• Rudolf Rischer – Von Bühnen und Bildern

    Feb 23 • CA Contemporary, Deutsch, Galerien, Podcast, Portraits, Video, Wien, Österreich • 62 Views

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    Was ist hinter der Mauer und der Tür? Wer ist auf der Treppe, und was geschieht im Zimmer?
    Gebäude schweben, Perspektiven kippen, Treppen führen nach  oben und unten, ins Leere. Brücken verbinden Unverbindbares.  Die räumliche Gliederung durch markante Elemente wie Säulen, Galerien, Raumteiler, Stege und dominante, schräge Deckenkonstruktionen wird unterstützt durch expressive Beleuchtungseffekte – ob Lampen, der Mond oder unbekannte Lichtquellen.
    Mauern, Oberflächen, und Kanten sind akribisch ausgearbeitet und betonen die Geometrie der Räume. Die Szenerien wirken mehrdeutig, diese geordneten Traum-Labyrinthe sind Wandlungen ausgesetzt, immer wieder teilen sie sich in helle und dunkle Flächen, werden zu Dreiecken oder anderen geometrischen Formen oder Schraffuren.
    Die Formen tanzen vor uns in einem unbestimmten abstrakten Raum, hier schweben gegenübergestellte Realitäten. Die Konstruktionen von Rudolf Rischer sind ruhelose Aufenthaltsorte, wo auch die Leere eine existenziell dynamische Bewegung hat. Eine Auswahl neuester Arbeiten des Künstlers ist zur Zeit in der Galerie CA Contemporary in Wien zu sehen.
    Um diese Bilder zu verstehen muss man sich hineinlehnen, in sie eintreten, um zu ergründen, was hinter der Oberfläche des Papiers lauert.  Die Räume und Szenen in Rischers Bildern können ausdruckslos oder ergreifend sein, nüchtern und streng, sogar bedrohlich.
    Die Räume sind dynamisches Zusammenspiel immer neu interpretierter elementarer Formen: Dreieck, Kreis, Rechteck, Linie  von der Abstraktion in die Konkretion überführt.
    Aus den abstrakten Projektionen entstehen klar gegliederte, dramatische Räume, oft mit mehreren Ebenen verbunden.
    Linien geben aber hier mitunter ihre Funktion der Ordnung auf und führen uns in die Irre, ins Nichts der imaginären Räume. Rischers Konstruktionen transzendieren die Geometrie, gehen über sie hinaus, sie sind eher Manifestationen von sensorischen und mentalen Zuständen als konkrete Kompositionen aus Technik und Form.
    In diesem spannungsgeladenes Verhältnis von Abwesenheit und Anwesenheit kombiniert, verändert, entfernt, verdichtet und reduziert Rischer so entschlossen wie ein abstrakter Künstler, es gibt immer ein Wechselspiel zwischen dem Realen und dem Imaginären in seinen Arbeiten.
    Die Ausdrucksstärke der Interieurs ist nicht nur Resultat theatraler Einflüsse, die Dramaturgie der Räume nicht auf ihre ästhetischen, affektiven, psychologischen oder semiotischen Dimensionen beschränkt. Sie haben eine quasi operative Funktion, sie sind keine passiven Schauplätze – das Szenenbild wird selbst zum Akteur.
    Es ist kein statischer sondern ein dynamischer, performativer Raum, mit dem entweder die Figuren oder die Betrachter interagieren. Es entfalten sich latente Situationen, Dramen die existieren könnten.
    Rischer geht konstruktivistisch vor,  sein Verständnis für die operative Dimension räumlicher Anordnungen prägt die Ästhetik. Neuartige Perspektiven, souveräne  Beherrschung der Lichtwirkung und der Farbeinsatz unterstützen die suggestive Wirkung, die auf Vorstellungskraft und dem Spiel mit Volumen beruht.
    Die Zeit wird aufgehalten in dieser Bühne, es ist die Inszenierung für einen Akt, der gerade daran ist zu beginnen oder zu enden.
    Die traumartigen Szenen und nicht definierten Gestalten erschaffen auf Basis von Licht, Schatten und Hintergründen eine beunruhigende Welt.
    Die auf ihre essentiellen Formen reduzierte Bildarchitektur wird manchmal begleitet von einigen erkennbaren Figuren, dennoch wird in dem Raum keine Geschichte konstruiert, es gibt keine Erzählung, sondern Form. Auch die Figuren scheinen dort zu sein, um als reine Formen angesehen zu werden. Sie regen die Fantasie an, beim nächsten Betrachten kann alles wieder ganz anders sein. Je länger, je öfter man die Bilder betrachtet, desto mehr Widersprüche über diese verschobene Scheinwelt  geben sie preis.
    Sie führen mitunter zu Irritation, Störung und Verunsicherung, aber mit Sicherheit zu einer anderen, einer neuen Sicht.
    Rischer selbst bleibt bei seiner Darstellung des Unbekannten konsequent und benennt seine Werke stets: « Ohne Titel ». (Text: Cem Angeli)

