• THE BEGINNING. Kunst in Österreich 1945 bis 1980. #3 Die Aufarbeitung des Nationalsozialismus in den Werken der Künstler

    Jul 6 • ALBERTINAmodern, Ausstellungen, Deutsch, Interviews, Museen, Podcast, Video, Wien, Österreich • 693 Views

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    Sehr schnell nach dem Krieg und über mehrere Jahrzehnte hinweg waren der Nationalsozialismus, die Gräuel der Gewaltherrschaft und des Krieges Thema in den Arbeiten österreichischer Künstler. Angefangen bei den phantastischen Realisten und dort vor allem Rudolf Hausner, dann natürlich im Wiener Aktionismus bis hin zur Skulptur beispielsweise bei Bruno Gironcolli und Walter Pichler.

    Die ALBERTINAmodern ist mit ihrer Eröffnungsausstellung “The Beginning. Kunst in Österreich 1945 bis 1980″ angetreten die Kunstgeschichtsschreibung zu ergänzen, und einer der Fäden ihres Narrativs österreichischer Nachkriegskunst ist zweifellos diese Eingangs erwähnte Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus.

    Diese reicht übrigens herauf bis zu den Arbeiten Gottfried Helnweins. Zu sehen sind beispielsweise Arbeiten aus einer Serie für das Nachrichtenmagazin Profil, in der er die Tötung von Kindern in der psychiatrischen Anstalt am Spiegelgrund und die Nichtaufarbeitung dieser Thematik sowie die Nichtahndung der Verbrechen im Nachkriegsösterreich thematisiert. (Text: Wolfgang Haas)

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  • THE BEGINNING. Kunst in Österreich 1945 bis 1980. #2 Der Phantastische Realismus und Friedensreich Hundertwasser

    Jun 3 • ALBERTINAmodern, Ausstellungen, Deutsch, Interviews, Museen, Podcast, Video, Wien, Österreich • 1122 Views

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    Am Beginn der Kunst in Österreich nach der Gewaltherrschaft der Nationalsozialisten und dem Krieg steht die »Wiener Schule des Phantastischen Realismus«, die zunächst unter dem Namen »Wiener Surrealismus« firmierte. Dazu gehören Küntler wie Arik Brauer, Ernst Fuchs, Rudolf Hausner, Wolfgang Hutter und Anton Lehmden, die den Kern der Gruppe bilden. Überraschend wahrscheinlich für einige die ihn kennen, ist dass auch Arnulf Rainer Arbeiten fertigte, die dieser Richtung zugerechnet werden. Die Künstler dieser Gruppe suchten mit ihrer Kunst eine Neuorientierung weg vom pathetischen Heroikgehabe und den falschen Idyllen der nationalsozialistischen Kunst hin zu einer Öffnung für die internationalen Strömungen, insbesondere den Surrealismus, jedoch können sie nicht als Nachfolger des französischen Surrealismus gelten, denn ihr Zugang war wesentlich analytischer und von einem  tiefgehenden Denken über die Bedingtheit der Existenz in der Welt und von der eigenen Situation geprägt.

    Friedensreich Hundertwasser wiederum kann als jener österreichische Nachkriegskünstler bezeichnet werden, dem schon früh internationale Anerkennung und Erfolg zuteil wurde. Er hat ein äußerst solitäres Werk geschaffen, das Elemente einer Weltsicht und -reflexion beinhaltet – beispielsweise der Ganzheitlichkeit und auch des Umweltbewusstseins – die noch heute aktuell ist und damals ihrer Zeit weit voraus war.

    Im CastYourArt Filmbeitrag stellen die beiden Kurator*innen Berthold Ecker und Elisabeth Dutz den Phantastischen Realismus und die Kunst Hundertwassers vor, denen jeweils eigene Bereiche der ALBERTINAmodern Ausstellung “The Beginning. Kunst in Österreich 1945 bis 1980″ gewidmet sind.

