• A PASSION FOR DRAWING. Die Sammlung Guerlain aus dem Centre Pompidou Paris

    Nov 28 • Albertina, Ausstellungen, Deutsch, Interviews, Museen, Podcast, Sammlung Guerlain, Sammlungen, Video, Wien, Österreich • 216 Views

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    Florence Guerlain und ihr Gatte Daniel, Erbe der gleichnamigen Parfümdynastie, sammeln seit Mitte der achtziger Jahre gemeinsam zeitgenössische Kunst.

    In den 2000er Jahren hat sich der Schwerpunkt ihrer Sammlerleidenschaft auf Zeichnungen verlagert und heute gilt die Kollektion Guerlain als eine der wichtigsten für zeitgenössische Zeichnung. 2007 hat das Ehepaar den mit 25.000 Euro dotierten Prix de Dessin ins Leben gerufen, der jedes Jahr von einer Jury verliehen wird. Einen Großteil ihrer Sammlung, 1200 Zeichnungen, haben die Guerlains im Jahre 2012 dem Centre Pompidou in Paris geschenkt.

    Die Albertina ermöglicht nun als erstes Museum im deutschsprachigen Raum Einblick in die Sammlung Guerlain. Aus dem Sammlungsbestand hat die Kuratorin der Albertina, Elsy Lahner, für die Schau “A Passion for Drawing” an die 160 Arbeiten von 20 Künstlern ausgewählt. Unter den präsentierten künstlerischen Positionen – fast alle aus dem 21. Jahrhundert – befinden sich auch Künstler, deren Werk schon in der Albertina vertreten ist, wie Kiki Smith oder Eric van Lieshout.

    In welcher Vielfalt sich die Kunstgattung Zeichnung im 21. Jahrhundert weiterentwickelt hat zeigen die Arbeiten, die aus mannigfaltigen Quellen schöpfen: Kunstgeschichte, Mythologie, Gesellschaftskritik oder Identität – aber ebenso vielfältig sind die künstlerischen Ansätze.

    Der britische Bildhauer David Nash zeichnet seine eigenen Skulpturen und überträgt sie von der dritten in die zweite Dimension. Zeichnung ist als klassische Kohlezeichnung ebenso wie als Animationsfilm präsent, der prominente amerikanische Fotorealist Robert Longo zeichnet  Fotografie neu, die chilenische Künstlerin Sandra Vasquez de la Horra taucht ihre Zeichnungen in Bienenwachs und der Bulgare Nedko Solakov hat eigens für die Ausstellung seine „Albertinadoodles“ erschaffen: Kleine Zeichnungen mit schwarzen Marker – es sind Textsequenzen oder kleine Figuren, angebracht an ungewöhnlichen Stellen, etwa den Beschreibungstexten der Werke oder Wandecken. Sie stellen seinen ironischen Kommentar zur Institution Museum bzw. der Kunst an sich dar. (Text: Cem Angeli)

    Die Ausstellung läuft noch bis 26. Januar 2020.
    Mit Werken von: Mark Dion, Marcel Dzama, Marcel van Eeden, Catharina van Eetvelde, Jana Gunstheimer, Erik van Lieshout, Robert Longo, David Nash, Cornelia Parker, Joyce Pensato, Pavel Pepperstein, Javier Pérez, Chloe Piene, Anne-Marie Schneider, Kiki Smith, Nedko Solakov, Renie Spoelstra, Aya Takano, Sandra Vásquez de la Horra, Jorinde Voigt

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  • STRABAG ARTAWARD INTERNATIONAL 2019. Anerkennungspreisträgerin Soli Kiani

    Nov 20 • Ausstellungen, Awards, Deutsch, Interviews, Kunsträume, Podcast, STRABAG, STRABAG Artaward International, STRABAG Kunstforum, Unternehmen, Video, Wien, Österreich • 173 Views

