• MICHAEL HOROWITZ. Stars der Kunstszene in der Fotografie.

    Mrz 24 • Albertina, Ausstellungen, Deutsch, Interviews, Museen, Podcast, Video, Wien, Österreich • 124 Views

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    Das Albertina Museum in Wien widmet dem österreichischen Fotografen Michael Horowitz eine Schau mit Arbeiten aus zwei Jahrzehnten. Horowitz Fotografien kreisen um Ikonen aus dem Kunst- und Kulturbetrieb. Zu sehen ist beispielsweise der junge Arnold Schwarzenegger im legendären Cafe Hawelka in Wien – der Stätte der Wiener Avantgarde -  Andy Warhol beim Schminken eines Models während einer Auftragsarbeit in Wien oder Thomas Bernhard fahrradfahrend im Keller seines Bauernhauses in Oberösterreich. Horowitz hat seine Karriere als Fotograf bereits als Vierzehnjähriger begonnen, fotografierte mit achtzehn Kiki Kogelnik in New York, war gut befreundet mit Helmut Qualtinger und schaffte es stets, eine besonder Nähe zu seinen Modellen aufzubauen – eine Voraussetzung für die zum Teil auch skurril anmutenden Szenarien, in denen er sein Gegenüber festhielt. Gerade heute in der Zeit überbordender Portraitfotografie in Form von Selfies bestechen Horowitz schwarz-weiß Fotografien mit ihrer unglaublichen Ausdruckskraft und muten an, wie Einblicke in eine längst vergangene Zeit.
    Die Ausstellung ist noch zu sehen bis zum 13. April 2020.

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  • VAN GOGH, CÉZANNE, MATISSE, HODLER. Die Sammlung Hahnloser

    Mrz 5 • Albertina, Deutsch, Interviews, Museen, Podcast, Sammlung Hahnloser, Video, Wien, Österreich • 299 Views

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    Zwischen 1906 und 1936 legte ein kunstbegeistertes Schweizer Ehepaar, der Augenarzt Arthur Hahnloser und seine Frau Hedy, in ihrem Haus in Winterthur eine umfangreiche Kunstsammlung von über 500 Kunstwerken an. Sie gilt heute als eine der bedeutendsten Schweizer Privatsammlungen zur Kunst des 20. Jahrhunderts und der französischen Moderne. Sie enthält wesentliche Werkgruppen moderner Malerei, unter anderem von Cézanne, Matisse, van Gogh, Bonnard oder Hodler. Nun ist diese international einzigartige Sammlung in der Albertina zu sehen. Rund 120 Werke, etwa ein Fünftel der Sammlung, ergänzt mit Leihgaben aus den Kunstmuseen Bern und Winterthur sowie Beständen der Albertina – somit präsentiert die Ausstellung einen stimmigen Überblick über diese bemerkenswerte Sammlung.
    Nicht chronologisch nach Erwerbsjahr, sondern entstehungsgeschichtlich – kunsthistorisch gliedert sich die Schau in den violett gestrichenen Schauräumen auf. Die Anordnung zeigt, wie Hedy und Arthur Hahnloser ihre Sammlung aufbauten.
    Sie waren mit vielen Künstlern befreundet, deren Ratschläge die Sammlung beeinflussten. Diese empfahlen ihnen wiederum andere Kollegen – so auch den Schweizer Maler und Autor Félix Vallotton, den die Hahnlosers nach Empfehlung Giovanni Giacomettis bei einer Cézanne-Ausstellung in Paris kennenlernten. Vallotton porträtierte das Ehepaar in ihrem Haus in Winterthur. Diese Bilder sind gleich am Anfang der Albertina-Schau im Eingangsbereich zu sehen. Vallotton wurde ihr engster Berater, seine Bilder zählen zu den wichtigsten ihrer Sammlung. Ihre Künstlerfreunde Giovanni Giacometti und Ferdinand Hodler machten die Hahnlosers auf Vincent van Gogh und die französischen Impressionisten aufmerksam. Über Vallotton und den Kreis der Nabis und Fauves lernten sie Pierre Bonnard, Henri Manguin und auch Henri Matisse kennen. Bald erweiterten sie die Sammlung um die Wegbereiter der französischen Moderne: Renoir, Gauguin, Cézanne, – zu einer Zeit wo jener noch nicht etablierten Gegenwartskunst noch mit Skepsis begegnet wurde und es keinen Markt für die Werke gab. Das Ehepaar motivierte auch andere Sammler, sich über die Schweiz hinaus für die Moderne, vor allem in Frankreich, zu interessieren.
    Ausgehend von ihrer Intuition und ihrem Gespür für Tendenzen gelangten sie so von einem Künstler zum nächsten, wobei sie bei Atelierbesuchen oft ganze Werkgruppen erwarben. Der enge Kontakt zu Künstlern und das Verständnis für deren Motive was besonders wichtig für die Hahnlosers. Hedy Hahnloser hatte eine Ausbildung als Malerin.
    1916 stifteten die Hahnlosers dem Kunstmuseum Winterthur Werke, und später auch grosse Teile ihrer Sammlung an das Kunstmuseum in Bern. (Dessen früherer Direktor, Matthias Frehner, ist der Kurator der Ausstellung in Wien.) Gezielte Schenkungen an Museen regten weitere Eigenankäufe an, brachte den eigenen Künstlern Öffentlichkeit und beeinflusste die Ausrichtung der Sammlungstätigkeit der öffentlichen Hand – das „Prinzip Hahnloser“.
    Somit spielte das Paar eine prägende Rolle für den Aufbau von Kunstsammlungen in der Schweiz, die im Gegensatz zu Österreich oder Frankreich keine großen Sammlungen des Adels oder stattliche Kunstsammlungen aufweist. Im Kern befindet sich die Sammlung immer noch in Familienbesitz.
    Derzeit wird der Familiensitz der Hahnlosers, die Villa Flora in Winterthur, zu einem Museum umgebaut. Dort werden die Werke untergebracht. Es empfiehlt sich ein Besuch der Ausstellung in der Albertina, höchstwahrscheinlich wird die Sammlung nicht so bald wieder auf Reisen gehen.
    Die Ausstellung ist noch bis 24. Mai in der Albertina zu sehen.  (Text: Cem Angeli)

