• Form folgt Paragraph

    Dez 12 • Architekturzentrum Wien, Ausstellungen, Deutsch, Kunsträume, Podcast, Video, Wien, Österreich • 27 Views

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    Louis Sullivans berühmtes Diktum “Form folgt Funktion” aufgreifend, gibt das Wiener AzW der neuen Ausstellung den Titel „Form folgt Paragraph“.

    Die erste Themenausstellung der neuen Direktorin Angelika Fitz wurde kuratiert von Martina Frühwirth, Katharina Ritter und Karoline Mayer. Hier erwartet den Besucher eine auch physisch erlebbare Ausstellung, die der Frage auf den Grund geht, wie sich Baurecht und Normen auf Architektur und Stadtplanung auswirken. Die gebaute Stadtlandschaft wird unter anderem auch durch ihre juristischen Rahmenbedingungen geformt.

    Richtlinien, Bauvorschriften, Normen – die Regelwerke unterscheiden sich regional und national stark. Die Wiener Bauordnung umfasst heute über 1.000 Seiten, in Österreich gibt es etwa 2000 Normen, dazu Förderrichtlinien, Bauvorschriften, Materialrichtlinien, Fragen der Haftung – all dies prägt die Architektur und Raumplanung.
    Die Ausstellungseinrichtung von Planet Architects nimmt mit ihren Trennwänden aus 7000 Aktenordnern ironisch Bezug auf dieses Paragraphendickicht.

    Wie kann unter diesen Bedingungen Architektur möglich sein? In der Ausstellung sind kreative und teils erheiternde Lösungen aus aller Welt zu bestaunen.
    Richtlinien für Stufen und Geländer beispielsweise sind trotz ähnlicher menschlicher Proportionen extrem unterschiedlich in Steigung, Geländerhöhe u.a., so kann man im AzW in Lebensgrösse gebaute Beispiele aus aller Welt besteigen, aus Japan der Schweiz, den USA u.a. – allerdings auf eigene Gefahr, da sie ja der Wiener Bauordnung nicht entsprechen.

    Die Frage, wie die überbordende Vorsicht in Haftungsfragen und die damit einhergehende Normierung unser Leben beeinflussen wird auch anhand von Kinderspielplätzen illustriert, deren Sicherheitsvorkehrungen im Laufe der Jahre immer strenger geworden sind, sodass den Nutzern die individuelle Eigenverantwortung immer mehr entzogen wird. Sicherheit oder Bevormundung, am Beispiel des Kinderspielplatzes der Wiener Gartenschau 1974 zeigt sich, daß ein solcher Platz heute als schweres Sicherheitsrisiko eingestuft würde. Aufgrund 238 Normen, die es für Kinderspielplätze gibt, Bodenbelag, Polsterung, Höhe etc betreffend drängt sich der Verdacht auf, daß Kinder in der heutigen „Vollkaskogesellschaft“ den eigenverantwortlichen Umgang mit Gefahren verlernen könnten.

    Auch für den Brandschutz gilt ähnliches, die Josephinische Feuer¬ordnung von 1782 liegt als Faksimile in der Ausstellung auf, sie umfasst nur einige Seiten, während das heutige entsprechende Regelwerk hunderte Seiten dick ist.
    Fallbeispiele, die Anlass für neue Regeln waren, wie der Ringtheaterbrand in Wien und die unterschiedlichen Brandschutzbestimmungen in verschiedenen Ländern, auch Themen wie Denkmalschutz und Normen für Dachausbauten werden in eigenen thematischen Bereichen, Videofilmen und einem ausführlichen Glossar behandelt.

    In der interdisziplinären und praxisnahen Ausstellung zeigt sich, wie kulturabhängig und historisch bedingt die scheinbar technisch-objektiven Baunormen sind und wie viel Aufschluss sie über die jeweilige Gesellschaft geben können.

