• ERWIN WURM. Peace & Plenty

    Dez 6 • Albertina, Ausstellungen, Deutsch, Interviews, Museen, Podcast, Video, Wien, Österreich • 86 Views

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    «Peace & Plenty» ist der Titel der Ausstellung in der Albertina, und so heißt das Hotel auf den Bahamas, in dem viele Zeichnungen Erwin Wurms entstanden.
    International berühmt wurde Wurm jedoch nicht durch seine Zeichnungen, sondern vor allem durch seine „fetten“ Skulpturen – Häuser, Autos, Menschen – und durch die performativen „One Minute Sculptures“, auf jene ist sein Schaffen allerdings nicht beschränkt. Die Albertina zeigt nun, kuratiert von Antonia Hoerschelmann, 300 Werke des Zeichners Erwin Wurm.
    Wurm zeichnet fast täglich, die Zeichnungen sind gleichsam ein Tagebuch für den Künstler, aber auch Erinnerungshilfe für Projekte oder Reflexion auf das Leben im Allgemeinen und die Menschen, denen er begegnet, befreundete Künstler, auch seine Familie und es gibt nicht wenige Selbstporträts. Auf einem ist der Künstler selbst zu sehen, dem eine seiner berühmten Gurken aus den Ohren herauswächst.
    So manche der oft humorvollen Blätter stehen aber auch mit Skulpturen in Beziehung, wie etwa Zeichnungen von Wohnwagen und Lastwagen für sein Biennale-Projekt in Venedig 2017. Skizzen und Studien für Skulpturen sind aber in den Minderheit, die Mehrheit der Arbeiten sind eigenständige Werke.
    Am Anfang der dicht gehängten, nach Themen arrangierten Ausstellung stehen typische Wurm-Skulpturen: Ein fetter Mann und ein fettes Auto, mit denen sich die Besucher fotografieren können.
    Auch die sogenannten „Asthma-Zeichnungen“ – ein Thema, das Wurm aus eigener Erfahrung kennt – bilden eine Werkgruppe, die in „Peace & Plenty“ gleich am Anfang zu sehen ist.
    Köpfe sind detaillierter und auch größer gezeichnet, Körper eher grob skizziert. Wurm interessiert sich am meisten für das menschliche Gesicht, an das er beim Zeichnen „wie an eine Landschaft“ herangehe.
    Ein Buch mit etwa 400 Zeichnungen war der Ausgangspunkt der Schau, 50 davon werden nach der Ausstellung als Schenkung in den Besitz der Albertina übergehen.
    Die Ausstellung ist von 21. November 2018 bis 10. Februar 2019 zu sehen. (Text: Cem Angeli)

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  • PER KIRKEBY. In der Kunsthalle Krems

    Nov 30 • Ausstellungen, Deutsch, Interviews, Krems, Kunsthalle Krems, Kunsträume, Podcast, Video, Österreich • 91 Views

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    Per Kirkeby zählt zu den großen Säulenheiligen der zeitgenössischen Malerei. Seit den späten 1960er-Jahren hatte er konsequent ein malerisches Werk aufgebaut, das stets Landschaft und Natur in sich trägt, jedoch zugleich die abstrakte Qualität der Malerei im Fokus hat.

    Das Gemälde verweigert sich dem Illusionismus, es ist kein romantischer Widerhall von rauer See oder wogenden Feldern, sondern mehr strukturell und bei sich. Grafische und flächige malerische Artikulationen überziehen das Bildfeld, deuten Fels und Baumstrunk an, sind aber zugleich eine informelle Spur auf der Fläche. Allzu delikate Stellen, schimmernde Zonen mit Tiefenwirkung, werden überdeckt, abgetötet zugunsten einer opaken Matt- und Schroffheit der Malerei.

    Anhand der Masonit-Arbeiten, die der Künstler von Anbeginn betrieben hatte, zeigt die Ausstellung Kirkebys Genese – mit so manch unerwarteten schrillen Überraschungen – abseits der ernsten klassischen Malerei. Einen weiteren Schwerpunkt der Ausstellung in der Kunsthalle Krems bilden die bislang noch weniger bekannten Übermalungen, Kirkebys malerische Aneignungen fremder Gemälde.

