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Utopie und Monument - Über die Gültigkeit von Kunst zwischen Privatisierung und Öffentlichkeit.
7. Oktober 2009, 09:38:05 unter Ausstellungen, Englisch, Festivals, Graz, Interviews, Podcast, Steirischer Herbst, Video, Wien, ÖsterreichWelche Gültigkeit kann Kunst zwischen Privatisierung und Öffentlichkeit erlangen? Ein Ausstellungsprojekt im Festival neuer Kunst “Steirischer Herbst”, kuratiert von Sabine Breitwieser, Chefkuratorin für Medien und Performance Kunst am New Yorker MOMA.

Der öffentliche Raum ist Kampf- und Schauplatz von Vorstellungen und Ideen, die einer Gesellschaft glaubenswert erscheinen, mit etwas Distanz betrachtet veröffentlicht er auch, was in dieser Gesellschaft mitgetragen und unbedacht bleibt. Weiterlesen »
SIGNA - Die Komplex-Nord Methode
8. Oktober 2008, 17:58:17 unter Deutsch, Festivals, Graz, Podcast, Portraits, Steirischer Herbst, Video, ÖsterreichAls Künstlerduo SIGNA versorgen die Dänin Signa Soerensen und der Österreicher Arthur Koestler unsere Welt mit ihresgleichen. Sie installieren Abzüge des Originals, dreidimensionale Parallelwelten, bewohnbare Kartographien: Eine heruntergekommene Absteige als die ausweglose Welt sechs osteuropäischer Prostituierter beherrscht vom Abstieg und der Brutalität ihrer Peiniger. Ein mystisches Albtraum Universum bestehend aus vierzig Räumen voll der religiösen, politischen und sozialen Rituale. Der Trakt einer geschlossenen psychiatrischen Station, geführt von der Ärztin Dr. Dorine Chaikin und ihrem Team, das amnesiekranke Patienten einem Verfahren aus Fürsorge und Disziplin unterwirft.