    Die Ausstellung “Form folgt Paragraph” ist bis 4. April 2018 zu sehen. AzW im Museumsquartier, 1070 Wien.

    Webseite – azw.at

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  • C.A. Contemporary

    Nov 21 • CA Contemporary, Deutsch, Galerien, Podcast, Video, Wien, Österreich • 112 Views

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    Die Galerie C.A. Contemporary hat sich der Vertretung von Positionen der mittleren Generationen in der europäischen Kunstszene verschrieben. Die Galerie stellt Verbindungen zwischen Künstlern, Sammlern und Institutionen her. Künstler von internationalem Format werden in Österreich vorgestellt und bereits in Österreich etablierte Positionen werden vertreten. Wir nehmen an internationalen Messen teil und bieten Beratung bei Kauf von qualitätsvoller Kunst als Investition. Das Video gibt einen kurzen Überblick über die von der Galerie vertretenen Künstler.

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  • An Artist’s Cut for Redl’s sculpture “Blickfelderweiterung 360 Grad”

    Nov 20 • Deutsch, Kunstwerke, Podcast, Video, Wien, Österreich • 111 Views

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    Markus Redls »Blickfelderweiterung 360 Grad« ist eine Hommage an das Ehepaar Carmen und Reinhold Würth. Die Skulptur aus Carrara-Marmor zeigt ein Paar, Rücken an Rücken auf einer marmornen Bank sitzend, sie halten einen Wollfaden in der Hand, der sie miteinander verbindet.

    Upcoming Exhibition: MARKUS REDL – MUDRAS
    30.11.2017 – 10.02.2018
    Galerie Lisa Kandlhofer, Brucknerstraße 4, 1040 Wien

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  • Robert Frank – The Americans

    Nov 15 • Albertina, Ausstellungen, Deutsch, Interviews, Museen, Podcast, Video, Wien, Österreich • 131 Views

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    Cowboys, Busse, Autos, Schnellrestaurants, Flaggen, Paraden – wiederkehrende Motive in Robert Franks Amerika-Bildern, allerdings mit einem ungeschönten, subjektiven Blick, der die Dinge ohne jegliche Romantik zeigt, wie sie sind.

    Dem demnächst 94jährigen Doyen der Street Photography ist in der Albertina eine umfassende Werkschau gewidmet, mit vielen seiner mittlerweile zu Klassikern gewordenen Fotos.

    1955 ermöglichte ihm ein Guggenheim-Stipendium mehrere Reisen kreuz und quer durch die USA, in Begleitung seiner Familie, wo er etwa 27.000 Photos machte. 83 davon wurden in seinem Bildband The Americans 1958 abgedruckt. Anfänglich von der Kritik u.a. als anti-amerikanisch zerrissen, sollte dies eine der einflussreichsten Publikationen der Fotografiegeschichte werden.

    Es zeigt die Hinterseite der Fassade des American Dream, seine Realität, zeigt die –realen und metaphorischen- Schatten des Landes, seine Einwohner sehen einsam, melancholisch, misstrauisch aus.

    Der argwöhnische Gesichtsausdruck mancher seiner seiner Modelle verdankt sich auch seiner Methode, er entwickelte eine Technik des schnellen Schnappschusses mit seiner 35 mm-Leica Handkamera, mit der er den Augenblick ohne großes Arrangement einfangen konnte. Die steilen Aufnahmewinkel, Überbelichtungen, schiefen Horizonte und abgeschnittenen Bildränder zeugen von seiner dynamischen Art, ohne strenge Komposition oder um Erlaubnis zu fragen, spontan „aus der Hüfte“ zu fotografieren.

    Die von Walter Moser kuratierte Ausstellung in der Albertina setzt aber lange vor The Americans an und zeigt auch Fotos aus den Anfängen der Karriere Robert Franks.