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  • BALKRISHNA DOSHI. Architektur für den Menschen

    Mai 29 • Architekturzentrum Wien, Ausstellungen, Deutsch, Interviews, Kunsträume, Podcast, Video, Wien, Österreich • 430 Views

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    In seiner sieben Jahrzehnte andauernden Karriere hat sich der 1927 in Puna geborene Architekt  und Stadtplaner Balkrishna Doshi auf leistbaren Wohnraum, Gemeinsinn und naturnahes Bauen konzentriert.

    Für sein Wirken wurde ihm 2018 als erstem indischen Architekten der Pritzker Preis, die wichtigste Auszeichnung für Architektur, verliehen.
    Bis zu seiner Auszeichnung ist der in vielerlei Hinsicht revolutionäre Avantgarde-Architekt im Westen nicht so bekannt geworden wie ihm eigentlich zustünde, obwohl er zu Beginn seiner Karriere für Le Corbusier und später auch mit Louis Kahn und Kenzo Tange arbeitete.
    Dabei sind laut Architekturzentrum Wien – Direktorin Angelika Fitz „seine Arbeiten extrem relevant, vom kostengünstigen Wohnbau bis zu ökologischen Lösungen wie natürlicher Ventilation. Für ihn geht es darum, wie man Gemeinschaft bauen kann. Auch in den multiplen Krisen, die wir im Moment erleben, gibt uns Doshi aktuelle und gültige Antworten. Er hat gezeigt, dass Architektur ein Teil des Lebens ist.“

    Seine Ideen zu einer Architektur für den Menschen sind nun in der ihm gewidmeten Ausstellung im AzW zu besichtigen. Ursprünglich hätte diese am 26. März beginnen sollen. Nun wird sie Covid-bedingt in Wien noch einen Monat zu sehen sein, bevor sie nach Chicago weiterzieht.

    Kuratiert von seiner Enkelin Khushnu Panthaki Hoof und Jolanthe Kugler, ist die Ausstellung ein Projekt des Vitra Design Museums und der Wüstenrot Stiftung in Kooperation mit der Vastushilpa Foundation. Vastushilpa (Sanskrit für “Umwelt gestalten”), so nannte Doshi sein eigenes Architekturbüro, das er 1956 gründete.

    Die Schau im AzW zeigt vier Hauptkapitel: Bildungsbauten, wie etwa die von ihm gegründete Architekturschule, institutionelle Projekte, sozialen Wohnbau sowie sein städteplanerisches Schaffen.
    Die Abwechslung von Gebäudeansichten, Plänen, Entwürfen, Filmen und Fotografien sowie kleinen und großen Modellen ermöglicht eine eingehende Gesamtschau auf das Wirken Doshis. Sein eigenes, nach seiner Frau Kamala benanntes Wohnhaus ist zum Teil im 1:1 Maßstab nachgebaut, auch der organisch anmutende Kuppelbau der Galerie Gufa (1990) ist im Maßstab 1:2 begehbar.

    Seine Bauten arbeiten mit natürlicher Belüftung und nutzen traditionelle Methoden stromloser Kühlung, wie bei seinem 1980 erbauten Büro „Sangath“ („Gemeinsam handeln“), in dessen Tonnengewölbe er Tonröhren einbauen liess, die mit Regenwasser gefüllt werden und so das Haus kühlen.

    Zu sehen ist auch ein Modell der Wohnsiedlung im zentralindischen Aranya (1989), die preiswertes Wohnen durch Selbstgestaltung ermöglichen sollte. An einkommensschwache Familien wurden jeweils 30 Quadratmeter großen Einzelparzellen in einer Regierungslotterie verlost. Das Grundmodul, Sanitäranlagen, Kanalanschluss und Strom waren bereitgestellt, die Häuser konnten danach von den Bewohnern mit Modulen nach eigenen Wünschen erweitert werden. Dafür gab es einen Formenkatalog und 60 Musterhäuser zur Auswahl. Dass es so gelang, ein organisch gestaltete, dörfliche Einheit zu bilden, zeigen die über die folgenden Jahre entstandenen Fotografien.

