• RAFFAEL – Ein Universalgenie der Hochrenaissance

    Okt 10 • Albertina, Ausstellungen, Deutsch, Museen, Podcast, Video, Wien, Österreich • 70 Views

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    „Raffael war ein wahnsinnig ökonomischer Zeichner, der große Emotionen mit nur wenigen Strichen umsetzen konnte“, so Achim Gnann, Kunsthistoriker und Experte für die italienische Kunst des 15. bis 19. Jahrhunderts, der fünf Jahre an der Konzeption der neuen Ausstellung im Museum Albertina gearbeitet hat. Diese umfasst rund 130 Zeichnungen und 18 Gemälde, darunter Leihgaben aus dem Louvre, dem Vatikanischen Museum, den Uffizien in Florenz und dem Ashmolean Museum in Oxford.

    In Fokus dieser Werkschau mit den wichtigsten Schaffensperioden des früh verstorbenen Meisters (1483-1520) steht vor allem sein Arbeitsprozess, von der ersten Skizze bis zum fertigen Gemälde. Unter diesen befindet sich auch die „Madonna dell’ Impannata“ aus dem Palazzo Pitti, die mit Unterstützung der Albertina restauriert wurde. Das Porträt des Auftraggebers für dieses Bild, der römische Bankier Bindo Altoviti, ist auf dem Plakat und Katalog der Ausstellung abgebildet.

    Geboren in der Kleinstadt Urbino, war Raffaello Sanzio bereits mit elf Jahren Lehrling bei Pietro Vannucci, genannt Perugino. In Florenz wurde er später von Mäzenen u.a. mit Porträts und Madonnenbildern beauftragt, wobei eine der berühmtesten die “Sixtinische Madonna“ ist, sie heute in der Dresdner Gemäldegalerie zu finden.

    Der viel beschäftigte Raffael, der in Umbrien, Florenz und zuletzt in Rom tätig war, hatte Aufträge von Fürsten, Geschäftsleuten und Päpsten, er übernahm die Gestaltung der Stanzen, -der Privatgemächer von Papst Julius II- im Palast des Vatikan und wurde später zum Leiter des Fortbaus des Petersdoms sowie zum Baumeister des päpstlichen Palastes ernannt.

    Die Albertina besitzt seit ihrer Gründung 1776 an die 50 Werke des Meisters, in dieser Schau liegt ein Schwerpunkt auf Raffaels Zeichnungen, seinen Skizzen und akribischen Detailstudien. Weniger als eigenständige Werke, waren diese ihm eher Hilfsmittel im Hinblick auf das spätere Gemälde, sowie anschauliche Instruktion für die Mitarbeiter seiner Werkstatt.

    Die Entwicklung von Raffaels Karriere und seine einzelnen Arbeitsschritte, die Entstehung seiner Sujets, werden in einem größeren Werkkontext in der chronologisch angeordneten Schau vorgestellt.
    Wandbilder sind neben den sie betreffenden Zeichnungen oft ausschnitthaft reproduziert oder als Projektionen zu sehen. Aus den Uffizien wurde ein Selbstporträt von 1506 ausgeliehen, vom Louvre die „Madonna mit blauem Diadem“ (1511) und der „Heilige Georg und der Drachen“ (1505).
    Oft gibt es Detailstudien, etwa von Händen – präzise Körperstudien, Gesichts- und Kompositionsstudien waren essentiell für Raffaels Schaffensprozess. Diese sind in der Schau Schritt für Schritt nachvollziehbar.

    Beim „Kindermord von Bethlehem“ sind Veränderungen an den Kompositionsskizzen zu erkennen, dieses Sujet ging aus einer Studie für „Das Urteil des Salomo“ hervor.
    Am Ende der Ausstellung steht sein letztes Gemälde, die „Transfiguration“, entstanden zwischen 1516 und 1520. Hier sind es Kopf- und Handstudien für die Apostel, die Entstehung und Verlauf der Bildkomposition nachvollziehbar machen und einen Einblick in den Schaffensprozess von einem der einflussreichsten Künstler der Renaissance gewähren. (written by Cem Angeli)

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  • Suse Krawagna – Abstract Painting Now!

