ALBRECHT DÜRER. Im Albertina Museum.

Okt 3 • Albertina, Allgemein, Ausstellungen, Deutsch, Interviews, Museen, Podcast, Video, Wien, Österreich • 578 Views • Keine Kommentare

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Zum ersten Mal seit 2003 zeigt die Albertina eine große Schau zum Werk Albrecht Dürers. Mit knapp 140 Arbeiten besitzt die Albertina die weltweit größte Sammlung von Zeichnungen und Aquarellen Albrecht Dürers.
Die mit internationalen Leihgaben ergänzte Ausstellung mit über 200 Exponaten zeigt zeichnerische, druckgrafische und malerische Werke, darunter der berühmte Feldhase, die ikonischen Betenden Hände, das Große Rasenstück, oder der Blaurackenflügel, das Plakatmotiv der Ausstellung.
Für die Ausstellung konnte die Albertina wichtige Leihgaben gewinnen: Die Anbetung der Könige aus den Uffizien, das Selbstporträt als Akt vom Schloßmuseum Weimar, die Marter der Zehntausend aus dem Kunsthistorischen Museum Wien, Jesus unter den Schriftgelehrten aus der Sammlung Thyssen-Bornemisza, oder Der heilige Hieronymus aus dem Nationalmuseum in Lissabon, inklusive dazugehörige Studien.
Auffallend ist am Beginn der chronologisch und thematisch strukturierten Schau mit ihren mehr als 200 Exponaten ein meisterhaftes, mit Silberstift gezeichnetes Selbstporträt des erst 13-jährigen Künstlers.
Wie der Kurator der Ausstellung, Dürer-Spezialist Christof Metzger zeigt, waren Werke wie der Feldhase, Das große Rasenstück oder Blaurackenflügel keine Verkaufsware oder Vorstudien zu Gemälden, sondern vielmehr Schaustücke der Werkstatt, um potentiellen Klienten die eigene Virtuosität zu demonstrieren.
Wenn man sehr genau in die Augen des Feldhasen sieht, des Aquarells mit dem atemberaubend genau dargestellten Fell, sieht man in seiner Pupille die Glanzlichter eines gespiegelten Fensters, die dem enigmatischen Tier eine lebendige Aura verleihen. Es ist eines der Glanzstücke der Ausstellung, das lichtempfindliche Werk wurde überhaupt erst neun Mal öffentlich gezeigt, zum ersten Mal 1871.
Dürers Leben ist für jene Epoche erstaunlich gut durch erhaltene Briefe, Tagebücher, theoretische Schriften, und auch eine Familienchronik dokumentiert.
Geboren 1471 in Nürnberg und wie sein Vater als Goldschmied ausgebildet, wurde Dürer bereits in jungen Jahren bekannt als Meister des Holzschnittes und Kupferstichs. Nach Aufenthalten in Colmar, Strassburg, Frankfurt und Venedig etablierte er sich zurück in seiner Geburtsstadt Nürnberg wo sich bald einen Ruf aufbaute, zunächst vor allem als Druckgrafiker.  Sein Atelier gründete Dürer nach der Heirat mit seiner vermögenden Frau Agnes Frey, von ihr befindet sich auch ein Porträt in der Ausstellung.

Auf einem weiteren Demonstrationsstück der Werkstatt, dem berühmten Andachtsbild der Betenden Hände aus 1508, befand sich eigentlich auch der Entwurf eines Apostelkopfes, aber das Blatt wurde zerschnitten und so erlangten die Hände ihre kunsthistorische Berühmtheit.
Die Demonstrationsblätter kamen über Dürers ersten Sammler, den Nürnberger Kaufmann Willibald Imhoff, und Kaiser Rudolf II. in die Nationalbibliothek in Wien und schließlich zu Albert von Sachsen-Teschen und die Sammlung der Albertina.

Die Ausstellung ist von 20. September 2019 bis 6. Jänner 2020 zu sehen. (Text: Cem Angli)

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