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CastYourArt Video- und Audiobeiträge


Michael Braunsteiner - Outsider Art. Die Sammlung Prinzhorn.

2. September 2009, 15:54:00 unter Admont, Audio, Ausstellungen, Deutsch, Interviews, Museen, Podcast, Stift Admont, Österreich

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entdeckte die künstlerische Moderne im Zuge ihrer Suche nach den „Uranfängen“ der Kunst die damals so genannte „Irrenkunst“. Gleichzeitig begann unter Psychiatern, die hofften, Werke von Anstaltsinsassen diagnostisch verwerten zu können, erstmals eine umfassendere Sammlertätigkeit. So lautete auch der Auftrag an den Kunsthistoriker und Arzt Hans Prinzhorn (1886-1933), der im Jahr 1919 an die Heidelberger Klinik gerufen wurde, er solle die kleine Lehrsammlung der Anstalt erweitern und nach Methoden forschen, um aus den gestalterischen Arbeiten der Patienten Rückschlüsse auf die Art ihrer Krankheit zu ziehen. Prinzhorn lehnte jedoch einen rein fachspezifischen, psychiatrischen Zugang zu den Arbeiten ab. Stattdessen setzte er sie in einen kunsttheoretischen Kontext und rückte damit erstmals die ästhetische Schönheit der marginalisierten „Irrenkunst“ ins Blickfeld – eine Pionierleistung.

Interview mit Michael Braunsteiner zur Sammlung Prinzhorn, Teil 1


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Interview mit Michael Braunsteiner zur Sammlung Prinzhorn, Teil 2


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Interview mit Michael Braunsteiner zur Sammlung Prinzhorn, Teil 3


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Im Jahr 1922 publizierte Prinzhorn das Buch „Bildnerei der Geisteskranken“, in dem er einen großen Teil der Sammlung dokumentierte und interpretierte, wobei er Parallelen zu anderen Formen künstlerischen Gestaltens und zur Gegenwartskunst zog. Während Kollegen mehrheitlich ablehnend reagierten, wurde das Buch von der modernen Kunstwelt begeistert aufgenommen. Es inspirierte Künstler wie Max Ernst, Alfred Kubin oder Pablo Picasso und gewann einen wesentlichen Einfluss auf die Kunsttheorie und -rezeption des 20. Jahrhunderts, was sich nicht zuletzt auch in der heutigen Beschäftigung mit „Zustandsgebundener Kunst“ und „Outsider Art“ niederschlägt.

Die Sammlung Prinzhorn umfasst heute 5000 Objekte von 435 meist als schizophren geltenden Patienten verschiedener sozialer Herkunft und Altersstufe. Sie vereint Zeichnungen, Gemälde, Collagen, Textilien, Skulpturen und Texte, die zwischen 1880 und 1933 in psychiatrischen Anstalten vorwiegend im deutschsprachigen Raum entstanden sind.

Der Beitrag ist anlässlich der Präsentation einer Auswahl der Sammlung Prinzhorn im Museum für Gegenwartskunst des Benediktinerstifts Admont entstanden. (sh)



Douglas Henderson - Visible Sound

22. Juli 2009, 11:51:43 unter Audio, Berlin, Deutschland, Englisch, Portraits

Studiert hat der amerikanische Klangkünstler Douglas Henderson Komposition und Theorie an der Princeton Universität bei Milton Babbitt, dem Synthesizer Pionier und Pulitzer Preisträger, bei Elie Yarden und J.K. Randall, Mitherausgeber des Magazins Perspectives of New Music.

Henderson lebt heute in Brooklyn und seit einer Einladung durch den Deutschen Akademischen Austauschdienst im Jahr 2007 abwechselnd auch in Berlin. Seine künstlerischen Arbeiten wurden von renommierten Stiftungen wie der Rockefeller Foundation, der Foundation of Contemporary Art New York und durch zahlreiche Preise gefördert, die Liste seiner Ausstellungstätigkeiten und Performances ist ebenso beachtenswert wie international. Mit seiner kompositorischen Arbeit ist er an zahlreichen Festivals für Computer- und Neue Musik von Seoul bis New York präsent. Intensiv ist seine Zusammenarbeit mit Choreographen im Bereich des modernen Tanz. So hat unter anderem für Jeremy Nelson, David Zambrano und Meg Stuart komponiert sowie für zahlreiche Tanztheater in Europa und den USA.

