HELEN LEVITT. Street-Photography in New York

Okt 28 • Albertina, Ausstellungen, Deutsch, Interviews, Museen, Podcast, Video, Wien, Österreich • 144 Views • Keine Kommentare

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Helen Levitt, der Vertreterin der Street-Photography und Chronistin des Straßenlebens in New York, widmet die Albertina bis 27. Jänner 2019 eine Retrospektive.

Kuratiert von Walter Moser, wird in der Ausstellung mit mehr als 130 Fotos und über 80 Dias, Filmen und Magazinen die Entwicklung der Künstlerin von der Street-Fotografin zur Filmemacherin bis zur Pionierin der Farbfotografie nachgezeichnet. Levitt (1913–2009) wurde als Tochter litauischer Einwanderer in New York geboren. Nach Anfängen in der kommerziellen Porträtfotografie widmete sich Levitt der Straßenfotografie in den armen Stadtvierteln des New York der 1930er-Jahre. In jener Zeit lernt sie Henri Cartier-Bresson kennen, der ein Jahr in New York verbringt und ihr Interesse an Surrealismus und Fotografie als Kunstform weckt. Auch mit Walker Evans ging sie auf Foto-Streifzüge in den Straßen New Yorks.

Immer wiederkehrende Motive sind spielende Kinder auf der Strasse und einfache Menschen, die ihren Alltagsaktivitäten nachgehen.
In den sehr bewusst komponierten Fotografien mit den sorgfältig gewählten Bildausschnitten ist sowohl der Einfluss des Surrealismus als auch der Stummfilmzeit (Levitt war ein großer Fan von Chaplin- und Buster Keaton – Filmen) ersichtlich. Nicht der sozialkritische Aspekt steht im Vordergrund (obwohl Levitt Kommunistin war), die Stadtbewohner werden eher wie in einem Theaterspiel oder einer Performance inszeniert.
In den Farbfotografien blieben die Sujets der Straße erhalten, die Kompositionen wurden aber ruhiger und die Kontraste der Farben betont.

Ab Mitte der 1940er-Jahre arbeitete Levitt, sehr erfolgreich, als Filmemacherin (kurzzeitig sogar mit Luis Buñuel), die Albertina zeigt ihren Kurzfilm „In the Street“. Mit dem Dokumentarfilm „The Quiet One“ über einen schwarzen Jungen war sie für einen Oscar für den besten Dokumentarfilm nominiert, das Jahr darauf folgte eine Nominierung für das beste Drehbuch.

Schon 1943 hatte Levitt eine Einzelausstellung im Museum of Modern Art (MoMa) in New York. Ende der 50er Jahre begann sie mit Farbfotografie zu arbeiten, 1974 widmete ihr das das MoMa eine Farbfotografieausstellung. 1991 hatte sie eine Retrospektive in San Francisco, 1997 nahm sie an der documenta in Kassel teil. 2009 verstarb Helen Levitt in ihrer Wohnung in Greenwich Village im Alter von 95 Jahren. (Text: Cem Angeli)

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