     

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  • Das Wiener Aquarell

    Feb 20 • Albertina, Ausstellungen, Deutsch, Interviews, Museen, Podcast, Video, Wien, Österreich • 88 Views

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    Sich selbst, seinen Besitz und seine Reisen zur Schau zu stellen: Im 18. Und 19. Jahrhundert erlebte das Wiener Aquarell seine Blütezeit, bevor es letztlich von der Fotografie verdrängt wurde.
    Vom französischen und englischen Aquarell mit ihrem Interesse für Lichtstimmungen unterschied sich das Wiener Pendant vor allem durch seinen Realismus. Für den heutigen Betrachter ergibt sich über die künstlerische Bedeutung hinaus noch eine dokumentarische und historische Perspektive – als mannigfaltiges Quellenmaterial.
    Maltechnische und kompositorische Virtuosität des Wiener Aquarells faszinieren, in der über 200 Arbeiten umfassenden Schau im Albertina Museum (davon 180 aus hauseigenen Beständen) lässt sich die Entwicklung dieser Kunstform über das ganze 19. Jahrhundert nachvollziehen.
    Eine Leihgabe steht am Anfang der Schau, ein Aquarell von Heinrich Friedrich Füger, das die Gründer der Albertina-Sammlung, Albert von Sachsen-Teschen und Erzherzogin Christine zusammen mit Kaiserin Maria Theresia zeigt.
    Am Ende steht der Blick von Rudolf von Alt aus seiner Wohnung im Jahr 1903 auf die Eisengießerei Kitschelt in der Wiener Skodagasse.
    Rudolf von Alt, der 93 Jahre alt wurde,  prägte in seiner langen Schaffenszeit das Wiener Aquarell wie kein anderer Künstler, er malte für Fürstenhäuser wie die Liechtensteins, Rasumofskys oder Harrachs ihre Innenräume, und hat die Stadt Wien mit seinen Bildern durch das ganze 19. Jahrhundert in ihren Veränderungen begleitet.
    Rudolf von Alts Vater Jakob, aber auch Thomas Ender, Carl Schütz, Moritz Michael Daffinger, Matthäus Loder, Thomas Ender, Anton Romako, Eduard Gurk oder August von Pettenkofen zählten zu den bedeutenden Künstlern dieser Zeit, die in der Ausstellung vertreten sind.
    Nicht nur das Bürgertum des Biedermeier war Auftraggeber, zunächst ließ der Adel seine Besitztümer und Lebensweise mit dieser schnellen Maltechnik dokumentieren. Die Materialien konnten rasch mitgeführt werden, als Kammermaler begleiteten die Aquarellisten Fürsten auf ihren Reisen und Wanderungen, porträtierten sie oder hielten ihre Interieurs bildlich fest.
    Mit seinen Techniken Wasserfarben, Deckfarben, Tempera und Gouache diente diese Kunst dem Dokumentieren des Augenblicks, einer Reise, des Besitzes. In Zeiten vor der Fotografie wurde das Bild in Auftrag gegeben, um die Welt in der man lebte, darzustellen.
    Das reichhaltige Repertoire an Motiven bietet Stadtansichten und Landschaften, Porträts, Interieurs und Blumen, aber auch Genrebilder mit Szenen „aus dem einfachen Volk“ etwa bei Peter Fendi oder „Zigeuner“ von Anton Romako.
    Vom Biedermeier bis zur Kunst um 1900, die Schau “Das Wiener Aquarell” ist ein Beleg für Bedeutung dieser spezifischen Ausprägung der Kunstgattung und ist ebenso ein Einblick in die Geschichte eines ganzes Jahrhunderts. Die von Marie Luise Sternath kuratierte Ausstellung ist von 16. Februar bis 13. Mai 2018 in der Albertina zu sehen. (Text: Cem Angeli)

