• Meisterwerke der Architekturzeichnung aus der Albertina

    Feb 7 • Albertina, Ausstellungen, Deutsch, Interviews, Museen, Podcast, Video, Wien, Österreich • 632 Views

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    Die Architekturzeichnung als eigene Kunstform: “Meisterwerke der Architekturzeichnung” lautet der Titel des ersten Teils der Ausstellung, deren zweiter Teil ab 27. Juni in der Albertina zu sehen sein wird.

    Präsentiert werden Kostbarkeiten der rund 40.000 Zeichnungen umfassenden Albertina-Kollektion zu Architektur.
    Einen wichtigen Teil der Bestände bildet der „Atlas Stosch“. Im 18. Jahrhundert legte Philipp Baron von Stosch in Italien eine umfangreiche Sammlung an, zu der auch rund tausend Blätter des römischen Barockarchitekten Francesco Borromini zählen.
    Im 20. Jahrhundert kamen wichtige Nachlässe wie von Carl und Franz Jobst, Adolf Loos, Josef Frank, Clemens Holzmeister und Lois Welzenbacher in die Archive der Albertina.
    Nur wenige wurden bisher in thematischen Ausstellungen gezeigt. Der von Christian Benedik kuratierte Querschnitt aus der Sammlung reicht über 700 Jahre Architekturgeschichte, von der Gotik bis zum 20. Jahrhundert.

    „Die Interpretation von Architektur ist nicht nur eine Sache der Architekten”, so Albertina-Direktor Klaus Albrecht Schröder.

    Während heute virtuelle Rundgänge durch die Bauprojekte die Norm sind, war jahrhundertelang die Zeichnung das Medium für die Darstellung von Architektur.

    Zu den für Architekten und Baumeister ausreichenden Formen der Konstruktionszeichnung wie Grundriss, Querschnitt und Aufriss kam ab dem 15. Jahrhundert noch die Perspektive hinzu, vor allem um den Auftraggebern eine plastische Visualisierung des fertigen Gebäudes zu vermitteln. Im Bild platzierte Figuren dienten der Darstellung der Größenverhältnisse, bieten dem heutigen Betrachter aber natürlich zusätzlichen historisch-ästhetischen Mehrwert.

    Die Architekturzeichnung verbindet die Idee des Architekten mit dem was realisiert wird, aber neben diesem Arbeitswerkzeug findet der Besucher dieser Ausstellung auch Gartenlandschaften, Veduten, Fassaden- und Dekorationsdetails sowie fantastische und historische Szenarien.

    Neben Architekturskizzen des Barockmeisters Francesco Borromini sind neben umgesetzten  Architektenträumen auch gewagte, nie realisierte Visionen zu sehen, wie Otto Wagners Idee für den Berliner Dom aus 1891, Clemens Holzmeisters Entwurf für eine Kathedrale in Brasilien, oder Josef Franks farbenprächtiges New Yorker Sozialbauprojekt von 1942.
    Die hölzerne “Pont de l’Archeveché” in Lyon, von Johannes Lingelbach (1650), zu sehen im Ausstellungsteil „Brücken“, ist vor allen Dingen eine künstlerische Arbeit und nicht nur die Darstellung eines Bauwerks.
    Die Abgrenzung zwischen Architekturzeichnung und Kunst wird hier obsolet, wie in vielen anderen Beispielen aus der Sammlung der Albertina. Die Zeichnungen können als künstlerische Darstellung, ohne ihren architektonischen Hintergrund betrachtet und genossen werden. (Text: Cem Angeli)

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  • 10 Jahre Forum Frohner

    Jan 29 • Ausstellungen, Deutsch, Forum Frohner, Interviews, Krems, Kunsträume, Podcast, Video, Österreich • 559 Views

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    Vor 10 Jahren wurde das Forum Frohner als zeitgenössischer White Cube im historischen Minoritenkloster in Krems-Stein eröffnet. Anlässlich dieses Jubiläums haben wir einen CastYourArt Film mit Fokus auf den Künstler Adolf Frohner und dem Forum Frohner gemacht.