Die Parallelwelten von SIGNA sind Abzüge, die ihre geschichtliche und geographische Haftung verloren haben. Die Farbgebungen, die Kostüme, die Möbel, die bis ins kleinste Detail bruchlosen Requisiten wecken zeitliche und regionale Assoziationen, das wo und wann bleibt unbestimmt. Wer diese Welten betritt, schreibt sich ein, für sechs, zwölf oder vierundzwanzig Stunden und führt seinen Part am Geschehen aus. Kraft seiner Phantasie, seiner Persönlichkeit und seiner Grenzen beginnt ein Spiel zwischen sich und sich fremd sein.
Im Rahmen des diesjährigen Steirischen Herbst hat das CastYourArt Team um einen Besuchstermin im Komplex-Nord des Dorine Chaikin Institutes gebeten und eine der seltenen Drehgenehmigungen erhalten.(wh)
Steirischer Herbst - Ein Festival auf der Suche nach Strategien zur Unglücksvermeidung
20. August 2008, 16:37:13 unter Audio, Englisch, Festivals, Graz, Interviews, Podcast, Steirischer Herbst, ÖsterreichUnglück ist vielfältig, die Möglichkeiten Unglück zu vermeiden sind es auch. Sparen oder fernsehen, lieben oder doch lieber aufessen, vielleicht beischlafen. Maßhalten, auch erkennen kann helfen, manchmal täuschen, im Notfall flicken, dass das Zeug hält, ganz groß rauskommen oder dann doch die Welt retten? In seiner 41. Auflage macht sich der Steirische Herbst, das Festival neuer Kunst in Graz, auf die Suche nach Strategien zur Unglücksvermeidung.
Zwar lachen auf Gesicht und Slogan komprimierte Strategien der Unglücksvermeidung noch immer von Wahlplakaten und werden komplexe Probleme aufs Greifbarste verkürzt. Auch bringt jeder Griff ins Konsumrepertoire einen Zauber der Unglücksvermeidung hervor – weißere Zähne, kalorienärmere Würste, kürzere Bremswege. Aber es liegt eben auch, formulieren wir es vorsichtig, ein skeptischer Glaube an die Möglichkeiten des Handelns in der Luft.
Was hat es mit diesem Glauben auf sich? Lässt er sich berechtigt nähren und womit? Die Produktionen des Steirischen Herbsts stellen Beispiele der Unglücksvermeidung im Kleinen wie im Großen ins Licht. Sie bringen deren Fragen und Nuancen hervor, erforschen sie, oft unter Beteiligung des Publikums und wissenschaftlicher Forschung, immer unter Beteiligung lokaler und internationaler Künstler und Kunstinstitutionen.
In unserem dreiteiligen Beitrag werfen wir einen dramaturgischen Blick voraus auf das Festival. Geht es um Strategien der Unglücksvermeidung, sind sich die Dramaturgie eines Festivals und die Dramaturgie des Lebens durchaus ähnlich, versichert uns Florian Malzacher, der leitende Dramaturg des Steirischen Herbst.
Das Festival aus dramaturgischer Perspektive
Das Leitmotiv des Steirischen Herbst 2008
Die Kunst der Unglücksvermeidung im Steirischen Herbst 2008
Über hundert Veranstaltungen umfasst das dreiwöchige Programm des Steirischen Herbst, das am zweiten Oktober startet. Die Suche verteilt sich auf rund dreißig Orte und die Strategien der Unglücksvermeidung, wir hoffen, sie werden spürbar sein, in der ganzen Stadt und darüber hinaus. (wh)
Sweat – The Workshop
6. August 2008, 09:49:26 unter Englisch, Festivals, Impuls Tanzfestival, Podcast, Video, Wien, ÖsterreichEin Laie und der erste Tänzer der städtischen Oper verwickeln sich in Heinrich Kleists Essay “Über das Marionettentheater” in ein Gespräch. Der Laie, völlig beeindruckt von der Vorstellung, fragt den Profi nach dem technischen Mechanismus, der es möglich macht, die Puppen so beeindruckend tanzen zu lassen, dass er den Eindruck habe, hier werde Tanz schlechthin dargeboten.
Die Antwort des Profis lautet: Für die Wahrnehmung tänzerischer Perfektion gilt, dass wir durch das Augenscheinliche, das uns nach den technischen Raffinessen vollkommener Bewegung fragen lasse, in die Irre geführt werden. Weder liegt es am Mechanismus der Bewegung, noch an der perfektionierten Technik, die die einzelnen Gliedmaßen der Puppen mit höchster Präzision zu handhaben erlaubt, dass der Besucher eine so vollkommene Tanzdarbietung erlebt. Will man verstehen, weshalb eine tänzerische Darbietung durch und durch perfekt erscheint, so muss man den Blick weg von der technischen Perfektion hin auf den Mechanismus der Repräsentation des Tanzes richten. Ist dieser Mechanismus der Repräsentation des Tanzes perfekt, so kann der Betrachter, wo immer er Bewegungen sehe, die den repräsentierten entsprechen, nicht anders, als das Gesehene mit dem Begriff “Tanz” zu versehen. Und umgekehrt, sieht er Bewegungen, die jenen der Repräsentation des Tanzes nicht nahe kommen, so wird er diese, seien sie auch noch so anmutig, nie als Tanz benennen. Kurzum: Als Tanz nehmen wir wahr, was seiner Repräsentation entspricht.
In ihrem Workshop “Sweat – The Movie” nehmen sich Tor Lindstrand und Marten Spangberg von International Festival sowie Workshopteilnehmer aus elf Ländern der Thematik der Repräsentation des Tanzes an. Zeitgenössischer Tanz ist mehr und auch anderes als das, was wir aufgeführt auf der Bühne sehen. Zeitgenössischer Tanz beschränkt sich nicht auf Bewegungsfragmente, die uns in Musikvideos oder Hollywoodfilmen vorgeführt werden. Aber zeitgenössischer Tanz ist von eben diesen Repräsentationen des Tanzes beeinflusst und kaum zu trennen. Was ist Tanz, wenn sich das Medium seiner Repräsentation verlagert? Was ist Tanz?