Teil 1. Visible Sound


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Teil 2. Playback


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Die Arbeiten des Komponisten und Performers sind im Bereich der mehrkanal-elektroakustischen Komposition angesiedelt. Es handelt sich dabei jedoch nicht um rein akustische Arbeiten. Es geht Douglas Henderson immer wieder auch darum, Sound sichtbar zu machen. Er könne, sagt er, mit dem Begriff Musik nicht so viel anfangen und mache sich weniger Sorgen darum wie es klingt als darum wie es ausschaue. Das bedeutet nicht, dass die akustische Intensität vernachlässigbar wäre, sondern gibt Auskunft darüber von welche Zugang aus er sich der kompositorischen Arbeit nähert. Seine Eisbrecher genannte Aufnahme für das Hudson Opera House, weckt im Zuhörer paranoide Gefühle, dass unter den eigenen Füßen eine Eisdecke rissig wird und in immer kleinere Teile zerspringt. Seine mit schwimmbadblauer Farbe ausgemalten und mit Wasser angefüllten Lautsprecher wiederum tendieren mehr in eine visuelle Richtung. Dass Henderson sich seiner Arbeit eher als abstrakter Maler annähert, denn als Komponist, diese auf eine Arbeit aus dem Jahr 2003 bezogene Aussage, hat für einen großen Teil seines Werks Gültigkeit.

In jüngster Zeit konzentriert sich der Künstler auch auf den Bau von Instrumenten. Es handelt sich bei diesen Arbeiten um Rauminstallationen. Saiten die im Raum verspannt sind und ganze Gebäudestrukturen als Klangkörper nutzen. Sie werden angesteuert von Maschinen oder fordern die Aktion der Besucher heraus, die durch ihre Bewegung den Raum in Schwingung versetzen. (wh)



Jan Peter E.R. Sonntag - Die akustische Perspektive des Raumes und das Wesen der Elektrizität.

24. Juni 2009, 09:01:25 unter Audio, Berlin, Deutschland, Englisch, Podcast, Portraits

Von den meisten seiner Sound-Installationen gebe es keine Aufnahmen. Über Boxen oder Kopfhörer würden sie nicht funktionieren, sagt Jan-Peter E.R. Sonntag, denn seine Kompositionen nutzen meist den gesamten Körper als akustischen Rezeptionsraum. Da kann es gut sein, dass der Schall nicht über das Trommelfell in den Körper dringt, sondern zum Beispiel über die Fußsohlen – und wer stellt sich schon gerne auf seine eigenen Lautsprecherboxen. Schnittstellen zwischen dem menschlichen Körper, technisch-medialen Systemen und schallvermittelten Raumwahrnehmungen gehören zu seinem künstlerischen Interessensgebiet. Zum Beispiel, wenn er in der Erde eine Säule frei schwingend versenkt, und deren Oberkante als ebenerdiger Kanaldeckel ausführt. Wer auf den Kanaldeckel tritt, wird die Tiefe der Erde über die Schwingungen des Deckels mit seinem Körper wahrnehmen und Raum auf eine andere, nicht visuelle Art erleben.

Geboren wurde Jan Peter E.R. Sonntag 1965. Sein Posaunespiel vertieft er in der Klasse von Heinz Fadle an der Musikhochschule Lübeck, dann studiert er in Oldenburg acht verschiedene Fächer, von Kunstgeschichte bis Philosophie. Inzwischen unterrichtet er selbst an Universitäten. Istanbul, Hamburg, Rotterdam, Oldenburg, Darmstadt sind Orte seiner Lehrtätigkeit.

