• Ego Schiele – Zwischen Moderne und Tradition

    Mrz 20 • Albertina, Ausstellungen, Deutsch, Interviews, Museen, Podcast, Video, Wien, Österreich • 58 Views

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    Egon Schieles Ausdrucksform war die Zeichnung mit ihrer Unmittelbarkeit, etwa 3000 hat er im Laufe seiner kurzen, gerade 10-jährigen Karriere geschaffen. Auch sein malerisches Werk offenbart eine Handschrift, die einige der Wesenszüge der Zeichnung weiterführt: Umrisse, Linie, graphische Zeichen.
    Mit ihrer neuartigen emotionalen und sinnlichen Direktheit stellten seine Portraits und Selbstportraits die Vitalität beide Genres wieder her. Die Verzerrung und Verfremdung der Figuren standen in Gegensatz zur Ästhetik des Jugendstils und der konventionellen Auffassung von Schönheit.
    Schiele hat zwar Gustav Klimt‘s Interesse an der erotischen Abbildung der weiblichen Form aufgenommen, löste sich aber von den gemusterten schillernden Oberflächen seines Mentors und beschäftigte sich intensiver mit dem Innenleben seiner Modelle.
    Typisch für den zunehmend expressiven Stil seiner Figurenzeichnungen war es, existentielle Angst durch Linie und Umriss auszudrücken und das Fleisch Deformierungen und Verfärbungen zu unterwerfen. Die psychologisch und erotisch aufgeladenen Bildnisse, in denen er selbst nackt oder in offenherzigen Posen auftritt, waren in der abendländischen Kunstgeschichte bis dahin beispiellos.
    Davon kann sich der Besucher nun bis 18. Juni selbst überzeugen: Noch vor dem Gedenkjahr 2018 zeigt die Albertina bereits jetzt eine umfassende Ausstellung von Egon Schieles Werk – zwölf Jahre nach ihrer letzten Schiele-Schau von 2005.
    Dabei wird ein neuer Blick auf Egon Schieles Werk gerichtet, der die existentielle, spirituelle und religiöse Dimension seines Werks hervorhebt.
    Anhand der Menschwahrnehmung Schieles als roter Faden der Ausstellung werden thematische Entwicklungslinien in seinem radikalen Oeuvre aufgezeigt und ein neuer Blickwinkel jenseits der Fixierung auf erotisch/pornographische Seite eingenommen.
    Insbesondere auf Basis der Forschungen des Kunsthistorikers Johann Thomas Ambrózy (publiziert 2009) zeigt sich Schieles Interesse an Franz von Assisi und seine Identifikation mit dem Heiligen.
    Eine Serie bislang unverstandener, allegorischer Zeichnungen, wie “Erlösung” oder “Die Wahrheit wurde enthüllt” kann anhand der Forschungsarbeit Ambrozys in neuem Licht interpretiert werden. Sowohl Arbeiten mit mönchisch anmutenden Figuren als auch nackte Darstellungen Schieles erweisen sich als Bezüge zum Armutsideal des Hl. Franz, mit dem sich der Künstler zu jener Zeit nachgewiesenermaßen intensiv beschäftigte. Die geheimnisvolle Handgeste im Selbstporträt wiederum, in der Schiele seine Finger zu einem „V“ formt, verweisen auf eine byzantinische Christus-Darstellung, ebenso wir die Aureole, die seine Figur umgibt. Hier wie auch auf anderen Darstellungen inszeniert sich Schiele als messianischer Künstler und Heilsbringer.
    Die andere, die spirituelle Seite von Schieles Motivwahl wird hier der üblichen Auslegung als Obsessionen eines Erotomanen entgegengesetzt.
    Ein weiterer Aspekt der in dieser Schau aufgegriffen wird, ist die Aneignung von verschiedenen Rollen und die gleichsam aktionistische Inszenierung seiner Arbeiten. In der kunsthistorischen Literatur wurde immer wieder der Einfluss des modernen Tanzes auf das Werk Schieles erwähnt, in diesem Licht erweist sich sein radikales Oeuvre als ein Vorläufer der Performance-Kunst.
    Eines der Merkmale großer Kunst ist, dass es -wie hier auch nach hundert Jahren- stets neue Seiten zu entdecken gibt.
    Fokussiert auf die Jahre zwischen 1910 und Schieles Todesjahr 1918, gibt es 160 Gouachen und Zeichnungen zu sehen, 20 davon sind Leihgaben. Die Schau ist chronologisch angeordnet, großformatige Fotografien mit Ansichten aus jenen Jahren konfrontieren die Arbeiten des Künstlers mit der Realität seiner damaligen Umwelt. (Text: Cem Angeli)