    Für Doshi, der in der westindischen Stadt Ahmedabad lebt, ist das Leben ständig im Fluss, er selbst wuchs in einer Großfamilie auf, wo es ständige Veränderungen der Lebensumstände gab. Somit muss für ihn Architektur für den Menschen auch etwas Organisches, Flexibles und Naturnahes sein, und nichts Statisches, von oben Verordnetes.
    Eine vielgestaltige low-tech Architektur, die alle Sinne anspricht und die Ermöglichung von Wohlergehen und Zusammenleben in Szene setzt. (Text: Cem Angeli)

    Die Ausstellung läuft bis 29.6.2020 im Architekturzentrum Wien, Di – So 11h – 19h

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  • THE BEGINNING. Kunst in Österreich 1945 bis 1980. #1 Überblick

    Mai 20 • ALBERTINAmodern, Ausstellungen, Deutsch, Interviews, Museen, Podcast, Video, Wien, Österreich • 1417 Views

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    “The Beginning. Kunst in Österreich 1945 bis 1980″ ist die Eröffnungsausstellung der neuen Albertina Dependance ALBERTINAmodern. Präsentiert wird österreichische Nachkriegskunst aus etwas mehr als drei Jahrzehnten, die Abwendung und Aufarbeitung von Nationalsozialismus und den Kriegsgreueln zieht sich als roter Faden durch die in dreizehn Kapitel unterteilte Schau.  Besucht man die Ausstellung, so wird schnell klar, welch internationales Niveau die Kunst aus Österreich aus dieser Zeit erreicht hat. Maria Lassnig, Arnulf Rainer, Friedensreich Hundertwasser, Hermann Nitsch, Franz West, um nur einige zu nennen, haben international Anerkennung erhalten, aber es gibt auch Künstler zu entdecken, die bislang weniger im Rampenlicht gestanden sind und diese Präsentation dennoch verdienen. Es wird dabei auch klar, dass die Kunstgeschichtsschreibung jedenfalls noch nicht zu Ende ist und dass Geschichte im Verlauf der Zeit wenn schon nicht neu geschrieben, so doch erweitert werden muss. Dies gilt insbesondere im Bereich der feministischen Avantgarde, der in der Ausstellung ebenfalls ein großer Bereich gewidmet ist. Im ersten von zehn CastYourArt Filmbeiträgen zur Ausstellung “The Beginning” gibt ALBERTINAmodern Direktor Klaus Albrecht Schröder einen ersten Überblick über die Grundzüge der Kunst aus Österreich nach 1945 und damit auch über die Verbindungslinien zwischen den in dieser Eröffnungsschau gezeigten Werken. (Text: Wolfgang Haas)
    ALBERTINAmodern | www.albertina.at
    Eine CastYourArt Produktion | www.castyourart.com

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  • RAPHAEL RENAUD. Tumult und Stille

    Mai 13 • Ausstellungen, Berlin, CA Contemporary, Deutschland, Englisch, Französisch, Galerien, Podcast, Portraits, Video • 540 Views

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    Raphael Renaud hat sich in seiner Malerei den Großstädten und den Wäldern dieser Welt verschrieben. Tumult und Stille heißt deshalb nicht nur unser CastYourArt Künstlerporträt des in Berlin lebenden Franzosen, sondern auch die kommende Ausstellung des Künstlers bei C.A. Contemporary in Wien. Eröffnet wird angesichts der Corona Widrigkeiten im September, einen Vorgeschmack auf die Kunst erhalten Sie schon jetzt.

    Seine Malerei oszilliert zwischen Hyperrealismus, Impressionismus und Abstraktion, immer wieder wird der Betrachter verunsichert und aufs Neue fasziniert.