    In den frühen 1970ern wandte sich Frank verstärkt dem Film zu, um sich dann einige Jahre später, nach dem Tod seiner Tochter bei einem Flugzeugunglück, wieder der Fotografie zu widmen. Sie und ihr Bruder Pablo, der sich 1994 das Leben nahm, sind im Film Conversations in Vermont (1969) zu sehen. Diesen und andere Filme und Videos von Frank zeigt das Filmmuseum von 10. bis 27. November, die berühmt-berüchtigte Rolling Stones-Doku Cocksucker Blues wird wegen rechtlicher Beschränkungen im Jänner gespielt. Ab 10.11. kommt die Filmbiografie Robert Frank – Don’t Blink in österreichische Kinosäle. (Text: Cem Angeli)

    “Robert Frank” von 25. Oktober bis 21. Jänner in den “Galleries for Photography” der Albertina. Täglich 10 bis 18, Mittwoch und Freitag bis 21 Uhr.

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  • Gerhard Rühm – Poet, Komponist, Musiker, bildender Künstler und Performer

    Nov 10 • Ausstellungen, Bank Austria Kunstforum, Deutsch, Interviews, Kunsträume, Podcast, Video, Wien, Österreich • 159 Views

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    Der österreichische Poet, Komponist, Musiker, bildende Künstler und Performer Gerhard Rühm (*1930 in Wien) steht derzeit mit seinem vielseitigen, mehr als sechs Jahrzehnte umspannenden Werk im Zentrum der Personale „Gerhard Rühm“ im Kunstforum der Bank Austria.
    Neben zahlreichen Einzelausstellungen waren seine Arbeiten u.a. im Amsterdamer Stedelijk Museum, auf der Kasseler documenta 1977 und 1987, in der Frankfurter Schirn Kunsthalle und im Joanneum Graz zu sehen. 2012 erwarb die Österreichische Nationalbibliothek Rühms Vorlass.
    Rühm war in den 1950ern zusammen mit HC Artmann, Friedrich Achleitner, Oswald Wiener und Konrad Bayer Mitbegründer der Wiener Gruppe, deren Sprachskepsis und experimentell-performativer Ansatz Rühms Werk entscheidend geprägt hat.

    Dekonstruktion bzw. Zerstörung sind wesentlich für Rühms Œuvre, so ist gleich am Anfang der Ausstellung eine Fotodokumentation über die Performance « Klavierzertrümmerung » von 1959 zu sehen, bei der Rühm und F. Achleitner im Rahmen des « Literarischen Kabinetts » der Wiener Gruppe einen Konzertflügel auf offener Bühne mit Axthieben zertrümmerten. Die Wiener Gruppe selbst steht jedoch in der Auswahl von Kuratorin Heike Eipeldauer nicht unbedingt im Mittelpunkt.

    Als permanenter Grenzüberschreiter sucht Rühm in seinem grafischen, aber auch musikalischen und literarischen Werk die ständige Erweiterung des Mediums «Sprache».

    An den Grenzen zwischen Kunstdisziplinen verwandelt er Druckschrift in Bilder, Handschrift in Zeichnungen, Sprache in Musik. Seine „visuelle poesie“ und ihr musikalisches Gegenstück, die grafisch bearbeitete „visuelle musik“, und auch seine „auditive poesie“ mit Klavierstücken und Chansons sind ebenfalls Teil der Werkschau.

