Markus Redl – Blickfelderweiterung 360 Grad

Sep 26 • Deutsch, Kunstwerke, Podcast, Video, Wien, Österreich • 152 Views • Keine Kommentare

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Markus Redls »Blickfelderweiterung 360 Grad« ist eine Hommage an das Ehepaar Carmen und Reinhold Würth.
Die Skulptur aus Carrara-Marmor zeigt ein Paar, Rücken an Rücken auf einer marmornen Bank sitzend, sie halten einen Wollfaden in der Hand, der sie miteinander verbindet.
Redls Figuren strahlen eine meditative Ruhe aus. Sie haben die gesamte Umgebung im Blickfeld, ihre Gesichtszüge wirken entspannt.
Die formale Eleganz und die Interaktion zwischen der Skulptur und dem umgebenden Raum werden durch ein ganzes Set an neuen Bezügen bereichert. Ein passives Objekt erhält so eine dringliche, lebendige Präsenz.
Der Künstler erprobt die Durchlässigkeit des überlieferten künstlerischen Kanons, während er zwischen individuellem Angedenken und dem machtvollen Gestus der Bildhauerei oszilliert.
Indem er das ausgedehnte Territorium der künstlerischen Tradition erforscht, bietet er uns ein breites Panorama künstlerischer Ideen, die sowohl die Inhalte seiner Arbeit als auch die Zusammensetzung und Verarbeitung des Materials geformt haben.
Er fordert den Betrachter heraus zu sehen, zu fühlen, sich seiner Gegenwart bewusst zu werden sowie seiner fundamentalen Gefühle, er fördert die Umarmung, die Freundschaft, stellt Nostalgie her, Freude und Fröhlichkeit, und lädt dazu ein, die Freiheit zu genießen, sodass der Betrachter gerührt wird.
Es ist die Suche nach ihrem Inneren, dem unerforschlichen unsichtbaren Teil, die Redls Arbeit prägt.
Die Kunst existiert, weil der Mensch versucht, den Tod zu überlisten und über das unausweichliche biologische Ende hinaus Existenz zu erlangen. Die Kunst leistet dem Tod Widerstand, nicht im Sinne der Unsterblichkeit des Künstlers, der sich in seinem Werk verewigt, sondern im Sinne des metaphysischen Gehalts des Kunstwerks. Von diesem Gehalt bzw. Wert profitiert der Mensch, der Betrachter, der Genießer, der Nutzer des Kunstwerks – sodass er sich, wenn das Werk gelingt, behaust fühlt, beschützt gegen das Nichts, gegen das Schwert, das ständig über uns schwebt.
Der Künstler erschafft Wesenheiten, die uns begleiten und trösten, die uns begeistern und enstchädigen, uns die Hand über das Vergehen der Zeit hin reichen, und uns –vielleicht- den Übergang über die zerbrechliche Brücke erleichtern.

Sie sollen in ihrem Verweis auf die Fortdauer über die Zeiten eine kleine Ahnung von Unsterblichkeit vermitteln.

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