    Vorwiegend in den 1980er Jahren schafft Per Kirkeby Bronzeskulpturen, es sind organische Plastiken, die vor allem die menschliche Körperlichkeit zum Thema haben. Köpfe, Arme und Beine werden ineinander vermengt. Die skulpturalen Arbeiten können auch kolossal ausfallen, sind mächtige Leiber, Tore und Wände. Im Zentrum seiner Bildhauerei stehen immer das prozessuale Moment und die Offenlegung ihrer Materialität. (Florian Steininger)

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  • NIKO PIROSMANI. Wanderer zwischen den Welten

    Nov 23 • Albertina, Ausstellungen, Deutsch, Interviews, Museen, Podcast, Video, Wien, Österreich • 140 Views

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    Für Albertina Direktor Klaus Albrecht Schröder ist er „der wichtigste und einflussreichste Maler Georgiens, gilt als ‘Rousseau des Ostens’ und im Westen noch immer wenig bekannt.”
    Heute zieren Niko Pirosmanis (geb. 1862 als Nikolos Pirosmanashvili in einem georgischen Dorf) Motive Teller, Schürzen, Socken und T-Shirts in den Läden der Hauptstadt Tiflis. Seine sehr beliebten Bilder hängen im Nationalmuseum von Tiflis, sein Porträt ziert eine Banknote.
    Er wird in Georgien als Nationalkünstler gefeiert, sein Leben verbrachte er aber zumeist als Obdachloser, der seine Bilder gegen Kost und Logis malte. Er starb obdachlos unter einer Kellertreppe und seine Grabstätte ist unbekannt.
    Die von Bice Curiger und Elisabeth Dutz kuratierte Personale in der Pfeilerhalle der Albertina beinhaltet 30 Leihgaben der Georgischen Nationalgalerie.
    Es sind ikonenhaft flache und farbenprächtige Bilder, die in märchenhaften, stilistisch naiven Szenerien fröhliche Feste, Esel, Füchse, Bären aber auch exotische Tiere zeigen (die der Künstler, der sein Land nie verlassen hat, wahrscheinlich nach Abbildungen gemalt hat). Immer wiederkehrende Motive sind traditionelle georgische Weinkrüge.
    Nur noch ein Zehntel dieses Werks ist heute erhalten, schätzt man. Großteils malte er es auf schwarze Wachstücher, die zum Abdecken, als Schutz vor Regen verwendet wurden.
    Bice Curiger, ehemalige Direktorin der Biennale Venedig, wurde anlässlich einer Ausstellung in Zürich auf den im Westen unbekannten Pirosmani aufmerksam, in der Albertina erkannte man 2016 bei den Vorbereitungen für eine Ausstellung über die russische Moderne seinen enormen Einfluss auf seine Zeitgenossen der russischen Avantgarde.
    Auf Pirosmani als Volksmaler, als Idealfigur des Antiakademismus wurden georgische Intellektuelle ab 1912 in den Gasthäusern Georgiens aufmerksam. Einige seiner Bilder gelangten nach Moskau und beeinflussten dort das Werk von Chagall, Malewitsch, Larionow oder Gontscharowa, ähnlich dem Einfluss, den der Zöllner Rousseau auf die Pariser Kunstszene etwa zur gleichen Zeit ausübte.
    Der georgischen Kunstszene kehrte er jedoch den Rücken, auch der 1916 gegründeten Gesellschaft georgischer Künstler trat er nicht bei.
    In der Ausstellung gibt es auch Gegenwartskunst. In der Pfeilerhalle steht ein aus mehr als 600 Plexiglaswürfeln zusammengesetzter Tisch, in dem blaue Rosen eingearbeitet sind, ein Verweis auf Pirosmanis Bild von der französischen Tänzerin Margarita, in die der Künstler so unsterblich verliebt war, dass er all seine Ersparnisse in ein Blumenmeer investierte.
    Ein zweiter Bezug, den der japanische Architekt Tadao Ando in diesem extra entworfenen und sieben Meter langen Tisch herstellt, ist ein Zitat Pirosmanis: Alles, was man brauche, sei ein Haus im Zentrum von Tiflis und einen langen Tisch, an dem man mit befreundeten Künstlern bei Tee über Kunst reden könne.
    Andos Tisch ist auch eine Art symbolisches Grabmal, da Pirosmani Grab unbekannt ist, der Tisch wird die Ausstellung auf weiteren Stationen, etwa in Japan und der Schweiz begleiten.
    Als Gegenwartskunst gibt es in der Albertina auch eine neue Tuschezeichnung von Georg Baselitz zu sehen, “Pirosmani und Hokusai“, sowie ein Buch mit einer Radierung Pablo Picassos, die Pirosmani beim Malen zeigt.
    Außerdem ein Kleinformat der Amerikanerin Karen Kilimnik, ein Kiki Smith-Selbstbildnis. “Blaue Sterne über blauem Baum”, zwei Bilder von Yoshitomo Nara, in denen er Gemälde Pirosmanis aufgenommen hat, ein Pirosmani-Porträt des rumänischen Künstlers Adrian Ghenie und eine Skulptur des georgischen Künstlers Andro Wekua – wie auch andere Werke stammt diese aus dem Besitz der Infinitart-Stiftung, die auch den Katalog zur Ausstellung finanziert hat.
    Für die Kultur seines Heimatlandes hat Pirosmani ein große Bedeutung, die Ausstellung soll nicht nur die Sicht auf sein Werk verändern, sondern als Teil einer gegenwärtigen georgischen Kulturoffensive auch Lust auf eine Reise und nähere Befassung mit der reichen Kultur des Landes wecken. (Text: Cem Angeli)