    Das Forum Frohner ist dem österreichischen Künstler Adolf Frohner (1934 – 2007) gewidmet, der zwar die Planung, durch seinen plötzlichen Tod aber nicht mehr die Eröffnung „seines“ Forums miterlebt hat. „Adolf Frohner wollte dezidiert kein eigenes Museum, sondern ein Forum, in dem spannende kulturelle Arbeit geleistet werden kann“, erinnert sich Dieter Ronte, der von 2007 bis 2015 als erster künstlerischer Direktor des Forum Frohners fungierte. Das Programm des Hauses folgt nach wie vor dem weitsichtigen Credo Frohners, der einen offenen Ort der Auseinandersetzung mit Kunst schaffen wollte. In den letzten zehn Jahren fanden über 25 Ausstellungen mit nationalen und internationalen Künstler/innen statt.

    Die Ausstellung zum Jubiläum richtet den Fokus auf das Werk Adolf Frohners. Mit der Sammlung Gabriel wird eine bisher unentdeckte österreichische Privatsammlung erstmals in der Öffentlichkeit präsentiert. Harald und Mechtilde Gabriel, die persönlich mit Frohner bekannt waren, konzentrierten ihre Sammeltätigkeit primär auf Werke Frohners. In einigen Jahrzehnten entstand so eine umfangreiche Sammlung mit Radierungen, Zeichnungen und malerischen Schlüsselwerken aus den 1960er- und 1970er-Jahren. Die Schau wird mit Archivmaterial und liebevoll aufbewahrten Kleinoden wie Plakaten, Sonderausgaben von Publikationen und persönlichen Widmungen ergänzt. Elisabeth Voggeneder, künstlerische Direktorin des Forum Frohner und Kuratorin der Ausstellung, hält fest: „Das Besondere der Ausstellung ist, dass wir Adolf Frohner auf dem Weg zu seiner eigenen Bildsprache und Thematik begleiten können: ausgehend von seinen aktionistischen Anfängen hin zur neuen Interpretation der Figur.“ (Text: Forum Frohner)

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  • Remastered: Film

    Jan 18 • Ausstellungen, Deutsch, Interviews, Krems, Kunsthalle Krems, Kunsträume, Podcast, Video, Österreich • 573 Views

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    „Remastered: Film“ ergänzt die Ausstellung “Remastered. Die Kunst der Aneignung” in der Kunsthalle Krems um den Bereich der filmbezogenen Aneignungskunst.

    Kuratiert von Naoko Kaltschmidt wird hier die Fragestellungen zu Kopie und Original in der bildenden Kunst mit Beispielen von Animations-, Experimental- oder Spielfilmen vermessen.

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  • C.A. Contemporary – Rudolf Rischer

    Jan 12 • Ausstellungen, CA Contemporary, Deutsch, Galerien, Interviews, Podcast, Video, Wien, Österreich • 603 Views

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    Rudolf Rischer hat über fünfzig Jahre als Bühnenbildner an den großen Häusern gearbeitet.  Schon in dieser Zeit kam der Zeichnung als Mittel, seinen Räumen und Szenerien Ausdruck zu verleihen, eine wichtige Rolle zu. Vor wenigen Jahren hat er sich nun völlig auf die Zeichnung konzentriert und sein Oeuvre wächst. In der Galerie CA Contemporary werden nun bis 19. März 2018 seine neuesten Arbeiten gezeigt.
    Unser Filmbeitrag ist ein erster Teaser zur Ausstellung. Ein Künstlerportrait folgt in Kürze.

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  • Remastered – Die Kunst der Aneignung

    Jan 2 • Ausstellungen, Deutsch, Interviews, Kunsthalle Krems, Kunsträume, Podcast, Video, Wien, Österreich • 598 Views

