• Picasso – Gorky – Warhol. Kunsthalle Krems

    Aug 8 • Ausstellungen, Deutsch, Interviews, Krems, Kunsthalle Krems, Kunsträume, Podcast, Sammlung Hubert Looser, Sammlungen, Video, Österreich • 86 Views

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    Die Schweizer Sammlung Hubert Looser zählt zu den herausragenden Privatsammlungen moderner und zeitgenössischer Kunst im europäischen Raum. Ihre Schwerpunkte liegen im Surrealismus, Abstrakten Expressionismus, der Minimal Art und der Arte Povera. Die Ausstellung in der Kunsthalle Krems vermittelt in zahlreichen Kapiteln von der Moderne in die Gegenwart mit über 150 Kunstwerken von über 40 Künstler/innen aus der Sammlung ein spannungsreiches Flechtwerk der grafischen und skulpturalen Ausdrucksmöglichkeiten. Diese Schau wird in Folge im Kunsthaus Zürich präsentiert.

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  • Eva Schlegel – SPACES in der Dominikanerkirche Krems

    Aug 1 • Ausstellungen, Deutsch, Interviews, Krems, Kunsthalle Krems, Kunsträume, Podcast, Video, Österreich • 110 Views

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    Seit 1. Juli 2018 zeigt die österreichische Künstlerin und Biennale Venedig Teilnehmerin Eva Schlegel ihre in situ Installation in der Dominikanerkirche Krems. Die raumfüllende Installation ermöglicht es dem Besucher, die Leere des ehemaligen Kirchenraumes auf neue und faszinierende Art und Weise zu erleben. Wir haben den Kurator der Ausstellung Andreas Hoffer in der ehemaligen Kirche getroffen und zur Ausstellung interviewt.

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  • Florentina Pakosta – Porträt

    Jul 8 • artmark galerie, Deutsch, Galerien, Podcast, Portraits, Video, Wien, Österreich • 231 Views

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    Schreiende, grinsende Gesichter, groteske Köpfe mit Vogelschnäbeln, eine Faust, die aus einem Mund herausragt – Florentina Pakosta reflektiert mit ihren teils hyperralistischen Zeichnungen gesellschaftliche Verhältnisse, Rollenbilder und Machtstrukturen. Dabei richtet sie den Blick auf den Mann im Besonderen und das Patriarchat im Allgemeinen, auf die Körpersprache der Macht und ihre Mimik.

    Ihre Kreuzstriche-Zeichentechnik erinnert manchmal an Druckwerke, das Spiel des Schwarz auf dem weissen Papier zeigt all die Ausdrucksmöglichkeiten ihres genau eingesetzten Lakonismus, sie springen als Unterstreichung von poetischer Ironie oder Dramatik ins Auge. Es sind visuelle Metaphern, die an Magritte, oder Figuren, die an Goya erinnern, Beispiele der Virtuosität und des Humors, wo sie Physignomien verformt und verfremdet, mit Sägen, Scheren oder Klobrillen die aus (Männer-) Köpfen wachsen, mit Hybriden wie Revolverkopf (1979) oder Scherenmund (1980).

    Inspiriert von Franz Xaver Messerschmidt zeichnet sie grimassierende Männer sowie eine großformatige Serie von Porträts bekannter Persönlichkeiten. Ihre Mimiken sind humorvoll, dennoch sind ihre Zeichnungen trotz allem Humors nicht komisch, das Lachen, das unmittelbar Spannung abbaut, interessiert sie nicht – und obwohl Weisheit in den Motiven liegt, sucht sie auch nicht zu belehren, sie hat eine moralische Intention.

    Sie verlangt einen Moment der Reflexion, sie gibt einen Hinweis auf die Realität, die der Betrachter wahrnehmen soll. Das Bild erschöpft sich nicht in sich selbst, es weist darüber hinaus. Feministische und pazifistische Motive ziehen sich durch das Schaffen der Künstlerin, die auch Autorin kunsttheoretischer Schriften und Prosastücke ist, und neben Maria Lassnig und VALIE EXPORT als eine der wichtigsten Vertreterinnen feministisch engagierter Kunst in Österreich gilt.

