• Sébastien de Ganay – Transposition and Reproduction (de)

    Jul 18 • Ausstellungen, Deutsch, Interviews, Kunsthalle Krems, Kunsträume, Podcast, Video, Wien, Österreich • 498 Views

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    Mit der Wiedereröffnung der Kunsthalle Krems wird auch die Dominikanerkirche im Zentrum der Stadt neu mit Kunst bespielt. Die erste Ausstellung zeigt Arbeiten des französischen Künstlers Sébastien de Ganay.

    De Ganay hat sich intensiv mit dem Ort beschäftigt und nimmt in seinen Arbeiten Bezug auf den Kirchenbau ebenso wie auf verschiedene Aspekte des Glaubens – Vergänglichkeit, das Sakrale usw. – und der Praktizierung von Religion. Insbesondere die im Chor gezeigten Arbeiten leben von Ihrer Zurückhaltung, einer Ästhetik, die sich ihrer Klarheit und dem geschickten Umgang mit dem in den Kirchenraum einfallenden Licht verdankt. Es gibt jedoch daneben auch Arbeiten, die sich der Aufgeladenheit des Ortes mit Humor nähern. So etwa wenn vor mehreren Reihen Betstühlen auf einer Filmprojektion eine Christusfigur an einem Helikopter hängend in Zeitlupe durch die Lüfte schwebt – ein Ausschnitt aus dem Film La Dolce Vita. Kuratiert hat die Ausstellung Andreas Hoffer, der den in situ Aspekt der gezeigten Kunst besonders hervorhebt und als das konzeptuelle Bindeglied für die kommenden Ausstellungen ankündigt. (Text: Wolfgang Haas)

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  • LOOK – Neuerwerbungen der Albertina

    Jul 13 • Albertina, Albertina Kunstsammlung, Ausstellungen, Deutsch, Interviews, Museen, Podcast, Sammlungen, Video, Wien, Österreich • 502 Views

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    Zeichnung, Druckgrafik und Malerei sind Ausdrucksformen einer künstlerischen Idee, daher hat die Albertina bei ihren Erwerbungen den Schwerpunkt eher auf Werkgruppen statt Einzelwerke gelegt, um so einen umfassenden Blick auf das Werk eines Künstlers, einer Künstlerin, zu ermöglichen.

    Auf zwei Ebenen, im Untergeschoß sowie der Basteihalle zeigt die Albertina nun erstmals einen Einblick in die Sammlungstätigkeit der letzten 18 Jahre. Kuratiert von Antonia Hoerschelmann und Direktor Schröder, wird eine Auswahl von 350 Werken aus den über 10.000 Neuerwerbungen dieses Zeitraums gezeigt. 55 Künstlerinnen und Künstler sind hier vertreten.

    Neu angekauft wurden Zeichnungen und Druckgrafiken für die graphische Sammlung der Albertina, hauptsächlich mit den Geldmitteln privater Mäzene, viele der Gemälde für das Museum Albertina verdanken sich wiederum Schenkungen der Künstler selbst, die den Blick auf ihr Schaffen komplettieren möchten.

    Darunter sind bekannte heimische Namen wie Arnulf Rainer, Herbert Brandl, Hubert Scheibl, Max Weiler, Gottfried Helnwein, aber auch internationale Stars wie Roy Lichtenstein, Anselm Kiefer, Alex Katz, Robert Longo, Georg Baselitz, Sigmar Polke oder Robert Kentridge, der mit Collagen in der Ausstellung vertreten ist.

    Eine eigene Werkschau ist dem türkischen Konzeptkünstler Burhan Do?ançay (1929–2013) gewidmet.

    Interessante Positionen der jüngeren Künstlergeneration wie Johannes Deutsch, Anna Jermolaewa, Markus Schinwald, Sveda Chkoutova, Julie Mehretu oder Csaba Nemes treten hier in Dialog mit den internationalen Klassikern.

    Gruppiert um thematische Begriffen finden sich in den Räumen reizvolle Gegenüberstellungen wie bei Helga Philipp und Gerlinde Wurth, oder Max Weiler mit Per Kirkeby oder auch ein Richard Serra – Großformat mit Arbeiten von Sonja Gangl.