    Foto- und Typografiecollagen, Zeichnungen, Videos sind zu sehen, Hörspiele oder Chansons zu hören. Rühm war als Sohn eines Philharmonikers ursprünglich von der Musik ausgegangen, und hatte sich während seines Klavier- und Kompositionsstudiums für Jazz und auch Zwölftonmusik interessiert, deren Prinzipien und Techniken er auf Sprache, auf Texte anwandte.
    Neben der  „Wiener Gruppe“-Anthologie im zweiten Raum der Schau, mit der die Sprachexperimente von Rühm, H.C. Artmann, F. Achleitner, Konrad Bayer und Oswald Wiener bekannt wurden, gibt es im Hauptraum einen in einer Multimedia-Installation aufgestellten Flügel. Mit speziellen Handlungsanleitungen des Künstlers werden die Besucher zum Mitmachen animiert.
    Bei seinen Sprach-Versuchsanordnungen suchte er den Zugang zu seinem eigenen- und dem Unbewussten der Sprache selbst, er zeichnete oder malte blind, oder während des Einschlafens. Sein tiefgehendes Interesse an der Materialität der Sprache als visuelles und phonetisches Material zeigen seine Wort- und Lautgestaltungen, Zeichnungen, Fotomontagen, Text-Objekte, Scherenschnitte, Partituren und Performances. Im letzten Raum der Ausstellung können auch die Besucher Lautgedichte rezitieren, sich an automatischen Zeichnungen versuchen oder Typografien auf einer alten Schreibmaschine erschaffen.
    Der Kontext der internationalen Avantgardebewegungen des frühen 20. Jahrhunderts und der Einfluss, den Konstruktivismus, Futurismus, Surrealismus und Dadaismus auf Rühm, aber auch die Wiener Gruppe hatten, und wie sie die jeweiligen Ansätze weiterentwickelten, wird in der Ausstellung im Kunstforum ebenso sichtbar.  (Text: Cem Angeli)
    Kunstforum Wien, bis 28.1.2018, tägl. 10h-19h, Fr. 10h-21h.

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  • Sigmund Freud Museum 2020

    Nov 7 • Deutsch, Museen, Podcast, Sigmund Freud Museum, Video, Wien, Österreich • 138 Views

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    «Alles, was die Kulturentwicklung fördert, arbeitet auch gegen den Krieg.» (Sigmund Freud in einem Brief an Albert Einstein, 1932)

    Ein halbes Jahrhundert lang lebte und arbeitete Sigmund Freud in der Wiener Berggasse 19, bis er 1938 vor den Nationalsozialisten ins Londoner Exil fliehen musste. Hier führte er seine weltberühmte Praxis, begründete die neue Wissenschaft der Psychoanalyse und verfasste seine bahnbrechenden Werke.

    Was als kleiner Gedenkort seinen Anfang nahm, wurde durch die Bedeutung Freuds als Pionier des 20. Jahrhunderts zu einer international bekannten Adresse: Seit 1971 befindet sich an dem geschichtsträchtigen Ort «Berggasse 19» das Sigmund Freud Museum, das jährlich über 100.000 BesucherInnen aus aller Welt anzieht und neben einem umfassenden Archiv Europas größte Fachbibliothek zur Psychoanalyse beherbergt.

     

    Jetzt besteht dringender Handlungsbedarf, um das Sigmund Freud Museum zu erhalten: Nach mehrjährigen Verhandlungen bietet sich  nun die einmalige Chance, mithilfe der Stadt Wien und des Kulturministeriums dieses einzigartige Kulturerbe zu retten und an internationale Museumsstandards heranzuführen. Um dieses Ziel zu erreichen, fehlen dem Sigmund Freud Museum von insgesamt knapp 4 Millionen Euro noch 900.000,- Euro. Einen Teil davon – mindestens 80.000,- Euro – möchten wir mit eurer Hilfe über Crowdfunding aufbringen, damit die notwendigen Schritte bis 2020 tatsächlich realisiert werden können!

    Deine Unterstützung zählt! Hilf mit beim Crowdfunding unter ->  freud.wemakeit.com

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  • Ein Wegweiser durch zeitgenössische abstrakte Malerei

    Okt 17 • Deutsch, Krems, Kunsthalle Krems, Kunsträume, Kunstwerke, Podcast, Video, Österreich • 112 Views

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    Direktor Florian Steininger von der Kunsthalle Krems leitet uns durch die Wirren zeitgenössischer Kunsttheorie.
    Dieses mal geht es um gemalte Geometrie und Neo-Konstruktivismus, erklärt an einer Arbeit des irischen Malers Sean Scully.