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  • NOW. COLLECTED #9 | #10. Im tresor des Bank Austria Kunstforum

    Mrz 4 • Ausstellungen, Bank Austria Kunstforum, Deutsch, Interviews, Kunsträume, Podcast, Video, Wien, Österreich • 247 Views

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    NOW. collected #9 | #10 bildet den Abschluss des Ausstellungsformats collected, das im tresor im Bank Austria Kunstforum Wien seit 2011 unter diversen thematischen Gesichtspunkten Werke aus der Bank Austria Kunstsammlung präsentiert. In den Ausstellungen wird der Frage nachgegangen, wie eine junge Auseinandersetzung mit dem fotografischen Medium im erweiterten Sinn gegenwärtig aussehen kann. Im Zuge der letzten Ausstellung wurden fotografische Arbeiten aus Wiener Galerien ausgewählt, um sich der Aktualität des Mediums Fotografie zu stellen.

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  • THE CINDY SHERMAN EFFECT. Identität und Transformation in der zeitgenössischen Kunst

    Feb 22 • Ausstellungen, Bank Austria Kunstforum, Deutsch, Interviews, Kunsträume, Podcast, Video, Wien, Österreich • 359 Views

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    Cindy Sherman wurde in den 1980ern durch ihre “Untitled Film Stills” bekannt. In diesen Fotografien schlüpfte sie in verschiedene Rollen, mittels derer sie nicht nur das Porträt an sich, sondern auch Konstruktionen und Stereotypen von Kultur, Geschlecht und Identität dekonstruierte.
    Wie viel nachfolgende Künstlergenerationen Shermans Pionierarbeit zu Fragen der Transformation und Identität verdanken, wird derzeit im Bank Austria Kunstforum bei der Ausstellung The Cindy Sherman Effect. Identität und Transformation in der zeitgenössischen Kunst offensichtlich.
    Werken der 1954 geborenen Künstlerin werden in der Gruppenschau Arbeiten von 21 zeitgenössischen Kunstschaffenden gegenübergestellt, anhand von insgesamt 80 Werken der Schau tritt ihre Vorbildfunktion deutlich zu Tage.
    Kuratorin Bettina Busse hat für die Präsentation die räumliche Anordnung umgedreht. Die Ausstellung beginnt nicht wie üblicherweise im Säulensaal nach dem Haupteingang, sondern im letzten Raum, der durch den Bookshop nun als Eingang betreten wird.
    In den Räumen dahinter zeigen filmische Arbeiten etwa von Ryan Trecartin, Candice Breitz und Pipilotti Rist oder Fotografien von Tejal Shah, Catherine Opeis und Zanele Muholi in Konfrontation mit Arbeiten Shermans die inhaltlichen und ästhetischen Überschneidungen der Positionen.
    Eine der Erkenntnisse der Schau ist wie sehr Kunst letztlich aus anderer Kunst entsteht.