    Politische Thematiken aus verschiedenen Epochen bis in unsere Gegenwart, Selbstreflexion und Selbstbildnis, Akt und Naturbetrachtung, Pop, Comic, Collage, Graffiti, Video und Fotografie – eine Vielzahl an Themen und Medien bietet diese Auswahl aus den Ankäufen und Schenkungen der letzten 18 Jahren der Albertina, noch bis 8. Oktober. (Text: Cem Angeli)

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  • Anna Artaker – The Pencil of Nature

    Jul 10 • Ausstellungen, Bank Austria Kunstforum, Deutsch, Interviews, Kunsträume, Podcast, Video, Wien, Österreich • 525 Views

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    Für ihre Ausstellung von Naturselbstdrucken im Bank Austria Kunstforum in Wien übernimmt Anna Artaker den Titel der Publikation, mit der William Henry Fox Talbot 1844–46 sein fotografisches Verfahren vorstellte: The Pencil of Nature. Ausgangspunkt für die Naturselbstdrucke sind Talbots Fotogramme: Für seine Versuche, Lichteinfall auf Papier zu fixieren, verwendete Talbot Pflanzen, die er mit Glasplatten auf das präparierte Papier presste und dem Sonnenlicht aussetzte, um sie als negative Schattenrisse zu fixieren.

    Die Serie THE PENCIL OF NATURE thematisiert das Ideal der Selbstabbildung, das nicht nur der Naturselbstdruck, sondern auch die Fotografie für sich beansprucht. Fokussiert wird der historische Moment, in dem Bilder durch die Natur noch den direkten physischen Kontakt erfordern, wie bei Talbots Fotogrammen, wo die Berührung das Bild erzeugt. Talbots Lochkamera dagegen emanzipiert den Prozess der Bildwerdung von der Berührung. Trotzdem beschreibt er seine Fotografien als „impressed by Nature’s hand“, verwendet den Abdruck also weiterhin als Metapher um die „Unmittelbarkeit“ und „Authentizität“ der Fotografie zu betonen. In unserer Gegenwart, in der digitale Bilder scheinbar unbegrenzt verfügbar sind und auf Millionen Bildschirmen gleichzeitig erscheinen können, stellt die Rückbesinnung auf den Naturselbstdruck, ein Medium des Abdrucks, die Frage nach dem Wirklichkeitsbezug von Bildern neu.

    Kuratiert wurde die Ausstellung von Lisa Ortner-Kreil. Die Ausstellung läuft noch bis 16. Juli 2017.

    Bank Austria Kunstforum | www.kunstforumwien.at
    Eine CastYourArt Produktion | www.castyourart.com

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  • Abstract Painting Now! – Kunsthalle Krems

    Jul 4 • Ausstellungen, Deutsch, Interviews, Kunsthalle Krems, Kunsträume, Podcast, Video, Wien, Österreich • 642 Views

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    Nach einem Jahr Generalsanierung ist nun die Kunsthalle Krems unter dem neuen Direktor Florian Steininger wieder eröffnet.
    Die erste, von Steininger selbst kuratierte Ausstellung, Abstract Painting Now! ist eine Überblicksschau über die abstrakte Malerei seit den 1960er-Jahren, eine Analyse des Mediums Malerei in der abstrakten Kunst. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der aktuellen Situation des abstrakten Tafelbildes – mit einem erweiterten Abstraktionsbegriff, der verschiedenste Ansätze einschließt.
    Die Anordnung der Ausstellung zeigt Verbindungslinien jenseits der Chronologie, sie ist anhand wesentlicher Themenfelder in der aktuellen abstrakten Malerei angeordnet, wie Dekonstruktion, Natur, Gestik, Zitat oder Ornament. Monochrome Reduktion wie bei Günter Umberg oder Marcia Hafif findet hier ebenso ihren Platz wie geometrische Abstraktion (Sarah Morris) oder die expressiven Farbfelder Per Kirkebys. Internationale Stars wie Gerard Richter, Sigmar Polke oder Sean Scully treten in Dialog mit heimischen Grössen wie Hubert Scheibl, Walter Vopava, Erwin Bohatsch oder Herbert Brandl. Verschiedenste Maltechniken kommen zum Einsatz, wie bei Wade Guytons Streifenbildern der Tintenstrahldrucker, bei Katharina Grosses Farbfeldern der Airbrush, oder ganz klassisch, der pastose Ölfarbe-Auftrag bei Ahmet Orans faszinierenden Strukturen.
    Ornamentales (Ross Bleckner, Philip Taaffe) neben Naturthematik (Martha Jungwirth), Etablierte wie Ernst Caramelle, Gerwald Rockenschaub oder Heimo Zobernig neben jüngeren Positionen wie Natalia Zaluska oder Caitlin Lonegan, es findet sich breite Auswahl von knapp 80 Werken von fast 70 Künstlern, wobei die meisten mit nur einem Werk dabei sind.

