• Robert Frank – The Americans

    Nov 15 • Albertina, Ausstellungen, Deutsch, Interviews, Museen, Podcast, Video, Wien, Österreich • 56 Views

    1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (No Ratings Yet)
    Loading ... Loading ...

    Cowboys, Busse, Autos, Schnellrestaurants, Flaggen, Paraden – wiederkehrende Motive in Robert Franks Amerika-Bildern, allerdings mit einem ungeschönten, subjektiven Blick, der die Dinge ohne jegliche Romantik zeigt, wie sie sind.

    Dem demnächst 94jährigen Doyen der Street Photography ist in der Albertina eine umfassende Werkschau gewidmet, mit vielen seiner mittlerweile zu Klassikern gewordenen Fotos.

    1955 ermöglichte ihm ein Guggenheim-Stipendium mehrere Reisen kreuz und quer durch die USA, in Begleitung seiner Familie, wo er etwa 27.000 Photos machte. 83 davon wurden in seinem Bildband The Americans 1958 abgedruckt. Anfänglich von der Kritik u.a. als anti-amerikanisch zerrissen, sollte dies eine der einflussreichsten Publikationen der Fotografiegeschichte werden.

    Es zeigt die Hinterseite der Fassade des American Dream, seine Realität, zeigt die –realen und metaphorischen- Schatten des Landes, seine Einwohner sehen einsam, melancholisch, misstrauisch aus.

    Der argwöhnische Gesichtsausdruck mancher seiner seiner Modelle verdankt sich auch seiner Methode, er entwickelte eine Technik des schnellen Schnappschusses mit seiner 35 mm-Leica Handkamera, mit der er den Augenblick ohne großes Arrangement einfangen konnte. Die steilen Aufnahmewinkel, Überbelichtungen, schiefen Horizonte und abgeschnittenen Bildränder zeugen von seiner dynamischen Art, ohne strenge Komposition oder um Erlaubnis zu fragen, spontan „aus der Hüfte“ zu fotografieren.

    Die von Walter Moser kuratierte Ausstellung in der Albertina setzt aber lange vor The Americans an und zeigt auch Fotos aus den Anfängen der Karriere Robert Franks.

    In den frühen 1970ern wandte sich Frank verstärkt dem Film zu, um sich dann einige Jahre später, nach dem Tod seiner Tochter bei einem Flugzeugunglück, wieder der Fotografie zu widmen. Sie und ihr Bruder Pablo, der sich 1994 das Leben nahm, sind im Film Conversations in Vermont (1969) zu sehen. Diesen und andere Filme und Videos von Frank zeigt das Filmmuseum von 10. bis 27. November, die berühmt-berüchtigte Rolling Stones-Doku Cocksucker Blues wird wegen rechtlicher Beschränkungen im Jänner gespielt. Ab 10.11. kommt die Filmbiografie Robert Frank – Don’t Blink in österreichische Kinosäle. (Text: Cem Angeli)

    “Robert Frank” von 25. Oktober bis 21. Jänner in den “Galleries for Photography” der Albertina. Täglich 10 bis 18, Mittwoch und Freitag bis 21 Uhr.

    Keine Kommentare

    Read More
  • Gerhard Rühm – Poet, Komponist, Musiker, bildender Künstler und Performer

    Nov 10 • Ausstellungen, Bank Austria Kunstforum, Deutsch, Interviews, Kunsträume, Podcast, Video, Wien, Österreich • 86 Views

    1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (No Ratings Yet)
    Loading ... Loading ...