    Im Verlauf und vor allem gegen Ende der 1980er Jahre tritt das Figurative in ihren Bildern zugunsten von abstrakten Formen und dem Experimentieren mit Farben zunehmend in den Hintergrund. Dennoch bleibt die Reflexion über gesellschaftliche Probleme, wie auf das Verschwinden des Subjekts, bestehen: Massenphänomene, Menschenmengen von glatzköpfigen Männern, in verschiedenen Techniken ausgeführt, Acryl auf Leinwand oder Spritztechnik auf Papier. Es entstanden auch Bilder von massenweisen Gegenständen wie Wäscheklammern, Schuhen oder Farbtuben, wo sie Farbe einzusetzen begann (Ein Stück blauer Himmel, 1988).

    Um 1989, zeitgleich mit den Umwälzungen in Osteuropa, ergab sich auch ein radikaler Wandel in Pakostas künstlerischem Schaffen. Sie wandte sich der Malerei und einer abstrakten Formensprache zu, bis heute entstehen Zyklen der charakteristischen, “trikoloren” geometrischen Balkenbilder. Die Farbe, die zunehmend in ihre Werke tritt, soll allerdings nicht angenehm fürs Auge sein, sondern „ jede Farbe ein gefährliches Gift“, wie sie selbst schrieb.

    Die 1933 in Wien geborene Künstlerin war das erste weibliche Vorstandsmitglied der Secession und zeichnete dort für die Ausstellung “Secessionistinnen 1978” verantwortlich. Diese gilt als ein Meilenstein für die Anerkennung des Schaffens von Künstlerinnen in Österreich. (Text: Cem Angeli)

    artmark galerie | www.artmark-galerie.at
    Albertina Museum | www.albertina.at

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  • Alfred Seiland. Retrospektive im Albertina Museum

    Jul 3 • Albertina, Ausstellungen, Deutsch, Interviews, Museen, Podcast, Video, Wien, Österreich • 245 Views

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    Die Albertina widmet dem österreichischen Fotografen Alfred Seiland bis 7. Oktober eine umfassende Retrospektive. Kuratorin Anna Hanreich zeigt 65 Werke aus fünf seiner langsam entstandenen und umfangreichen Werkserien der letzten 40 Jahre.
    Mit dem “vielleicht einzigen österreichischen Street-Photographer” (Direktor Schröder) eröffnet die Albertina einen Ausstellungszyklus über österreichische Fotografie, die “weltweit unterschätzt” sei.
    Farbe war in der Kunstfotografie bis in die 70er Jahre tabu, vor allem wegen ihrer Verwendung in Werbung und Mode. Erst allmählich setzte sich der Farbfilm auch in der “Street Photography” durch, in den USA etwa bei Joel Meyerowitz oder William Eggleston. Als einer der ersten österreichischen Fotografen begann Alfred Seiland (geb. 1952) zur Gänze in Farbe zu arbeiten.
    In seinen realistischen Fotografien setzt sich Seiland mit verschiedenen Kulturräumen auseinander, von den USA bis Österreich, dem Iran oder Gebieten des ehemaligen Römischen Reiches.
    Seine Herangehensweise gibt die Wirklichkeit ungeschminkt wieder, er ist fasziniert von den imaginären Möglichkeiten des Alltäglichen, der Betrachter soll ohne Voreingenommenheit das Ergreifende im Ordinären erkennen können.
    In der Albertina-Ausstellung führt seine frühe Serie „East Coast – West Coast“ (1979 – 1986) zunächst in die USA, wo Seiland mit seinem Blick für das kulturell Fremde eine eigenständige Sicht auf dieselben Landschaften entwickelt, die auch die berühmten US-Fotografen aufgenommen hatten: Straßen und Landschaften, Neonschilder, Werbetafeln und Motels. In den sorgfältig komponierten Aufnahmen kommen Menschen kaum vor, die Atmosphäre, oft bei Nacht oder Dämmerung, ist stets rätselhaft und erinnert an Bühnenbilder.
    Denselben „fremden“ Blick wie auf die USA wandte Seiland in seiner Serie „Österreich“ (1981-1995) auch auf die heimische Umgebung an. Alltägliche, nicht-nostalgische Motive und unspektakuläre, teils hässliche Nicht-Orte stehen hier im Mittelpunkt. Auch in diesen melancholischen, auch humorvollen Bildern mit ihrer präzisen Lichtsetzung sind Menschen eine Seltenheit.
    Die Anregung für seine Österreich-Serie hatte Seiland durch seine Aufträge für verschiedene Magazine. Für die Frankfurter Allgemeine Zeitung hat er eine Werbekampagne aufgenommen die mehrfach preisgekrönt wurde, und der ebenfalls ein Raum in der Schau gewidmet ist. „Dahinter steckt immer ein kluger Kopf“: Berühmte Persönlichkeiten wurden hier in maßgeschneidert inszenierten Umgebungen hinter der aufgeschlagenen großformatigen FAZ bei der Lektüre abgebildet, wobei die Köpfe unsichtbar bleiben – Reinhold Messner in einer imposanten Felswand, Wolfgang Petersen am Filmset, Nadja Auermann im Zoo, Helmut Kohl auf einem Schiff oder Yehudi Menuhin am Dach der Royal Albert Hall, sie alle sind jeweils nur winzig klein im Bild sichtbar, wie in einem Suchrätsel.