    Die Ausstellung läuft noch bis 21. Juni im Bank Austria Kunstforum Wien.  (Text: Cem Angeli)

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  • WILHELM LEIBL. Gut sehen ist alles!

    Feb 13 • Albertina, Ausstellungen, Deutsch, Interviews, Museen, Podcast, Video, Wien, Österreich • 396 Views

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    Wilhelm Leibl (1844–1900) gilt als einer der bedeutendsten Maler des 19. Jahrhunderts und als einer der wichtigsten Vertreter des Realismus.
    Dennoch blieb er fu?r die Nachwelt ein „artist’s artist“ und ist heute nur mehr einem kleinen Kreis von Ku?nstlern, Kuratoren und Sammlern bekannt. Dem will die Albertina nun Abhilfe schaffen.

    Seit 25 Jahren wurde Leibls Werk nicht ausgestellt, es ist das erste Mal außerhalb Deutschlands. Die in Kooperation mit dem Kunsthaus Zu?rich entstandene Retrospektive vereint malerische und zeichnerische Arbeiten, kuratiert von Marianne von Manstein und Bernhard von Waldkirch.

    Zu sehen sind Werke, aus eigenen Besta?nden, vor allem aber Leihgaben aus Ungarn, Tschechien, Deutschland, O?sterreich, der Schweiz und den USA. Etwa 60 Zeichnungen sind den Gema?lden gleichwertig zur Seite gestellt.

    Leibl hat vor allem Portra?ts und Interieurs mit la?ndlichen Figuren gemalt. An diese Malerei stellte er rigorose Wahrheitsanspru?che: Wahrheit und ku?nstlerische Form waren ihm wichtiger als die Idealisierung der Wirklichkeit. „Gut sehen ist alles“ war seine Maxime.

    In Ko?ln geboren, studierte er an der Mu?nchner Akademie und hatte fru?h Erfolge und Anerkennung.
    In der zweiten Ha?lfte des 19. Jahrhunderts war Wilhelm Leibl ein gescha?tzter Ku?nstler, bei den Weltausstellungen in Paris und Wien wurde er mit Medaillen ausgezeichnet. Gustave Courbet lud ihn zum Pariser Salon 1869 ein, wo er auch ausgezeichnet wurde, er musste aber dann im Zuge des Krieges von 1870 das Land verlassen. In Mu?nchen scharte er ab 1870 den „Leibl-Kreis“ von gleichgesinnten Ku?nstlern um sich. Auch van Gogh kannte und scha?tzte sein Werk, er erwa?hnte das Gema?lde „Drei Frauen in der Kirche“ in Briefen.
    Ab 1873 zog sich Leibl auf das bayerische Land zuru?ck. Dort entwickelte er seine Malerei mit ba?uerlichen Motiven. Allerdings ohne Felder oder blu?hende Pflanzen, sondern mit eher statischen Figuren, ohne Sozialkritik. Seine Vorbilder waren die Niederla?nder des Goldenen Zeitalters. Die Interieurs und Menschen des 19. Jahrhunderts malte er im Licht und Stil der alten Meister, etwa eines van Dyck, Rubens oder Rembrandt.

    Ku?nstler wie Max Liebermann, Lovis Corinth und Beckmann scha?tzten das Werk Leibls.
    Seinem eigenen Werke gegenu?ber blieb der Ku?nstler stets selbstkritisch, er hat einige seiner Werke zerschnitten, wie „Das Ma?dchen mit der Nelke“, in O?l auf Holz gemalt, das er zersa?gte. U?brig blieben, einzeln gerahmt, das Portra?t sowie die Ha?nde. Das Gema?lde „Wildschu?tzen“, an dem er zwischen 1882 und 1886 arbeitete, zerteilte er ebenfalls. So genau und kritisch in seinem Urteil, so minutio?s und langsam arbeitete Wilhelm Leibl an seinen Bildern. Die drei Ba?uerinnen aus dem beru?hmten “Drei Frauen in der Kirche” etwa mussten vier Jahre lang in den Kirchenba?nken immer wieder Modell sitzen. Da dieses Werk nicht aus der Hamburger Kunsthalle nach Wien reisen durfte, wird in der Albertina eine erste Fassung des Gema?ldes gezeigt.