    Wer sich vor den Bildern bewegt, kann die ganze Komplexität der Bildebenen und Raumkompositionen erfassen, verschiedene Distanzen zu den Gemälden ermöglichen immer neue Anschauungsweisen, die lustvolle Vielfalt der Formen und Farben verleihen den Kompositionen ihre sinnliche Lebendigkeit.

    Seit Jahren ist Renaud von großen Städten fasziniert, die stets aufs Neue seine zentralen Sujets darstellen. In den letzten Jahren ist der Wald als Faszinosum für den Künstler dazugekommen. Seine Wälder sind magisch und traumhaft wie in japanischen Märchen, sie lassen viel Raum für Interpretationen.

    Das inspirierende Spannungsverhältnis zwischen Natur und Urbanität findet sich auch im Leben des Künstlers, das sich zwischen seinem Wohnort abspielt, der Weltstadt Berlin mit ihrer ungezügelten, teils exzessiven Urbanität und seinem Herkunftsort, dem ländlichen Zentralfrankreich mit seinen stillen Wäldern und Feldern.

    Obwohl seine Sujets weder exakt das eine noch das andere abbilden, bleibt in den Bildern doch die ständige Pendelbewegung spürbar, der Wechsel zwischen Stadt und Naturraum, zwischen Stille und Tumult, er schwingt immer mit.

    Raphaël Renaud, geb. 1974, hat an der Kunstakademie Paris studiert. Zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen in Paris, Zürich, Moskau und New York, sowie Messeteilnahmen in Brüssel, Berlin, London und Miami. Renaud lebt und arbeitet seit 2016 in Berlin und Frankreich.  (Text: Cem Angeli)

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  • STRABAG ARTAWARD INTERNATIONAL 2019. Anerkennungspreisträger Markus Saile

    Apr 2 • Ausstellungen, Awards, Interviews, Kunsträume, Podcast, STRABAG Artaward International, STRABAG Kunstforum, Video, Wien, Österreich • 782 Views

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    Markus Saile arbeitet mit Rhythmen und Beziehungen, die im Bildfeld, zwischen den Arbeiten auf der Wand sowie im Verhältnis zur räumlich-architektonischen Situation entstehen. Über die Einzelbilder hinaus, in denen sich lasierende Farbflächen und gesetzte Gesten überlagern, spielt daher ihre installative Hängung eine wichtige Rolle.

    Aufgrund der aktuellen Situation und der von der Österreichischen Bundesregierung gesetzten Maßnahmen ist die Ausstellung MAGNETIC FIELDS von Markus Saile in der Artlounge im STRABAG Haus, Donau-City-Straße 9, 1220 Wien auf unbestimmte Zeit verschoben.

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  • MICHAEL HOROWITZ. Stars der Kunstszene in der Fotografie.

    Mrz 24 • Albertina, Ausstellungen, Deutsch, Interviews, Museen, Podcast, Video, Wien, Österreich • 795 Views

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    Das Albertina Museum in Wien widmet dem österreichischen Fotografen Michael Horowitz eine Schau mit Arbeiten aus zwei Jahrzehnten. Horowitz Fotografien kreisen um Ikonen aus dem Kunst- und Kulturbetrieb. Zu sehen ist beispielsweise der junge Arnold Schwarzenegger im legendären Cafe Hawelka in Wien – der Stätte der Wiener Avantgarde -  Andy Warhol beim Schminken eines Models während einer Auftragsarbeit in Wien oder Thomas Bernhard fahrradfahrend im Keller seines Bauernhauses in Oberösterreich. Horowitz hat seine Karriere als Fotograf bereits als Vierzehnjähriger begonnen, fotografierte mit achtzehn Kiki Kogelnik in New York, war gut befreundet mit Helmut Qualtinger und schaffte es stets, eine besonder Nähe zu seinen Modellen aufzubauen – eine Voraussetzung für die zum Teil auch skurril anmutenden Szenarien, in denen er sein Gegenüber festhielt. Gerade heute in der Zeit überbordender Portraitfotografie in Form von Selfies bestechen Horowitz schwarz-weiß Fotografien mit ihrer unglaublichen Ausdruckskraft und muten an, wie Einblicke in eine längst vergangene Zeit.
    Die Ausstellung ist noch zu sehen bis zum 13. April 2020.