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  • Egon Schiele – Der Akt

    Mrz 9 • Albertina, Ausstellungen, Deutsch, Interviews, Kunstwerke, Museen, Podcast, Video, Wien, Österreich • 91 Views

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    Der Akt bei Egon Schiele steht zumeist im Fokus einer Diskussion, die ihn zwischen erotischer Darstellung und Pornographie verortet. Mit der Ausstellung “Egon Schiele” im Museum Albertina in Wien wird der Akt bei Egon Schiele unter einem neuen Blickwinkel betrachtet. Es sei, so Albertina Direktor Klaus Albrecht Schröder, insbesondere bei den Aktdarstellungen von Paaren eine existentielle Dimension auszumachen, die es gegenüber der Erotik ins Zentrum zu rücken gilt. Die dargestellten Liebenden erscheinen in den Darstellungen eigentlich mehr für sich selbst als mit dem anderen zusammen zu sein, die Unbeteiligtheit lässt an gescheiterte Beziehungen denken und an die Vereinsamung des Individuums in unserer modernen Zeit. (Text: Wolfgang Haas)

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  • Poussin bis David – Französische Zeichnungen der Albertina

    Mrz 1 • Albertina, Ausstellungen, Deutsch, Interviews, Museen, Podcast, Video, Wien, Österreich • 112 Views

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    Mit seiner neuen Ausstellung “Poussin bis David” bietet das Albertina Museum Einblicke in seinen reichen Bestand an Zeichnungen des französischen Barock, Rokoko und Klassizismus.

    Diese Epochen werden sonst selten gezeigt, in diesem Maria Theresia – Gedenkjahr rückt nun jene Sammlung in den Mittelpunkt, die von der Tochter der Kaiserin, Maria Christina und deren Ehemann, Herzog Albert von Sachsen-Teschen, dem Namensgeber der Albertina, angelegt wurde.

    Das kunstsinnige Ehepaar war mit der französischen Kunst ihrer Zeit vertraut, etwa 2000 von insgesamt 2.800 Arbeiten dieser größten Graphiksammlung der Welt wurden noch zu Lebzeiten des Herzogs zusammengetragen.

    Kuratorin Christine Ekelhart-Reinwetter hat eine Auswahl von knapp 70 französischen Zeichnungen des 17. Und 18. Jahrhunderts getroffen, die den kulturellen Führungsanspruch Frankreichs und den Geschmack der Aristokratie in der Epoche das Ancien Régime zeigen, aber auch den Anspruch der Zeichnung auf Gleichwertigkeit mit der Malerei.

    Diese herausragenden Künstler jener Zeit haben hierzulande nicht die ihnen zustehende Beachtung gefunden, in dieser Schau wird nun die enorme Qualität der vielschichtigen französischen Zeichenkunst gewürdigt.

    Der Besucher entdeckt eine Welt von Hirtenidyllen, mythologischen Epen, Boudoirszenen und galanten Liebespaaren vor pittoresken Ruinen. Eine Welt der Hochblüte der Zeichenkunst, ohne jeglichen Bezug zur Lebensrealität oder sozialen Situation jener Zeit im Vorfeld der französischen Revolution.

    Arbeiten aus dem 17. Jahrhundert stehen am Beginn der Schau, Claude Lorrain mit seinen Naturstudien oder Hirtenbildern und Nicolas Poussin waren stilprägende Künstler jener Zeit, die italienische Einflüsse nach Paris brachten. Auch Künstler wie Fragonard arbeiteten in Italien, seine aquarellierte Rötel- und Kreidezeichnung „Mädchen mit Murmeltier“ ist auf einem Plakat zur Ausstellung abgebildet. In seinem „Römischen Park mit Brunnen ist der meisterhafte Einsatz von Braun- und Schwarztönen ersichtlich.
    Charles-Joseph Natoire verwendete Aquarellfarben, Kreide, Farbtinte und getöntes Papier, er und auch Hugo Robert arbeiteten vor Ort in Rom, von Natoire ist die „Ansicht der Tiberinsel“ zu sehen.
    In ihren idealisierten Welten kamen Begleitfiguren dazu: Hirten, Fischer, Wanderer oder Musiker waren häufige Figuren.