    Okt 2 • Deutsch, Kunsthalle Krems, Kunsträume, Podcast, Portraits, Video, Wien, Österreich • 109 Views

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    Material, Form, Wiederholung und Abwandlung sind grundlegend für die abstrakten Arbeiten der Künstlerin Suse Krawagna.  Nun sind Arbeiten der Künstlerin anlässlich der Wiedereröffnung der Kunsthalle Krems in der Ausstellung “Abstract Painting Now!” zu sehen. Wir haben Suse Krawagna in ihrem Atelier besucht und ein kurzes Portrait geschaffen.

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  • Markus Redl – Blickfelderweiterung 360 Grad

    Sep 26 • Deutsch, Kunstwerke, Podcast, Video, Wien, Österreich • 150 Views

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    Markus Redls »Blickfelderweiterung 360 Grad« ist eine Hommage an das Ehepaar Carmen und Reinhold Würth.
    Die Skulptur aus Carrara-Marmor zeigt ein Paar, Rücken an Rücken auf einer marmornen Bank sitzend, sie halten einen Wollfaden in der Hand, der sie miteinander verbindet.
    Redls Figuren strahlen eine meditative Ruhe aus. Sie haben die gesamte Umgebung im Blickfeld, ihre Gesichtszüge wirken entspannt.
    Die formale Eleganz und die Interaktion zwischen der Skulptur und dem umgebenden Raum werden durch ein ganzes Set an neuen Bezügen bereichert. Ein passives Objekt erhält so eine dringliche, lebendige Präsenz.
    Der Künstler erprobt die Durchlässigkeit des überlieferten künstlerischen Kanons, während er zwischen individuellem Angedenken und dem machtvollen Gestus der Bildhauerei oszilliert.
    Indem er das ausgedehnte Territorium der künstlerischen Tradition erforscht, bietet er uns ein breites Panorama künstlerischer Ideen, die sowohl die Inhalte seiner Arbeit als auch die Zusammensetzung und Verarbeitung des Materials geformt haben.
    Er fordert den Betrachter heraus zu sehen, zu fühlen, sich seiner Gegenwart bewusst zu werden sowie seiner fundamentalen Gefühle, er fördert die Umarmung, die Freundschaft, stellt Nostalgie her, Freude und Fröhlichkeit, und lädt dazu ein, die Freiheit zu genießen, sodass der Betrachter gerührt wird.
    Es ist die Suche nach ihrem Inneren, dem unerforschlichen unsichtbaren Teil, die Redls Arbeit prägt.
    Die Kunst existiert, weil der Mensch versucht, den Tod zu überlisten und über das unausweichliche biologische Ende hinaus Existenz zu erlangen. Die Kunst leistet dem Tod Widerstand, nicht im Sinne der Unsterblichkeit des Künstlers, der sich in seinem Werk verewigt, sondern im Sinne des metaphysischen Gehalts des Kunstwerks. Von diesem Gehalt bzw. Wert profitiert der Mensch, der Betrachter, der Genießer, der Nutzer des Kunstwerks – sodass er sich, wenn das Werk gelingt, behaust fühlt, beschützt gegen das Nichts, gegen das Schwert, das ständig über uns schwebt.
    Der Künstler erschafft Wesenheiten, die uns begleiten und trösten, die uns begeistern und enstchädigen, uns die Hand über das Vergehen der Zeit hin reichen, und uns –vielleicht- den Übergang über die zerbrechliche Brücke erleichtern.

    Sie sollen in ihrem Verweis auf die Fortdauer über die Zeiten eine kleine Ahnung von Unsterblichkeit vermitteln.

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  • Pieter Bruegel – Das Zeichnen der Welt

    Sep 20 • Albertina, Ausstellungen, Deutsch, Interviews, Museen, Podcast, Video, Wien, Österreich • 161 Views

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    Pieter Bruegel der Ältere ist in unserer Zeit vor allem als Maler bekannt, etwa für Werke wie die “Bauernhochzeit” oder den „Turmbau zu Babel“. Er hat seine Karriere allerdings als Zeichner und Stecher begonnen. Das Albertina Museum in Wien zeigt nun unter dem Titel “Bruegel – Das Zeichnen der Welt” einen umfassenden Blick auf Bruegels zeichnerisches und druckgrafisches Schaffen, darunter einige seiner schönsten Handzeichnungen aus dem hauseigenen Bestand.

    Die Zeichnungen und Grafiken zeugen von Bruegels kritischem Blick auf seine Epoche und ihre gesellschaftlichen Verhältnisse – Religionskriege, Inquisition, soziale Ungerechtigkeiten.

