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Unsere Sommerausstellung in Salzburg ist in Planung. Nach Constantin Luser und Götz Valien in den letzten beiden Jahren stellen wir heuer im August in Salzburg Skulpturen des Bildhauers Aron Demetz sowie Bilder von Robert Pan aus.

CastYourArt Video- und Audiobeiträge


Evan Penny - Re Figured

10. Februar 2012, 18:11:21 unter Ausstellungen, Deutsch, Interviews, Kanada, Museen, Museum der Moderne Salzburg, Podcast, Portraits, Toronto, Video, Wien, Österreich

Er bewegt sich in einer unheimlichen, Unbehagen erzeugenden Welt, wo es schwierig zu sagen ist, was real und was unreal ist. Die Ausstellung Re Figured im Museum der Moderne in Salzburg ist die bislang größte Überblicksausstellung des in Toronto lebenden Künstlers Evan Penny und zugleich seine erste Einzelausstellung in Europa. Ein Ausstellungsportrait von CastYourArt.


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Er bewegt sich in einer unheimlichen, Unbehagen erzeugenden Welt, wo es schwierig zu sagen ist, was real und was unreal ist. Er löst eine Verbindung mit der Wirklichkeit, und indem er vermeidet einen Blickwinkel zu produzieren, von dem aus sich ein stabiles Bild ergibt, zeigt er sein Verständnis vom in stetiger Veränderung befindlichen Selbst. Es sind seine vergrößerten Versionen des Individuums oder zumindest seiner Morphologie, die die Grundzüge des Daseins zu sehen erlauben – oder auch nicht.
Die Details der Figuren, die ihre Menschlichkeit definieren, sind nicht nur in ihrer Dimension, ihrem Format, zu sehen, sondern vor allem in der Behandlung der Farbe, der Hautoberfläche, Falten, Härchen, Venen, Flecken und anderen Unvollkommenheiten. Diese topographische Reise über die menschliche Körperlandschaft ist ein Studium unserer Existenz und stellt ein Bewusstsein unserer Anatomie her. Weiterlesen »



Zur künstlerischen Gegenwart Torontos - Interviews

31. Mai 2010, 10:28:31 unter Audio, Englisch, Interviews, Kanada, Podcast, Toronto

Toronto entwickelt sich zur Kunststadt Kanadas, ihren Platz im internationalen Kunstgeschäft hat die Stadt jedoch noch nicht gefunden. Ein Städteportrait.

Teil 1. Zur künstlerischen Gegenwart einer Stadt


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Teil 2. Interview mit David Liss von MOCCA


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Teil 3. Interview mit Olga Korper und Fela Grunwald


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Teil 4. Interview mit Ben Portis


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Teil 5. Interview mit Jessica Bradley


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Ob es überhaupt so etwas gibt wie einen Stil, eine philosophische Anschauung, eine Kultur, die soweit zusammenhängt und verbindend ist, dass sie als „kanadisch“ bezeichnet werden könnte, ist umstritten. Mit seinen knapp zehn Millionen Quadratkilometern ist Kanada das zweitgrößte Land der Erde. Fast so groß wie Europa, beherbergt es ebenso viele unterschiedliche Regionen, und seine Bevölkerung ist vielfältig, historisch zusammengewürfelt von unterschiedlicher nationaler und ethnischer Herkunft. Weiterlesen »



Shary Boyle - Manufaktur des Fragilen

25. März 2009, 10:52:22 unter AGO, Englisch, Kanada, Museen, Portraits, Toronto, Video

Porzellan, in Europa lange Zeit asiatische Importware, erzielte am Markt Preise wie Gold. 1708 entdeckte der Alchemist Johann Friedrich Böttger die “europäische” Rezeptur für Hartporzellan. August der Starke, Kurfürst von Sachsen und Dienstherr Böttgers ließ daraufhin in Meissen Europas erste Manufaktur für Porzellan errichten. Der Alchemist und seine in der Manufaktur tätigen Kollegen wurden mit Reiseverbot bedacht, die Verbreitung der Rezeptur sollte verhindert werden. Bereits 1718 brachte ein aus Sachsen flüchtiger Arkanist die Formel jedoch nach Wien, dort entstand mit der Manufaktur Augarten die erste Meissner Konkurrenz.

Die Porzellanproduktion in Meissen spezialisierte sich früh auf Figurenplastiken. Die Meissener Figurinen waren Statusobjekte der Reichen dieser Zeit. Gegen Ende des achtzehnten Jahrhunderts änderten sich Produktionsform und Geschmack. Die Porzellanfigürchen waren bald als industriell gefertigter Massenkitsch verschrien. Goethe schreibt nach einem Besuch in der Meissener Produktion: “Es ist eigen und beynah unglaublich, daß man wenig darin findet, was man in seiner Haushaltung besitzen möchte.“ Zu sehen ist „von allem, was nicht mehr gefällt und nicht mehr gefallen kann, und das nicht etwa eins, sondern in ganzen Massen zu hunderten, ja zu tausenden.“


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Shary Boyle, in Toronto lebende Künstlerin, beginnt Ende der 1990er Jahre mit skulpturaler Arbeit. Zunächst verwendet sie im Backofen härtende Modelliermasse für ihre Figuren. Angelehnt an Mythologien und verwoben mit aktuellen Themen sind diese phantastische Interpretationen der Welt. Das Phantastische nutze sie als eine Form zu entfliehen, dem Banalen und den deprimierenden Elementen unserer täglichen Existenz. So, sagt sie, habe das Ganze angefangen. Knapp zehn Jahre später hat sich die Künstlerin zum Material Porzellan weitergearbeitet, beherrscht die Technik der Produktion und ihre Geschichte. Im Gegensatz zur Modelliermasse ihrer frühen Arbeiten ist das Material Porzellan historisch besetzt. Ihre Figuren bringt sie deshalb nicht mehr nur aus dem Material hervor. Sie sind Teil einer Tradition, die in Europa in Meissen begann und deren symbolisches Referenzkraft die Künstlerin nutzt.

Zur Weiterentwicklung ihrer Technik hat Shary Boyle die Porzellanmanufaktur in Meissen besucht. Die ihre Figurinen zierenden Spitzen aus Porzellan sind ursprünglich eine Meissener Erfindung. Das Zierliche nutzt sie zur Darstellung von Widersprüchlichkeit und Hybridität. Inhaltlich geht es ihr in ihren Arbeiten darum, Platz zu schaffen für das, was weniger akzeptiert, aus der Ordnung geraten, unkontrollierbar ist. Die Spitzen wuchern und überwuchern die Figuren, deren Gliedmaßen oftmals verkehrt angebracht oder abgeschnitten sind. Biedermeierisch anmutende, in demütiger Haltung verharrende Figürchen, stehen enthauptet da oder mit abgetrennten Gliedmaßen, sie weisen Wunden und Schnitte auf und ihre Gesichter zeigen Lust, aber auch erlittenes Unrecht und Schmerz. Die Schönheit des Trägermediums und seine eher konservative Tradition werden zum Kontrastprogramm, wie ein Schleier legt sich die zierliche Spitzenhülle über alles und scheint verdecken zu wollen, was aus dem Inneren hervorbricht. (wh)

    

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