    Der österreichische Poet, Komponist, Musiker, bildende Künstler und Performer Gerhard Rühm (*1930 in Wien) steht derzeit mit seinem vielseitigen, mehr als sechs Jahrzehnte umspannenden Werk im Zentrum der Personale „Gerhard Rühm“ im Kunstforum der Bank Austria.
    Neben zahlreichen Einzelausstellungen waren seine Arbeiten u.a. im Amsterdamer Stedelijk Museum, auf der Kasseler documenta 1977 und 1987, in der Frankfurter Schirn Kunsthalle und im Joanneum Graz zu sehen. 2012 erwarb die Österreichische Nationalbibliothek Rühms Vorlass.
    Rühm war in den 1950ern zusammen mit HC Artmann, Friedrich Achleitner, Oswald Wiener und Konrad Bayer Mitbegründer der Wiener Gruppe, deren Sprachskepsis und experimentell-performativer Ansatz Rühms Werk entscheidend geprägt hat.

    Dekonstruktion bzw. Zerstörung sind wesentlich für Rühms Œuvre, so ist gleich am Anfang der Ausstellung eine Fotodokumentation über die Performance « Klavierzertrümmerung » von 1959 zu sehen, bei der Rühm und F. Achleitner im Rahmen des « Literarischen Kabinetts » der Wiener Gruppe einen Konzertflügel auf offener Bühne mit Axthieben zertrümmerten. Die Wiener Gruppe selbst steht jedoch in der Auswahl von Kuratorin Heike Eipeldauer nicht unbedingt im Mittelpunkt.

    Als permanenter Grenzüberschreiter sucht Rühm in seinem grafischen, aber auch musikalischen und literarischen Werk die ständige Erweiterung des Mediums «Sprache».

    An den Grenzen zwischen Kunstdisziplinen verwandelt er Druckschrift in Bilder, Handschrift in Zeichnungen, Sprache in Musik. Seine „visuelle poesie“ und ihr musikalisches Gegenstück, die grafisch bearbeitete „visuelle musik“, und auch seine „auditive poesie“ mit Klavierstücken und Chansons sind ebenfalls Teil der Werkschau.

    Foto- und Typografiecollagen, Zeichnungen, Videos sind zu sehen, Hörspiele oder Chansons zu hören. Rühm war als Sohn eines Philharmonikers ursprünglich von der Musik ausgegangen, und hatte sich während seines Klavier- und Kompositionsstudiums für Jazz und auch Zwölftonmusik interessiert, deren Prinzipien und Techniken er auf Sprache, auf Texte anwandte.
    Neben der  „Wiener Gruppe“-Anthologie im zweiten Raum der Schau, mit der die Sprachexperimente von Rühm, H.C. Artmann, F. Achleitner, Konrad Bayer und Oswald Wiener bekannt wurden, gibt es im Hauptraum einen in einer Multimedia-Installation aufgestellten Flügel. Mit speziellen Handlungsanleitungen des Künstlers werden die Besucher zum Mitmachen animiert.
    Bei seinen Sprach-Versuchsanordnungen suchte er den Zugang zu seinem eigenen- und dem Unbewussten der Sprache selbst, er zeichnete oder malte blind, oder während des Einschlafens. Sein tiefgehendes Interesse an der Materialität der Sprache als visuelles und phonetisches Material zeigen seine Wort- und Lautgestaltungen, Zeichnungen, Fotomontagen, Text-Objekte, Scherenschnitte, Partituren und Performances. Im letzten Raum der Ausstellung können auch die Besucher Lautgedichte rezitieren, sich an automatischen Zeichnungen versuchen oder Typografien auf einer alten Schreibmaschine erschaffen.
    Der Kontext der internationalen Avantgardebewegungen des frühen 20. Jahrhunderts und der Einfluss, den Konstruktivismus, Futurismus, Surrealismus und Dadaismus auf Rühm, aber auch die Wiener Gruppe hatten, und wie sie die jeweiligen Ansätze weiterentwickelten, wird in der Ausstellung im Kunstforum ebenso sichtbar.  (Text: Cem Angeli)
    Kunstforum Wien, bis 28.1.2018, tägl. 10h-19h, Fr. 10h-21h.

    Keine Kommentare

    Read More
  • Sigmund Freud Museum 2020

    Nov 7 • Deutsch, Museen, Podcast, Sigmund Freud Museum, Video, Wien, Österreich • 73 Views

    1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (No Ratings Yet)
    Loading ... Loading ...