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  • VAN GOGH, CÉZANNE, MATISSE, HODLER. Die Sammlung Hahnloser

    Mrz 5 • Albertina, Deutsch, Interviews, Museen, Podcast, Sammlung Hahnloser, Video, Wien, Österreich • 1091 Views

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    Zwischen 1906 und 1936 legte ein kunstbegeistertes Schweizer Ehepaar, der Augenarzt Arthur Hahnloser und seine Frau Hedy, in ihrem Haus in Winterthur eine umfangreiche Kunstsammlung von über 500 Kunstwerken an. Sie gilt heute als eine der bedeutendsten Schweizer Privatsammlungen zur Kunst des 20. Jahrhunderts und der französischen Moderne. Sie enthält wesentliche Werkgruppen moderner Malerei, unter anderem von Cézanne, Matisse, van Gogh, Bonnard oder Hodler. Nun ist diese international einzigartige Sammlung in der Albertina zu sehen. Rund 120 Werke, etwa ein Fünftel der Sammlung, ergänzt mit Leihgaben aus den Kunstmuseen Bern und Winterthur sowie Beständen der Albertina – somit präsentiert die Ausstellung einen stimmigen Überblick über diese bemerkenswerte Sammlung.
    Nicht chronologisch nach Erwerbsjahr, sondern entstehungsgeschichtlich – kunsthistorisch gliedert sich die Schau in den violett gestrichenen Schauräumen auf. Die Anordnung zeigt, wie Hedy und Arthur Hahnloser ihre Sammlung aufbauten.
    Sie waren mit vielen Künstlern befreundet, deren Ratschläge die Sammlung beeinflussten. Diese empfahlen ihnen wiederum andere Kollegen – so auch den Schweizer Maler und Autor Félix Vallotton, den die Hahnlosers nach Empfehlung Giovanni Giacomettis bei einer Cézanne-Ausstellung in Paris kennenlernten. Vallotton porträtierte das Ehepaar in ihrem Haus in Winterthur. Diese Bilder sind gleich am Anfang der Albertina-Schau im Eingangsbereich zu sehen. Vallotton wurde ihr engster Berater, seine Bilder zählen zu den wichtigsten ihrer Sammlung. Ihre Künstlerfreunde Giovanni Giacometti und Ferdinand Hodler machten die Hahnlosers auf Vincent van Gogh und die französischen Impressionisten aufmerksam. Über Vallotton und den Kreis der Nabis und Fauves lernten sie Pierre Bonnard, Henri Manguin und auch Henri Matisse kennen. Bald erweiterten sie die Sammlung um die Wegbereiter der französischen Moderne: Renoir, Gauguin, Cézanne, – zu einer Zeit wo jener noch nicht etablierten Gegenwartskunst noch mit Skepsis begegnet wurde und es keinen Markt für die Werke gab. Das Ehepaar motivierte auch andere Sammler, sich über die Schweiz hinaus für die Moderne, vor allem in Frankreich, zu interessieren.
    Ausgehend von ihrer Intuition und ihrem Gespür für Tendenzen gelangten sie so von einem Künstler zum nächsten, wobei sie bei Atelierbesuchen oft ganze Werkgruppen erwarben. Der enge Kontakt zu Künstlern und das Verständnis für deren Motive was besonders wichtig für die Hahnlosers. Hedy Hahnloser hatte eine Ausbildung als Malerin.
    1916 stifteten die Hahnlosers dem Kunstmuseum Winterthur Werke, und später auch grosse Teile ihrer Sammlung an das Kunstmuseum in Bern. (Dessen früherer Direktor, Matthias Frehner, ist der Kurator der Ausstellung in Wien.) Gezielte Schenkungen an Museen regten weitere Eigenankäufe an, brachte den eigenen Künstlern Öffentlichkeit und beeinflusste die Ausrichtung der Sammlungstätigkeit der öffentlichen Hand – das „Prinzip Hahnloser“.
    Somit spielte das Paar eine prägende Rolle für den Aufbau von Kunstsammlungen in der Schweiz, die im Gegensatz zu Österreich oder Frankreich keine großen Sammlungen des Adels oder stattliche Kunstsammlungen aufweist. Im Kern befindet sich die Sammlung immer noch in Familienbesitz.
    Derzeit wird der Familiensitz der Hahnlosers, die Villa Flora in Winterthur, zu einem Museum umgebaut. Dort werden die Werke untergebracht. Es empfiehlt sich ein Besuch der Ausstellung in der Albertina, höchstwahrscheinlich wird die Sammlung nicht so bald wieder auf Reisen gehen.
    Die Ausstellung ist noch bis 24. Mai in der Albertina zu sehen.  (Text: Cem Angeli)