    In seiner 2006 begonnenen Serie „Imperium Romanum“ stellt Seiland Relikte des Römischen Reiches zur Gegenwart in Bezug. In diesen Aufnahmen hat Seiland ein Weitwinkelobjektiv eingesetzt. Die weiträumigen Ansichten der historischen Stätten und des Umgangs mit ihnen bringen auch Einsichten in aktuelle Zusammenhänge, wie z.B. das Bild von der Klagemauer, wo auch die israelischen Sicherheitsbarrieren sichtbar sind.
    Bisher sind 130 Fotografien von „Imperium Romanum“ entstanden, im Zuge seiner Reisetätigkeit begann Seiland 2017 seinen neuesten Fotozyklus, „Iran“, der hier erstmals präsentiert wird.
    Mit einer Presseerlaubnis bereiste Seiland den Iran, im dem er auch Denkmäler und Schauplätze des ersten Golfkrieges zwischen Iran und Irak (1980-88) festgehalten hat. Besonders beeindruckend ist dabei eine großformatige Nachtszene mit dem Scheinwerferlicht eines Motorrads in der Ruinenstadt Bam. Auffallend ist dabei auf dieser wie auch den anderen Fotos die Tiefenschärfe, hierfür ist laut Seiland die digitale Technik nicht geeignet.
    Er werde auch weiterhin analog arbeiten und sich nicht „von der Technik terrorisieren lassen“.
    (Text: Cem Angeli)

    Albertina Museum | www.albertina.at
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  • Florentina Pakosta. Retrospektive im Albertina Museum

    Jun 27 • Albertina, Ausstellungen, Deutsch, Interviews, Museen, Podcast, Video, Wien, Österreich • 266 Views

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    Sie ist in Österreich neben Maria Lassnig und VALIE EXPORT eine der wichtigsten Vertreterinnen feministisch engagierter Kunst: In Kooperation mit dem Sprengel Museum Hannover stellt die Albertina das Werk der österreichischen Künstlerin Florentina Pakosta anlässlich ihres 85. Geburtstages in einer großen Retrospektive vor. Kuratiert hat Elsy Lahner.

    Schreiende, grinsende Gesichter, groteske Köpfe mit Vogelschnäbeln, eine Faust, die aus einem Mund herausragt – Florentina Pakosta reflektiert mit ihren teils hyperralistischen Zeichnungen gesellschaftliche Verhältnisse, Rollenbilder und Machtstrukturen. Dabei richtet sie richtet den Blick auf den Mann im Besonderen und das Patriarchat im Allgemeinen, auf die Körpersprache der Macht und ihre Mimik.