    «Alles, was die Kulturentwicklung fördert, arbeitet auch gegen den Krieg.» (Sigmund Freud in einem Brief an Albert Einstein, 1932)

    Ein halbes Jahrhundert lang lebte und arbeitete Sigmund Freud in der Wiener Berggasse 19, bis er 1938 vor den Nationalsozialisten ins Londoner Exil fliehen musste. Hier führte er seine weltberühmte Praxis, begründete die neue Wissenschaft der Psychoanalyse und verfasste seine bahnbrechenden Werke.

    Was als kleiner Gedenkort seinen Anfang nahm, wurde durch die Bedeutung Freuds als Pionier des 20. Jahrhunderts zu einer international bekannten Adresse: Seit 1971 befindet sich an dem geschichtsträchtigen Ort «Berggasse 19» das Sigmund Freud Museum, das jährlich über 100.000 BesucherInnen aus aller Welt anzieht und neben einem umfassenden Archiv Europas größte Fachbibliothek zur Psychoanalyse beherbergt.

     

    Jetzt besteht dringender Handlungsbedarf, um das Sigmund Freud Museum zu erhalten: Nach mehrjährigen Verhandlungen bietet sich  nun die einmalige Chance, mithilfe der Stadt Wien und des Kulturministeriums dieses einzigartige Kulturerbe zu retten und an internationale Museumsstandards heranzuführen. Um dieses Ziel zu erreichen, fehlen dem Sigmund Freud Museum von insgesamt knapp 4 Millionen Euro noch 900.000,- Euro. Einen Teil davon – mindestens 80.000,- Euro – möchten wir mit eurer Hilfe über Crowdfunding aufbringen, damit die notwendigen Schritte bis 2020 tatsächlich realisiert werden können!

    Deine Unterstützung zählt! Hilf mit beim Crowdfunding unter ->  freud.wemakeit.com

    Keine Kommentare

    Read More
  • Ein Wegweiser durch zeitgenössische abstrakte Malerei

    Okt 17 • Deutsch, Krems, Kunsthalle Krems, Kunsträume, Kunstwerke, Podcast, Video, Österreich • 42 Views

    1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (No Ratings Yet)
    Loading ... Loading ...

    Direktor Florian Steininger von der Kunsthalle Krems leitet uns durch die Wirren zeitgenössischer Kunsttheorie.
    Dieses mal geht es um gemalte Geometrie und Neo-Konstruktivismus, erklärt an einer Arbeit des irischen Malers Sean Scully.

    Keine Kommentare

    Read More
  • RAFFAEL – Ein Universalgenie der Hochrenaissance

    Okt 10 • Albertina, Ausstellungen, Deutsch, Museen, Podcast, Video, Wien, Österreich • 206 Views

    1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (No Ratings Yet)
    Loading ... Loading ...

    „Raffael war ein wahnsinnig ökonomischer Zeichner, der große Emotionen mit nur wenigen Strichen umsetzen konnte“, so Achim Gnann, Kunsthistoriker und Experte für die italienische Kunst des 15. bis 19. Jahrhunderts, der fünf Jahre an der Konzeption der neuen Ausstellung im Museum Albertina gearbeitet hat. Diese umfasst rund 130 Zeichnungen und 18 Gemälde, darunter Leihgaben aus dem Louvre, dem Vatikanischen Museum, den Uffizien in Florenz und dem Ashmolean Museum in Oxford.

    In Fokus dieser Werkschau mit den wichtigsten Schaffensperioden des früh verstorbenen Meisters (1483-1520) steht vor allem sein Arbeitsprozess, von der ersten Skizze bis zum fertigen Gemälde. Unter diesen befindet sich auch die „Madonna dell’ Impannata“ aus dem Palazzo Pitti, die mit Unterstützung der Albertina restauriert wurde. Das Porträt des Auftraggebers für dieses Bild, der römische Bankier Bindo Altoviti, ist auf dem Plakat und Katalog der Ausstellung abgebildet.

