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Kiss@Belvedere - Solidaritätsaktion im Kampf gegen HIV
23. Juli 2010, 13:59:23 unter Belvedere, Englisch, Museen, Podcast, Veranstaltung, Video, Wien, ÖsterreichEin Zeichen der Solidarität im Kampf gegen Aids und die Ausgrenzung von mit dem HIV Virus infizierten Menschen. Eine Flashmob Aktion, initiiert vom Museum Belvedere - wir haben gefilmt. Kiss@Belvedere…

Prinz Eugen von Savoyen - Abwehr und Integration
17. Februar 2010, 13:48:51 unter Ausstellungen, Belvedere, Deutsch, Interviews, Museen, Podcast, Portraits, UNIQA, Unternehmen, Video, Wien, ÖsterreichEs scheint als hätte der militärische Stratege mit Sinn fürs Repräsentative im feinsinnigen Kunstfreund ein inneres Gegenüber gehabt. Marie-Louise von Plessen, Kuratorin, und Ilber Ortayli, Direktor des Topkapi Palast Museums, über Prinz Eugen von Savoyen anlässlich der Ausstellung im Belvedere. Dieser Beitrag konnte mit freundlicher Unterstützung des UNIQA ArtCercles verwirklicht werden.

Eugen, wie der zum Helden stilisierte und zum Zwecke der Identifikation volksnah aufs Vornämliche gekürzte Prinz in Österreich auch gern genannt wird, war ein ausgewiesener Kunstliebhaber und hinterließ eine enorme Sammlung hochkarätiger Bilder, Kupferstiche, Bücher und Handschriften. Seine Kunst hat er sich als Kriegsherr der Habsburger verdient, Weiterlesen »
Herbert Boeckl - Der Künstler macht einen Fleck und gibt ihm unbewusst eine wesentliche Gestalt.
4. November 2009, 10:57:10 unter Ausstellungen, Belvedere, Deutsch, Englisch, Interviews, Podcast, Portraits, Video, Wien, ÖsterreichHerbert Boeckl experimentierte, welche Möglichkeiten das Neue bietet, um zu erhalten, was beständig ist. Ein Portrait des Verfechters der österreichischen Moderne anlässlich der Retrospektive im Belvedere im Wien.

Jahrhunderte brechen nicht ab, sie haben keine scharfen Kanten, sondern verfließen wie die Jahre, die sie beherbergen. Die Übergangszeit, in denen sich neunzehntes und zwanzigstes Jahrhundert erschöpften, wurden als fin de siècle bezeichnet. Dass etwas zu Ende geht, war der Moderne gewiss. Weiterlesen »
Wiener Musterzimmer - Wenn Kunst den Raum bewohnbar macht
30. September 2009, 07:11:56 unter Ausstellungen, Belvedere, Deutsch, Interviews, Museen, Podcast, Video, Wien, ÖsterreichWenn Kunst den Raum bewohnbar macht. Ein Beitrag zur Ausstellung Wiener Musterzimmer in der Orangerie des Unteren Belvedere, Wien.

In den letzten Jahren hat sich der Trend zur Verknüpfung von Innenarchitektur, Kunst und Design verstärkt. Jede Disziplin bringt Eigenes ein. Das Ergebnis entsteht als Verquickung individueller künstlerischer Vision und Anpassung an die Bedürfnisse des Marktes. Weiterlesen »
Oswald Oberhuber - Die Leidenschaften des Prinzen Eugen.
10. Juni 2009, 09:09:19 unter Ausstellungen, Belvedere, Deutsch, Kunstwerke, Museen, Podcast, Video, Wien, ÖsterreichDie frühen Arbeiten des 1931 in Meran geborenen Künstlers werden der informellen Plastik zugerechnet. Sich künstlerisch als Vertreter eines Stils zu entwickeln, empfindet er als Einschränkung. Bereits Ende der fünfziger Jahre wendet sich Oswald Oberhuber gegen ein an Stilen orientiertes Kunstverständnis und verfolgt eine Theorie und Praxis permanenter Veränderung. Neue Wege zu gehen und gewohnheitsmäßige Festschreibungen zu durchbrechen, kennzeichnet die Arbeit Oberhubers als Lehrender und Rektor der Universität für Angewandte Kunst in Wien, als Leiter der Wiener Galerie nächst St. Stephan und eben auch als Künstler. Anfang der siebziger Jahre realisiert er im Innsbrucker Krankenhaus eine abstrakte Skulptur aus industriell gefertigten Entlüftungsröhren. Die Arbeit, die die gängige Vorstellungen von Kunst durchbricht, wird zum landesweiten Aufreger und landet schließlich bei einem Installateur. Nur ein Künstlerprotest rettet das Kunstwerk davor, in Einzelteile zerlegt und als Gebrauchsware verkauft zu werden.
Für das Belvedere in Wien hat Oswald Oberhuber eine raumgreifende Installation aus Zeichnungen, Gemälden und Skulpturen verwirklicht, die sich thematisch mit Prinz Eugen von Savoyen, dem Errichter des Belvedere auseinandersetzen. Thematische Ausstellungen liegen dem Künstler. Der thematische Zugang, komme seinem Vorsatz permanenter Veränderung entgegen, er lasse künstlerische Bewegung nicht nur zu, sondern fordere sie heraus.