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    Remastered – Die Kunst der Aneignung
    Kopie als Kunst: „Remastered – Die Kunst der Aneignung“ in der Kunsthalle Krems zeigt neben historischen Positionen der „Appropriation Art“, sowohl zeitgenössische Arbeiten als auch solche, die bisher noch nicht unter dem Aspekt der Aneignung gesehen wurden.
    Auf der Website der Kunsthalle Krems ist zu lesen: „Ohne die Kunst anderer ist die eigene Kunst nicht denkbar, denn Kunst entwickelt sich immer in bewusster oder unbewusster Bezugnahme auf bereits existierende Werke.“
    „Appropriation Art“ wird diese Kunstform genannt – die Faszination am Werk eines anderen, der Akt des Kopierens bzw. die physische oder symbolische Aneignung eines anderen Kunstwerks und das Resultat werden dabei selbst als Kunst, mit einem kritischen Potential, und nicht als Fälschung oder Plagiat verstanden. Die Vorgehensweisen der Aneignung sind breit gefächert, von Zitat bis Neuinszenierung, von Hommage bis Parodie, oder bis zur Auslöschung des Originalwerks.
    In der Pfeilerhalle der Kunsthalle, aus der die Zwischenwände entfernt wurden, werden die diversen Arten der Aneignung miteinander konfrontiert und ergeben reizvolle Perspektiven und Querverbindungen.
    Kuratiert von Verena Gamper, umfasst die Ausstellung Werke von mehr als 50 Künstlern, von Elaine Sturtevant über Louise Lawler, Richard Pettibone, Jonathan Monk bis Arnulf Rainer.
    In der Zentralen Halle der Kunsthalle wiederum wird das Thema auf das Medium Film hin erweitert. In der Teilausstellung „Remastered: Film“ ergänzt Gastkuratorin Naoko Kaltschmidt die Fragestellungen zu Kopie und Original in der bildenden Kunst mit Beispielen von Animations-, Experimental- oder Spielfilmen.
    Die postmoderne Aneignungskunst der 1980er deklarierte die Kopie als eigene Kunstform.
    Die theoretische Rechtfertigung geht davon aus, dass die Dekontextualisierung und Wiederverwendung von existierendem Material einen neuen Zusammenhang generiert, mit eigener Bedeutung und mit einem neuen Diskurs, in dem neue Darstellungsmodi kreiert werden, in denen der Betrachter zum aktiven Agenten im Produktions- und Rezeptionsprozess des Werks wird.
    Einerseits gibt es den Moment, indem ein Element aus seinem ursprünglichen Kontext entfernt wird und es eine Wesenheit und dadurch autonome Bedeutung erhält, und andererseits der Augenblick, in dem wir entscheiden, es in einem neuen Zusammenhang, fern vom Original, zu inkludieren und es damit mit einer neuen Bedeutung zu belegen.
    Der Künstler, der dieses angeeignete Material zusammenstellt, fügt demnach einen Mehrwert an Gültigkeit und Aktualität hinzu. (Text: Cem Angeli)

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  • Andere Räume

    Dez 30 • Ausstellungen, Bank Austria Kunstforum, Deutsch, Interviews, Kunsträume, Podcast, Video, Wien, Österreich • 521 Views

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    Andere Räume ist der Titel der siebten Ausgabe des Ausstellungsformates collected im Bank Austria Kunstforum, das ausgewählte Werke aus der Bank Austria Kunstsammlung präsentiert. Die Ausstellung wurde von Veronika Rudorfer kuratiert und setzt ein Vexierspiel aus Utopie und Realität der Bildräume, Medien und letztlich des Museums als Heterotopie selbst in Gang mit Werken von Svenja Deininger, Alois Mosbacher, Gregor Pirker, Lois Renner, Hans Schabus, Eva Schlegel, Hubert Schmalix und Gerold Tagwerker.
    Wir haben für den Film die Kuratorin Veronika Rudorfer und den Künstler Gregor Pirker interviewt.

    Die Ausstellung ist bei freiem Eintritt bis 21. Jänner 2018 im tresor des Bank Austria Kunstforums zu sehen.

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  • Form folgt Paragraph

    Dez 12 • Architekturzentrum Wien, Ausstellungen, Deutsch, Kunsträume, Podcast, Video, Wien, Österreich • 572 Views

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    Louis Sullivans berühmtes Diktum “Form folgt Funktion” aufgreifend, gibt das Wiener AzW der neuen Ausstellung den Titel „Form folgt Paragraph“.