    Jean-Antoine Watteau war bekannt für seine “fêtes galantes”, mit kostümierten Liebespaaren in idyllischen Landschaften. Hyacinthe Rigaud porträtierte Aristokratie und Klerus zu Zeiten von Louis XIV, von ihm und auch dem Lieblingsmaler Madame Pompadours, François Boucher sind repräsentative Porträtzeichnungen ausgestellt. Es fällt auf, wie sehr die Kunst des Rokoko mit ihrer feudalen Motivwahl von aristokratischem Eskapismus geprägt war, erst an der Wende zum Klassizismus, mit der Zeit der Aufklärung, kommen moralische und soziale Themen zur Bild-Sprache. Jean-Baptiste Greuze brachte etwa moralisierende Gleichnisse, wie sein Diptychon „Der väterliche Fluch oder der undankbare Sohn“ Bibelszenen und Alltagsrealität („Knabe mit zerbrochenem Ei“) zu Papier.

    Der Klassizist Jacques-Louis David bildet schließlich den Schlusspunkt der Ausstellung, einer der wenigen politischen Künstler, Anhänger der französischen Revolution und Auftragnehmer Napoleons. Von ihm stammt die monumentale Papierarbeit, “Die Kämpfe des Diomedes”, die heroische Darstellung einer Massenschlacht aus dem trojanischen Krieg, entstanden 1776, dem Jahr der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung. (Text: Cem Angeli)

    Die Ausstellung „Pousssin bis David ist noch bis 25. April in den Tietze Galleries zu sehen.

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  • Kunsthalle Krems – Architektur und Geschichte

    Feb 20 • Deutsch, Interviews, Krems, Kunsthalle Krems, Kunsträume, Podcast, Video, Österreich • 152 Views

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    Die Kunsthalle Krems ist Teil eines Kulturkomplexes, der Kunstmeile Krems, die jene Kulturgüter zusammenführt, die in dem Gebiet vorhanden sind, wie die Minoritenkirche, das Forum Frohner, das Krenek-Museum oder die neu entstehende Landesgalerie Niederösterreich.

    Gegenüber der Kunsthalle liegt das Karikaturmuseum, das einzige dieser Kunstgattung gewidmete Museum in Österreich, mit regelmäßigen Wechselausstellungen, aber auch der größten Sammlung des Werks von Manfred Deix.

    Die Kunsthalle Krems selbst ist in der 1852 erbauten ehemaligen Tabakfabrik Krems untergebracht. Sie wurde für den Ausstellungsbetrieb von Adolf Krischanitz umgestaltet, der 1992 den Architekturwettbewerb für sich entschied. Die Herausforderung bestand darin, das alte Industriegebäude auf die strengen Standards zu bringen, die ein internationaler Ausstellungsraum der ersten Kategorie erfüllen muss.

    Das architektonische Konzept bietet ein Wechselspiel zwischen der zeitgenössischen Einrichtung, den Zubauten, und dem alten Gebäude, hier erhält das gesamte Ensemble eine neue innere Ordnung. Der Innenraum erlangt eine eigene starke Persönlichkeit mit seinen neuen Elementen, wobei die Säulenhalle das Herz der Umgestaltung bildet.

    Von einem geschlossenen industriellen Raum zum offenen öffentlichen Raum – die Einfachheit und Klarheit des Konzepts überträgt sich auf die Konstruktion, es ergibt sich eine Ausstellungsfläche von ca. 1500 m².

    Die Eröffnung der neuen Kunsthalle Krems am 31. März 1995 erfolgte mit der Ausstellung “Wasser und Wein”. Diesmal wird nach der derzeit andauernden Sanierungsphase am 1. Juli 2017 wieder eröffnet, mit der groß angelegten Ausstellung über abstrakte Malerei „Abstract Painting Now“ und mit Tobias Pils in der zentralen Halle.

