Poussin bis David – Französische Zeichnungen der Albertina

Mrz 1 • Albertina, Ausstellungen, Deutsch, Interviews, Museen, Podcast, Video, Wien, Österreich • 574 Views • Keine Kommentare

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Mit seiner neuen Ausstellung “Poussin bis David” bietet das Albertina Museum Einblicke in seinen reichen Bestand an Zeichnungen des französischen Barock, Rokoko und Klassizismus.

Diese Epochen werden sonst selten gezeigt, in diesem Maria Theresia – Gedenkjahr rückt nun jene Sammlung in den Mittelpunkt, die von der Tochter der Kaiserin, Maria Christina und deren Ehemann, Herzog Albert von Sachsen-Teschen, dem Namensgeber der Albertina, angelegt wurde.

Das kunstsinnige Ehepaar war mit der französischen Kunst ihrer Zeit vertraut, etwa 2000 von insgesamt 2.800 Arbeiten dieser größten Graphiksammlung der Welt wurden noch zu Lebzeiten des Herzogs zusammengetragen.

Kuratorin Christine Ekelhart-Reinwetter hat eine Auswahl von knapp 70 französischen Zeichnungen des 17. Und 18. Jahrhunderts getroffen, die den kulturellen Führungsanspruch Frankreichs und den Geschmack der Aristokratie in der Epoche das Ancien Régime zeigen, aber auch den Anspruch der Zeichnung auf Gleichwertigkeit mit der Malerei.

Diese herausragenden Künstler jener Zeit haben hierzulande nicht die ihnen zustehende Beachtung gefunden, in dieser Schau wird nun die enorme Qualität der vielschichtigen französischen Zeichenkunst gewürdigt.

Der Besucher entdeckt eine Welt von Hirtenidyllen, mythologischen Epen, Boudoirszenen und galanten Liebespaaren vor pittoresken Ruinen. Eine Welt der Hochblüte der Zeichenkunst, ohne jeglichen Bezug zur Lebensrealität oder sozialen Situation jener Zeit im Vorfeld der französischen Revolution.

Arbeiten aus dem 17. Jahrhundert stehen am Beginn der Schau, Claude Lorrain mit seinen Naturstudien oder Hirtenbildern und Nicolas Poussin waren stilprägende Künstler jener Zeit, die italienische Einflüsse nach Paris brachten. Auch Künstler wie Fragonard arbeiteten in Italien, seine aquarellierte Rötel- und Kreidezeichnung „Mädchen mit Murmeltier“ ist auf einem Plakat zur Ausstellung abgebildet. In seinem „Römischen Park mit Brunnen ist der meisterhafte Einsatz von Braun- und Schwarztönen ersichtlich.
Charles-Joseph Natoire verwendete Aquarellfarben, Kreide, Farbtinte und getöntes Papier, er und auch Hugo Robert arbeiteten vor Ort in Rom, von Natoire ist die „Ansicht der Tiberinsel“ zu sehen.
In ihren idealisierten Welten kamen Begleitfiguren dazu: Hirten, Fischer, Wanderer oder Musiker waren häufige Figuren.

Jean-Antoine Watteau war bekannt für seine “fêtes galantes”, mit kostümierten Liebespaaren in idyllischen Landschaften. Hyacinthe Rigaud porträtierte Aristokratie und Klerus zu Zeiten von Louis XIV, von ihm und auch dem Lieblingsmaler Madame Pompadours, François Boucher sind repräsentative Porträtzeichnungen ausgestellt. Es fällt auf, wie sehr die Kunst des Rokoko mit ihrer feudalen Motivwahl von aristokratischem Eskapismus geprägt war, erst an der Wende zum Klassizismus, mit der Zeit der Aufklärung, kommen moralische und soziale Themen zur Bild-Sprache. Jean-Baptiste Greuze brachte etwa moralisierende Gleichnisse, wie sein Diptychon „Der väterliche Fluch oder der undankbare Sohn“ Bibelszenen und Alltagsrealität („Knabe mit zerbrochenem Ei“) zu Papier.

Der Klassizist Jacques-Louis David bildet schließlich den Schlusspunkt der Ausstellung, einer der wenigen politischen Künstler, Anhänger der französischen Revolution und Auftragnehmer Napoleons. Von ihm stammt die monumentale Papierarbeit, “Die Kämpfe des Diomedes”, die heroische Darstellung einer Massenschlacht aus dem trojanischen Krieg, entstanden 1776, dem Jahr der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung. (Text: Cem Angeli)

Die Ausstellung „Pousssin bis David ist noch bis 25. April in den Tietze Galleries zu sehen.

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