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  • Meisterwerke der Architekturzeichnung aus der Albertina

    Feb 7 • Albertina, Ausstellungen, Deutsch, Interviews, Museen, Podcast, Video, Wien, Österreich • 145 Views

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    Die Architekturzeichnung als eigene Kunstform: “Meisterwerke der Architekturzeichnung” lautet der Titel des ersten Teils der Ausstellung, deren zweiter Teil ab 27. Juni in der Albertina zu sehen sein wird.

    Präsentiert werden Kostbarkeiten der rund 40.000 Zeichnungen umfassenden Albertina-Kollektion zu Architektur.
    Einen wichtigen Teil der Bestände bildet der „Atlas Stosch“. Im 18. Jahrhundert legte Philipp Baron von Stosch in Italien eine umfangreiche Sammlung an, zu der auch rund tausend Blätter des römischen Barockarchitekten Francesco Borromini zählen.
    Im 20. Jahrhundert kamen wichtige Nachlässe wie von Carl und Franz Jobst, Adolf Loos, Josef Frank, Clemens Holzmeister und Lois Welzenbacher in die Archive der Albertina.
    Nur wenige wurden bisher in thematischen Ausstellungen gezeigt. Der von Christian Benedik kuratierte Querschnitt aus der Sammlung reicht über 700 Jahre Architekturgeschichte, von der Gotik bis zum 20. Jahrhundert.

    „Die Interpretation von Architektur ist nicht nur eine Sache der Architekten”, so Albertina-Direktor Klaus Albrecht Schröder.

    Während heute virtuelle Rundgänge durch die Bauprojekte die Norm sind, war jahrhundertelang die Zeichnung das Medium für die Darstellung von Architektur.

    Zu den für Architekten und Baumeister ausreichenden Formen der Konstruktionszeichnung wie Grundriss, Querschnitt und Aufriss kam ab dem 15. Jahrhundert noch die Perspektive hinzu, vor allem um den Auftraggebern eine plastische Visualisierung des fertigen Gebäudes zu vermitteln. Im Bild platzierte Figuren dienten der Darstellung der Größenverhältnisse, bieten dem heutigen Betrachter aber natürlich zusätzlichen historisch-ästhetischen Mehrwert.

    Die Architekturzeichnung verbindet die Idee des Architekten mit dem was realisiert wird, aber neben diesem Arbeitswerkzeug findet der Besucher dieser Ausstellung auch Gartenlandschaften, Veduten, Fassaden- und Dekorationsdetails sowie fantastische und historische Szenarien.

    Neben Architekturskizzen des Barockmeisters Francesco Borromini sind neben umgesetzten  Architektenträumen auch gewagte, nie realisierte Visionen zu sehen, wie Otto Wagners Idee für den Berliner Dom aus 1891, Clemens Holzmeisters Entwurf für eine Kathedrale in Brasilien, oder Josef Franks farbenprächtiges New Yorker Sozialbauprojekt von 1942.
    Die hölzerne “Pont de l’Archeveché” in Lyon, von Johannes Lingelbach (1650), zu sehen im Ausstellungsteil „Brücken“, ist vor allen Dingen eine künstlerische Arbeit und nicht nur die Darstellung eines Bauwerks.
    Die Abgrenzung zwischen Architekturzeichnung und Kunst wird hier obsolet, wie in vielen anderen Beispielen aus der Sammlung der Albertina. Die Zeichnungen können als künstlerische Darstellung, ohne ihren architektonischen Hintergrund betrachtet und genossen werden. (Text: Cem Angeli)

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  • 10 Jahre Forum Frohner

    Jan 29 • Ausstellungen, Deutsch, Forum Frohner, Interviews, Krems, Kunsträume, Podcast, Video, Österreich • 190 Views

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    Vor 10 Jahren wurde das Forum Frohner als zeitgenössischer White Cube im historischen Minoritenkloster in Krems-Stein eröffnet. Anlässlich dieses Jubiläums haben wir einen CastYourArt Film mit Fokus auf den Künstler Adolf Frohner und dem Forum Frohner gemacht.