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  • THEAN CHIE CHAN. Unfassbar umrissen

    Nov 16 • Ausstellungen, Bank Austria Kunstforum, Deutsch, Interviews, Kunsträume, Podcast, Video, Wien, Österreich • 151 Views

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    Thean Chie Chan setzt sich in seiner aktuellen Ausstellung im tresor des Bank Austria Kunstforums mit dem menschlichen Gesicht auseinander. Dabei geht er von der Einfachheit der Kinderzeichnung aus, die er als eine universelle Sprache schätzt, um sie ins Erwachsensein zu heben und zu einer zeitgenössischen Form des Portraits zu finden. Das Gesicht, so die Kuratorin der Ausstellung Bettina M. Busse, ist in Zeiten der Selfiekultur in Mode gekommen, zugleich führt die Flutung unseres alltäglichen Lebens mit Gesichtsbildern auch zu einer Entwertung, zu einem Gesichtsverlust. Diese Intensivierung und zugleich auch Auflösung des Abbilds menschlicher Gesichter wird in den nun gezeigten neuen Arbeiten Chian Chie Chans vermessen. Wir haben den Künstler und die Kuratorin in der Ausstellung getroffen und ein Ausstellungsportrait produziert.

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  • PETER ZOLLY. artists only

    Nov 12 • Ausstellungen, CA Contemporary, Deutsch, Galerien, Interviews, Podcast, Video, Wien, Österreich • 183 Views

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    Zwischen Digitalkunst, Zeichnung, Malerei – Peter Zolly schert sich wenig um Grenzen, wenn er seine höchst originelle ikonische Bildsprache erschafft.

    In seinem spielerischen Zugang kombiniert, verändert und re-interpretiert er vertraute Formen, Gegenstände und Gesichter, sein Werk hält stets Überraschungen für den Betrachter bereit. Popmusik und Filme haben den Künstler im Lauf seines Lebens beeinflusst, für manche Bild-Titel und Inhalte waren Songtitel und Textstellen Inspirationsquellen. Wie jeder echte Pop Art Künstler verwendet Zolly stereotypische Bilder, um seine message zu kommunizieren – aber zu seinen eigenen Bedingungen.

    Die Einzelausstellung „Peter Zolly: artists only“ ist von 16.11. bis 31.12. in der Galerie C.A. Contemporary, Mo-Sa, 13-18h bis 31.12.2018 zu sehen.
    Piaristengasse 36, 1080 Wien

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  • MARGOT PILZ. Faszination Japan.

    Nov 9 • Ausstellungen, Bank Austria Kunstforum, Deutsch, Kunsträume, Podcast, Video, Wien, Österreich • 230 Views

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    Drei zeitgenössische österreichische Künstlerinnen aus drei Generationen, Margot Pilz, Eva Schlegel und Stephanie Pflaum, haben eigens für die Ausstellung “Faszination Japan.” im Bank Austria Kunstforum Rauminstallationen zum Thema „Teehaus als Ort der Begegnung“ gestaltet.
    Ein Interview mit der Künstlerin Margot Pilz zu ihrer Intervention.

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  • CLAUDE MONET. Die Welt im Fluss

    Nov 7 • Albertina, Ausstellungen, Deutsch, Interviews, Museen, Podcast, Video, Wien, Österreich • 175 Views

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    Das Flüchtige, sich ständig Verändernde, die Wechsel des Lichts, der Atmosphäre und der Jahreszeiten: Claude Monet (1840-1926) gelang es wie kaum einem anderen Künstler, die Wahrnehmung flüchtiger Augenblicke in Malerei zu übertragen.