    Die Schau beginnt mit Gerhard Richters schwarz-weißen „Frau in Hollywoodschaukel“ (1968) und endet im neuen Oberlichtsaal mit dem monumentalen Wandbild des 1971 geborenen Tobias Pils.

    Die Vielfalt an Strategien, mit denen die Malerei der vergangenen Jahrzehnte die Abstraktion immer wieder neu definierte, kann noch bis 5. November in der Kunsthalle Krems besichtigt werden. (Text: Cem Angeli)

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  • ÖSTERREICH – Fotografie 1970 bis 2000

    Jun 30 • Albertina, Ausstellungen, Deutsch, Interviews, Museen, Podcast, Video, Wien, Österreich • 422 Views

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    Das Eigene als Fremde: Österreich im Fokus der heimischen Linse im Museum Albertina in Wien.

    Landschaften, Räume, Identität(en), und Milieus, verschwindende oder inzwischen bereits verschwundene Eigenheiten des Landes wurden in den Jahren 1970 bis 2000 von vielfältigen Strömungen der österreichischen Fotografie ins Bild gesetzt.

    Fotografen wie Valie Export, Peter Dressler, Johannes Faber oder Branko Lenart, alles in allem 22 große Namen heimischer Dokumentar- und Kunstfotografie, sind in dieser Ausstellung zu sehen, die, kuratiert von Fotografie-Spezialist Walter Moser, Arbeiten der hauseigenen Sammlung sowie aus der Fotosammlung im Museum der Moderne Salzburg zeigt.
    Die Grundfrage der Schau lautet: Was macht österreichische Fotografie österreichisch? Die historische Spurensuche, der humorvolle Blick auf die Heimat, die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit, die Poesie der Peripherie, hier mag jeder Besucher zu seinem eigenen Urteil kommen. Die politischen und gesellschaftlichen Brüche jener 30 Jahre ziehen sich hier unterschwellig durch die Ausstellung in der Pfeilerhalle der Albertina.
    Landleben mit Schlachtabfällen, Ansichten von Mittagstischen mit Schinkenfleckerl, Knödel und Palatschinken (Robert Hammerstiel), Porträts von Menschen am Land (Bernhard Fuchs) oder Dorfplätze, im Abstand von 20 Jahren aufgenommen – im Zuge dieses teils ethnografischen, teils dokumentarischen Blicks auf die „Heimat“ wird diese auch dekonstruiert, wie z.B. bei Valie Export, die einen Flakturm aus mehreren Fotos und mehreren Perspektiven zusammenmontierte, oder auch bei Friedl Kubelka mit seinen puzzle-artigen Ansichten des Wiener Grabens. Der Eiserne Vorhang und das Grenzgebiet zu Ungarn werden zum Thema beim in Wien lebenden Seiichi Furuya.
    Neben Tendenzen der Fotografie 1970 bis 2000, die durchaus sichtbar werden, macht den Reiz der Schau aber eigentlich die Erforschung von Land und Leuten aus.
    Kurator Walter Moser: „Die in der Ausstellung gezeigten Fotografinnen und Fotografen untersuchen den Begriff der Heimat und haben uns eine neue, alternative Realität von Österreich gezeigt. Sie haben durch ihre subjektive Spurensuche die De-Codierung manifester Bilderwelten angestoßen“. (Text: Cem Angeli)

    Die Ausstellung wird ab März 2018 auch im Museum der Moderne Salzburg zu sehen sein.
    Albertina, bis 8. Oktober. tägl. 10–18h, Mi bis 21h.