The Architecture of Sound


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The Essence of Electricity


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Versucht man es mit Kategorisierungen, liegen seine Wurzeln in der Minimal- und Konzeptkunst, sowie in der Neuen- bzw. experimentellen Musik. Allerdings, zuordnen lässt sich Sonntag nur ungern. Die Schubladen, mit denen man künstlerische Tätigkeiten in Bereiche teilt, sind ihm zu eng. Seine Orientierung: Komponist liege im näher als Klangkünstler, aber er arbeite auch visuell. Die Bezeichnung Erfinder habe am ehesten seine Sympathie. Jan-Peter E.R. Sonntag nutzt dabei die Mittel der Kunst, um Wissenschaft zu betreiben. Sein künstlerischer Erfindungsreichtum hat Erfolg. Er hat zahlreiche Auszeichnungen erhalten und von New York bis Bishkek ausgestellt. 2008 eröffnet er das Avantgarde Festival elektronischer Kunst, die Ars Electronica in Linz, mit seinem sonArc::project zur Erforschung elementarer Wesensformen von Elektrizität. Die Erfassung des Wesens der Elektrizität ausgeführt als die Suche nach den Wurzeln und Visionen unseres Medienzeitalters hat den Künstler auf den Blitz gebracht und auf die Möglichkeiten seiner apparativen Domestizierung.

Die klangliche Erfahrung und Erforschung des Raumes und Fragen der Perspektive bilden den zweiten wichtigen Bereich seines künstlerischen Forschens. Sonntag sucht nach Möglichkeiten, durch Klang erfahrbare Räumlichkeit zu erfassen und damit der visuellen Besetzung des Raumbegriffs, mit seiner perspektivischen Durchdringung, Alternativen aus dem Bereich psychoakustischer Raumwahrnehmung gegenüber zu stellen. Für den Beitrag von CastYourArt hat Sonntag akustisch auf seine Körpergeräusche zurückgegriffen – ein Blick in die Gedankenwelt des Künstlers also und eine Klangkörpercollage …
(wh)



DHC/ART - Zeitgenössisches Mäzenatentum in Kanada.

20. Mai 2009, 09:04:35 unter Audio, DHC/ART, Deutsch, Englisch, Interviews, Kanada, Montreal, Podcast

In Kanada ist Kunstförderung durch Private wichtiger geworden. Nicht, weil es so viele reiche Menschen mit philanthropischen Ambitionen im Kunstsektor gibt, sondern, weil in Kanada, wie in anderen Ländern auch, die öffentliche Hand ihre Sorgen mit der Sorge um die Kunst hat. Einer zum Teil veralteten und sehr teuren Infrastruktur und staatlichen Einsparungen auf der einen Seite steht ein sich wandelnder Kunstbegriff und eine wachsende Population künstlerisch tätiger Menschen auf der anderen Seite gegenüber. Das sind Umstände, die nur schwer unter einen Hut zu bringen sind und Versorgungslücken hinterlassen. In diesem Kontext spielt die Förderung von Kunst durch Private auch in Kanada eine wichtige, zugleich nur von wenigen wahrgenommene Rolle. Die Zunft der Kunstphilanthropen beschränkt sich auf ca. fünf bis zehn potente Geldgeber.

Die DHC Stiftung für zeitgenössische Kunst residiert im nahe am Hafen gelegenen Stadtviertel Old Montreal und betreibt dort einen eigenen Kunstraum. Gegründet wurde DHC 2007 von Phoebe Greenberg, Penny Mancuso und Tammy Lee. Greenberg gilt als die treibende Kraft und finanzielle Quelle der Stiftung. Als Künstlerin und Unternehmerin hat sie Erfahrung in beiden Bereichen des Stiftungswesens und als Filmproduzentin wohl auch die nötige Durchhaltekraft, die Foundation zu realisieren. Bis sie die erste Ausstellung eröffnen konnte sind fünfzehn Jahre an Überzeugungs-, Planungs- und Umsetzungsarbeiten vergangen.

Audiointerview mit John Zeppetelli


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Inzwischen nimmt die Stiftung ihre Rolle der Förderung zeitgenössischer Kunst durch Ausstellungen, Bildungsprogramme, Künstlergespräche, Kunstfilm Präsentationen und spezielle Projekte wahr. Die Tätigkeit der Stiftung beschränkt sich inzwischen nicht mehr nur auf die eigenen Räumlichkeiten, gefördert wird auch die Präsentation von Kunstwerken bei großen internationalen Kunstschauen.