    Die Lichtstimmungen des Wassers in all seinen Formen und Nuancen  – als Meer, Fluss, See und Teich, als Schnee und Eis, in stürmischer Bewegung oder als glatte spiegelnde Oberfläche-, die Kathedrale von Rouen, die leuchtenden Pariser Boulevards, die berühmten Seerosen – vielen seiner Motive widmete Monet ganze Werkserien.

    Nun widmet ihm die Albertina in Wien eine große Retrospektive und zeigt “Die Welt im Fluss” mit Arbeiten aus der Frühphase bis hin zu den weltberühmten Seerosenbildern, jenem Alterswerk des Künstlers, das er in seinem Haus mit Garten in Giverny geschaffen hat.

    100 Gemälde, davon 3 aus der hauseigenen Sammlung, der Rest aus 40 internationalen Häusern und Sammlungen wurden für die Albertina-Ausstellung zusammengetragen, unter anderem aus dem Pariser Musee d’Orsay, der National Gallery London, dem Museum of Fine Arts Boston, dem Pushkin Museum Moskau, und dem National Museum of Western Art Tokyo.

    Der Großteil der Leihgaben stammt aus dem Pariser Musée Marmottan Monet, das als ein Teil der Académie des Beaux Arts über Monets Nachlass und auch die größte Sammlung seines Spätwerks verfügt.

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  • Wien Museum Neu

    Okt 30 • Deutsch, Museen, Podcast, Video, Wien, Wien Museum, Österreich • 216 Views

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    Der 1959 vom Architekten Oswald Haerdtl geplante Bau des Wien Museums am Karlsplatz ist in die Jahre gekommen und wird nun saniert und erweitert. Wir von CastYourArt haben gemeinsam mit der Illustratorin Stefanie Hilgarth einen kurzen gezeichneten Film über die Geschichte und Zukunft des Museums produziert.

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  • HELEN LEVITT. Street-Photography in New York

    Okt 28 • Albertina, Ausstellungen, Deutsch, Interviews, Museen, Podcast, Video, Wien, Österreich • 258 Views

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    Helen Levitt, der Vertreterin der Street-Photography und Chronistin des Straßenlebens in New York, widmet die Albertina bis 27. Jänner 2019 eine Retrospektive.

    Kuratiert von Walter Moser, wird in der Ausstellung mit mehr als 130 Fotos und über 80 Dias, Filmen und Magazinen die Entwicklung der Künstlerin von der Street-Fotografin zur Filmemacherin bis zur Pionierin der Farbfotografie nachgezeichnet. Levitt (1913–2009) wurde als Tochter litauischer Einwanderer in New York geboren. Nach Anfängen in der kommerziellen Porträtfotografie widmete sich Levitt der Straßenfotografie in den armen Stadtvierteln des New York der 1930er-Jahre. In jener Zeit lernt sie Henri Cartier-Bresson kennen, der ein Jahr in New York verbringt und ihr Interesse an Surrealismus und Fotografie als Kunstform weckt. Auch mit Walker Evans ging sie auf Foto-Streifzüge in den Straßen New Yorks.

    Immer wiederkehrende Motive sind spielende Kinder auf der Strasse und einfache Menschen, die ihren Alltagsaktivitäten nachgehen.
    In den sehr bewusst komponierten Fotografien mit den sorgfältig gewählten Bildausschnitten ist sowohl der Einfluss des Surrealismus als auch der Stummfilmzeit (Levitt war ein großer Fan von Chaplin- und Buster Keaton – Filmen) ersichtlich. Nicht der sozialkritische Aspekt steht im Vordergrund (obwohl Levitt Kommunistin war), die Stadtbewohner werden eher wie in einem Theaterspiel oder einer Performance inszeniert.
    In den Farbfotografien blieben die Sujets der Straße erhalten, die Kompositionen wurden aber ruhiger und die Kontraste der Farben betont.

    Ab Mitte der 1940er-Jahre arbeitete Levitt, sehr erfolgreich, als Filmemacherin (kurzzeitig sogar mit Luis Buñuel), die Albertina zeigt ihren Kurzfilm „In the Street“. Mit dem Dokumentarfilm „The Quiet One“ über einen schwarzen Jungen war sie für einen Oscar für den besten Dokumentarfilm nominiert, das Jahr darauf folgte eine Nominierung für das beste Drehbuch.