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  • NOW. COLLECTED #9 | #10. Im tresor des Bank Austria Kunstforum

    Mrz 4 • Ausstellungen, Bank Austria Kunstforum, Deutsch, Interviews, Kunsträume, Podcast, Video, Wien, Österreich • 955 Views

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    NOW. collected #9 | #10 bildet den Abschluss des Ausstellungsformats collected, das im tresor im Bank Austria Kunstforum Wien seit 2011 unter diversen thematischen Gesichtspunkten Werke aus der Bank Austria Kunstsammlung präsentiert. In den Ausstellungen wird der Frage nachgegangen, wie eine junge Auseinandersetzung mit dem fotografischen Medium im erweiterten Sinn gegenwärtig aussehen kann. Im Zuge der letzten Ausstellung wurden fotografische Arbeiten aus Wiener Galerien ausgewählt, um sich der Aktualität des Mediums Fotografie zu stellen.

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  • THE CINDY SHERMAN EFFECT. Identität und Transformation in der zeitgenössischen Kunst

    Feb 22 • Ausstellungen, Bank Austria Kunstforum, Deutsch, Interviews, Kunsträume, Podcast, Video, Wien, Österreich • 1155 Views

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    Cindy Sherman wurde in den 1980ern durch ihre “Untitled Film Stills” bekannt. In diesen Fotografien schlüpfte sie in verschiedene Rollen, mittels derer sie nicht nur das Porträt an sich, sondern auch Konstruktionen und Stereotypen von Kultur, Geschlecht und Identität dekonstruierte.
    Wie viel nachfolgende Künstlergenerationen Shermans Pionierarbeit zu Fragen der Transformation und Identität verdanken, wird derzeit im Bank Austria Kunstforum bei der Ausstellung The Cindy Sherman Effect. Identität und Transformation in der zeitgenössischen Kunst offensichtlich.
    Werken der 1954 geborenen Künstlerin werden in der Gruppenschau Arbeiten von 21 zeitgenössischen Kunstschaffenden gegenübergestellt, anhand von insgesamt 80 Werken der Schau tritt ihre Vorbildfunktion deutlich zu Tage.
    Kuratorin Bettina Busse hat für die Präsentation die räumliche Anordnung umgedreht. Die Ausstellung beginnt nicht wie üblicherweise im Säulensaal nach dem Haupteingang, sondern im letzten Raum, der durch den Bookshop nun als Eingang betreten wird.
    In den Räumen dahinter zeigen filmische Arbeiten etwa von Ryan Trecartin, Candice Breitz und Pipilotti Rist oder Fotografien von Tejal Shah, Catherine Opeis und Zanele Muholi in Konfrontation mit Arbeiten Shermans die inhaltlichen und ästhetischen Überschneidungen der Positionen.
    Eine der Erkenntnisse der Schau ist wie sehr Kunst letztlich aus anderer Kunst entsteht.

    Die Ausstellung läuft noch bis 21. Juni im Bank Austria Kunstforum Wien.  (Text: Cem Angeli)

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