International bekannte Namen nach Montreal zu holen ist eine der Stiftungsaufgaben. Christian Marclay, Sophie Calle oder auch Marc Quinn waren Einzelausstellungen mit umfassender Werkschau gewidmet. Der inhaltliche Ansatz deckt sich mit der Notwendigkeit des privaten Stiftungswesens: Die Möglichkeiten des Kunstbetriebes sollen durch private Gelder ergänzt werden. Gezeigt wird demnach, woran es mangelt, und das sind, so der Kurator John Zeppetelli, eben vor allem die Großen der zeitgenössischen Kunst. Für diese ist das Montrealer Kunstpublikum früher nach New York geflogen, sofern es sich diesen Luxus leisten konnte, jetzt macht es statt dessen bei freiem Eintritt einen Ausflug ins DHC ins alte Viertel der eigenen Stadt. (wh)



Edek Bartz - Taking a Museum Director by the Hand.

22. April 2009, 11:28:24 unter Audio, Englisch, Messe, ViennaFair, Wien, Österreich

Mitte Jänner startet die Saison internationaler Kunstmessen mit der London Art Fair. Zum Jahresausklang stehen für Kunstanbieter, Käufer und Schaulustige zeitgleich die Art Basel Miami oder alternativ dazu die Messe zeitgenössischer Kunst in Istanbul zur Wahl. Das Geschäft mit der bildenden Kunst wird auf Messen gemacht. Internationale Kunstportale nennen deshalb (je nach Recherchefreude) dreißig bis hundert Kunstmessen, die den Weg des künstlerisch-finanziellen Austauschs alljährlich zwischen London und Miami säumen. Angesichts der Vielzahl dieses Angebots ist es für die Messebetreiber in den letzten Jahren immer wichtiger geworden, ein klares Profil zu entwickeln.

Seine Kunst liege darin, Chancen aufgrund spezieller geografischer, finanzieller, künstlerischer und institutioneller Gegebenheiten zu erkennen und entsprechend zusammenzuführen, sagt Edek Bartz. Seit drei Jahren gibt der künstlerische Direktor der Viennafair Profil im internationalen Kunstgeschehen. Die Messe steht programmatisch für zeitgenössische Kunst mit Fokus Zentral- und Osteuropa. Sie zeigt das Programm einer Vielzahl renommierter Galerien und sie hat sich für junge und weniger bekannte Galerien aus den östlichen Mitgliedsstaaten der europäischen Union zum Türöffner in den internationalen Kunstmarkt entwickelt.

Eindrücke von der Viennafair


[2:30 min] Zur Viennafair Homepage | Feedback senden

Audiointerview mit Edek Bartz, Künstlerischer Direktor der Viennafair


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Edek Bartz selbst hat biografische Wurzeln im Osten Europas. Geboren in einem russischen Internierungslager in Quaraghandy, der viert größten Stadt Kasachstans, verbrachte er seine Kindheit in Polen. 1958, im Zuge der Emigration nach Israel, stoppte seine Mutter die Reise in Wien, dem Ort, an dem ihre Familie gelebt hatte, und blieb. Bartz machte sich in und über die Stadt hinaus bald einen Namen als talentierter Organisator im Musik und Kunstbereich. Er machte selbst Musik, war Tour-Manager der österreichischen Pop Ikone Falco, hat Festivals geleitet und selbst gegründet, kuratiert Ausstellungen und unterrichtet an der Universität für Angewandte Kunst in Wien.

Die Kombination aus Kunstwissen und Verständnis für die organisatorische und kommerzielle Seite des künstlerischen Geschehens sei seine wichtigste Qualifikation für die Stelle als künstlerischer Direktor der Viennafair gewesen, sagt Bartz. Verkauf ist eine sehr wichtige Seite, darüber hinaus aber müsse die Viennafair unterhaltend sein. Es gehe bei einer Kunstmesse auch um die Analyse künstlerischer Richtungen, um Orientierung, wo sich neue Zentren entwickeln, um die Diskussion kuratorischer Strategien und vor allem um den Aufbau guter Kontakte. Wer die Gelegenheit für Gespräche mit Galeristen, Künstlern und Kuratoren nutzen möchte, den Ankauf eines Kunstwerks überlegt oder sich einfach nur unterhalten will, hat dazu vom 6.-10. Mai auf der Viennafair, auf den zahlreichen international kuratierten Ausstellungen der Wiener Galerien und Kunsträume sowie den Partys im Umfeld der Kunstmesse Gelegenheit. (wh)

CastYourArt ist auf der Viennafair im Bereich Fachpresse ebenfalls vertreten. Schauen Sie bei uns vorbei, wir freuen uns auf Ihren Besuch!