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    Ohne anzuklagen meldet sich Soli Kiani zu Wort. Ihr medial breit angelegtes Oeuvre reicht von Malerei und Skulptur über Zeichnung und Collage bis zu Fotografie. Auch in den sogenannten „plastischen Malereien“ verhandelt sie symbolisch den Raum, den sie zum Leben und Arbeiten bedarf: Die in Farbe getränkten Textilien aus Leinen türmen sich in getrocknetem Zustand zu riesigen, ortsspezifischen Werken in Grauschattierungen auf. Sie tragen Reminiszenzen an die Kultur, in der die Künstlerin sozialisiert wurde, und erinnern an Zelte, wie Tschadors übersetzt heißen. (Mag. Angela Stief, freie Kuratorin und Autorin)

    Die Ausstellung SOLI KIANI läuft noch bis zum 13.12.2019 in der Artlounge im STRABAG Haus Donau-City-Straße 9, 1220 Wien statt.

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  • ALFREDO BARSUGLIA. Take on me

    Nov 18 • Ausstellungen, Awards, Bank Austria Kunstforum, Deutsch, Interviews, Kunsträume, Msgnr. Otto Mauer Preis, Podcast, Video, Wien, Österreich • 231 Views

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    „Häuser erzählen Geschichten. Ein Haus ist wie ein Symbol für eine Geschichte. Geschichten passieren in Häusern, meistens im Verborgenen hinter den Mauern. Das Objekt Haus ist ein Motiv, das ich immer wieder gerne verwende. Ich mag häusliche Szenen. Man kann Fassaden fallen lassen, man kann
    Geschichten erzählen.“ (Alfredo Barsuglia)

    Der 1980 in Graz geborene und in Wien lebende Künstler Alfredo Barsuglia erhält den Otto Mauer Preis 2019 und stellt derzeit im tresor des Bank Austria Kunstforum aus.

    Kuratiert wurde die Ausstellung von Lisa Ortner-Kreil vom Bank Austria Kunstforum.

    Die Ausstellung ist vom 7. November 2019 bis 12. Januar 2020 bei freiem Eintritt besuchbar.

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  • KALTER KRIEG UND ARCHITEKTUR. Beiträge zur Demokratisierung Österreichs nach 1945

    Nov 12 • Architekturzentrum Wien, Ausstellungen, Deutsch, Interviews, Kunsträume, Podcast, Sammlung Architekturzentrum Wien, Sammlungen, Video, Wien, Österreich • 177 Views

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    Im Architekturzentrum Wien beleuchtet die Ausstellung “Kalter Krieg und Architektur. Beiträge zur Demokratisierung Österreichs nach 1945″ bisher wenig erforschte Aspekte der österreichischen und globalen Architekturgeschichte: Thema ist die 10-jährige Besatzungszeit und ihr Einfluss auf die Kultur- und Gesellschaftsgeschichte des Landes.

    Im Hinblick auf die gesellschaftliche Dimension von Architektur untersucht die Schau Architektur und Stadtplanung im besetzten Österreich und welche nachhaltigen Spuren die Besatzungszeit 1945-1955 in Wien hinterlassen hat.

    Wie in der gesamten Kulturpolitik wurde der Wettstreit der Systeme auch auf dem Feld der Architektur ausgetragen, Österreich und Wien wurden zu Schauplätzen des kulturideologischen Kalten Krieges. Großbritannien, die USA, Frankreich und die Sowjetunion trafen im befreiten und danach besetzten Wien aufeinander und somit auch ihre unterschiedlichen wirtschaftlichen Interessen und Ideologien. Die vier Siegermächte etablierten jeweils umfangreiche Kulturprogramme mit Architekturausstellungen und Vorträgen.

    Wie Österreich war auch Wien in vier Zonen aufgeteilt, die Ausstellung ist wie einst die Stadt in vier farblich gekennzeichnete Zonen gegliedert: rot für Russland, gelb für die USA, grün für Großbritannien und blau für Frankreich.