    Ihre Kreuzstriche-Zeichentechnik erinnert manchmal an Druckwerke, das Spiel des Schwarz auf dem weissen Papier zeigt all die Ausdrucksmöglichkeiten ihres genau eingesetzten Lakonismus, sie springen als Unterstreichung von poetischer Ironie oder Dramatik ins Auge. Es sind visuelle Metaphern, die an Magritte, oder Figuren die an Goya erinnern, Beispiele der Virtuosität und des Humors, wo sie Physignomien verformt und verfremdet, mit Sägen, Scheren oder Klobrillen die aus (Männer-) Köpfen wachsen, mit Hybriden wie Revolverkopf (1979) oder Scherenmund (1980).

    Inspiriert von Franz Xaver Messerschmidt zeichnet sie grimassierende Männer sowie eine großformatige Serie von Porträts  bekannter Persönlichkeiten. Ihre Mimiken sind humorvoll, dennoch sind ihre Zeichnungen trotz allem Humors nicht komisch, das Lachen, das unmittelbar Spannung abbaut, interessiert sie nicht – und obwohl Weisheit in den Motiven liegt, sucht sie auch nicht zu belehren, sie hat eine moralische Intention.

    Sie verlangt einen Moment der Reflexion, sie gibt einen Hinweis auf die Realität, die der Betrachter wahrnehmen soll. Das Bild erschöpft sich nicht in sich selbst, es weist darüber hinaus. Feministische und pazifistische Motive ziehen sich durch das Schaffen der Künstlerin , die auch Autorin kunsttheoretischer Schriften und Prosastücke ist.

    Zunächst liegt in der Ausstellung der Schwerpunkt auf monochromen Zeichnungen, Druckgrafiken, und Radierungen in Auseinandersetzung mit der Physiognomie der (männlichen) Macht.

    Nach ihren entlarvenden Blicken auf diese Machtgesten beschäftigt sich Pakosta in ihrem Werk zunehmend mit Abstraktion, was eine überraschende Wende in der Ausstellung ergibt.

    Im Verlauf und vor allem gegen Ende der 1980er Jahre tritt das Figurative in ihren Bildern zugunsten von abstrakten Formen und dem Experimentieren mit Farben zunehmend in den Hintergrund. Dennoch bleibt die Reflexion über gesellschaftliche Probleme, wie auf das Verschwinden des Subjekts, bestehen: Massenphänomene, Menschenmengen von glatzköpfigen Männern, in verschiedenen Techniken ausgeführt, Acryl auf Leinwand oder Spritztechnik auf Papier. Es entstanden auch Bilder von massenweisen Gegenständen wie Wäscheklammern, Schuhen oder Farbtuben, wo sie Farbe einzusetzen begann (Ein Stück blauer Himmel, 1988).

    Um 1989, zeitgleich mit den Umwälzungen in Osteuropa, ergab sich auch ein radikaler Wandel in Pakostas künstlerischem Schaffen, der auch in der Albertina-Ausstellung offensichtlich wird. Sie wandte sich der Malerei und einer abstrakten Formensprache zu, bis heute entstehen Zyklen der charakteristischen, “trikoloren” geometrischen Balkenbilder. Die Farbe,die zunehmend in ihre Werke tritt, soll allerdings nicht angenehm fürs Auge sein, sondern „ jede Farbe ein gefährliches Gift“, wie sie selbst schrieb.

    Die 1933 in Wien geborene Künstlerin war das erste weibliche Vorstandsmitglied der Secession und zeichnete dort für die Ausstellung “Secessionistinnen 1978” verantwortlich. Diese gilt als ein Meilenstein für die Anerkennung des Schaffens von Künstlerinnen in Österreich.