    Leibl schuf Bilder aus einer anderen Zeit, in seinen Interieurs, und in der Art und Weise, wie er die Personen im spa?rlich beleuchteten Ra?umen platziert. Ihm schien die Malerei seiner Zeit und die Moderne fremd geblieben zu sein und doch gilt seine Verweigerung der Erza?hlerischen durchaus als modern.

    Seinen Idealen vom Wahren und Realen blieb er treu, ebenso seiner Hingabe an die la?ndlichen Sujets. Leibls Ru?ckzug aufs Land war endgu?ltig. Er baute sich ein Atelier in Bad Aibling und blieb dort bis zu seinem Lebensende.

    Im Jahr 1900 starb Leibl erst 56-ja?hrig an einem Herzleiden. Er hinterließ aufgrund seiner skrupulo?sen Arbeitsweise einen reichhaltigen Fundus an hervorragenden Zeichnungen und Vorstudien. Der malerische Werkkorpus ist zahlenma?ßig nicht so groß, dennoch zeigt die Retrospektive Wilhelm Leibl als wichtigen Maler – manchmal unnachgiebig und spro?de, aber immer ehrlich. (Text: Cem Angeli)

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  • STRABAG ARTAWARD INTERNATIONAL 2019. Anerkennungspreisträgerin Maria Legat

    Feb 12 • Ausstellungen, Awards, Deutsch, Interviews, Kunsträume, Podcast, STRABAG Artaward International, STRABAG Kunstforum, Video, Wien, Österreich • 372 Views

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    Maria Legat vermag es, jenes Unbestimmte, halb Erahnte und halb Gewusste in Malerei umzusetzen und meistert dies in einer originären Formensprache und einer unverkennbaren Farbgebung. Legats Bilder sind politisch, doch keine Reaktionen auf die Tagespolitik, sie sind theoretisch fundiert, doch keine Illustrationen zeitgeistiger Vorzeigetheoretiker, sie sind persönlich, doch kein Ausdruck individueller Mythologien. Legat zeichnet und malt Parabeln über den Zustand der Welt, verwickelt die Betrachterinnen und Betrachter in ein dichtes Gewebe an Problemstellungen und evoziert die Frage nach dem eigenen Involviertsein. (Roman Grabner)

    Die Vernissage zur Ausstellung MARIA LEGAT findet am Donnerstag, 13.02.2020 von 18.00 bis 21.00 Uhr in der ,Artlounge im STRABAG Haus, Donau-City-Straße 9, 1220 Wien statt.

    Ausstellungsdauer: 14.02.–13.03.2020

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  • PIERRE BONNARD. Die Farbe der Erinnerung

    Dez 12 • Ausstellungen, Bank Austria Kunstforum, Deutsch, Interviews, Kunsträume, Podcast, Video, Wien, Österreich • 542 Views