Oswald Oberhuber betont, er betrachte die eigens für die Ausstellung im Belvedere gefertigten Arbeiten als Gesamtkomposition. Das Bild stehe nicht für sich alleine, sondern interessiere ihn in Bezug auf die Ausstellung, die Interpretation.
Für ein Thema aus dem 18. Jahrhundert eine künstlerische Sprache zu finden, die Anschluss bietet an die heutige Zeit, ist ihm wichtig. Die helle Farbigkeit überwiegt, oft sind die Arbeiten zeichnerisch und im Einzelnen reduziert. Trifft diese Buntheit und zeichnerische Reduktion auf die gewohnten Vorstellungen, die sich Besucher von Herscherportraits machen, wirkt sie lustig und ironisch, nahezu comic-haft. Dabei geht es Oswald Oberhuber nicht darum, gefällig zu sein, sondern beim Betrachter Anknüpfungspunkte für dessen Verständnis zu schaffen. Ihre Stärke zeigen die Arbeiten nicht zuletzt darin, dass das, was da reduziert, mit wenigen “Worten” hervorgehoben wird, die Dinge oft grundlegend erfasst und zugleich der heute weit verbreiteten Ansicht widersteht, dass das Ausmaß an Deutlichkeit damit einhergeht, wie dick aufgetragen wird.
Mit Blick auf die Gruppe der Bilder vom Kriegsgeschehen kommentiert Oswald Oberhuber diesen seinen Zugang so: Es gebe dort auch einen Teil kritische Haltung gegenüber den Vorkommnissen – natürlich in milderer Sprache, weil er nur milde sprechen könne, und nicht so gern brutal etwas aussage. (wh)
Die Macht des Ornaments – Eine Ausstellung in der Orangerie des Unteren Belvedere
28. Januar 2009, 10:37:57 unter Ausstellungen, Belvedere, Deutsch, Museen, Podcast, Video, Wien, ÖsterreichIm Jahr 1908 veröffentlicht Adolf Loos unter dem Titel “Ornament und Verbrechen” eine Streitschrift in Sachen moderner Architektur. Das Ornament sei überflüssiger, Kosten verursachender Zierrat, Ausdruck kultureller Rückständigkeit, wie sie sich bei Naturvölkern finde, und des modernen Menschen unwürdig. “Die barbarischen Zeiten” schließt der Architekt “sind endgültig vorbei”.
Nur wenige Jahre später zeigt Siegfried Kracauer, dass auch die moderne auf Nützlichkeit und Rationalisierung abzielende Zeit an ihrer Oberfläche Ornamente hervorbringt. Es handle sich um Ornamente der modernen Massengesellschaft, Verbildlichungen des modernen Lebens und seiner Wirklichkeiten. Das Ornament wird von den Massen, die es hervor bringen, nicht mitgedacht. Es entsteht über ihnen. Sie bringen es nicht bewusst zu Stande, darin gleiche es “den Flugbildern der Landschaften und Städte, daß es … über ihnen erscheint.”