    Die Ausstellung ist noch bis 26. August 2018 in der Albertina zu sehen. (Text: Cem Angeli)
    Albertina Museum | www.albertina.at
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  • Julian Schnabel. Polaroids in der Galerie OstLicht

    Jun 26 • Ausstellungen, Deutsch, Englisch, Galerie OstLicht, Galerien, Podcast, Video, Wien, Österreich • 255 Views

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    Die Galerie OstLicht präsentiert erstmals in Österreich Julian Schnabels fotografisches Werk in einer umfassenden Einzelausstellung. Der amerikanische Maler, Bildhauer und Filmemacher fertigt seit mehr als einem Jahrzehnt fotografische Unikate mit einer sehr seltenen Polaroid 20×24-Inch-Kamera aus den 1970er-Jahren.

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  • Eva Schlegel – SPACES

    Jun 22 • Ausstellungen, Deutsch, Kunsthalle Krems, Kunsträume, Podcast, Portraits, Video, Wien, Österreich • 302 Views

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    Eva Schlegel stellt ab 1. Juli in der Dominikanerkirche Krems und in der Kunsthalle Krems aus. Für die Kirche hat Sie eigens eine Rauminstallation geschaffen, mit der Sie dem Besucher die Möglichkeit gibt, die Leere des ehemaligen Kirchenraumes auf neue Weise wahrzunehmen.
    Wir waren während der Vorbereitungsarbeiten für die Ausstellung bei Ihr im Atelier und haben ein kurzes Porträt gedreht.

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  • Kunsthalle Krems – Direktor Florian Steininger über den Fotografen Axel Hütte

    Mai 24 • Ausstellungen, Deutsch, Interviews, Kunsthalle Krems, Kunsträume, Podcast, Video, Wien, Österreich • 416 Views

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    Was liegt dort hinter dem Horizont? Wie geht es neben dem Bildausschnitt weiter? Was kommt da noch? Axel Hüttes Bilder wecken im Betrachter den unbestimmten Wunsch, mehr erkennen zu können.
    Axel Hütte (*1951, Essen) zählt zu den führenden Protagonisten der aktuellen Landschaftsfotografie und hat laut dem Kurator der Ausstellung, Florian Steininger, einen essentiellen Beitrag zum Selbstbewusstsein des Mediums Fotografie in der bildenden Kunst ab den späten 1970er-Jahren geleistet.
    Axel Hütte war Student von Bernd und Hilla Becher, den Begründern der Düsseldorfer Fotoschule an der Kunstakademie Düsseldorf. Diese prägte international die Fotografie, darunter neben Axel Hütte auch Studienkollegen wie Andreas Gursky, Candida Höfer, Thomas Ruff und Thomas Struth.
    Seit 1979 stellt Hütte in Galerien und Museen weltweit aus.
    Die Kunsthalle Krems zeigt nun die erste umfassende Ausstellung von Axel Hüttes fotografischem Werk in Österreich. In der Schau wird ein Dialog zwischen älteren Zyklen und neueren Werkblöcken präsentiert.