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  • Architekturzentrum Wien – Assemble. Wie wir bauen

    Jun 12 • Architekturzentrum Wien, Ausstellungen, Deutsch, Interviews, Kunsträume, Podcast, Video, Wien, Österreich • 469 Views

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    Ihr revolutionäres Design repariert, anstatt zu zerstören, es ist eine Avantgarde, die statt zu erfinden, wiederverwertet. Ihre Projekte nehmen das, was sie vorfinden und verbessern es. Sie reparieren, was die Institutionen nicht schaffen zu reparieren.

    Diese „optimistische“ Schau, die zeigt, was Architektur für das Leben der Nutzer bewirken kann, hat Architekturzentrum Wien Direktorin Angelika Fitz zusammen mit Katharina Ritter kuratiert. Die erste Ausstellung ihrer Direktionszeit ist auch die weltweit erste Überblicksausstellung zum Werk von Assemble. Gleichzeitig wurde für das Kollektiv eine einjährige Gastprofessur an der Wiener TU organisiert.

    Unter dem Titel “Wie wir bauen” widmeten sie sich gemeinsam mit den Studenten dem traditionellen Baustoff Wiens, dem Ziegel. Im Hof des Museumsquartiers entsteht aus diesem Material ein im Selbstbau errichteter Pavillon als konkretes Forschungsergebnis. Er wird dort als Begegnungsort und Werkstätte dienen.

    In großem Maßstab sind im AzW sind zehn ihrer verwirklichten „Prototypen“ als Installationen zu besichtigen. Videos, Zeichnungen und weiteres Anschauungsmaterial zeigen, wie die Projekte in gemeinschaftlichen Prozessen entstehen. In der dazugehörigen Publikation der Reihe „Hintergrund“ werden die Projekte mit vertiefenden Informationen vorgestellt.

    Materialproben wie ein raumhohes Fassadenfragment von ihrem Coworking-Projekt „Yardhouse“, wo sie günstige Künstlerateliers errichtet haben, oder eine Nachbildung der Mauer ihres Londoner OTOProjects, einem Konzertraum, dessen Wände aus mit Schutt gefüllten Säcken sowie aus Schutt-Verputz bestehen, geben einen fühlbaren Eindruck von ihrer originellen Bauweise.

    Bei dem Kollektiv, das aus 18 gleichberechtigten Mitgliedern besteht, handelt es sich um die ersten Nicht-Künstler, die den von der Tate Gallery verliehenen Turner Prize 2005 gewannen, eine der wichtigsten Auszeichnungen in der zeitgenössischen bildenden Kunst.

    Assemble verbinden in ihren oft im Selbstbau verwirklichten Projekten gemeinschaftliches Handeln mit ökologischer und wirtschaftlicher Nachhaltigkeit.

    Die erste Intervention der damals frischgebackenen Uni-Absolventen, die sich in Cambridge kennenlernten, war „The Cineroleum“, ein im Kollektiv errichtetes pop-up Kino in einer verlassenen Tankstelle. Weg von den Multiplex-Kinos der Stadtränder wurde hier das Kino in die Innenstadt zurückgebracht. Am Ende jeder Vorstellung wurde der trennende Vorhang zur Umgebung gelüftet und so eine Art Straßentheater bzw. ein öffentlicher Raum geschaffen. Der Vorhang ist auch im AzW zu besichtigen.
    Ein weiteres ihrer Projekte in Liverpool brachte schließlich den Turner-Preis ein: Granby Four Streets ist eine um 1900 errichtete Arbeitersiedlung. Bei „Granby Four Streets“ kooperierte die Gruppe mit der örtlichen Nachbarschaftsinitiative und erstellte einen nachhaltigen Sanierungsplan für die Wiederbelebung des Viertels. Bis heute existieren dort von Bewohnern betriebene soziale Unternehmen weiter.
    Der Blackhorse Workshop in London ist ein weiteres Beispiel nutzergetriebener Architektur, wo nachhaltig Sozialunternehmen geschaffen wurden.