    Im Zentrum steht weniger die gebaute Substanz als die städteplanerischen Konzepte, architektonischen Ausstellungen und Debatten sowie die jeweilige kulturelle Selbstdarstellung der Alliierten.

    Kuratorin Monika Platzer bezog auch bisher nicht erschlossenen Primär- und Sekundärquellen ein, davon viele aus der Sammlung des Architekturzentrums selbst.
    Fotografien, Filme, Pläne und Zeichnungen dokumentieren und reflektieren die Entwicklungen, viele der Exponate werden in der Ausstellung zum ersten Mal präsentiert.

    Ergänzt wird die umfassende Ausstellung durch eine Zeitleiste mit den globalen Ereignissen des Kalten Krieges und durch einen Blick auf die späteren österreichischen Architekturexporte nach Asien und den nahen Osten.

    Zur Schau ist auch ein 340-seitiger Katalog bei Park Books erschienen, in deutscher und englischer Sprache („Cold War and Architecture. The Competing Forces that Reshaped Austria after 1945.“)
    (Text: Cem Angeli)

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  • JANO VASILKO. Bei C.A. Contemporary in Wien

    Okt 29 • Ausstellungen, CA Contemporary, Deutsch, Galerien, Interviews, Kosice, Podcast, Slowakei, Video, Wien, Österreich • 291 Views

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    Der slowakische Shootingstar Jano Vasilko zeigt seine neuesten Werke in der Galerie C.A. Contemporary in der Josefstadt in Wien.
    Die letzte Wiener Ausstellung Vasilkos war 2009 in der Strabag Art Lounge, als er den STRABAG Art Award gewann. Inzwischen hat sich viel getan, überzeugen Sie sich selbst. Vernissage am MI, 30.10., ab 18h in der Piaristengasse 36, 1080 Wien

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  • ARNULF RAINER. Eine Hommage

    Okt 18 • Albertina, Ausstellungen, Deutsch, Interviews, Museen, Podcast, Video, Wien, Österreich • 831 Views

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    Arnulf Rainer, einer der bedeutendsten österreichischen Gegenwartskünstler, feiert am 8. Dezember seinen 90. Geburtstag.

    Die Albertina widmet ihm die derzeit laufende Ausstellung als hommage, mit einer Auswahl aus den wichtigsten Werkgruppen seines Oeuvres.
    In der von Antonia Hoerschelmann kuratierten Schau finden sich Werke aus allen Schaffensphasen Rainers, bis in die jüngste Vergangenheit: darunter auch Übermalungen, Kruzifikationen, Schleierbilder und Selbstdarstellungen.
    Rainer, der auch eine starke Verbindung zum Wiener Aktionismus von Mühl, Nitsch, Schwarzkogler, Brus hatte, entwickelte sich in Richtung der Destruktion von Formen mittels Übermalungen, Zumalungen von Bildern und Fotografien, in den 1970ern betrieb er die gestische Fuß- und Fingermalerei.
    Die Übermalungen, die Zumalungen aus den 1950er bis 1970er Jahren – die eigentlich dem Materialmangel geschuldet waren- sind wohl seine international bekanntesten Werke, sie bilden einen der Schwerpunkte der Ausstellung.

    Ab Ende der 60er Jahre stellt er sein Gesicht und seine eigene Mimik in den Mittelpunkt von performativen Fotografien die er anschließend übermalt und bearbeitet.

    Diese “Face Farces” und “Body Poses” verwenden den eigenen Körper und das eigene Gesicht in verzerrten und extremen Haltungen und Grimassen, in der Art der Messerschmidt’schen “Charakterköpfe” oder Charcots Fotos von Hysterie-Patienten an der Pariser Salpetrière.
    Die Interventionen auf den Fotografien sind nicht isoliert vom fotografischen Bild, sie schließen es ein, heben es hervor und bringen es erst recht zur Entfaltung, sogar wenn in vielen Fällen das absolute Schwarz der Kohle auf den Fotografien dominiert.
    In den 1970er Jahren bringt Rainer mit dynamisch – spontanem Gestus schwarze, gelbe, rote Schlieren, Rinnen, Spritzer, Farbstreifen und Flecken an seinem eigenes Gesicht und Körper an und trägt sie auch mit Händen und Füßen auf den Bildträger auf, die impulsive Unmittelbarkeit des Malaktes herausarbeitend.