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  • RAFFAEL – Ein Universalgenie der Hochrenaissance

    Okt 10 • Albertina, Ausstellungen, Deutsch, Museen, Podcast, Video, Wien, Österreich • 278 Views

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    „Raffael war ein wahnsinnig ökonomischer Zeichner, der große Emotionen mit nur wenigen Strichen umsetzen konnte“, so Achim Gnann, Kunsthistoriker und Experte für die italienische Kunst des 15. bis 19. Jahrhunderts, der fünf Jahre an der Konzeption der neuen Ausstellung im Museum Albertina gearbeitet hat. Diese umfasst rund 130 Zeichnungen und 18 Gemälde, darunter Leihgaben aus dem Louvre, dem Vatikanischen Museum, den Uffizien in Florenz und dem Ashmolean Museum in Oxford.

    In Fokus dieser Werkschau mit den wichtigsten Schaffensperioden des früh verstorbenen Meisters (1483-1520) steht vor allem sein Arbeitsprozess, von der ersten Skizze bis zum fertigen Gemälde. Unter diesen befindet sich auch die „Madonna dell’ Impannata“ aus dem Palazzo Pitti, die mit Unterstützung der Albertina restauriert wurde. Das Porträt des Auftraggebers für dieses Bild, der römische Bankier Bindo Altoviti, ist auf dem Plakat und Katalog der Ausstellung abgebildet.

    Geboren in der Kleinstadt Urbino, war Raffaello Sanzio bereits mit elf Jahren Lehrling bei Pietro Vannucci, genannt Perugino. In Florenz wurde er später von Mäzenen u.a. mit Porträts und Madonnenbildern beauftragt, wobei eine der berühmtesten die “Sixtinische Madonna“ ist, sie heute in der Dresdner Gemäldegalerie zu finden.

    Der viel beschäftigte Raffael, der in Umbrien, Florenz und zuletzt in Rom tätig war, hatte Aufträge von Fürsten, Geschäftsleuten und Päpsten, er übernahm die Gestaltung der Stanzen, -der Privatgemächer von Papst Julius II- im Palast des Vatikan und wurde später zum Leiter des Fortbaus des Petersdoms sowie zum Baumeister des päpstlichen Palastes ernannt.

    Die Albertina besitzt seit ihrer Gründung 1776 an die 50 Werke des Meisters, in dieser Schau liegt ein Schwerpunkt auf Raffaels Zeichnungen, seinen Skizzen und akribischen Detailstudien. Weniger als eigenständige Werke, waren diese ihm eher Hilfsmittel im Hinblick auf das spätere Gemälde, sowie anschauliche Instruktion für die Mitarbeiter seiner Werkstatt.

    Die Entwicklung von Raffaels Karriere und seine einzelnen Arbeitsschritte, die Entstehung seiner Sujets, werden in einem größeren Werkkontext in der chronologisch angeordneten Schau vorgestellt.
    Wandbilder sind neben den sie betreffenden Zeichnungen oft ausschnitthaft reproduziert oder als Projektionen zu sehen. Aus den Uffizien wurde ein Selbstporträt von 1506 ausgeliehen, vom Louvre die „Madonna mit blauem Diadem“ (1511) und der „Heilige Georg und der Drachen“ (1505).
    Oft gibt es Detailstudien, etwa von Händen – präzise Körperstudien, Gesichts- und Kompositionsstudien waren essentiell für Raffaels Schaffensprozess. Diese sind in der Schau Schritt für Schritt nachvollziehbar.

    Beim „Kindermord von Bethlehem“ sind Veränderungen an den Kompositionsskizzen zu erkennen, dieses Sujet ging aus einer Studie für „Das Urteil des Salomo“ hervor.
    Am Ende der Ausstellung steht sein letztes Gemälde, die „Transfiguration“, entstanden zwischen 1516 und 1520. Hier sind es Kopf- und Handstudien für die Apostel, die Entstehung und Verlauf der Bildkomposition nachvollziehbar machen und einen Einblick in den Schaffensprozess von einem der einflussreichsten Künstler der Renaissance gewähren. (written by Cem Angeli)

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  • Suse Krawagna – Abstract Painting Now!