    Die künstlerische Leitung der Kunsthalle Krems hat seit Juli 2016 Florian Steininger übernommen, ehemaliger Kurator des Bank Austria Kunstforums in Wien. (Text: Cem Angeli)

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  • White Cube – Black Box

    Jan 27 • Ausstellungen, Bank Austria Kunstforum, Bank Austria Kunstsammlung, Deutsch, Interviews, Kunsträume, Podcast, Sammlungen, Video, Wien, Österreich • 573 Views

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    Zwei Raumkonzepte – jenes des weißen Würfels und jenes der schwarzen Box – galten lange Zeit als grundlegend für die fachgerechte – d.h. möglichst ablenkungsfreie – Präsentation von Kunst. Mit der Ausstellung “White Cube – Black Box” setzt sich das Bank Austria Kunstforum mit diesen Rahmenbedingungen der Kunstpräsentation auseinander. Dafür greift sie auf Werke aus der Sammlung der Bank Austria zurück, die sich mit der “adäquaten” Wahrnehmung und Schau von Kunst auseinandersetzen. Kuratiert hat die Ausstellung Lisa Ortner-Kreil, die teilnehmenden Künstler sind Carola Dertnig, Stephanie Klaura, Dorit Margreiter, Florian Pumhösl, Markus Schinwald und Nadim Vardag.
    Bank Austria Kunstforum | www.kunstforumwien.at
    Ein Ausstellungsportrait von CastYourArt | www.castyourart.com

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  • Mireille Binoux – Bei C.A. Contemporary in Wien

    Jan 24 • Ankündigung, Ausstellungen, CA Contemporary, Deutschland, Englisch, Französisch, Galerien, Interviews, Podcast, Video, Wien, Österreich • 777 Views

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    C.A. Contemporary in Wien eröffnet die nächste Ausstellung mit einer Retrospektive der wunderbaren Arbeiten der französischen Malerin Mireille Binoux. Wir haben zur Inspiration mit dem Sammler Simon Holpert sowie dem Besitzer der Gallerie, Cem Angeli, einen kurzen Film produziert.

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  • Georgia O’Keeffe – A Retrospective at Bank Austria Kunstforum in Vienna

    Jan 10 • Ausstellungen, Bank Austria Kunstforum, Deutsch, Interviews, Kunsträume, Podcast, Video, Wien, Österreich • 404 Views

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    I hate flowers - I paint them because they’re cheaper than models and they don’t move.

    Eine einmalige Retrospektive von Georgia O’Keeffe, Gründerfigur der amerikanischen Moderne, ist bis 26. März im Wiener Kunstforum zu sehen.

    30 Jahre nach ihrem Tod und 100 Jahre nach ihrer Debütausstellung zeigt das Kunstforum Bilder der berühmten Malerin aus sieben Jahrzehnten. Ihre Werke finden sich v.a. in US-Sammlungen verteilt, diese größte Werkschau außerhalb der USA wurde von der Tate Modern in Kooperation mit dem Bank Austria Kunstforum und der Art Gallery of Ontario, Toronto organisiert. In der Tate Modern wurden 340.000 Besucher gezählt.

    85 Werke O’Keeffes – und weitere 60 Fotografien, von Alfred Stieglitz, Paul Strand, Ansel Adams oder Edward Weston – von insgesamt 50 Leihgebern sind zu sehen und erlauben einen umfassenden Einblick in O’Keeffes Gesamtwerk.

    Den Anfang der Schau machen ihre frühen Kohlearbeiten wie Special nº9 und Early nº2, die ihre Sensibilität für die abstrakte Form und Ausdruck belegen. Georgia O’Keeffe studierte am Art Institute of Chicago und an der Art Students League in New York. In den Anfängen ihrer künstlerischen Entwicklung ist auch der Einfluss Kandinskys sichtbar.