    Rainer interessiert sich für die universellen Themen, arbeitet mit ihnen, reflektiert über sie. Die Grimassen zeigen Melancholie, Begierde, Furcht.

    Weitere Highlights der chronologisch gehängten, etwa 40 Werke umfassenden Schau aus eigenen Beständen der Albertina sind die Kreuz- und Schleierbilder der 1980er und 1990er Jahre.
    Der Künstler experimentiert in einer der Werkserien mit der Form des Kruzifixes, die vertikal und die horizontale Dimension vereinigend – als Ausgangspunkt für existentielle Fragestellungen.

    Sich an den Grenzen des Körpers zu verorten und ihn zu transzendieren impliziert, da jener begrenzt ist und sich erschöpft, die Suche am anderen Extrem: Dem Inneren, der Stille, der Sparsamkeit der Mittel, der Verinnerlichung des Seins, wie in Rainers späteren Werkserien klar wird – präzise und treffsicher, formal extrem pur, mit durchdachtem Strich, schlicht, nüchtern, ohne Unruhe. In den Schleierbildern entstehen in freiem Farbauftrag und in fließender Bildsprache subtile Licht- und Farbräume, wo die räumliche Tiefe synchron zu einer zeitlichen Dimension zu stehen scheint. Der den Bildern innewohnende Gedanke der Unendlichkeit scheint sich jenseits der Begrenzungen des Bildes über das Hier und jetzt hinaus auszubreiten.

    Rainer bleibt nie statisch, in Rainers Werk geht es immer um den Gebrauch des Blicks, nicht nur als Akt des Sehens und der Aneignung des Gesehenen, sondern um einen Blick, der einen Standpunkt vertritt – gegenüber der Geschichte, dem Ursprung und der Kunst an sich. (Text: Cem Angeli)

    Die Ausstellung läuft noch bis 19. Januar 2020, täglich von 10-18h, Mi & Fr bis 21 h.

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  • STRABAG ARTAWARD INTERNATIONAL 2019. Preisträger Amoako Boafo

    Okt 10 • Ausstellungen, Awards, Deutsch, Englisch, Interviews, Kunsträume, Podcast, STRABAG, STRABAG Artaward International, STRABAG Kunstforum, Unternehmen, Veranstaltung, Video, Wien, Österreich • 414 Views

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    Amoako Boafo erhält den STRABAG ARTAWARD INTERNATIONAL 2019