    Okt 2 • Deutsch, Kunsthalle Krems, Kunsträume, Podcast, Portraits, Video, Wien, Österreich • 349 Views

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    Material, Form, Wiederholung und Abwandlung sind grundlegend für die abstrakten Arbeiten der Künstlerin Suse Krawagna.  Nun sind Arbeiten der Künstlerin anlässlich der Wiedereröffnung der Kunsthalle Krems in der Ausstellung “Abstract Painting Now!” zu sehen. Wir haben Suse Krawagna in ihrem Atelier besucht und ein kurzes Portrait geschaffen.

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  • Markus Redl – Blickfelderweiterung 360 Grad

    Sep 26 • Deutsch, Kunstwerke, Podcast, Video, Wien, Österreich • 371 Views

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    Markus Redls »Blickfelderweiterung 360 Grad« ist eine Hommage an das Ehepaar Carmen und Reinhold Würth.
    Die Skulptur aus Carrara-Marmor zeigt ein Paar, Rücken an Rücken auf einer marmornen Bank sitzend, sie halten einen Wollfaden in der Hand, der sie miteinander verbindet.
    Redls Figuren strahlen eine meditative Ruhe aus. Sie haben die gesamte Umgebung im Blickfeld, ihre Gesichtszüge wirken entspannt.
    Die formale Eleganz und die Interaktion zwischen der Skulptur und dem umgebenden Raum werden durch ein ganzes Set an neuen Bezügen bereichert. Ein passives Objekt erhält so eine dringliche, lebendige Präsenz.
    Der Künstler erprobt die Durchlässigkeit des überlieferten künstlerischen Kanons, während er zwischen individuellem Angedenken und dem machtvollen Gestus der Bildhauerei oszilliert.
    Indem er das ausgedehnte Territorium der künstlerischen Tradition erforscht, bietet er uns ein breites Panorama künstlerischer Ideen, die sowohl die Inhalte seiner Arbeit als auch die Zusammensetzung und Verarbeitung des Materials geformt haben.
    Er fordert den Betrachter heraus zu sehen, zu fühlen, sich seiner Gegenwart bewusst zu werden sowie seiner fundamentalen Gefühle, er fördert die Umarmung, die Freundschaft, stellt Nostalgie her, Freude und Fröhlichkeit, und lädt dazu ein, die Freiheit zu genießen, sodass der Betrachter gerührt wird.
    Es ist die Suche nach ihrem Inneren, dem unerforschlichen unsichtbaren Teil, die Redls Arbeit prägt.
    Die Kunst existiert, weil der Mensch versucht, den Tod zu überlisten und über das unausweichliche biologische Ende hinaus Existenz zu erlangen. Die Kunst leistet dem Tod Widerstand, nicht im Sinne der Unsterblichkeit des Künstlers, der sich in seinem Werk verewigt, sondern im Sinne des metaphysischen Gehalts des Kunstwerks. Von diesem Gehalt bzw. Wert profitiert der Mensch, der Betrachter, der Genießer, der Nutzer des Kunstwerks – sodass er sich, wenn das Werk gelingt, behaust fühlt, beschützt gegen das Nichts, gegen das Schwert, das ständig über uns schwebt.
    Der Künstler erschafft Wesenheiten, die uns begleiten und trösten, die uns begeistern und enstchädigen, uns die Hand über das Vergehen der Zeit hin reichen, und uns –vielleicht- den Übergang über die zerbrechliche Brücke erleichtern.

    Sie sollen in ihrem Verweis auf die Fortdauer über die Zeiten eine kleine Ahnung von Unsterblichkeit vermitteln.

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