    Das Forum Frohner ist dem österreichischen Künstler Adolf Frohner (1934 – 2007) gewidmet, der zwar die Planung, durch seinen plötzlichen Tod aber nicht mehr die Eröffnung „seines“ Forums miterlebt hat. „Adolf Frohner wollte dezidiert kein eigenes Museum, sondern ein Forum, in dem spannende kulturelle Arbeit geleistet werden kann“, erinnert sich Dieter Ronte, der von 2007 bis 2015 als erster künstlerischer Direktor des Forum Frohners fungierte. Das Programm des Hauses folgt nach wie vor dem weitsichtigen Credo Frohners, der einen offenen Ort der Auseinandersetzung mit Kunst schaffen wollte. In den letzten zehn Jahren fanden über 25 Ausstellungen mit nationalen und internationalen Künstler/innen statt.

    Die Ausstellung zum Jubiläum richtet den Fokus auf das Werk Adolf Frohners. Mit der Sammlung Gabriel wird eine bisher unentdeckte österreichische Privatsammlung erstmals in der Öffentlichkeit präsentiert. Harald und Mechtilde Gabriel, die persönlich mit Frohner bekannt waren, konzentrierten ihre Sammeltätigkeit primär auf Werke Frohners. In einigen Jahrzehnten entstand so eine umfangreiche Sammlung mit Radierungen, Zeichnungen und malerischen Schlüsselwerken aus den 1960er- und 1970er-Jahren. Die Schau wird mit Archivmaterial und liebevoll aufbewahrten Kleinoden wie Plakaten, Sonderausgaben von Publikationen und persönlichen Widmungen ergänzt. Elisabeth Voggeneder, künstlerische Direktorin des Forum Frohner und Kuratorin der Ausstellung, hält fest: „Das Besondere der Ausstellung ist, dass wir Adolf Frohner auf dem Weg zu seiner eigenen Bildsprache und Thematik begleiten können: ausgehend von seinen aktionistischen Anfängen hin zur neuen Interpretation der Figur.“ (Text: Forum Frohner)

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  • Remastered: Film

    Jan 18 • Ausstellungen, Deutsch, Interviews, Krems, Kunsthalle Krems, Kunsträume, Podcast, Video, Österreich • 188 Views

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    „Remastered: Film“ ergänzt die Ausstellung “Remastered. Die Kunst der Aneignung” in der Kunsthalle Krems um den Bereich der filmbezogenen Aneignungskunst.

    Kuratiert von Naoko Kaltschmidt wird hier die Fragestellungen zu Kopie und Original in der bildenden Kunst mit Beispielen von Animations-, Experimental- oder Spielfilmen vermessen.

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  • C.A. Contemporary – Rudolf Rischer

    Jan 12 • Ausstellungen, CA Contemporary, Deutsch, Galerien, Interviews, Podcast, Video, Wien, Österreich • 236 Views

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    Rudolf Rischer hat über fünfzig Jahre als Bühnenbildner an den großen Häusern gearbeitet.  Schon in dieser Zeit kam der Zeichnung als Mittel, seinen Räumen und Szenerien Ausdruck zu verleihen, eine wichtige Rolle zu. Vor wenigen Jahren hat er sich nun völlig auf die Zeichnung konzentriert und sein Oeuvre wächst. In der Galerie CA Contemporary werden nun seine neuesten Arbeiten gezeigt.
    Unser Filmbeitrag ist ein erster Teaser zur Ausstellung. Ein Künstlerportrait folgt in Kürze.