    Kuratiert wurde die Schau von Eva Michel, während ihrer mehrjährigen Forschungsarbeit zu diesem Projekt wurden bis dato unbekannte Arbeiten des Künstlers in den Beständen der Albertina entdeckt, die, nun restauriert, in der Ausstellung erstmals gezeigt werden. Darunter befindet sich eine Ansicht vom Antwerpen des Jahres 1557. In der damals bedeutenden Wirtschaftsmetropole hatte sich Bruegel nach einer Italienreise im Alter von ca. 30 Jahren niedergelassen.
    Diese Reise hatte großen Einfluss auf seine Landschaftszeichnungen, sie entwickelten sich weg von den umfassenden, frühen „Weltlandschaften“ hin zur intimeren Naturbeobachtungen von Wäldern, Bergen oder Flüssen.
    Bruegels Leben und Werk wird hier in den Tietze Galleries der Albertina in einen zeitlichen und künstlerischen Kontext gesetzt, auch durch Gegenüberstellungen mit Werken von Vorläufern und Zeitgenossen wie Hieronymus Bosch, Albrecht Dürer, Jan Wierix oder Albrecht Altdorfer.
    Zu sehen sind auch belehrende Bilderserien über Todsünden und Tugenden, in Auftrag gegeben von seinem Antwerpener Verleger Hieronymus Cock, dessen Porträt sich auch in der Ausstellung findet.

    Bruegel setzte seine Kunst immer wieder ein, um erbarmungslos Kritik an seiner Zeit zu üben, so etwa beim „Kampf der Geldkisten gegen die Sparbüchsen“ oder in „Die großen Fische fressen die Kleinen“.
    In einem seiner bekanntesten Werke, „Maler und Käufer“ thematisiert Pieter Bruegel die Kunstbanausen der damaligen Zeit, wo im Bild ein ahnungsloser Kunstkäufer mit der Hand im Geldbeutel einem missmutigen Künstler über die Schulter blickt.
    Auch dieses Bild ist Teil der neuen Ausstellung, sie läuft noch bis 3. Dezember 2017.

     

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  • Dorothee Golz – Hohlwelten

    Sep 18 • Deutsch, Kunstwerke, Podcast, Video, Wien, Österreich • 174 Views

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    Die Rauminstallation in der MQ ARTBOX in Wien zeigt transparente Hohlwelten der Künstlerin Dorothee Golz.

    Die Blasenhaftigkeit dieser Arbeit spielt darauf an, dass die Welt und das, was wir in uns tragen, als Reflexion gesehen werden können, so wie die Reflexion auch wieder eine Welt für sich darstellt.

    Indem wir in der Lage sind, eine Welt durch unser Denken zu schaffen, wird die Frage aufgeworfen, was mehr Anspruch darauf erheben darf, real zu sein.

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  • Jakob Gasteiger – Abstract Painting Now

    Sep 11 • Ausstellungen, Deutsch, Krems, Kunsthalle Krems, Kunsträume, Podcast, Portraits, Video, Österreich • 195 Views

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    Der Künstler Jakob Gasteiger hat sich in seiner Kunst von Grund auf der Abstraktion verschrieben. Dabei ist Farbe – im Sinne von “paint” nicht von “colour” – sein Ausgangs- und Arbeitsmaterial. Seine Arbeiten sind oft an den Schnittstellen zwischen Zeichnung, Malerei und Skulptur gelagert und übertreten diese. Nun sind Arbeiten des Künstlers anlässlich der Wiedereröffnung der Kunsthalle Krems in der Ausstellung “Abstract Painting Now!” zu sehen. Wir haben Jakob Gasteiger im Atelier besucht und ein kurzes Portrait geschaffen.

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  • ANDERE WELTEN – Eva Schlegel, Manfred Wakolbinger

    Aug 11 • Ausstellungen, Deutsch, Interviews, Jennersdorf, Kunst an der Grenze, Kunsträume, Podcast, Video, Österreich • 287 Views

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    Claudio Cocca und Csaba Valentik präsentieren „ANDERE WELTEN“, die elfte große Ausstellung in der Grenzkunst-Halle (ehemals A&O) in Jennersdorf und haben dazu die beiden Künstler Eva Schlegel und Manfred Wakolbinger eingeladen.