    Derzeit plant Assemble die neue Kunstgalerie des Goldsmith College in London.

    Seit dem ersten Projekt, Cineroleum, haben sie sich die Freude am Improvisieren und dem Temporären bewahrt. Das Interesse am Raum und seine Nutzung sind für sie gleich wichtig wie das Bauen, bei dem die Freude am Hand-Anlegen mit der Selbstermächtigung der Nutzer einhergeht.
    Ihr Architekturbegriff dreht sich weniger um das Designen von Großbauten, sondern vielmehr um eine prozesshafte Serie von partizipativen Kooperationen und Aktivitäten, von denen Bauen nur eine ist.
    In den kurzen sieben Jahren ihrer Existenz ist Assemble gelungen, ihre Arbeit von kleinen Initiativen wie dem pop-up Kino zu immer größeren und einflussreicheren Projekten weiterzuentwickeln. Es bleibt zu wünschen, dass die Gestaltung und Rückeroberung von Lebensräumen durch lokale Grassroots-Initiativen ein nachhaltiger Trend wird. (Text: Cem Angeli)

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  • James Welling – Metamorphosis

    Jun 9 • Ausstellungen, Bank Austria Kunstforum, Deutsch, Interviews, Kunsträume, Podcast, Video, Wien, Österreich • 448 Views

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    What you see isn’t what you really get.
    There is something else—the effect of photography.

    Laut Kuratorin Heike Eipeldauer könnte man hier Zweifel bekommen, ob es sich um das Werk eines einzigen Künstlers handeln kann, so vielseitig und verschiedenartig ist das Werk van James Welling. Eipeldauer hat die Ausstellung im Wiener Bank Austria Kunstforum in Zusammenarbeit mit dem Stedelijk Museum Gent konzipiert.

    James Welling (*1951, Hartford/Connecticut) gilt als einer der wichtigsten zeitgenössischen Fotografen. Sein Weg zur Fotografie verlief über Umwege, er hat zunächst in Pittsburgh Malerei studiert, wo er dann auch, nach Begegnungen mit John Cage und dem Choreographen Merce Cunningham, Modern Dance studierte. Am CalArts Studio in Los Angeles widmete er sich dann verstärkt der Videokunst, später erst entdeckte er das Werk von Fotografen wie Walker Evans, Paul Strand und vor allem Laszlo Moholy-Nagy und begann, sich die Fotografie autodidaktisch anzueignen.

    Er zog dann 1978 nach New York, wo er in den frühen 1980er Jahren die ersten – vielbeachteten – Ausstellungen hatte, unter anderem mit seinen Serien Aluminium Foil und Drapes. Welling ging 1995 nach Kalifornien und lehrte dort Fotografie an der UCLA.
    Seine Arbeit hat viele jüngere Fotografen beeinflusst. Sein Werk wurde in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen in den USA, Japan, und Europa gezeigt, u.a. der Documenta IX (1992), oder im Metropolitan Museum of Art in New York. In Europa wurde Welling vergleichsweise selten ausgestellt, dies ist seine erste großen Personale in Wien.
    Welling hinterfragt die Konventionen des Mediums Fotografie und seine ursprüngliche dokumentarische Funktion. Vor allem in den frühen Werkserien unterzieht er den Wiedererkennungswert von Alltagsgegenständen seinen verfremdenden formalen Abstraktionen mit Hilfe von Licht und Fragmentierung.
    In seinen Arbeiten bezieht Welling die subjektive Voreinstellung des Betrachters in die ästhetische Erfahrung mit ein. Stilvielfalt und Experimentierfreude prägen sein Genre-übergreifendes Werk zwischen Malerei, Fotografie, Tanz, Film, Architektur und Skulptur. Er lotet die Grenzen und Grundlagen des Mediums ständig aus und unterzieht seine Bildsprache ständiger Verwandlung, wie bei den „Fotogrammen“, bei denen Gegenstände beim Belichten auf des Fotopapier gelegt werden, oder den Degradés, (1986–2006), die sich mit der abstrakten Malerei Mark Rothkos beschäftigen.
    Die mannigfaltigen Bruchlinien und Entwicklungen in Wellings Werk kann der Besucher, beginnend in den 1970er Jahren, beim Rundgang im Kunstforum nachverfolgen. Auch Persönliches lässt der Künstler immer wieder in seine Arbeiten einfliessen, wie das Tagebuch seiner Ur-Urgroßmutter von 1840/41 oder Filmaufnahmen seines Großvaters, eines Malers, im Video Seascape (2015). (Text: Cem Angeli)