    Amoako Boafo verleiht seinen Porträts eine natürliche Anmut, Haltung und Eleganz. Die intimen Darstellungen vermitteln Wärme und Verletzlichkeit und umkreisen das Thema der „schwarzen Diaspora“. Ähnlich zu anderen zeitgenössischen Porträtkünstlern, darunter Alice Neel, Kehinde Wiley und Noah Davis, versucht Boafo, eine neue Bildsprache zu schaffen, die seine eigenen Erfahrungen und die seiner Bildprotagonisten wiederspiegelt und so ein differenziertes Verständnis der „Black Experience“ ermöglicht. Die Figuren in Boafos Bildern repräsentieren eine zunehmende Migration, eine Zeit des Wandels, der Verständigung und der Auflösung. In der Verschmelzung von präzise gesetzten Linien und locker gemalten Pinselstrichen – eine Kombination, die die Bildwelt Boafos prägt –, lässt die Arbeitsweise des Künstlers Rückschlüsse auf den Bildinhalt zu: Die Körper dieser Männer und Frauen sind eindeutig als reale, Raum einnehmende Figuren erkennbar, zugleich vermittelt ihr Ausdruck jedoch eine Art der geistigen Veränderung, um nicht zu sagen der Grenzüberschreitung. Das ferne Echo von Egon Schiele ist in Boafos Arbeiten zu erkennen, einige der Porträts erinnern an Schieles freie, rohe Zeichnung. Wie in den Bildern Schieles erkennt man bei Boafo eine tiefe und ungezügelte Kraft, die wir als Betrachterinnen und Betrachter im alles durchdringenden Blick der Figuren spüren können. Es finden sich aber auch Referenzen von Gewalt in den malerischen Gesten Boafos, die an die monumentalen Werke Leon Golubs erinnern, dessen Mercenaries-Serie Mitte der 1970er-Jahre die Grenze zwischen Unterdrückten und Unterdrückern verwischte. Wie bei Golub scheinen Boafos Figuren nicht damit zufrieden zu sein, still zu sitzen, sondern befinden sich in Bewegung. Boafos dicker, pastoser Farbauftrag erzeugt und verstärkt diesen Eindruck von Bewegung und tiefen Schatten. (Quelle: Wien – OTS)

    Die Vernissage zur Ausstellung AMOAKO BOAFO findet am Donnerstag, 10.10.2019 von 18.00 bis 21.00 Uhr in der ,Artlounge im STRABAG Haus, Donau-City-Straße 9, 1220 Wien statt.

    Ausstellungsdauer: 11.10.–08.11.2019

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  • STRABAG ARTAWARD INTERNATIONAL 2019

    Okt 7 • Ausstellungen, Awards, Deutsch, Englisch, Interviews, Kunsträume, Podcast, STRABAG, STRABAG Artaward International, STRABAG Kunstforum, Video, Wien, Österreich • 433 Views

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    Der STRABAG Artaward International zählt zu den höchstdotierten privaten Kunstpreisen in Österreich: Jährlich werden ein Preis und vier Anerkennungen mit einem Preisgeld von insgesamt € 35.000,- vergeben. Die Preisvergabe erfolgte durch Dr. Thomas Birtel, Vorstandsvorsitzender STRABAG SE. (Quelle: Wien – OTS)

    Anlässlich seines 24-jährigen Bestehen haben wir  das Jurymitglied Yilmaz Dziewior, Direktor Museum Ludwig, Köln, Dr. Thomas Birtel, Vorstandsvorsitzender STRABAG SE und Amoako Boafo den Preisträger des STRABAG Artaward International 2019 interviewt.

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  • ALBRECHT DÜRER. Im Albertina Museum.

    Okt 3 • Albertina, Allgemein, Ausstellungen, Deutsch, Interviews, Museen, Podcast, Video, Wien, Österreich • 846 Views