     

    Das emblematische Werk Grey Lines with Black, Blue and Yellow (1932) ist auch vertreten, ein anderes Beispiel der Thematik, die von der Kritik als feminine Ikonographie bzw. als psychoanalytische Symbolik aufgefasst wurde, Interpretationen, die O’Keeffe Zeit ihres Lebens ablehnte. Ihre Malerei überschreitet jeden Symbolismus und erweist sich als sehr persönliche Ausdrucksweise, so dass sie keiner Kunstströmung zugeordnet werden kann. Einigkeit herrscht darüber, dass sie in vielerlei Hinsicht genuin amerikanische Stilrichtungen wie Pop Art, Farbfeldmalerei und Minimalismus vorweggenommen hat.

    Auch Ölbilder der New Yorker Wolkenkratzer und Nachtansichten sind zu sehen, wie New York Street with Moon (1925), ebenso ein Raum, der ihrer Beziehung mit Stieglitz gewidmet ist, mit Aktporträts und Studien der Hände O’Keeffes, aufgenommen von ihrem Ehemann, Entdecker und Förderer Alfred Stieglitz.

    Die fotografisch wirkenden Blickwinkel und Ausschnitte ihrer Blumenbilder der 1920er- und 1930er-Jahre vereinen Abstraktion und fotografischen Blick, ihre Fotografenfreunde, wie Paul Strand oder Edward Weston, hatte sich ebenfalls mit Pflanzen beschäftigt, Einflüsse, die Eingang in ihr Werk gefunden haben.

    Diese Einwirkung der zeitgenössischen Fotografie manifestiert sich unter anderem in Calla Lily in Tall Glass -nº2 und dem Close-up der Oriental Poppies, von 1927.

    Unter den ausgestellten Gemälden im Kunstforum befindet sich auch Jimson Weed/White Flower No. 1 (1932), das teuerste jemals von einer Künstlerin versteigerte Bild (44,5 Mio. Dollar).

     

    Ab den 1930er Jahren lebte O’Keeffe, die in Wisconsin geboren wurde, in New Mexico, dessen Wüstenlandschaften und hispanischen und indigenen Einflüsse einen Gutteil ihres Spätwerks prägten, figurativ ebenso wie abstrakt. Nicht mehr Blumen, sondern Knochen, Schädel und Felsen wurden ihre Motive. Aus dieser Zeit stammen die weiten amerikanischen Landschaften und ihre Bilder von Schädeln und Knochen, die zusammen mit den Blumen die markantesten Kennzeichen dieser Malerin werden sollten.

    Auch diese wurden symbolischen Interpretationen unterworfen, in diesem Fall als Metaphern für Verzweiflung und Tod, aber auch in diesem Fall genügt es wohl, die ästhetische Attraktivität der sie Umgebenden Wüste als Motiv heranzuziehen, ebenso wie die ihres Lehmziegelhauses oder der in der Landschaft gefundenen Tierknochen.

    Black Mesa Landscape, New Mexico y Red and Yellow Cliffs (1940), zeichnen ihr zunehmendes Eintauchen in die einmalige Geographie dieses südwestlichen Territoriums der USA nach, und Taos Pueblo 1929/34 zeigt ihre Auseinandersetzung mit der indigenen Kultur.

    Ein Kernstück der Schau sind die erdfarbenen Ölbilder, die O’Keeffe von dem Ort, den sie Black Place nannte, gemalt hat, in der Nähe von Sante Fe, wo sie 1986 im Alter von 98 Jahren starb. Sie malte weiter, bis ihr Sehvermögen in den frühen 1970er-Jahren nachließ. (Text: Cem Angeli)

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  • Vincent van Gogh – Der Sämann

    Dez 9 • Albertina, Ausstellungen, Channel, Interviews, Kunstwerke, Museen, Podcast, Video, Wien, Österreich • 567 Views

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    Vincent van Goghs Arbeiten, als er noch in den Niederlanden lebte, waren von einer eher dunklen, gedeckten Farbigkeit. Als er jedoch nach Frankreich ging und in den Einfluss der Pointillisten geriet, fand er zu jener kräftigen Farbigkeit, die wir heute an seinen Bildern so schätzen. Letztlich ist es dieser Aspekt, den Van Gogh dem Pointillismus verdankt – mehr als der Farbauftrag in Punkten. Denn in dieser Hinsicht – dem langwierigen versehen der Leinwand mit kleinen Farbpunkten – war sein Wesen wohl zu ungestüm. Im Filmbeitrag stellt uns Klaus Albrecht Schröder, Direktor des Albertina Museums in Wien, den Sämann von Van Gogh als eines seiner pointillistisch beeinflussten Werke vor.