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    Erstmals in Österreich wird nun im Bank Austria Kunstforum der Postimpressionist Pierre Bonnard (1867-1947) in einer beeindruckenden Retrospektive präsentiert.
    Das Kunstforum zeigt 116 Leihgaben auf elf verschiedenen Ländern – unter den Leihgebern sind internationale Museen wie das Metropolitan Museum of Art in New York, die National Gallery in Washington oder das Musée d’Orsay in Paris, aber auch renommierte private Sammlungen.
    Die Ausstellung enstand in Kooperation mit der Tate Gallery London und der Ny Carlsberg Glyptotek, Kopenhagen. Kuratiert haben Evelyn Benesch und Matthew Gale.
    1867 südwestlich von Paris geboren, stammte Bonnard aus einer Beamtenfamilie. Erste künstlerische Erfolge feierte er als Teil der post-impressionistischen Künstlergruppe “Les Nabis”, der er schon während des Studiums beitrat – eine Gruppe, der auch Paul Gauguin und Eduard Vuillard angehörten. Die Mitglieder waren vom japanischem Farbholzschnitt inspiriert und verwendeten eine Vielfalt von Medien.
    Nach der Jahrhundertwende besuchte Bonnard Südfrankreich und war von dem Licht dort fasziniert, die leuchtenden Farben des Mittelmeeres sollten in den folgenden Jahren sein Werk bestimmen, die spezifische Behandlung der Farbe wurde zentrales Element seines Schaffens. Ihm zufolge unterlag das Spiel der Farben denselben strengen Gesetzen der Logik wie das der Formen, und auch die Oberfläche selbst hatte für ihn ihre eigenen Gesetze.
    1926 zieht er mit seiner Frau Marthe de Méligny an die Côte d’Azur. Unter der Sonne Südfrankreichs hatte er all seine Motive um sich: Den Ausblick, das Haus, den Garten, und seine Frau Marthe, sein Modell.
    Den ruhigen, teils melancholischen Motiven von Landschaft, Meer und weiblichen Akten blieb Bonnard in seinem ganzen Schaffen treu.
    Bonnard malte nie direkt vor dem Motiv, sondern immer aus der Erinnerung, er war kein Realist sondern hatte seine höchst eigenständige Betrachtungsweise – mit ungewöhnlichen Blickwinkeln, teils halb verborgenen Figuren und einem ständigen Changieren zwischen Innen und Aussen. Die subtilen Zusammenhänge in seinen Bildmotiven verlangen dem Betrachter genaues Hinsehen ab.
    Seine Motive, wie Genreszenen aus dem Alltag, Stillleben, Interieurs, Selbstporträts, Landschaften interpretierte er immer wieder neu. Eines der wichtigsten Motive war seine Frau Marthe, von ihr hat er fast 400 Akte geschaffen, oft Szenen beim Bad oder Waschen.
    Nach 50 Jahren des Zusammenlebens starb Marthe, nach ihrem Tod zog er sich zurück. Er starb hoch geschätzt am 23. Januar 1947 in seinem 80. Lebensjahr der Nähe von Cannes.
    Bonnard war Zeitgenosse der großen Revolutionen der Kunst, des Surrealismus, des Futurismus, des Kubismus, sich selbst sah er jedoch als Einzelgänger. Dennoch war er schon während seines Lebens erfolgreich und beliebt, mit Henri Matisse war er eng befreundet.
    Pierre Bonnards sinnlicher Umgang mit der Farbe inspirierte viele andere Künstler, etwa Mark Rothko und seine Farbfeldmalerei.
    In der chronologisch angeordneten Schau im Kunstforum (die auch Fotografien des Malers zeigt) wird offensichtlich, wie aussergewöhnlich Bonnards vielfältiges und immer wieder neu zu entdeckendes Werk ist. (Text: Cem Angeli)

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  • A PASSION FOR DRAWING. Die Sammlung Guerlain aus dem Centre Pompidou Paris

    Nov 28 • Albertina, Ausstellungen, Deutsch, Interviews, Museen, Podcast, Sammlung Guerlain, Sammlungen, Video, Wien, Österreich • 1754 Views

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    Florence Guerlain und ihr Gatte Daniel, Erbe der gleichnamigen Parfümdynastie, sammeln seit Mitte der achtziger Jahre gemeinsam zeitgenössische Kunst.

    In den 2000er Jahren hat sich der Schwerpunkt ihrer Sammlerleidenschaft auf Zeichnungen verlagert und heute gilt die Kollektion Guerlain als eine der wichtigsten für zeitgenössische Zeichnung. 2007 hat das Ehepaar den mit 25.000 Euro dotierten Prix de Dessin ins Leben gerufen, der jedes Jahr von einer Jury verliehen wird. Einen Großteil ihrer Sammlung, 1200 Zeichnungen, haben die Guerlains im Jahre 2012 dem Centre Pompidou in Paris geschenkt.

    Die Albertina ermöglicht nun als erstes Museum im deutschsprachigen Raum Einblick in die Sammlung Guerlain. Aus dem Sammlungsbestand hat die Kuratorin der Albertina, Elsy Lahner, für die Schau “A Passion for Drawing” an die 160 Arbeiten von 20 Künstlern ausgewählt. Unter den präsentierten künstlerischen Positionen – fast alle aus dem 21. Jahrhundert – befinden sich auch Künstler, deren Werk schon in der Albertina vertreten ist, wie Kiki Smith oder Eric van Lieshout.