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    Zum ersten Mal seit 2003 zeigt die Albertina eine große Schau zum Werk Albrecht Dürers. Mit knapp 140 Arbeiten besitzt die Albertina die weltweit größte Sammlung von Zeichnungen und Aquarellen Albrecht Dürers.
    Die mit internationalen Leihgaben ergänzte Ausstellung mit über 200 Exponaten zeigt zeichnerische, druckgrafische und malerische Werke, darunter der berühmte Feldhase, die ikonischen Betenden Hände, das Große Rasenstück, oder der Blaurackenflügel, das Plakatmotiv der Ausstellung.
    Für die Ausstellung konnte die Albertina wichtige Leihgaben gewinnen: Die Anbetung der Könige aus den Uffizien, das Selbstporträt als Akt vom Schloßmuseum Weimar, die Marter der Zehntausend aus dem Kunsthistorischen Museum Wien, Jesus unter den Schriftgelehrten aus der Sammlung Thyssen-Bornemisza, oder Der heilige Hieronymus aus dem Nationalmuseum in Lissabon, inklusive dazugehörige Studien.
    Auffallend ist am Beginn der chronologisch und thematisch strukturierten Schau mit ihren mehr als 200 Exponaten ein meisterhaftes, mit Silberstift gezeichnetes Selbstporträt des erst 13-jährigen Künstlers.
    Wie der Kurator der Ausstellung, Dürer-Spezialist Christof Metzger zeigt, waren Werke wie der Feldhase, Das große Rasenstück oder Blaurackenflügel keine Verkaufsware oder Vorstudien zu Gemälden, sondern vielmehr Schaustücke der Werkstatt, um potentiellen Klienten die eigene Virtuosität zu demonstrieren.
    Wenn man sehr genau in die Augen des Feldhasen sieht, des Aquarells mit dem atemberaubend genau dargestellten Fell, sieht man in seiner Pupille die Glanzlichter eines gespiegelten Fensters, die dem enigmatischen Tier eine lebendige Aura verleihen. Es ist eines der Glanzstücke der Ausstellung, das lichtempfindliche Werk wurde überhaupt erst neun Mal öffentlich gezeigt, zum ersten Mal 1871.
    Dürers Leben ist für jene Epoche erstaunlich gut durch erhaltene Briefe, Tagebücher, theoretische Schriften, und auch eine Familienchronik dokumentiert.
    Geboren 1471 in Nürnberg und wie sein Vater als Goldschmied ausgebildet, wurde Dürer bereits in jungen Jahren bekannt als Meister des Holzschnittes und Kupferstichs. Nach Aufenthalten in Colmar, Strassburg, Frankfurt und Venedig etablierte er sich zurück in seiner Geburtsstadt Nürnberg wo sich bald einen Ruf aufbaute, zunächst vor allem als Druckgrafiker.  Sein Atelier gründete Dürer nach der Heirat mit seiner vermögenden Frau Agnes Frey, von ihr befindet sich auch ein Porträt in der Ausstellung.

    Auf einem weiteren Demonstrationsstück der Werkstatt, dem berühmten Andachtsbild der Betenden Hände aus 1508, befand sich eigentlich auch der Entwurf eines Apostelkopfes, aber das Blatt wurde zerschnitten und so erlangten die Hände ihre kunsthistorische Berühmtheit.
    Die Demonstrationsblätter kamen über Dürers ersten Sammler, den Nürnberger Kaufmann Willibald Imhoff, und Kaiser Rudolf II. in die Nationalbibliothek in Wien und schließlich zu Albert von Sachsen-Teschen und die Sammlung der Albertina.

    Die Ausstellung ist von 20. September 2019 bis 6. Jänner 2020 zu sehen. (Text: Cem Angli)

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  • MARIA LASSNIG. Ways of Being.

    Sep 20 • Albertina, Ausstellungen, Deutsch, Interviews, Museen, Podcast, Video, Wien, Österreich • 1117 Views

