Maria Lassnig – Zwiegespräche

Mai 29 • Albertina, Ausstellungen, Deutsch, Interviews, Museen, Podcast, Video, Wien, Österreich • 458 Views • Keine Kommentare

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Maria Lassnig : Unter dem Titel “Zwiegespräche” zeigt das Albertina Museum 80 Aquarelle und Zeichnungen der 2014 verstorbenen großen österreichischen Künstlerin. Kuratiert von Antonia Hoerschelmann, sind in dieser ersten posthumen Retrospektive ihrer Grafik zum Teil noch nie gezeigte Blätter zu sehen.
Etwa die Hälfte der ausgestellten Werke kommt aus der Sammlung der Albertina, der Rest aus der Lassnig-Stiftung. Neben der Stiftung hat die Albertina den größten Bestand an Lassnig-Zeichnungen, dank einer Schenkung der Künstlerin im Umfang von 30 Arbeiten.
Vor kurzem wurden mittels Fundraising weitere sechs Zeichnungen für das Museum erworben, darunter « Fettes Selbstporträt » sowie « Vati und Ich ».
Chronologisch geordnet anhand von Lebensstationen in Paris, New York und Berlin folgt die Schau den Entwicklungen in Lassnings Werk.
Es sind berührende Einblicke in tiefe Gefühlswelten, im Zentrum steht ihre Selbstwahrnehmung. Sie ist vielschichtig und trotz aller Tragik auch humorvoll, es dreht es sich in den Bildern vor allem um sie selbst, um ihre Gefühle und ihren Körper, ihre, wie sie es nannte, „Körperwahrnehmung“.
Dieses sehr persönliches Konzept der « Body Awareness » erschließt sich dem Betrachter durch ihre unverwechselbare Bildsprache, das Nachspüren dieser Selbstwahrnehmung ihrer Körperlichkeit bildet den Mittelpunkt ihrer Body-Awareness-Arbeiten.

Zeichnung und Aquarell waren wichtige Elemente, in Lassnigs Oeuvre hat die Grafik einen eigenständigen Platz.
Ihre Grafik hat trotz allem Grotesken nichts Goya- oder Bacon-haftes Dunkles, Bedrohliches, sie ist im Gegenteil hell und pastellfarben, ihre Porträts können lebensbejahend sein und doch gleichzeitig satirisch und brutal, sie zeigt sich selbst mit direktem und herausforderndem Blick zum Betrachter.
In einem ständigen Dialog mit ihrem Körper brachte sie ihre Selbstempfindungen, so wie sich selbst spürte, zu Papier, ließ sie zum Bild werden und stellte so Verbindungen zur Außenwelt her. Ihre Gedanken und Seelenqualen, ihre Verletzungen, Enttäuschungen und Ängste, ihre Hoffnungen und auch Trauer scheint sie durch diese bildlichen Konfrontationen geordnet zu haben.
Manche der Arbeiten offenbaren biografische Bezüge – etwa das Aquarell “Das letzte Bild meiner Mutter”. Sie, die sich selbst ein « Muttikind » nannte, trauerte sehr über den Tod der geliebten Mutter, der sie in eine profunde Krise stürzte.
In einem Jahr wird die Ausstellung “Zwiegespräche” im Kunstmuseum Basel ausgestellt, bis 27. August ist sie in Wien zu sehen. Zum 100. Geburtstag Lassnigs in zwei Jahren gibt es dann eine grosse Ausstellung über das Gesamtwerk, die zunächst im Stedelijk Museum Amsterdam, und danach in der Albertina zu sehen sein wird. (Text: Cem Angeli)

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