    James Welling, 5. Mai bis 16. Juli, Bank Austria Kunstforum, Freyung 8, Wien 1, tägl. 10–19h, Fr. 10–21h.

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  • Maria Lassnig – Zwiegespräche

    Mai 29 • Albertina, Ausstellungen, Deutsch, Interviews, Museen, Podcast, Video, Wien, Österreich • 572 Views

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    Maria Lassnig : Unter dem Titel “Zwiegespräche” zeigt das Albertina Museum 80 Aquarelle und Zeichnungen der 2014 verstorbenen großen österreichischen Künstlerin. Kuratiert von Antonia Hoerschelmann, sind in dieser ersten posthumen Retrospektive ihrer Grafik zum Teil noch nie gezeigte Blätter zu sehen.
    Etwa die Hälfte der ausgestellten Werke kommt aus der Sammlung der Albertina, der Rest aus der Lassnig-Stiftung. Neben der Stiftung hat die Albertina den größten Bestand an Lassnig-Zeichnungen, dank einer Schenkung der Künstlerin im Umfang von 30 Arbeiten.
    Vor kurzem wurden mittels Fundraising weitere sechs Zeichnungen für das Museum erworben, darunter « Fettes Selbstporträt » sowie « Vati und Ich ».
    Chronologisch geordnet anhand von Lebensstationen in Paris, New York und Berlin folgt die Schau den Entwicklungen in Lassnings Werk.
    Es sind berührende Einblicke in tiefe Gefühlswelten, im Zentrum steht ihre Selbstwahrnehmung. Sie ist vielschichtig und trotz aller Tragik auch humorvoll, es dreht es sich in den Bildern vor allem um sie selbst, um ihre Gefühle und ihren Körper, ihre, wie sie es nannte, „Körperwahrnehmung“.
    Dieses sehr persönliches Konzept der « Body Awareness » erschließt sich dem Betrachter durch ihre unverwechselbare Bildsprache, das Nachspüren dieser Selbstwahrnehmung ihrer Körperlichkeit bildet den Mittelpunkt ihrer Body-Awareness-Arbeiten.

    Zeichnung und Aquarell waren wichtige Elemente, in Lassnigs Oeuvre hat die Grafik einen eigenständigen Platz.
    Ihre Grafik hat trotz allem Grotesken nichts Goya- oder Bacon-haftes Dunkles, Bedrohliches, sie ist im Gegenteil hell und pastellfarben, ihre Porträts können lebensbejahend sein und doch gleichzeitig satirisch und brutal, sie zeigt sich selbst mit direktem und herausforderndem Blick zum Betrachter.
    In einem ständigen Dialog mit ihrem Körper brachte sie ihre Selbstempfindungen, so wie sich selbst spürte, zu Papier, ließ sie zum Bild werden und stellte so Verbindungen zur Außenwelt her. Ihre Gedanken und Seelenqualen, ihre Verletzungen, Enttäuschungen und Ängste, ihre Hoffnungen und auch Trauer scheint sie durch diese bildlichen Konfrontationen geordnet zu haben.
    Manche der Arbeiten offenbaren biografische Bezüge – etwa das Aquarell “Das letzte Bild meiner Mutter”. Sie, die sich selbst ein « Muttikind » nannte, trauerte sehr über den Tod der geliebten Mutter, der sie in eine profunde Krise stürzte.
    In einem Jahr wird die Ausstellung “Zwiegespräche” im Kunstmuseum Basel ausgestellt, bis 27. August ist sie in Wien zu sehen. Zum 100. Geburtstag Lassnigs in zwei Jahren gibt es dann eine grosse Ausstellung über das Gesamtwerk, die zunächst im Stedelijk Museum Amsterdam, und danach in der Albertina zu sehen sein wird. (Text: Cem Angeli)