Carlos Sandoval - In Bewegung

8. April 2009, 12:26:53 unter Audio, Berlin, Deutschland, Englisch, Interviews, Podcast, Portraits, UdK Berlin, Universitäten

Carlos Sandoval ist Klangkünstler. Seine Tätigkeit umfasst laut Eigendefinition Sounddesign, Klangspekulation, Improvisation, klassische geschriebene Komposition und die Mischung dieser Bereiche. In den Arbeiten des Künstlers spielt die Auflösung des Komponisten als dem beherrschenden Subjekt der Musik eine wichtige Rolle. So macht er beispielsweise in seiner Baum Installation “Baumberauschen” im Berliner Stadtteil Kreuzberg Natur zum Komponisten von Musik. Bäume werden mit Sensoren besetzt. Diese nehmen die Baumbewegungen, verursacht durch Wind und Wachstum, ab und steuern mit diesen Impulsen Klänge aus einem Soundarchiv.

Musik, Teil 1


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Wind, Teil 2


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Improvisation und Komposition unterrichtet der Künstler an der Universität der Künste Berlin als komplementäre Strategien. In diesem Zusammendenken von Planung und Spontaneität spiegelt sich sein Schwerpunkt, das Entstehen von Musik dem einen beherrschenden Subjekt zu entziehen, ebenso wieder, wie im Programm des “Interaktion Festival”, das er mit seiner Künstlerkooperation “The Tilt Group” ins Leben gerufen hat. 2008 traten dort 16 Musiker, paarweise durch Zufall zusammengewürfelt, zum Wettbewerb um die beste musikalische Interaktion an.

Der Künstler hat einen experimentellen und über das Gewohnte hinausgehenden Begriff von Musik. Seine Arbeiten sind Soundmanipulationen, Soundimprovisationen, Soundinstallationen. Ausgangsmaterial können da das Stimmengewirr eines Vogelschwarms ebenso sein, wie der Lärm der Straße, die Geräusche von elektronischem Spielzeug oder die Laute die Menschen beim Sex von sich geben. Die Instrumente des Künstlers sind experimentelle Entwicklungen. So hat er beispielsweise über ein Jahrzehnt hinweg während mehrmaliger Aufenthalte an der niederländischen STEIM Foundation einen Datenhandschuh entwickelt, mit dem er Soundsamples aus dem Computer live anzusteuern und zu bearbeiten vermag.

Geboren und aufgewachsen ist Carlos Sandoval in Mexiko. Nach einem Bachelorstudium hat er eine Ausbildung in Klavierkonstruktion und Klavierstimmen bei Bösendorfer in Wien absolviert, anschließend studierte er in Mexiko an der National School of Music Komposition und Theorie bei Estrada. Zur Zeit lebt Carlos Sandoval als freischaffender Komponist und Musiker in Berlin. (wh)



Michael Braunsteiner - “Absolut locker und irgendwie cooler …”

11. März 2009, 10:20:04 unter Admont, Audio, Deutsch, Interviews, Museen, Podcast, Stift Admont, Österreich

In den österreichischen Alpen, zwischen Wien, Linz, Graz und Salzburg gelegen, wurde 2003 nach fünf Jahren Bauzeit ein modernes Privatmuseum errichtet. Innerhalb weniger Jahre erhielt es den Österreichischen Museumspreis, verliehen für die innovative Museumsgestaltung und als Auszeichnung für das außergewöhnliche Engagement eines Privatbesitzers in Sachen Bewahrung, Präsentation und Förderung von Kunst.

Den Eigentümern des Museums attestiert der Leiter der Sammlungen Michael Braunsteiner einen Stil zwischen “absolut locker und irgendwie cooler”. Das kommt unerwartet, denn es handelt sich bei den Besitzern nicht um kürzlich zu Geld gekommene, jugendliche Idealisten, sondern um die Mönche des Benediktinerstiftes Admont: Stiftsalter jenseits der 1000 Jahre, Durchschnittsalter der Mönche jenseits der Fünfzig.