    Eigens für die Kunsthalle Krems entstand ein Werkzyklus von imperialen Bauten und Räumen, aufgenommen in Österreich: Stift Melk, Stift Admont, Stift Altenburg, Stift St. Florian, das Belvedere, Prinz Eugens Winterpalais oder das Hotel Sacher. Auch zwei neuere Videoarbeiten des Künstlers sind in der Ausstellung zu sehen, sowie Portraits, etwa von Künstlerkollegen wie Jeff Koons, Albert Oehlen oder Katharina Fritsch.
    Seit seinen ersten Landschaftsserien umkreist Hütte die Grundzüge einer eigenständigen Ästhetik. Die Landschaft ist dabei ein relativ ungewöhnliches Genre in der heutigen Zeit, die offenkundig malerische Ästhetik definiert sein Werk und wird zu seinem Markenzeichen.
    Wie die großen Landschaftsmaler löst Axel Hütte die Landschaften aus ihrem Kontext, strukturiert den Bildausschnitt in verschiedene Abstufungen, in klar strukturierte Felder. Das Gefühl der Nicht-Endlichkeit des Bildes und die Brüchigkeit der materiellen Grenzen sind charakteristisch für Hüttes Landschaftsbilder, die alle vordergründigen sinnlichen Reize vermeiden.
    Hütte versucht in seinen Fotografien das Unerreichbare der Natur einzufangen. Seine enormen Formate von formale Perfektion und außergewöhnlicher Detailliertheit verzichten auf menschliche Anwesenheit und dekonstruieren die Wirklichkeit bis hin zu einem fast abstrakten Blick.
    Die Züge der Natur in seinem Werk streifen am Abstrakten, in diesen bleiernen, menschenleeren, trostlosen Landschaften kann man immer noch so etwas wie eine nordische Romantik hineinlesen. Ein Romantiker ist Hütte nach eigenen Worten jedoch nicht, auch wenn er mit den Elementen der romantischen Malerei – Wolken und Nebel – arbeitet.
    Er will das einfangen, „was nie aufgenommen wurde, die Realität einfangen, die nur zwischen den Zeilen lesbar wird.“
    Hütte reist mitunter Tausende Kilometer, um mit seiner schweren Plattenkamera seine Motive einzufangen.
    Die Landschaften mit ihren dichten Atmosphären und ungewöhnlichen Perspektiven erinnern mitunter an fernöstliche Landschaftsmalerei.
    Wer möchte, kann sich beim Betrachten der Bilder Spekulationen über kunsthistorische Bezüge hingeben und Parallelen zu den Meistern der europäischen Kunstgeschichte finden, wie William Turner oder Caspar David Friedrich.
    In seinen bleiernen Landschaften, die keine Präsenz außer den diffusen Umrissen der Natur aufweisen, versucht Hütte nach eigenen Worten „das Abstrakte zu vermeiden“, obwohl er sich ihm annähert. Die Fotografie soll kein fertiges Dokument, sondern eine Erforschung des Unerreichbaren sein.
    Die Fotografie ist bei Axel Hütte wie eine Sprache, in der sich viele Dinge nicht sagen lassen, doch ihre Zwischenräume und Leerstellen werden von der Vorstellungskraft ausgefüllt. Sie schärft die Aufmerksamkeit des Betrachters. (Text: Cem Angeli)
    Die Ausstellung ist geöffnet bis 10. Juni 2018.