    In welcher Vielfalt sich die Kunstgattung Zeichnung im 21. Jahrhundert weiterentwickelt hat zeigen die Arbeiten, die aus mannigfaltigen Quellen schöpfen: Kunstgeschichte, Mythologie, Gesellschaftskritik oder Identität – aber ebenso vielfältig sind die künstlerischen Ansätze.

    Der britische Bildhauer David Nash zeichnet seine eigenen Skulpturen und überträgt sie von der dritten in die zweite Dimension. Zeichnung ist als klassische Kohlezeichnung ebenso wie als Animationsfilm präsent, der prominente amerikanische Fotorealist Robert Longo zeichnet  Fotografie neu, die chilenische Künstlerin Sandra Vasquez de la Horra taucht ihre Zeichnungen in Bienenwachs und der Bulgare Nedko Solakov hat eigens für die Ausstellung seine „Albertinadoodles“ erschaffen: Kleine Zeichnungen mit schwarzen Marker – es sind Textsequenzen oder kleine Figuren, angebracht an ungewöhnlichen Stellen, etwa den Beschreibungstexten der Werke oder Wandecken. Sie stellen seinen ironischen Kommentar zur Institution Museum bzw. der Kunst an sich dar. (Text: Cem Angeli)

    Die Ausstellung läuft noch bis 26. Januar 2020.
    Mit Werken von: Mark Dion, Marcel Dzama, Marcel van Eeden, Catharina van Eetvelde, Jana Gunstheimer, Erik van Lieshout, Robert Longo, David Nash, Cornelia Parker, Joyce Pensato, Pavel Pepperstein, Javier Pérez, Chloe Piene, Anne-Marie Schneider, Kiki Smith, Nedko Solakov, Renie Spoelstra, Aya Takano, Sandra Vásquez de la Horra, Jorinde Voigt

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  • STRABAG ARTAWARD INTERNATIONAL 2019. Anerkennungspreisträgerin Soli Kiani

    Nov 20 • Ausstellungen, Awards, Deutsch, Interviews, Kunsträume, Podcast, STRABAG, STRABAG Artaward International, STRABAG Kunstforum, Unternehmen, Video, Wien, Österreich • 673 Views

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    Ohne anzuklagen meldet sich Soli Kiani zu Wort. Ihr medial breit angelegtes Oeuvre reicht von Malerei und Skulptur über Zeichnung und Collage bis zu Fotografie. Auch in den sogenannten „plastischen Malereien“ verhandelt sie symbolisch den Raum, den sie zum Leben und Arbeiten bedarf: Die in Farbe getränkten Textilien aus Leinen türmen sich in getrocknetem Zustand zu riesigen, ortsspezifischen Werken in Grauschattierungen auf. Sie tragen Reminiszenzen an die Kultur, in der die Künstlerin sozialisiert wurde, und erinnern an Zelte, wie Tschadors übersetzt heißen. (Mag. Angela Stief, freie Kuratorin und Autorin)

    Die Ausstellung SOLI KIANI läuft noch bis zum 13.12.2019 in der Artlounge im STRABAG Haus Donau-City-Straße 9, 1220 Wien statt.

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  • ALFREDO BARSUGLIA. Take on me

    Nov 18 • Ausstellungen, Awards, Bank Austria Kunstforum, Deutsch, Interviews, Kunsträume, Msgnr. Otto Mauer Preis, Podcast, Video, Wien, Österreich • 796 Views

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    „Häuser erzählen Geschichten. Ein Haus ist wie ein Symbol für eine Geschichte. Geschichten passieren in Häusern, meistens im Verborgenen hinter den Mauern. Das Objekt Haus ist ein Motiv, das ich immer wieder gerne verwende. Ich mag häusliche Szenen. Man kann Fassaden fallen lassen, man kann
    Geschichten erzählen.“ (Alfredo Barsuglia)

    Der 1980 in Graz geborene und in Wien lebende Künstler Alfredo Barsuglia erhält den Otto Mauer Preis 2019 und stellt derzeit im tresor des Bank Austria Kunstforum aus.

    Kuratiert wurde die Ausstellung von Lisa Ortner-Kreil vom Bank Austria Kunstforum.

    Die Ausstellung ist vom 7. November 2019 bis 12. Januar 2020 bei freiem Eintritt besuchbar.

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