Konzipiert haben Lindstrand und Spangberg ein Workshopsetting, bei dem die Teilnehmer, allesamt professionelle Tänzer, gängige Repräsentationen von Tanz nicht nur reflektieren – sich ihnen annähern oder sich von ihnen distanzieren – sondern selbst filmische Möglichkeiten der Repräsentation von Tanz ausprobieren und damit einen Beitrag zur Definition von Tanz leisten. “Sweat – The Movie”, so Tor Lindstrand, ist ein Workshop über die Produktion eines Tanzfilms und “Sweat – The Movie” ist ein Tanzfilm über eben diesen Workshop, der am Impulstanz Festival in Wien stattgefunden hat. Die Teilnehmer des Workshops haben abwechselnd sämtliche Aufgaben übernommen - Choreografie, Filmsets, Drehbuch, Kamera, Dialoge, Training, Regie. Produziert wurde binnen dreißig Tagen, gezeigt wird der Film am 31. Tag, dem 08.08.08 am Impulstanz Festival, im Kasino am Schwarzenbergplatz in Wien.
Fuckhead - Dieses schöne Lied
18. Juni 2008, 16:14:11 unter Deutsch, Donau Festival Krems, Festivals, Krems, Podcast, Video, ÖsterreichDieses schöne Lied verstört, zumindest seit die Gruppe Fuckhead dessen fortschreitende Dekonstruktion mit großen Gesten zelebriert. Gefesselt schon in jungen Jahren vom Adrenalinkick in der Moshpit, waren die Musiker und Performer Aigner, Bruckmayr, Strohmann, Kern, Jöchtl und Pittermann ursprünglich als Noise-Rockband angetreten. Mit ihrer Musik und den zusehends in die Auftritte integrierten, Tableaux Vivants artigen Schlussbildern grenzte sich Fuckhead von den Authentizitäts-Attitüden der Nieten-Punk Generation Ende der achtziger Jahre ab. Der ironische Umgang mit Authentizitätsbildern in ihren politischen aber auch die Männlichkeit betreffenden Färbungen ist ihnen bis heute geblieben.
Ironie muss verstanden werden, um als solche wahrgenommen zu werden. Das hat nicht immer funktioniert. Zu Beginn ihrer Karriere stand Fuckhead bald als Projektionsfläche vieler in vielfach bösem Ruf. Den Linken war Fuckhead zu rechts, den Rechten zu schwul, dem Underground fehlte es an politischer Programmatik und für die Kunstwelt war Fuckhead zu unanpassbar, um sie in Kunsttheoriezirkel und -geschäft zu integrieren.

Musik und Performanceanteil halten sich bei Fuckhead die Waage. Legen die einen mehr Gewicht aufs Musikalische, finden sich die anderen vor allem im Visuellen wieder. Im Mittelpunkt der visuellen Szenerie stand lange Zeit die Erprobung des eigenen Körpers. Mit Bruckmayrs durch die Brust gezogene Stahlseilhängung war für die Band eine Grenze erreicht, die weitere Ausrichtung ihrer Performance stand in Frage. “Wir haben uns in letzter Zeit wieder etwas bunter aufgestellt”, kommentieren die Mitglieder von Fuckhead die Neupositionierung. Das Publikum hat diesen Wechsel angenommen, die Vibes sind positiv und die Adrenalindusche Fuckhead lebt. Insbesondere wenn, wie am Donaufestival in Krems, der kalifornische Body-Art Performer Ron Athey die falschen Perlen anal veräußert, mit denen die europäischen Eroberer die Ureinwohner Amerikas in bereichernder Absicht für sich eingenommen hatten. (wh)
Die Aufnahmen zur Episode entstanden am Donaufestival Krems.
Mankind at the Donau Festival
21. Mai 2008, 13:40:21 unter Donau Festival Krems, Englisch, Festivals, Interviews, Krems, Podcast, Video, ÖsterreichIm Fall von Mankind wird die Menschheit von zwei Künstlerinnen gestellt. Wie jede andere Menschheit hat auch diese ihre Vorgeschichte. Der eine Teil von Mankind, D. Kimm, ist eine aus Montréal stammende Dichterin und Musikerin. Bereits vor ihrer Zeit bei Mankind organisierte sie Literaturfestivals und verschrieb sich als Leiterin von “Les Filles électriques” der Aufführung von Poesie in ihren schriftlichen, gesprochenen und elektronischen Formen. Der andere Teil der Menschheit hat Wurzeln in Ottawa, heißt Alexis O`Hara und sammelte als Musikerin elektronischer Klangzunft, Onomatopoetin und Poetry Slammerin bereits Erfahrung in der Verdichtung menschlicher Belange.
Mankind performt life elektronisches Klanggut mit eigenen, zu Loops geschleuderten, Stimmlagen, poetischen Konversationen und on the go produzierten Geräuschkulissen zu einem Klangkino von besonderer visueller, akustischer und inhaltlicher Dichte. Ihren eigenen Worten zu Folge ist Mankind “Überschallkino mit visuellem Bonus”. Das Publikum erlebt filmische Qualität ohne Rewind-Knopf. Der improvisatorische Charakter ihrer Performances führt ständig Neues vor Augen und durchbricht die gläserne vierte Wand, die im herkömmlichen Theater die Kunst vom Zuschauerraum trennt.