    Auf fotografische Weise ermöglichen die beiden Künstler, jeder mit seinem eigenen Zugang, im Zusammenspiel neue Sichtweisen auf mögliche Universen – der Außenwelt ebenso wie der Innenwelt. Aus den Raumwelten Schlegels und den Unterwasserbildern Wakolbingers ergeben sich Zwischenwelten, Räume und fremde Galaxien – Bilder jenseits unserer alltäglichen Wahrnehmungen.

    Kuratiert wurde die Schau in der Grenzkunsthalle Jennersdorf von Stella Plapp, die letztes Jahr vom Bundeskanzleramt für ihre innovative Kulturarbeit ausgezeichnet wurde.

    Die Unternehmer und Kunstförderer Cocca und Valentik betrachten die im Grenzland des Südburgenlands gelegene ehemalige Lagerhalle als möglichen Ausgangspunkt einer späteren fixen Kunstinstitution. (Text: Cem Angeli)

    Die Vernissage findet am Samstag, 12. August 2017, um 15 Uhr statt. Die Ausstellung in der Grenzkunst-Halle ist vom 12. August bis 3. September 2017 jeweils Mittwoch bis Freitag von 15 bis 18.30 Uhr sowie Samstag und Sonntag von 14 bis 17 Uhr geöffnet.

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  • Tobias Pils – Untitled (de)

    Jul 27 • Ausstellungen, Deutsch, Interviews, Krems, Kunsthalle Krems, Kunsträume, Kunstwerke, Podcast, Video, Österreich • 338 Views

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    Die Kunsthalle Krems hat nach einem Jahr der Renovierung wiedereröffnet und zeigt im großen Oberlichtsaal junge Kunst von Tobias Pils. Pils zeigt eine Malerei-Installation von wandfüllender Größe, wobei er die Wände schwarz ausmalen hat lassen und der großen Glaswand des Raumes vorgehängt eine riesige Malereiarbeit, bestehend aus neun Tafeln zeigt. Die ungewöhnliche Größe macht sich, so die Kuratorin der Ausstellung Verena Gamper, auch in der Komposition des Werks des Künstlers bemerkbar. So werden Sujets, die in seinen kleineren Arbeiten oft nur angerissen werden hier ausgeformt – besonders die im oberen Drittel der Wand zu sehenden drei schwangeren Frauen fallen hier sofort in den Blick. Pils geht in seiner Arbeit von sehr Persönlichem aus, überführt jedoch in der künstlerischen Umsetzung das persönlich erlebte zu einer Allgemeinheit, was einerseits durch Klärung und andererseits auch durch Wiederholung angedeutet wird. Dabei wird die Möglichkeit der Narration – der Eingebettetheit des Gezeigten in eine persönliche Geschichte – zwar angedeutet, zugleich aber der narrative Faden stets auch unterbrochen. (Text: Wolfgang Haas)

    Die Ausstellung ist noch bis zum 5. November 2017 zu sehen.

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  • Gottfried Helnwein – Von Malerei

    Jul 24 • Albertina, Albertina Kunstsammlung, Ausstellungen, Deutsch, Interviews, Kunstwerke, Museen, Podcast, Sammlungen, Video, Wien, Österreich • 323 Views

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    Gottfried Helnwein ist zweifellos einer der bekanntesten und umstrittensten hyperrealistischen Maler der Gegenwart.

    Die hyperrealistische Malerei steht im Gegensatz zur Konzeptkunst, die eher metaphysische Themen verfolgt und für viele das Ende der Malerei bedeutet.

    Aber die Malerei hat nie ihr Ende gefunden, hat über die Jahre weiter existiert und sich erneuert und transformiert. Obwohl die Technologie soweit fortgeschritten ist und damit scheinbar das Optimum der realistischen Bildwiedergabe erreicht hat, ist (hyper-)realistische Malerei dennoch nicht obsolet geworden, berührt das Können der menschlichen Hand nach wie vor. Der Zugang zum Geist des Betrachters besteht darin, dass nicht nur eine einzige Interpretation möglich ist, wenn das Bild auch eine Fotografie sein könnte.

    Gottfried Helnwein hatte im Museum Albertina bereits in jungen Jahren seine erste Solo-Ausstellung mit Zeichnungen, eine weitere folgte 1985. Anlässlich seines 65. Geburtstag im Jahr 2013 war ihm eine große Retrospektive mit 200 ausgestellten Werken gewidmet, die dem Museum mit 250.000 Personen einen Besucherrekord für einen lebenden Künstler bescherte.