Vom Entstehen eines Museums, Teil 1


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Der Aufbau einer Sammlung zeitgenössischer Kunst, Teil 2


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Seit dem Umbau beherbergt das Benediktinerstift nicht nur eine frisch renovierte, größte Klosterbibliothek der Welt, sondern einen sich über mehrere Etagen erstreckenden Museumskomplex, der ein kunsthistorisches und naturhistorisches Museum sowie die Präsentation der eigenen Sammlung zeitgenössischer Kunst und die zur Kunstpräsentation genutzten Stiftsaußenanlagen umfasst.

1998 wurde Michael Braunsteiner beauftragt, den Wandel des Museums Stift Admont und den Neuaufbau einer Sammlung zeitgenössischer Kunst kuratorisch zu leiten. CastYourArt hat mit ihm über die Entstehungsjahre des Museums gesprochen und sich dabei besonders für Ausrichtung und Aufbau der Sammlung zeitgenössischer Kunst interessiert. (wh)



Sam Auinger - Eine Hörperspektive

18. Februar 2009, 09:22:48 unter Audio, Berlin, Deutsch, Deutschland, Podcast, Portraits, UdK Berlin, Universitäten

Menschen gehen mit offenen Ohren durchs Leben, sie lassen sich vor den Geräuschen der Welt nicht wie Augen verschließen, außer man hält sie sich zu. Das Ohr ist ein gänzlich aufgesperrtes Sinnesorgan. Wir hören, selbst wenn wir schlafen. Nur selten sind wir hellhörig und nehmen differenziert wahr, was uns an Geräuschen umgibt und in uns eindringt. Horchen wir in uns hinein und zurück in der Zeit, halt nicht nur Geläut von Straßenbahn-, Kuh-, Haustür-, Pausen-, Feuerwehr-, Kirchenglocken oder Fahrradklingeln in uns nach, sondern ein erstaunlich umfangreicher Audiokosmus. Wir werden feststellen, Geräusche sind emotional konnotiert, wir sind gefühlsbetont.

Sam Auinger setzt sich mit der Welt der Klänge, Töne und Geräusche, ihrer geografisch-kulturellen aber auch geschichtlichen Unterschiede auseinander und schließt an eine Tradition künstlerischer Auseinandersetzung mit Ton an, in der Personen wie Erik Satie, Luigi Russolo, John Cage oder Murray Schäfer Geschichte schrieben. Ausgebildet am Bruckner Konservatorium Linz und Salzburger Mozarteum hat er sich einen Namen als Komponist und Klangkünstler, als Forscher und Architekt im Zeichen der Geräuschwelt und ihrer Wirkungen gemacht. Seine Geräuschkulturen ersichtlich machenden Arbeiten werden als Performances, Installationen, Experimente, Filme und Videos weltweit gezeigt und laden zu bewussterem Umgang mit dem je eigenen Geräuschhorizont ein. In seiner Arbeit “Sechse läuten” sammelt er beispielsweise Geräusche seiner Kindheit ein, horcht nach, welche Töne sein Aufwachsen begleiteten, ihm Grund zu Freude, Gehorsam, Ausgelassensein, Vertrautheit oder Angst waren.

Eine Hörperspektive


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Nicht nur Geräusche, auch ihr Raum ist charakteristisch. Der Raum als Klangobjekt, ein vom amerikanischen Avantgarden John Cage hervorgehobener Klangaspekt, ist Teil der Forschung des zur Zeit als Gastprofessor für experimentelle Klanggestaltung an der Universität der Künste in Berlin tätigen Künstlers. Auf seiner Suche nach einer neuen Sprache des Hörens arbeitet Sam Auinger immer wieder in wechselnden Kooperationen und veröffentlicht unter den Namen “O+A”, “berliner theorie”, “tamtam” und “stadtmusik”. CastYourArt hat Sam Auinger in Berlin interviewt. (wh)



