Elger Esser – Fotografie und Bild

Okt 17 • Deutsch, Deutschland, Düsseldorf, Podcast, Portraits, Video • 247 Views • Keine Kommentare

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Die beiden Fotografen Bernd und Hilla Becher waren nicht nur bestimmend für die Entwicklung der Fotografie in Deutschland, sie haben mit ihrer Düsseldorfer Fotoschule auch eine neue Generation erfolgreicher Fotografen hervorgebracht, die dem Medium der Fotografie in der Kunst jenen Höhenflug bescherten, durch den es heute gleichauf mit der Malerei gesehen werden kann. Andreas Gurski, Candida Höfer, Axel Hütte, Thomas Ruff, Jörg Sasse, Thomas Struth  – allesamt Schüler der Bechers – sind heute Künstler von internationaler Bedeutung, so auch Elger Esser, der zur jüngeren Generation der Becher Schüler gezählt wird.

Der Wechsel von schwarz-weiß Fotografie zu Farbe sowie der Übergang zu großformatiger Fotografie sind Merkmale der Fotografie der Becherschüler, hinsichtlich der Nutzung digitaler Bilder aus dem Internet hingegen unterscheidet sich die Fotografie Elger Essers deutlich von den künstlerischen Konzepten der meisten seiner Kollegen. Zwar greift auch Elger Esser mitunter auf bereits produzierte Fotografien zurück, diese stammen jedoch aus vordigitaler Zeit, denn es sind Postkarten mit Landschaftsfotografien von Frankreich aus dem 19. Jahrhundert von denen er über 25.000 Stück besitzt.

Im Gegensatz zur in Deutschland verbreiteten journalistisch dokumentierenden Praxis der Fotografie und auch anders als seine sich als Künstlerfotografen verstehenden Kollegen sieht Esser sich als „Bildermacher und Landschaftsmaler, der seine Arbeiten mit fotografischen Mitteln realisiert. Verwandtschaften zur historischen Landschaftsmalerei von der Romantik bis zum Impressionismus erschließen sich. Pittoreske Flusslandschaften wie auch Küstengebiete mit peitschenden Wellen sind favorisierte Motive.“ (Florian Steiniger, Direktor der Kunsthalle Krems). Er mache, sagt Elger Esser, so wie schon Baudelaire es getan hat, die Unterscheidung zwischen den Realisten und den Phantasiereichen. Erstere strebten danach eine Aufnahme so zu machen, dass das Abgebildete unbeeinflusst von ihrer Subjektivität eingefangen wird – gerade so, wie es in Wahrheit sei und erscheinen würde, wenn sie selbst nicht dort wären. Die Phantasiereichen hingegen strahlten ihren Geist auf die Dinge ab, erleuchten sie und wollen, dass dieses Strahlen auf die anderen Geister abstrahle. Elger Esser präzisiert dies als den Unterschied zwischen Fotografie und Bild, einen Unterschied den er in seiner Arbeit konsequent macht – ihm geht es ums Bild.

Um mehr über den Ausnahmekünstler, seine künstlerische Herkunft und ihm wichtige Zugänge zur Arbeit zu erfahren, haben wir Elger Esser in seinem Atelier in Düsseldorf besucht und dieses Portrait verwirklicht.  (Text: Wolfgang Haas)

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