    Geboren in der Kleinstadt Urbino, war Raffaello Sanzio bereits mit elf Jahren Lehrling bei Pietro Vannucci, genannt Perugino. In Florenz wurde er später von Mäzenen u.a. mit Porträts und Madonnenbildern beauftragt, wobei eine der berühmtesten die “Sixtinische Madonna“ ist, sie heute in der Dresdner Gemäldegalerie zu finden.

    Der viel beschäftigte Raffael, der in Umbrien, Florenz und zuletzt in Rom tätig war, hatte Aufträge von Fürsten, Geschäftsleuten und Päpsten, er übernahm die Gestaltung der Stanzen, -der Privatgemächer von Papst Julius II- im Palast des Vatikan und wurde später zum Leiter des Fortbaus des Petersdoms sowie zum Baumeister des päpstlichen Palastes ernannt.

    Die Albertina besitzt seit ihrer Gründung 1776 an die 50 Werke des Meisters, in dieser Schau liegt ein Schwerpunkt auf Raffaels Zeichnungen, seinen Skizzen und akribischen Detailstudien. Weniger als eigenständige Werke, waren diese ihm eher Hilfsmittel im Hinblick auf das spätere Gemälde, sowie anschauliche Instruktion für die Mitarbeiter seiner Werkstatt.

    Die Entwicklung von Raffaels Karriere und seine einzelnen Arbeitsschritte, die Entstehung seiner Sujets, werden in einem größeren Werkkontext in der chronologisch angeordneten Schau vorgestellt.
    Wandbilder sind neben den sie betreffenden Zeichnungen oft ausschnitthaft reproduziert oder als Projektionen zu sehen. Aus den Uffizien wurde ein Selbstporträt von 1506 ausgeliehen, vom Louvre die „Madonna mit blauem Diadem“ (1511) und der „Heilige Georg und der Drachen“ (1505).
    Oft gibt es Detailstudien, etwa von Händen – präzise Körperstudien, Gesichts- und Kompositionsstudien waren essentiell für Raffaels Schaffensprozess. Diese sind in der Schau Schritt für Schritt nachvollziehbar.

    Beim „Kindermord von Bethlehem“ sind Veränderungen an den Kompositionsskizzen zu erkennen, dieses Sujet ging aus einer Studie für „Das Urteil des Salomo“ hervor.
    Am Ende der Ausstellung steht sein letztes Gemälde, die „Transfiguration“, entstanden zwischen 1516 und 1520. Hier sind es Kopf- und Handstudien für die Apostel, die Entstehung und Verlauf der Bildkomposition nachvollziehbar machen und einen Einblick in den Schaffensprozess von einem der einflussreichsten Künstler der Renaissance gewähren. (written by Cem Angeli)

    Keine Kommentare

    Read More
  • Suse Krawagna – Abstract Painting Now!

    Okt 2 • Deutsch, Kunsthalle Krems, Kunsträume, Podcast, Portraits, Video, Wien, Österreich • 272 Views

    1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (1 votes, average: 5,00 out of 5)
    Loading ... Loading ...

    Material, Form, Wiederholung und Abwandlung sind grundlegend für die abstrakten Arbeiten der Künstlerin Suse Krawagna.  Nun sind Arbeiten der Künstlerin anlässlich der Wiedereröffnung der Kunsthalle Krems in der Ausstellung “Abstract Painting Now!” zu sehen. Wir haben Suse Krawagna in ihrem Atelier besucht und ein kurzes Portrait geschaffen.

    Keine Kommentare

    Read More
  • Markus Redl – Blickfelderweiterung 360 Grad

    Sep 26 • Deutsch, Kunstwerke, Podcast, Video, Wien, Österreich • 296 Views

    1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (1 votes, average: 5,00 out of 5)
    Loading ... Loading ...