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  • Remastered – Die Kunst der Aneignung

    Jan 2 • Ausstellungen, Deutsch, Interviews, Kunsthalle Krems, Kunsträume, Podcast, Video, Wien, Österreich • 259 Views

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    Remastered – Die Kunst der Aneignung
    Kopie als Kunst: „Remastered – Die Kunst der Aneignung“ in der Kunsthalle Krems zeigt neben historischen Positionen der „Appropriation Art“, sowohl zeitgenössische Arbeiten als auch solche, die bisher noch nicht unter dem Aspekt der Aneignung gesehen wurden.
    Auf der Website der Kunsthalle Krems ist zu lesen: „Ohne die Kunst anderer ist die eigene Kunst nicht denkbar, denn Kunst entwickelt sich immer in bewusster oder unbewusster Bezugnahme auf bereits existierende Werke.“
    „Appropriation Art“ wird diese Kunstform genannt – die Faszination am Werk eines anderen, der Akt des Kopierens bzw. die physische oder symbolische Aneignung eines anderen Kunstwerks und das Resultat werden dabei selbst als Kunst, mit einem kritischen Potential, und nicht als Fälschung oder Plagiat verstanden. Die Vorgehensweisen der Aneignung sind breit gefächert, von Zitat bis Neuinszenierung, von Hommage bis Parodie, oder bis zur Auslöschung des Originalwerks.
    In der Pfeilerhalle der Kunsthalle, aus der die Zwischenwände entfernt wurden, werden die diversen Arten der Aneignung miteinander konfrontiert und ergeben reizvolle Perspektiven und Querverbindungen.
    Kuratiert von Verena Gamper, umfasst die Ausstellung Werke von mehr als 50 Künstlern, von Elaine Sturtevant über Louise Lawler, Richard Pettibone, Jonathan Monk bis Arnulf Rainer.
    In der Zentralen Halle der Kunsthalle wiederum wird das Thema auf das Medium Film hin erweitert. In der Teilausstellung „Remastered: Film“ ergänzt Gastkuratorin Naoko Kaltschmidt die Fragestellungen zu Kopie und Original in der bildenden Kunst mit Beispielen von Animations-, Experimental- oder Spielfilmen.
    Die postmoderne Aneignungskunst der 1980er deklarierte die Kopie als eigene Kunstform.
    Die theoretische Rechtfertigung geht davon aus, dass die Dekontextualisierung und Wiederverwendung von existierendem Material einen neuen Zusammenhang generiert, mit eigener Bedeutung und mit einem neuen Diskurs, in dem neue Darstellungsmodi kreiert werden, in denen der Betrachter zum aktiven Agenten im Produktions- und Rezeptionsprozess des Werks wird.
    Einerseits gibt es den Moment, indem ein Element aus seinem ursprünglichen Kontext entfernt wird und es eine Wesenheit und dadurch autonome Bedeutung erhält, und andererseits der Augenblick, in dem wir entscheiden, es in einem neuen Zusammenhang, fern vom Original, zu inkludieren und es damit mit einer neuen Bedeutung zu belegen.
    Der Künstler, der dieses angeeignete Material zusammenstellt, fügt demnach einen Mehrwert an Gültigkeit und Aktualität hinzu. (Text: Cem Angeli)

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  • Andere Räume

    Dez 30 • Ausstellungen, Bank Austria Kunstforum, Deutsch, Interviews, Kunsträume, Podcast, Video, Wien, Österreich • 280 Views

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    Andere Räume ist der Titel der siebten Ausgabe des Ausstellungsformates collected im Bank Austria Kunstforum, das ausgewählte Werke aus der Bank Austria Kunstsammlung präsentiert. Die Ausstellung wurde von Veronika Rudorfer kuratiert und setzt ein Vexierspiel aus Utopie und Realität der Bildräume, Medien und letztlich des Museums als Heterotopie selbst in Gang mit Werken von Svenja Deininger, Alois Mosbacher, Gregor Pirker, Lois Renner, Hans Schabus, Eva Schlegel, Hubert Schmalix und Gerold Tagwerker.
    Wir haben für den Film die Kuratorin Veronika Rudorfer und den Künstler Gregor Pirker interviewt.

    Die Ausstellung ist bei freiem Eintritt bis 21. Jänner 2018 im tresor des Bank Austria Kunstforums zu sehen.

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  • Form folgt Paragraph

    Dez 12 • Architekturzentrum Wien, Ausstellungen, Deutsch, Kunsträume, Podcast, Video, Wien, Österreich • 320 Views

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    Louis Sullivans berühmtes Diktum “Form folgt Funktion” aufgreifend, gibt das Wiener AzW der neuen Ausstellung den Titel „Form folgt Paragraph“.