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    Am 8. September wäre Maria Lassnig, die als Österreichs wichtigste Malerin gilt, 100 Jahre alt geworden. In Kooperation mit dem Stedelijk Museum Amsterdam richtet ihr die Albertina deshalb eine große Retrospektive aus.
    2017 fand bereits eine große Lassnig-Schau im Haus statt, bei der Zeichnungen und Aquarelle gezeigt wurden (die Albertina besitzt 64 Lassnig-Gemälde und über 200 Papier-Arbeiten).  In Amsterdam waren auch Bronzen, Skizzen, Fotocollagen und ebenso Trickfilme Teil der über 250 Exponate, diese werden in Wien im Filmmuseum gezeigt, am 17. und 24. November sowie am 1. Dezember.
    Die Wiener Ausstellung konzentriert sich auf das malerische Werk. 78 Werke sind in der Basteihalle zu sehen, chronologisch fächern sie den vielschichtigen künstlerischen Kosmos von Lassnigs Malerei auf. 21 davon stammen aus dem Bestand der Albertina, 28 kommen aus der Lassnig-Stiftung, der Rest von 22 Leihgebern, wobei Kuratorin Antonia Hoerschelmann die Wiener Schau um einige Bilder ergänzt hat, die in Amsterdam nicht dabei waren. Das großformatige “Mutter und Tochter” aus der Sammlung Hans Schmid etwa wurde in den vergangenen Jahrzehnten nie öffentlich gezeigt und ist nun in der Albertina zu sehen.
    Der Rundgang beginnt mit einem Selbstporträt aus 1945, und er endet mit dem berührenden “Vom Tode gezeichnet” aus 2011, einem der letzten von der Künstlerin vollendeten Bilder.
    Der Beginn ihrer Body Awareness Art, ihrer Körpergefühlsmalerei, kann man anhand von Beispielen aus den 1950ern nachvollziehen, keines der wesentlichen Themen Lassnigs fehlt in der Albertina: Sexualität, die Rolle der Frau in der Gesellschaft, der Kampf um Selbstbestimmung, Selbstwahrnehmung, ihre Mutter.
    Man kann in der Schau aber nicht nur verschiedene Phasen ihres Werks verfolgen, sondern parallel dazu auch die Wendungen in ihrem Leben und ihre wechselnden Wohnorte.
    Maria Lassnig wurde am 8. September 1919 in Kappel am Krappfeld, Kärnten geboren. Ab 1941 studierte sie an Wiener Akademie der bildenden Künste in der Meisterklasse Wilhelm Dachauers, 1943 musste sie diese wegen ihrer “entarteten” Bilder verlassen.
    Sie schloss ihr Studium dann bei Ferdinand Andri und Herbert Boeckl ab. 1948 hatte sie in Klagenfurt ihre erste Einzelausstellung.
    In Wien gehörte sie zum Kreis um Monsignore Otto Mauer. 1951 und 1952 reiste sie mit Arnulf Rainer nach Paris, wo sie Bekanntschaft mit André Breton, Yves Klein, Paul Celan und anderen Künstlern machte und vom Tachismus und Informel beeinflusst wurde. In dieser Zeit mischen sich zusehends mehr narrative Elemente in ihre Körperwahrnehmungsbilder.

    In ihrem, wie sie sagte, „zweistufigen“ Malprozess beginnt sie mit der Körpererfahrung und reagiert dann auch auf Weltprobleme und politische Ereignisse, die sie beschäftigen. In Atommütter (1984)  etwa haben zwei Frauen Bomben auf ihren Schößen.

    1968 übersiedelte sie nach New York, wo sie neben der Malerei auch Anerkennung mit ihren Trickfilmen fand. Sie blieb dort, bis sie 1980 als Professorin an die Wiener “Angewandte” berufen wurde.
    Sie vertrat zusammen mit VALIE EXPORT Österreich 1980 bei der Biennale in Venedig, 1982 und 1997 folgten Einladungen zur documenta nach Kassel. 1988 erhielt Lassnig den Großen Österreichischen Staatspreis, es folgten zahlreiche weitere Auszeichnungen, u.a. der Goldene Löwe für ihr Lebenswerk auf der Biennale von 2013.
    Jede ihrer Werkphasen hat ihre eigene Ästhetik, eine Konstante ist jedoch Lassnig selbst als ihr eigenes Modell, ständig begegnet der Betrachter ihrem Gesicht. Dieses machte sie in den Bildern formbar, verschmolz es etwa mit Maschinen oder auch mit einer Käsereibe. Lassnig changiert zwischen figurativ und fantastisch, Tiere verkörpern Empfindungen, menschliche Körperteile werden verdoppelt oder überbetont.
    In fortgeschrittenem Alter fiel der Künstlerin das großformatige Malen immer schwerer, dennoch entstanden auch in der letzten Phase ihres Lebens immer noch außerordentliche Bilder.
    Die Ausstellung ist noch bis 1. Dezember 2019 zu sehen.
    Albertina Museum | www.albertina.at
    Eine CastYourArt Produktion | www.castyourart.com

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