    Markus Redls »Blickfelderweiterung 360 Grad« ist eine Hommage an das Ehepaar Carmen und Reinhold Würth.
    Die Skulptur aus Carrara-Marmor zeigt ein Paar, Rücken an Rücken auf einer marmornen Bank sitzend, sie halten einen Wollfaden in der Hand, der sie miteinander verbindet.
    Redls Figuren strahlen eine meditative Ruhe aus. Sie haben die gesamte Umgebung im Blickfeld, ihre Gesichtszüge wirken entspannt.
    Die formale Eleganz und die Interaktion zwischen der Skulptur und dem umgebenden Raum werden durch ein ganzes Set an neuen Bezügen bereichert. Ein passives Objekt erhält so eine dringliche, lebendige Präsenz.
    Der Künstler erprobt die Durchlässigkeit des überlieferten künstlerischen Kanons, während er zwischen individuellem Angedenken und dem machtvollen Gestus der Bildhauerei oszilliert.
    Indem er das ausgedehnte Territorium der künstlerischen Tradition erforscht, bietet er uns ein breites Panorama künstlerischer Ideen, die sowohl die Inhalte seiner Arbeit als auch die Zusammensetzung und Verarbeitung des Materials geformt haben.
    Er fordert den Betrachter heraus zu sehen, zu fühlen, sich seiner Gegenwart bewusst zu werden sowie seiner fundamentalen Gefühle, er fördert die Umarmung, die Freundschaft, stellt Nostalgie her, Freude und Fröhlichkeit, und lädt dazu ein, die Freiheit zu genießen, sodass der Betrachter gerührt wird.
    Es ist die Suche nach ihrem Inneren, dem unerforschlichen unsichtbaren Teil, die Redls Arbeit prägt.
    Die Kunst existiert, weil der Mensch versucht, den Tod zu überlisten und über das unausweichliche biologische Ende hinaus Existenz zu erlangen. Die Kunst leistet dem Tod Widerstand, nicht im Sinne der Unsterblichkeit des Künstlers, der sich in seinem Werk verewigt, sondern im Sinne des metaphysischen Gehalts des Kunstwerks. Von diesem Gehalt bzw. Wert profitiert der Mensch, der Betrachter, der Genießer, der Nutzer des Kunstwerks – sodass er sich, wenn das Werk gelingt, behaust fühlt, beschützt gegen das Nichts, gegen das Schwert, das ständig über uns schwebt.
    Der Künstler erschafft Wesenheiten, die uns begleiten und trösten, die uns begeistern und enstchädigen, uns die Hand über das Vergehen der Zeit hin reichen, und uns –vielleicht- den Übergang über die zerbrechliche Brücke erleichtern.

    Sie sollen in ihrem Verweis auf die Fortdauer über die Zeiten eine kleine Ahnung von Unsterblichkeit vermitteln.

    Keine Kommentare

    Read More
  • Pieter Bruegel – Das Zeichnen der Welt

    Sep 20 • Albertina, Ausstellungen, Deutsch, Interviews, Museen, Podcast, Video, Wien, Österreich • 313 Views

    1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (No Ratings Yet)
    Loading ... Loading ...

    Pieter Bruegel der Ältere ist in unserer Zeit vor allem als Maler bekannt, etwa für Werke wie die “Bauernhochzeit” oder den „Turmbau zu Babel“. Er hat seine Karriere allerdings als Zeichner und Stecher begonnen. Das Albertina Museum in Wien zeigt nun unter dem Titel “Bruegel – Das Zeichnen der Welt” einen umfassenden Blick auf Bruegels zeichnerisches und druckgrafisches Schaffen, darunter einige seiner schönsten Handzeichnungen aus dem hauseigenen Bestand.

    Die Zeichnungen und Grafiken zeugen von Bruegels kritischem Blick auf seine Epoche und ihre gesellschaftlichen Verhältnisse – Religionskriege, Inquisition, soziale Ungerechtigkeiten.