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  • Wege des Pointillismus – Komposition und Farbe

    Nov 29 • Albertina, Ausstellungen, Channel, Deutsch, Interviews, Museen, Podcast, Video, Wien, Österreich • 670 Views

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    Anlässlich der Ausstellung “Wege des Pointillismus” hat es für uns Heinz Widauer, Kurator im Museum Albertina, auf den Punkt gebracht: Wie entstand  ein pointillistisches Bild?

    Gegen Ende des 18. Jahrhunderts dominierten – nach der französischen Revolution – die neuen republikanischen Ideale in der akademischen Malerei, mit historisch narrativen Sujets, konservativen Farbpaletten und genau austarierten Kompositionen.

    Der Impressionismus ließ dann die großen Allegorien beiseite und versuchte, im Freien die Atmosphäre der Natur und der Städte einzufangen, schnelle Pinselstriche und leuchtende Farbfelder bevorzugend, die mehr einen optischen Effekt als eine minutiöse Achtsamkeit aufs Detail privilegierten. In dieser ersten Generation von Künstlern waren Monet, Renoir und Manet die wichtigsten Namen.

    Der Impressionismus stieß bald an seine erkenntnistheoretischen Grenzen, und als verschiedene Autoren begannen, die Natur der Farbe auf grundlegenderer Ebene zu erforschen, wurden manche Künstler zu einem analytischeren Zugang inspiriert. Die Forschungen von Chevreul, Ogden Rood und von Hermann von Helmholtz über Optik und Farbwahrnehmung hatten einen starken Einfluss auf die Kunstwelt. Der Chemiker Michel Eugène Chevreul beschrieb um 1840 den Effekt des simultanen Kontrasts, wobei ein heller Farbpunkt der neben einem dunklen platziert ist, heller erscheint als er in der Realität ist, und umgekehrt.

    Seurat zeigte schon früh ein spezielles Interesse an Landschaften und ihr Farbenspiel, wobei Delacroix einer seiner größten Einflüsse war, von dem er das Faible für lebhafte und erdige Farben hatte. Jedoch war die Herausforderung für Seurat komplex: Die wissenschaftlichen Erkenntnisse der Optik mit dem Gefühl zu vereinen, das ein Bild vermitteln soll. Ohne die Grundfarben auf der Leinwand zu mischen, erzielte Seurat mittels Kompositionen von sorgfältig platzierten Punkten spektakuläre Harmonie und Ruhe in seinen Bildern. Seurat war ein großer Bewunderer von Piero della Francesca, Ingres und Poussin.

    Wie sich in der Albertina zeigt, war der Pointillismus eine Pionierzeit, die das Fundament der Moderne legte – Pissarro, Van Gogh, Picasso und Delaunay sind Künstler, die, zumindest in bestimmten Phasen ihrer Karriere, von dieser Kunstrichtung geprägt waren. (Text: Cem Angeli)

    Albertina Museum | albertina.at

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  • KOMET – Dichter, Maler, Performer

    Nov 23 • Ankündigung, Ausstellungen, CA Contemporary, Deutsch, Galerien, Interviews, Podcast, Video, Wien, Österreich • 795 Views

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    KOMET, einer der bekanntesten türkischen Künstler seiner Generation hat ein vielschichtiges Werk hervorgebracht. Er widmet sich den Möglichkeiten der Sprache, er taucht ein in die Geschichte als Fundus kollektiver Bildwelten, er geht aus sich heraus, und seine Aufführungen provozieren und reflektieren Macht.
    Der Künstler lebt in Istanbul und Paris und seine Arbeiten waren lange Jahre in Wien nicht mehr zu sehen. Nun stellt er wieder aus, bei C.A. Contemporary (30. November 2016 bis 30. Jänner 2017). Für uns ein Grund, ihn und den Galeristen Cem Angeli zu besuchen und vorab ein kleines Portrait zu produzieren.

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