Neue Galerie New York - Erinnerung ist mein Kaffee

17. Dezember 2008, 17:53:10 unter Audio, Englisch, Interviews, Museen, Neue Galerie New York, New York, Podcast, USA

Im kulturellen Schmelztiegel New York, der Stadt mit internationalem Flair, ist auch die Österreichische und Deutsche Kulturgeschichte vertreten. Ihr Stand befand sich angebotshalber jedoch in der zweiten marktwirtschaftlichen Reihe, das hat seine Gründe in kriegsbedingt schwierig zu klärenden Besitztumsverhältnissen und auch in über Jahre hinweg gelebter diesbezüglicher staatspolitischer Ignoranz. Kultur ist unweigerlich ein geschichtliches Produkt, das gilt auch für den österreichischen und deutschen Umgang mit den Produkten derselben, blickt man die Jahre zurück.

Österreichische und deutsche moderne Kunst der Vorkriegszeit, wie auch einige ihrer Besitzer, haben in den Vereinigten Staaten neuen Platz und auch ein Zuhause gefunden. Seit 2001 ist Exponaten dieser Kunstrichtung ein Museum an der Fifth Avenue gewidmet, einer Straße im vormals deutschen Bezirk New Yorks. Die Neue Galerie ist eine kleine aber reiche Institution, gegründet von zwei Enthusiasten dieser Kunstrichtung: Dem Geschäftsmann und Philantropen Ronald Lauder, sowie Serge Sabarsky, seines Zeichens Kunsthändler und Pionier österreichischer und deutscher expressionistischer Kunst in New York.

Die Gründung der Neuen Galerie New York.


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Das Wiederauftauchen des Expressionismus in New York.


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Über das derzeit zweitteuerste Gemälde der Welt.


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Die Reputation der Neuen Galerie geht auf die sorgfältige Darbietung dieses in den USA bislang unterrepräsentierten Kunstgenres zurück, herauszuheben ist in diesem Zusammenhang der Ankauf des Klimt Gemäldes “Portrait von Adele Bloch-Bauer I”, das die Institution wohl zu Recht als die “Mona Lisa” ihrer Kollektion benennt. Fragen der Restitution und Provenienz wurden und wird im Museumsprogramm hoher Stellenwert beigemessen.

Kunst und Geschichte sind untrennbar miteinander verbunden, und die Neue Galerie hat in den USA einen eigenen Stellenwert, geht es um dieses Prinzip. Hat sich der Kreis deutscher und österreichischer Kunst hinsichtlich ihrer in die USA emigrierten Besitzer und deren Erben, aufgrund des Engagements der Neuen Galerie und ihrer Gründer geschlossen? Wie steht es um die Relation von marktwirtschaftlichem Wert von Arbeiten, ihrer Geschichte und ihrer künstlerischen Wichtigkeit. Im Sabarsky”, einem Wiener Kaffeehaus im Gebäude der Neuen Galerie, hat CastYourArt Scott Gutterman, den Vertreter der Direktion, getroffen und mit ihm ein Gespräch über die Institution und kunstgeschichtliche Verhältnismäßigkeiten geführt. (jn/wh)



Josef Kleindienst - Werden Sie Mitglied

3. Dezember 2008, 00:33:51 unter Audio, Deutsch, Kunstwerke, Podcast, Wien, Österreich

Der in Wien lebende Autor Josef Kleindienst schreibt Hörbilder, Theaterstücke, Romane und Drehbücher. 2007 entstand “Werden Sie Mitglied”.

Es ist das Hörbild einer Beziehung dreier Personen aufgrund eines schockartigen Ereignisses. Die Involvierten, in einer Schrecksekunde paralysiert und der Situation ausgeliefert, erstarren in der Dauer eines unfreiwilligen Zusammenseins und ringen mit Handlungen und Worten ihre Distanz nehmende Fassung zurück zu gewinnen.


[42:06 min] herunterladen auf: Handy, Computer und iPod | Feedback senden

Es sprechen Simona Sbaffi, Andreas Patton, Manfred Stella und Simon Hatzl. Die Musik zum Hörbild steuerte Hüseyin Evirgen bei. Johannes Kelz zeichnet für den Ton verantwortlich. Illustriert hat Elsa Mährenbach, Text und Regie stammen von Josef Kleindienst. (wh)

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