    Die erste Themenausstellung der neuen Direktorin Angelika Fitz wurde kuratiert von Martina Frühwirth, Katharina Ritter und Karoline Mayer. Hier erwartet den Besucher eine auch physisch erlebbare Ausstellung, die der Frage auf den Grund geht, wie sich Baurecht und Normen auf Architektur und Stadtplanung auswirken. Die gebaute Stadtlandschaft wird unter anderem auch durch ihre juristischen Rahmenbedingungen geformt.

    Richtlinien, Bauvorschriften, Normen – die Regelwerke unterscheiden sich regional und national stark. Die Wiener Bauordnung umfasst heute über 1.000 Seiten, in Österreich gibt es etwa 2000 Normen, dazu Förderrichtlinien, Bauvorschriften, Materialrichtlinien, Fragen der Haftung – all dies prägt die Architektur und Raumplanung.
    Die Ausstellungseinrichtung von Planet Architects nimmt mit ihren Trennwänden aus 7000 Aktenordnern ironisch Bezug auf dieses Paragraphendickicht.

    Wie kann unter diesen Bedingungen Architektur möglich sein? In der Ausstellung sind kreative und teils erheiternde Lösungen aus aller Welt zu bestaunen.
    Richtlinien für Stufen und Geländer beispielsweise sind trotz ähnlicher menschlicher Proportionen extrem unterschiedlich in Steigung, Geländerhöhe u.a., so kann man im AzW in Lebensgrösse gebaute Beispiele aus aller Welt besteigen, aus Japan der Schweiz, den USA u.a. – allerdings auf eigene Gefahr, da sie ja der Wiener Bauordnung nicht entsprechen.

    Die Frage, wie die überbordende Vorsicht in Haftungsfragen und die damit einhergehende Normierung unser Leben beeinflussen wird auch anhand von Kinderspielplätzen illustriert, deren Sicherheitsvorkehrungen im Laufe der Jahre immer strenger geworden sind, sodass den Nutzern die individuelle Eigenverantwortung immer mehr entzogen wird. Sicherheit oder Bevormundung, am Beispiel des Kinderspielplatzes der Wiener Gartenschau 1974 zeigt sich, daß ein solcher Platz heute als schweres Sicherheitsrisiko eingestuft würde. Aufgrund 238 Normen, die es für Kinderspielplätze gibt, Bodenbelag, Polsterung, Höhe etc betreffend drängt sich der Verdacht auf, daß Kinder in der heutigen „Vollkaskogesellschaft“ den eigenverantwortlichen Umgang mit Gefahren verlernen könnten.

    Auch für den Brandschutz gilt ähnliches, die Josephinische Feuer¬ordnung von 1782 liegt als Faksimile in der Ausstellung auf, sie umfasst nur einige Seiten, während das heutige entsprechende Regelwerk hunderte Seiten dick ist.
    Fallbeispiele, die Anlass für neue Regeln waren, wie der Ringtheaterbrand in Wien und die unterschiedlichen Brandschutzbestimmungen in verschiedenen Ländern, auch Themen wie Denkmalschutz und Normen für Dachausbauten werden in eigenen thematischen Bereichen, Videofilmen und einem ausführlichen Glossar behandelt.

    In der interdisziplinären und praxisnahen Ausstellung zeigt sich, wie kulturabhängig und historisch bedingt die scheinbar technisch-objektiven Baunormen sind und wie viel Aufschluss sie über die jeweilige Gesellschaft geben können.

    Die Ausstellung “Form folgt Paragraph” ist bis 4. April 2018 zu sehen. AzW im Museumsquartier, 1070 Wien.

    Webseite – azw.at

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  • C.A. Contemporary

    Nov 21 • CA Contemporary, Deutsch, Galerien, Podcast, Video, Wien, Österreich • 342 Views

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    Die Galerie C.A. Contemporary hat sich der Vertretung von Positionen der mittleren Generationen in der europäischen Kunstszene verschrieben. Die Galerie stellt Verbindungen zwischen Künstlern, Sammlern und Institutionen her. Künstler von internationalem Format werden in Österreich vorgestellt und bereits in Österreich etablierte Positionen werden vertreten. Wir nehmen an internationalen Messen teil und bieten Beratung bei Kauf von qualitätsvoller Kunst als Investition. Das Video gibt einen kurzen Überblick über die von der Galerie vertretenen Künstler.

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