    Kuratiert wurde die Schau von Eva Michel, während ihrer mehrjährigen Forschungsarbeit zu diesem Projekt wurden bis dato unbekannte Arbeiten des Künstlers in den Beständen der Albertina entdeckt, die, nun restauriert, in der Ausstellung erstmals gezeigt werden. Darunter befindet sich eine Ansicht vom Antwerpen des Jahres 1557. In der damals bedeutenden Wirtschaftsmetropole hatte sich Bruegel nach einer Italienreise im Alter von ca. 30 Jahren niedergelassen.
    Diese Reise hatte großen Einfluss auf seine Landschaftszeichnungen, sie entwickelten sich weg von den umfassenden, frühen „Weltlandschaften“ hin zur intimeren Naturbeobachtungen von Wäldern, Bergen oder Flüssen.
    Bruegels Leben und Werk wird hier in den Tietze Galleries der Albertina in einen zeitlichen und künstlerischen Kontext gesetzt, auch durch Gegenüberstellungen mit Werken von Vorläufern und Zeitgenossen wie Hieronymus Bosch, Albrecht Dürer, Jan Wierix oder Albrecht Altdorfer.
    Zu sehen sind auch belehrende Bilderserien über Todsünden und Tugenden, in Auftrag gegeben von seinem Antwerpener Verleger Hieronymus Cock, dessen Porträt sich auch in der Ausstellung findet.

    Bruegel setzte seine Kunst immer wieder ein, um erbarmungslos Kritik an seiner Zeit zu üben, so etwa beim „Kampf der Geldkisten gegen die Sparbüchsen“ oder in „Die großen Fische fressen die Kleinen“.
    In einem seiner bekanntesten Werke, „Maler und Käufer“ thematisiert Pieter Bruegel die Kunstbanausen der damaligen Zeit, wo im Bild ein ahnungsloser Kunstkäufer mit der Hand im Geldbeutel einem missmutigen Künstler über die Schulter blickt.
    Auch dieses Bild ist Teil der neuen Ausstellung, sie läuft noch bis 3. Dezember 2017.

     

    Keine Kommentare

    Read More
  • Dorothee Golz – Hohlwelten

    Sep 18 • Deutsch, Kunstwerke, Podcast, Video, Wien, Österreich • 302 Views

    1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (No Ratings Yet)
    Loading ... Loading ...

    Die Rauminstallation in der MQ ARTBOX in Wien zeigt transparente Hohlwelten der Künstlerin Dorothee Golz.

    Die Blasenhaftigkeit dieser Arbeit spielt darauf an, dass die Welt und das, was wir in uns tragen, als Reflexion gesehen werden können, so wie die Reflexion auch wieder eine Welt für sich darstellt.

    Indem wir in der Lage sind, eine Welt durch unser Denken zu schaffen, wird die Frage aufgeworfen, was mehr Anspruch darauf erheben darf, real zu sein.

    Keine Kommentare

    Read More
  • Jakob Gasteiger – Abstract Painting Now

    Sep 11 • Ausstellungen, Deutsch, Krems, Kunsthalle Krems, Kunsträume, Podcast, Portraits, Video, Österreich • 333 Views

    1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (No Ratings Yet)
    Loading ... Loading ...

    Der Künstler Jakob Gasteiger hat sich in seiner Kunst von Grund auf der Abstraktion verschrieben. Dabei ist Farbe – im Sinne von “paint” nicht von “colour” – sein Ausgangs- und Arbeitsmaterial. Seine Arbeiten sind oft an den Schnittstellen zwischen Zeichnung, Malerei und Skulptur gelagert und übertreten diese. Nun sind Arbeiten des Künstlers anlässlich der Wiedereröffnung der Kunsthalle Krems in der Ausstellung “Abstract Painting Now!” zu sehen. Wir haben Jakob Gasteiger im Atelier besucht und ein kurzes Portrait geschaffen.

    Keine Kommentare

    Read More