Für Kracauer, den Beobachter der Oberflächenerscheinungen modernen Lebens, ist das Ornament im Gegensatz zu Loos etwas, das nicht beiseite geschoben werden darf. Als Reflex modernen Daseins sei es lesbarer Ausdruck gesellschaftlicher Strukturen und müsse als Chance begriffen werden, hinsichtlich der Lebensbedingungen Vernunft an zu nehmen und Konsequenzen zu ziehen. Schaue der moderne Mensch jedoch durch das Ornament nicht hindurch auf die Lebensbedingungen, deren Reflex es ist, und verweigere sich ihrem Erkenntnisgehalt, so werde er der Gewalt quasi naturhafter Mächte, die unser modernes Leben bestimmen – Mächte kapitalistischer Rationalisierung – von neuem Untertan.
Der von Kracauer vorgeschlagene Weg, durch das Ornament hindurch Bedingungen des Lebens lesbar und kritisierbar zu machen, wurde nach der Looschen Verteufelung auch in der Kunst lange Zeit nicht gegangen. Mit der Ausstellung “Die Macht des Ornaments” in der Orangerie des Belvedere in Wien zeigt die Kuratorin Sabine B. Vogel jedoch auf, dass in der zeitgenössischen Kunst der letzten Jahre eine Bewegung eingesetzt hat, die die von Kracauer im Ornament verortete Chance aufnimmt und das kritische Potential seines Weges ersichtlich macht.
In den Arbeiten von Künstlern wie Adriana Czernin, Brigitte Kowanz, Sarah Morris, Raqib Shaw, Aisha Khalid, Mona Hatoum oder Parastou Forouhar spricht das Ornament auf verschiedenen Ebenen. Ebenen der Körperlichkeit, des Eros, der Gewalt, der kulturellen Unterschiede, der Rhythmen modernen und traditionellen Lebens und zeigt seine verführerische Kraft, hinter einer Mauer abstrakter Schönheit tiefer liegende Schichten zu berühren.
Gemeinsam ist den Künstlern, dass sie das Schönheitsmoment der Zier gezielt anwenden. Ornament entpuppt sich in der Ausstellung nicht als hohles Dekor, sondern als Sinnbild des kollektiven Seins, das es zu lesen, und dessen Macht es für Kritik und Auflehnung zu verwenden gilt. Es zieht den Blick des Betrachters auf sich. Es ist Verlockung. Es fordert auf hinzusehen, um im Detail kollektive Muster der Normung, der Brutalität und der Unterdrückung von Andersheit zu entlarven. Die “aus der Gemeinschaft ausgeschiedenen Menschen, die sich als Einzelpersönlichkeiten mit einer eigenen Seele wissen, versagen bei der Bildung der neuen Muster.” heißt es bei Kracauer – hinsehen statt wegsehen fordert die “Die Macht des Ornaments” in der Orangerie des Belvedere. (wh)
Alfred Weidinger - Oskar Kokoschkas expressive Kunst
27. März 2008, 10:58:03 unter Audio, Belvedere, Deutsch, Interviews, Museen, Podcast, Wien, Österreich“Er wurde in der Kunstschau entdeckt. Er ist seit dem der Outsider, der von der Kritik beschmutzt wird. Er ist der einzige Moderne in Wien. Er sieht Gespenster, geheimste Seelenleiden. Er wühlt mit Vorliebe in Wunden. Er wird im Irrsinn enden. Das ist alles zusammengetragen aus meinen Kritiken …” schreibt Oskar Kokoschka 1911 an seinen Berliner Freund Herwarth Walden. Den Herausgeber der expressionistischen Zeitschrift “Der Sturm” hatte er auf Vermittlung des Schriftstellers und Publizisten Karl Kraus zuvor kennen gelernt. Seit einem Jahr arbeitete er gelegentlich mit Walden zusammen.
Kokoschka, zur Zeit dieses Briefes gerade fünfundzwanzig, hatte schon in jungen Jahren Erfolg. Er war expressiv, als Maler und Schriftsteller, als aufstrebender Künstler wie auch als Liebender. Sein zügelloser Ausdruck, seine Distanzierung vom Jugendstil, seine Direktheit polarisierten und provozierten das künstlerische Establishment und die Gesellschaft, nicht nur in Wien, zu heftigen Reaktionen. Die Presse hieß ihn den “Oberwildling von Wien”, als 1909 sein Drama “Mörder - Hoffnung der Frauen” aufgeführt wurde, führte das zu seiner Verweisung von der Kunstgewerbeschule.
Sein Genie forderte aber auch Anerkennung. Adolf Loos hatte sein künstlerisches Potential früh erkannt und ermutigte ihn zu ersten Schritten in die Malerei. Karl Kraus war ihm freundschaftlich nahe. Ebenso der Berliner Kunsthändler und spätere Leiter der Neuen Galerie in Linz Wolfgang Gurlitt.
Aus seiner leidenschaftlichen Beziehung mit Alma Mahler fand Kokoschka Antrieb für zahlreiche seiner Werke. Als Alma Mahler von ihm schwanger wurde und der Künstler in seiner wahnsinnigen Verliebtheit auf Ablehnung stieß, trieb es ihn in Todesabsicht als Freiwilligen in den ersten Weltkrieg.
Erst nach und nach hat sich Oskar Kokoschka vom Trauma verlorener Liebe und von seinen Kriegsverletzungen erholt, berichtet Alfred Weidinger, ausgewiesener Kokoschka Kenner und Chefkurator des österreichischen Museums Belvedere. Wir haben ihn um eine Einschätzung der Person und des Maler Oskar Kokoschka, seines Umfelds und seiner Entwicklung gebeten. Das Ergebnis unserer Unterhaltung hören Sie in unserer dreiteiligen Podcastserie über Oskar Kokoschka. (wh)
Alfred Weidinger - Oskar Kokoschkas expressive Kunst, Interview Teil 1
Alfred Weidinger - Oskar Kokoschkas expressive Kunst, Interview Teil 2
Alfred Weidinger - Oskar Kokoschkas expressive Kunst, Interview Teil 3