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  • Eduard Angeli – Stille

    Mai 18 • Albertina, Ausstellungen, Deutsch, Interviews, Museen, Podcast, Video, Wien, Österreich • 554 Views

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    In einer großen Retrospektive im Albertina Museum in Wien ist die Kunst Eduard Angelis zu sehen. Seine Arbeiten weigern sich definiert zu werden, sich definieren zu lassen. Seine Arbeiten strukturieren sich durch entweder komplementäre oder gegensätzliche Konzepte. Die Gegensätze sind Absenz und Präsenz, Verschwinden und Erscheinen, das Immaterielle und das Materielle, das Unsichtbare und die Sichtbarkeit, die Aktion und die Kontemplation. Radikal gesagt, betrachten wir seine Arbeiten, so sehen wir das visuelle Phänomen selbst.

    Das Licht als Grundelement der Vision und Metapher einer Erkenntnis, die sie transzendiert, ist die Hauptachse vieler seiner oft hermetisch anmutenden Werke. Durch die Schatten, immaterielle Spuren des Körperlichen, führt er uns neuerlich zu der Essenz des Ausgangspunktes der Malerei.

    Er erschafft einen Raum der Intimität, eine unmittelbare Erfahrung. Die großformatigen Bilder ziehen uns in ihr Inneres, der Betrachter ist drinnen, zusammen mit dem Maler. Um das Bild zu erleben, muss man in das Panorama eintreten, das sich vor einem entfaltet. Er interpretiert die Landschaft in überhöhter Weise, im romantischen Sinne des Wortes.

    Es zeichnen sich künstliche Horizonte ab, Landschaften, die verwirren, uns in Trugbildern wiegen. Denn seine Wirklichkeit scheint nicht genau die zu sein die wir sehen, ist das wahre Leben anderswo?

    Angeli erforscht die Wahrnehmung, er malt die Welt, als ob sie eine Art Theater-Szenerie wäre, die man dank einer malerischen Vorrichtung entdecken oder wiederentdecken kann. “Der Mensch” heißt es schon bei José Ortega y Gasset “hat keine Natur, er hat Geschichte.” (Text: CA)

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  • Egon Schiele – Selbstbildnis mit Pfauenweste

    Mai 9 • Albertina, Ausstellungen, Deutsch, Interviews, Museen, Podcast, Video, Wien, Österreich • 679 Views

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    In seiner kurzen, aber intensiven Schaffensphase hat Egon Schiele immer wieder den Menschen in den Mittelpunkt seiner Arbeit gestellt. Dabei hat er Rollen, Inszenierungen des Seins, nicht nur hinterfragt, sondern auch zugeschrieben. Im Selbstbildnis mit Pfauenweste stellt er sich selbst – den Künstler – als Heilsbringer dar, als jemanden der der Welt Wahrheit bringt und dessen Erhabenheit sich in Blick, Haltung und Kleidung widerspiegelt. Dabei, so der Direktor der Albertina Klaus Albrecht Schröder, handelt es sich um eine Inszenierung, keinesfalls um eine Selbstdarstellung im Sinne eines Portraits. Nicht nur war Schiele zu jener Zeit als er das Bild gemalt hat bitter arm, und man kann annehmen, dass er sich die teure Kleidung – eine Pfauenweste – nicht hätte leisten können. Auch seine Handhaltung – eine Geste, die in byzantinischen Ikonendarstellungen des Christus Pantokrator, des “Allherschenden” zu finden ist – verweist darauf, dass Schiele hier dem Künstler oder noch allgemeiner der Kunst eine Rolle zuweist. In unserem Filmbeitrag führt uns der Direktor der Albertina, Klaus Albrecht Schröder, anlässlich der Ausstellung “Egon Schiele” ein in die Geheimnisse dieses Bildes. (Text: Wolfgang Haas)

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