    Schon 1943 hatte Levitt eine Einzelausstellung im Museum of Modern Art (MoMa) in New York. Ende der 50er Jahre begann sie mit Farbfotografie zu arbeiten, 1974 widmete ihr das das MoMa eine Farbfotografieausstellung. 1991 hatte sie eine Retrospektive in San Francisco, 1997 nahm sie an der documenta in Kassel teil. 2009 verstarb Helen Levitt in ihrer Wohnung in Greenwich Village im Alter von 95 Jahren. (Text: Cem Angeli)

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  • Faszination Japan. Monet · Van Gogh · Klimt

    Okt 18 • Ausstellungen, Bank Austria Kunstforum, Deutsch, Interviews, Japan, Kunsträume, Podcast, Video, Wien, Österreich • 316 Views

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    Version des ukiyo-e  (wörtl. „Bilder der fliessenden Welt“) – auf Krepp, denn viele der Teeverpackungen enthielten solche Drucke. Diese Drucke waren in Japan keineswegs als eine Kunstform anerkannt, sie waren eher ein Zeitvertreib.
    Ab dann, auch gefördert durch weitere Weltausstellungen in Paris und Wien, wurden nicht nur die Drucke, sondern auch andere japanische Erzeugnisse – Lackschachteln, Stoffe, Farbholzschnitte – zu Exportschlagern nach Europa, die das Aufkommen des „Japonismus“ auslösten. Ab den 1890ern waren Farbholzschnitte mit ihren erzählerischen Bildmotiven –Theaterschauspieler, Geishas, Naturbetrachtungen, Alltagsszenen, Jahreszeiten – als Massenware in den großen Kaufhäusern von Paris erhältlich.
    Der Ausdruck „Japonismus“ wurde erstmals vom Kunstkritiker Philippe Burty 1876 für diese Faszination für Japans Ästhetik verwendet, die bis in die 1930 Jahre anhielt.
    Die Ausstellung „Faszination Japan“ im Bank Austria Kunstforum, kuratiert von Evelyn Benesch, zeigt die enorme Bandbreite der fernöstlichen Ästhetik als künstlerische Inspirationsquelle in ganz Europa – vorrangig zunächst in Frankreich, aber spätestens ab der Wiener Weltausstellung 1873 auch in Österreich. Hans Makart, Koloman Moser, Egon Schiele und Gustav Klimt, dessen Bild „Nixen-Silberfische“ (1902) der Bank Austria – Sammlung entstammt, waren von der japanischen Ästhetik fasziniert. Aus Klimts eigener Japan-Sammlung sind Farbholzschnitte, Netsuke-Figuren, eine No-Maske zu sehen. Insgesamt sind 40 europäische und 20 japanische Werke im Kunstforum ausgestellt, Gemälde und Druckgrafik, aber auch Objekte und Möbel, wie etwa ein Paravent von Pierre Bonnard.
    Vom Secessionisten Emil Orlik, einer der wenigen Künstler, der selbst nach Japan reiste, gibt es eine Serie mit Farbholzschnitten.
    Europäische Kunstrichtungen wie die Impressionisten, der Blaue Reiter oder auch die Nabis waren beeindruckt von den nicht zentrierten, fotografischen Bildausschnitten, von der Linie als Mittel zur Hervorhebung des Volumens von Figuren – ohne Schatten – sowie von den kühnen Perspektiven. Van Gogh liess sich von diesen fluchtpunktlosen Perspektiven inspirieren, auch die Farbgebung beeinflusste beispielweise seine Baumdarstellungen, mit ihrer Bewegung, den Ästen im Vordergrund und den charakteristischen Krümmungen der Stämme.
    Drei zeitgenössische österreichische Künstlerinnen aus drei Generationen, Margot Pilz, Eva Schlegel und Stephanie Pflaum, haben eigens für diese Ausstellung Rauminstallationen zum Thema „Teehaus als Ort der Begegnung“ gestaltet.
    Franz Marcs „Die weiße Katze“ (1912) gemahnt an die Tierstudien des Hokusai, Degas‘ Frauendarstellungen ähneln denen Utamaros, ob Van Gogh („Großes Nachtpfauenauge“ 1889), Monet, Cézanne, Vallotton, Vuillard oder Manet und Munch: Die Ausstellung zeigt, dass die klassische Moderne ohne Japans Einfluss kaum vorstellbar wäre. (Text: Cem Angeli)

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