    Die erste Themenausstellung der neuen Direktorin Angelika Fitz wurde kuratiert von Martina Frühwirth, Katharina Ritter und Karoline Mayer. Hier erwartet den Besucher eine auch physisch erlebbare Ausstellung, die der Frage auf den Grund geht, wie sich Baurecht und Normen auf Architektur und Stadtplanung auswirken. Die gebaute Stadtlandschaft wird unter anderem auch durch ihre juristischen Rahmenbedingungen geformt.

    Richtlinien, Bauvorschriften, Normen – die Regelwerke unterscheiden sich regional und national stark. Die Wiener Bauordnung umfasst heute über 1.000 Seiten, in Österreich gibt es etwa 2000 Normen, dazu Förderrichtlinien, Bauvorschriften, Materialrichtlinien, Fragen der Haftung – all dies prägt die Architektur und Raumplanung.
    Die Ausstellungseinrichtung von Planet Architects nimmt mit ihren Trennwänden aus 7000 Aktenordnern ironisch Bezug auf dieses Paragraphendickicht.

    Wie kann unter diesen Bedingungen Architektur möglich sein? In der Ausstellung sind kreative und teils erheiternde Lösungen aus aller Welt zu bestaunen.
    Richtlinien für Stufen und Geländer beispielsweise sind trotz ähnlicher menschlicher Proportionen extrem unterschiedlich in Steigung, Geländerhöhe u.a., so kann man im AzW in Lebensgrösse gebaute Beispiele aus aller Welt besteigen, aus Japan der Schweiz, den USA u.a. – allerdings auf eigene Gefahr, da sie ja der Wiener Bauordnung nicht entsprechen.

    Die Frage, wie die überbordende Vorsicht in Haftungsfragen und die damit einhergehende Normierung unser Leben beeinflussen wird auch anhand von Kinderspielplätzen illustriert, deren Sicherheitsvorkehrungen im Laufe der Jahre immer strenger geworden sind, sodass den Nutzern die individuelle Eigenverantwortung immer mehr entzogen wird. Sicherheit oder Bevormundung, am Beispiel des Kinderspielplatzes der Wiener Gartenschau 1974 zeigt sich, daß ein solcher Platz heute als schweres Sicherheitsrisiko eingestuft würde. Aufgrund 238 Normen, die es für Kinderspielplätze gibt, Bodenbelag, Polsterung, Höhe etc betreffend drängt sich der Verdacht auf, daß Kinder in der heutigen „Vollkaskogesellschaft“ den eigenverantwortlichen Umgang mit Gefahren verlernen könnten.

    Auch für den Brandschutz gilt ähnliches, die Josephinische Feuer¬ordnung von 1782 liegt als Faksimile in der Ausstellung auf, sie umfasst nur einige Seiten, während das heutige entsprechende Regelwerk hunderte Seiten dick ist.
    Fallbeispiele, die Anlass für neue Regeln waren, wie der Ringtheaterbrand in Wien und die unterschiedlichen Brandschutzbestimmungen in verschiedenen Ländern, auch Themen wie Denkmalschutz und Normen für Dachausbauten werden in eigenen thematischen Bereichen, Videofilmen und einem ausführlichen Glossar behandelt.

    In der interdisziplinären und praxisnahen Ausstellung zeigt sich, wie kulturabhängig und historisch bedingt die scheinbar technisch-objektiven Baunormen sind und wie viel Aufschluss sie über die jeweilige Gesellschaft geben können.

    Die Ausstellung “Form folgt Paragraph” ist bis 4. April 2018 zu sehen. AzW im Museumsquartier, 1070 Wien.

    Webseite – azw.at

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  • C.A. Contemporary

    Nov 21 • CA Contemporary, Deutsch, Galerien, Podcast, Video, Wien, Österreich • 565 Views

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    Die Galerie C.A. Contemporary hat sich der Vertretung von Positionen der mittleren Generationen in der europäischen Kunstszene verschrieben. Die Galerie stellt Verbindungen zwischen Künstlern, Sammlern und Institutionen her. Künstler von internationalem Format werden in Österreich vorgestellt und bereits in Österreich etablierte Positionen werden vertreten. Wir nehmen an internationalen Messen teil und bieten Beratung bei Kauf von qualitätsvoller Kunst als Investition. Das Video gibt einen kurzen Überblick über die von der Galerie vertretenen Künstler.