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  • Michaela Frühwirth: handeln, erdwärts

    Mai 3 • Ausstellungen, Bank Austria Kunstforum, Deutsch, Interviews, Kunsträume, Podcast, Video, Wien, Österreich • 508 Views

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    Michaela Frühwirth hat sich schon früh mit dem Material Grafit auseinandergesetzt. Dieses Material bestimmt ihre großformatigen Zeichnungen. Die Ausstellung “Michaela Frühwirth: handeln, erdwärts” im tresor des Kunstforum Wien zeigt Arbeiten, die sich einerseits mit dem Ort des Grafitstollens in Kaisersberg in der Steiermark beschäftigen und andererseits mit dem Höhleneingang von Chauvet in Südfrankreich.

    Die Ausstellung läuft noch bis zum 24. Juni 2018

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  • Martha Jungwirth – Retrospektive im Albertina Museum

    Apr 23 • Albertina, Ausstellungen, Deutsch, Interviews, Museen, Podcast, Video, Wien, Österreich • 507 Views

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    Die Albertina widmet der Wiener Malerin Martha Jungwirth (geb. 1940) erstmals eine Personale, mit einzelnen Schlüsselwerken und thematisch geordneten Werkblöcken, von der Frühzeit der 60er Jahre bis zu neuesten, nun erstmals gezeigten Arbeiten.
    1968 war Jungwirth Teil der Secessions-Ausstellung Wirklichkeiten, 1977 stellte sie auf der Documenta aus, 2010 war ihr ein eigener Raum in einer von Albert Oehlen kuratierten Schau im Essl-Museum gewidmet, 2014 hatte sie eine Retrospektive in der Kunsthalle Krems. Dieses Jahr wurde ihr der mit 20.000 € dotierte Oskar-Kokoschka-Preis verliehen.
    Die von Antonia Hoerschelmann in Zusammenarbeit mit Jungwirth selbst kuratierte Schau zeigt “Seismogramme innerer Zustände“, Übersetzungen von Gefühlen, „an denen man das Bewusstsein und die Empfindungen, die ich während der Arbeit habe, ablesen kann”, so die Künstlerin.
    Die Ausstellung führt den Besucher anhand von rund 50 Arbeiten durch Jungwirths Werk, beginnend mit abstrakten Landschafts-Aquarellen aus den 1960er Jahren, über ihre berühmte zeichnerische Auseinandersetzung mit einem Geschirrspüler (“Indesit”, 1975), die nach ihrer documenta-Ausstellung von der Albertina angekauft wurde, bis hin zu neuesten Werken. Auch frühe Aquarelle aus dem Bestand der Albertina sind zu sehen, wie das eines Donauhafens.
    Die 50 Blätter, meist auf Papier und im Großformat auf Leinwand aufkaschiert, sind chronologisch in thematische Untergruppen geordnet. Jungwirth arbeitet vorzugsweise auf Papier, mit Bleistift, Ölfarben oder Aquarell.
    Eine noch nie gezeigte Werkserie sind Großformate aus den frühen 1980er Jahren, die lange eingerollt im Atelier gelagert waren.
    Der Zyklus “Spittelauer Lände” aus dem Jahr 1993 stammt aus der Sammlung Essl, es sind Bilder, in denen Gegenständliches aufblitzt, in denen auch die Leere ihren Raum hat.
    Gefühle, die Menschen, Landschaften oder Gegenstände in ihr auslösen, lässt sie in ihr Werk einfließen, ersichtlich an von Reisen inspirierten Werkblöcken: Istrien, Kambodscha, Griechenland, Mexiko.
    In der Schau befinden sich auch aktuelle Arbeiten, etwa die Serie Istanbul von 2017, großformatige Ölfarb-Bildtafeln in Rot, Rosa und Violett, inspiriert von Fotos vom Putschversuch in der Türkei 2016. In den jüngsten Arbeiten, darunter auch solche mit Vladimir Nabokov als Thema, wechselt Jungwirth sowohl den Untergrund (Karton statt Papier) als auch das Farbmaterial.
    In diesem Einblick in die Bandbreite ihres Schaffens, das sich über mehr als sechs Jahrzehnte erstreckt, zeigt sich Jungwirths sensible Wahrnehmung der Wirklichkeit, ihr spezielles Verhältnis zwischen Motiv und Abstraktion.
    Figurative Motive, wie Köpfe, Füsse oder Gebäude sind da manchmal zu erkennen, so vereint sie Abstraktion und Gegenständlichkeit, ebenso gelingt es ihr, starke Farben wie Hellrosa, Violett, Orange oder Rot auf ihre eigenständige Weise in ihren Farbkompositionen in Einklang zu bringen. Ihre Sinneseindrücke werden dabei spontan zu Papier gebracht.
    In ihrer Malerei ist die gestische Energie überall spürbar – starke Dynamik und ein rascher Farbauftrag lassen dem Zufall Raum, der seine Spuren als Tropfen, Spritzer und Flecken hinterlässt.
    Die Ausstellung ist ein Genuss für Kunstliebhaber und eine Schule des Sehens für Künstler. Jungwirth beherrscht das Akademische und setzt ihre Kenntnisse ein, um ihre ganz eigene Bildsprache mit ihren eigenen Regeln zu entwerfen.
    Ihre Fähigkeit zur Kombination von künstlerischer Emotion und intellektueller Kohärenz ermöglicht eine flüssige Lektüre dieser Farb-Texte, die den Leser-Betrachter einladen, diesem breiten und sehr eigenständigen Spektrum von verschiedenen Wahrnehmungs- und Gefühlszuständen nachzuspüren. (Text: Cem Angeli)
    Bis 3. Juni in der Albertina, 160seitiger Hardcover-Katalog um 24,90 €

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