Mankind, der Name des Duos, ist inhaltlich-programmatischer Natur. Das menschliche Sein zieht sich als roter Faden durch ihre stets themenbezogenen Inszenierungen. Gelebte und gewünschte Alltäglichkeiten werden entworfen. Was dem Profanen zu Grunde liegt - verheimlicht oder geheiligt – kommt in den Blick. Mankind durchleuchten die Wunschmaschine Leben. Was sie uns vorfertigt an Schönem und Schwierigem wird audioszenisch gesichtet, improvisatorisch erweitert, gebrochen, mitunter auch zerstört. “We seek out Beauty as well as Trouble. We transcend the Palpable and the Impalpable. Our Weakness is our Strength.” heißt es im künstlerischen Manifest, ” We are Mankind.”. (wh)
Die Aufnahmen zur Episode entstanden am Donaufestival Krems.
Andrea Kessler - Revolutions per Minute
20. Februar 2008, 17:50:37 unter Deutsch, Kunstwerke, Podcast, Video, Wien, ÖsterreichRPM, Revolutions per Minute, zeigt eine interaktive Installation der Wiener Architektur- und Medienkünstlerin Andrea Kessler. An dünnen Fäden schwebend, aufgespannt im Raum, reagieren übereinander liegende Flächen aus weißem, elastischem Stoff auf die Annäherungen der Betrachter. Sie driften auseinander und verengen sich, sie bilden Falten, sie werfen fließend Räume auf. Die Ästhetik des lebendigen Raumes zieht an. Dass sich bewegt, was wir als statisch antizipieren, und dabei auch noch kreischende Geräusche von sich gibt, weckt aber auch Grausen. Bewegter Raum hat etwas von der Unheimlichkeit jener Pflanzen, die sich von selbst bewegen, oder Geräusche von sich geben.

Mit Revolutions per Minute erprobt Andrea Kessler architektonische Herausforderungen. Die fließende Adaption von Räumen, deren Reaktion auf soziale Prozesse sind Visionen für eine Welt, die immer dichter, immer individueller, immer mobiler wird. Die Installation lädt zu spielerischem Umgang ein. Im Spiel erproben wir en miniatur mögliche Realitäten. Dabei gewöhnen wir uns nicht nur, wir stoßen auch auf Fragen - nach der Machbarkeit, nach der Sinnhaftigkeit, nach der Richtung unserer Dynamik. (wh)
Mission Re.Sonance - ein Kunstfestival im Zeichen der Vernetzung
13. Februar 2008, 13:59:54 unter Deutsch, Festivals, Podcast, Video, Wien, ÖsterreichAlle zwei Jahre ziehen Künstler, IT-Techniker und Wissenschaftler von sonance.artistic.network im Rahmen des Re.Sonance Festivals Spuren ihrer Vernetzung im realen Raum. CastYourArt hat Festivalorte und Veranstaltungen besucht und Eindrücke der Resonanz des Netzwerks eingefangen.

Das sonance.artistic.network verbindet derzeit rund dreihundert Mitglieder aus Bulgarien, Deutschland, Ecuador, Estland, Finnland, Kenia, Österreich und der Türkei. Gemeinsam verwirklichen sie künstlerische Projekte und regen Kooperationen an. Der 2006 von Simon Häfele, Ruth Haselmair und Michael Lampert gegründete Trägerverein stellt Infrastruktur in Form digitaler Dienstleistungen, experimenteller Ressourcen und Entwicklungsmöglichkeiten für Hacker, Aktivisten und Künstler zur Verfügung.
Zur Festivalzeit, werden Ateliers, Studios und Galerien der Netzwerkmitglieder zu Orten der Präsentation und Diskussion, Netzwerkpartner besucht und Mitglieder eingeladen. Der Festivalname Re.Sonance ist Programm. Widerhall, Anklang, Verständigung und Wirkung sowohl unter den Netzwerkmitgliedern als auch nach außen hin sind Ziele des neun Tage dauernden Zusammentreffens im Zeichen des Experiments, der Auseinandersetzung und der gemeinsamen visuellen und auditiven Produktion.
Das Sonance Netzwerk ist offen für kreative, innovative und experimentell interessierte Personen und Institutionen. Aktuell kommen die Mitglieder überwiegend aus den Bereichen Musik, darstellende und bildende Kunst, Medienforschung und –theorie sowie Internet- und Informationstechnologie. (wh)







