dem Zusammenbringen von Disziplinen, die die Grenzen des Kuratorischen in Richtung Forschung ausdehnen.

Auch die Reflexion über manche unrealisierte Projekte und Einreichungen bei Wettbewerben erlaubt es, manche Etappen der Architekturgeschichte wiederzufinden und als Bindeglieder der der Weiterentwicklung nachzuvollziehen. Hier findet sich eine Existenzberechtigung der Architekturprojektforschung, die noch nicht komplett als Forschungszweig ausdefiniert ist.
Die Phasen jeder Forschung erfordern mehrere Komponenten: eine Hypothese, die Feld- oder Archivforschung, die Schlussfolgerungen und die Kommunikation derselben. Wie ist dies in der Architektur?
Es gibt Forschungsbereiche mit denen Parallelen leicht feststellbar sind, Wissenschaften in denen niemand anzweifelt, dass es dank einer neuen Technik oder Materialinnovation Neuerungen gibt – aber so viel Klarheit gibt es nicht im Rahmen der Forschung über Architekturprojekte, über die Konstruktion von öffentlichem Raum, Gebäudenutzung und die Konfigurationen von Orten.
Somit ist einer der der Forschungszweige, die noch ihrer Anerkennung harren jener der Architekturwettbewerbe und Projektpräsentationen, als Forschungsthema und als spezifischer Raum der Auseinandersetzung mit Architektur.

Die Ausstellung gewährt einen interessanten Blick hinter die Kulissen der Archivtätigkeit, auf die Vor- und Nachlässe sowie auf die Werkzeuge, die für die Bearbeitung vonnöten sind. Nicht unbedingt nur die gebaute Realität, auch die theoretische Beschäftigung mit Architektur ist ein Schwerpunkt der Sammlung.
Für Archivare sowie für Architekten gilt, dass Architektur in zwei verschiedenen Weisen existiert: als gebautes Artefakt sowie als repräsentiertes Artefakt – was es möglich macht Architektur zu sammeln, archivieren und zu schützen. Verwirklichte Architektur verfällt, wird verändert, und ist generell der zeitlichen Dynamik unterworfen, immer sind mehr Dimensionen im Spiel als im Originalentwurf. Wenn der umgesetzte Bau den Planungsraum verlassen hat, ist er nicht mehr das Produkt unverwässerter individueller Inspiration, sondern verschiedener sozialer und persönlicher Wirkkräfte. (Text: Cem Angeli)

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