    Nun hat der Künstler der Albertina sieben großformatige Gemälde geschenkt die im Rahmen der aktuellen Ausstellung “LOOK! New Acquisitions” zu sehen sind. Den Themen, die seine gesamte Karriere geprägt haben, bleibt er auch bei dieser Auswahl treu und bietet so einen repräsentativen Ausschnitt seines Schaffens.

    Bilder von verletzten Kindern ziehen sich durch die düstere Welt seiner Werke, auch immer wieder Comicfiguren und Nazis: Die Trivialkultur, hier in Gestalt von Mickey Mouse, Krieg, Kindheit, Verwundung, Opfer, Bedrohung, Leid und Gewalt, all dies begegnet dem Helnwein-Kenner in den Bildsujets wieder.

    Eines der Bilder mit dem Titel „The Murmur of the Innocents 39“ zeigt ein blutverschmiertes, verwundetes Mädchen.

    „Epiphany III (Presentation at the Temple 2)“, soll an die Anbetung Jesu erinnern. Es basiert auf einer Fotografie, die entstellte britische Kriegsverwundete aus dem Ersten Weltkrieg zeigt. Sie stehen um einen Tisch, auf dem ein schlafendes kleines Mädchen liegt.

    Die Kunst, die Realität mit Pinselstrichen auf die Leinwand zu bannen, um sie mit Leben zu füllen verleiht ihrer Aura Kontinuität, dank seinem Vermögen, die Realität -oder Hyperrealität- mit der Vorstellungskraft zu konfrontieren. Es sind keine netten oder gefälligen Vorstellungen, seine Bilder zeigen dunkle Bereiche des Menschlichen, indem sie kontroverse aber doch simple Themen aufgreifen. Wir haben hier eine Übertretung des menschlichen Geistes mit der Einbeziehung sogar von Comicfiguren, die er seit seiner Kindheit geliebt hat. Seine Arbeit zeigt sie aber nicht von ihrer nette Seite. Es schienen kindliche Alpträume zu sein, die die bedrohlich grinsende Version von Mickey hervorgebracht haben. “Pink Mouse 2″ heißt das großformatige Ölbild.
    Die Gesichtsausdrücke seiner Figuren zeigen mehr, oder anderes, als man als Betrachter verstehen kann. Man steht etwas gegenüber, das jenseits der sichtbaren Wirklichkeit liegt, die Figuren der Bilder ihrerseits sehen etwas das wir nicht sehen können, ihr Blick ist für uns nicht zu entschlüsseln.
    Die Wirkung, die diese sieben Werke in ihrem eigenen Raum entfalten, ist weniger ihrem Realismus geschuldet als vielmehr der Intensität, die der Künstler jedem einzelnen Bild abringt. (Text: Cem Angeli)

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  • Sébastien de Ganay – Transposition and Reproduction (de)

    Jul 18 • Ausstellungen, Deutsch, Interviews, Kunsthalle Krems, Kunsträume, Podcast, Video, Wien, Österreich • 339 Views

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    Mit der Wiedereröffnung der Kunsthalle Krems wird auch die Dominikanerkirche im Zentrum der Stadt neu mit Kunst bespielt. Die erste Ausstellung zeigt Arbeiten des französischen Künstlers Sébastien de Ganay.

    De Ganay hat sich intensiv mit dem Ort beschäftigt und nimmt in seinen Arbeiten Bezug auf den Kirchenbau ebenso wie auf verschiedene Aspekte des Glaubens – Vergänglichkeit, das Sakrale usw. – und der Praktizierung von Religion. Insbesondere die im Chor gezeigten Arbeiten leben von Ihrer Zurückhaltung, einer Ästhetik, die sich ihrer Klarheit und dem geschickten Umgang mit dem in den Kirchenraum einfallenden Licht verdankt. Es gibt jedoch daneben auch Arbeiten, die sich der Aufgeladenheit des Ortes mit Humor nähern. So etwa wenn vor mehreren Reihen Betstühlen auf einer Filmprojektion eine Christusfigur an einem Helikopter hängend in Zeitlupe durch die Lüfte schwebt – ein Ausschnitt aus dem Film La Dolce Vita. Kuratiert hat die Ausstellung Andreas Hoffer, der den in situ Aspekt der gezeigten Kunst besonders hervorhebt und als das konzeptuelle Bindeglied für die kommenden Ausstellungen ankündigt. (Text: Wolfgang Haas)

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