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  • An Artist’s Cut for Redl’s sculpture “Blickfelderweiterung 360 Grad”

    Nov 20 • Deutsch, Kunstwerke, Podcast, Video, Wien, Österreich • 494 Views

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    Markus Redls »Blickfelderweiterung 360 Grad« ist eine Hommage an das Ehepaar Carmen und Reinhold Würth. Die Skulptur aus Carrara-Marmor zeigt ein Paar, Rücken an Rücken auf einer marmornen Bank sitzend, sie halten einen Wollfaden in der Hand, der sie miteinander verbindet.

    Upcoming Exhibition: MARKUS REDL – MUDRAS
    30.11.2017 – 10.02.2018
    Galerie Lisa Kandlhofer, Brucknerstraße 4, 1040 Wien

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  • Robert Frank – The Americans

    Nov 15 • Albertina, Ausstellungen, Deutsch, Interviews, Museen, Podcast, Video, Wien, Österreich • 567 Views

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    Cowboys, Busse, Autos, Schnellrestaurants, Flaggen, Paraden – wiederkehrende Motive in Robert Franks Amerika-Bildern, allerdings mit einem ungeschönten, subjektiven Blick, der die Dinge ohne jegliche Romantik zeigt, wie sie sind.

    Dem demnächst 94jährigen Doyen der Street Photography ist in der Albertina eine umfassende Werkschau gewidmet, mit vielen seiner mittlerweile zu Klassikern gewordenen Fotos.

    1955 ermöglichte ihm ein Guggenheim-Stipendium mehrere Reisen kreuz und quer durch die USA, in Begleitung seiner Familie, wo er etwa 27.000 Photos machte. 83 davon wurden in seinem Bildband The Americans 1958 abgedruckt. Anfänglich von der Kritik u.a. als anti-amerikanisch zerrissen, sollte dies eine der einflussreichsten Publikationen der Fotografiegeschichte werden.

    Es zeigt die Hinterseite der Fassade des American Dream, seine Realität, zeigt die –realen und metaphorischen- Schatten des Landes, seine Einwohner sehen einsam, melancholisch, misstrauisch aus.

    Der argwöhnische Gesichtsausdruck mancher seiner seiner Modelle verdankt sich auch seiner Methode, er entwickelte eine Technik des schnellen Schnappschusses mit seiner 35 mm-Leica Handkamera, mit der er den Augenblick ohne großes Arrangement einfangen konnte. Die steilen Aufnahmewinkel, Überbelichtungen, schiefen Horizonte und abgeschnittenen Bildränder zeugen von seiner dynamischen Art, ohne strenge Komposition oder um Erlaubnis zu fragen, spontan „aus der Hüfte“ zu fotografieren.

    Die von Walter Moser kuratierte Ausstellung in der Albertina setzt aber lange vor The Americans an und zeigt auch Fotos aus den Anfängen der Karriere Robert Franks.

    In den frühen 1970ern wandte sich Frank verstärkt dem Film zu, um sich dann einige Jahre später, nach dem Tod seiner Tochter bei einem Flugzeugunglück, wieder der Fotografie zu widmen. Sie und ihr Bruder Pablo, der sich 1994 das Leben nahm, sind im Film Conversations in Vermont (1969) zu sehen. Diesen und andere Filme und Videos von Frank zeigt das Filmmuseum von 10. bis 27. November, die berühmt-berüchtigte Rolling Stones-Doku Cocksucker Blues wird wegen rechtlicher Beschränkungen im Jänner gespielt. Ab 10.11. kommt die Filmbiografie Robert Frank – Don’t Blink in österreichische Kinosäle. (Text: Cem Angeli)

    “Robert Frank” von 25. Oktober bis 21. Jänner in den “Galleries for Photography” der Albertina. Täglich 10 bis 18, Mittwoch und Freitag bis 21 Uhr.

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