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Prinz Eugen von Savoyen - Abwehr und Integration
17. Februar 2010, 13:48:51 unter Ausstellungen, Belvedere, Deutsch, Interviews, Museen, Podcast, Portraits, Video, Wien, ÖsterreichEs scheint als hätte der militärische Stratege mit Sinn fürs Repräsentative im feinsinnigen Kunstfreund ein inneres Gegenüber gehabt. Marie-Louise von Plessen, Kuratorin, und Ilber Ortayli, Direktor des Topkapi Palast Museums, über Prinz Eugen von Savoyen anlässlich der Ausstellung im Belvedere. Dieser Beitrag konnte mit freundlicher Unterstützung des UNIQA ArtCercles verwirklicht werden.

Eugen, wie der zum Helden stilisierte und zum Zwecke der Identifikation volksnah aufs Vornämliche gekürzte Prinz in Österreich auch gern genannt wird, war ein ausgewiesener Kunstliebhaber und hinterließ eine enorme Sammlung hochkarätiger Bilder, Kupferstiche, Bücher und Handschriften. Seine Kunst hat er sich als Kriegsherr der Habsburger verdient, Weiterlesen »
Mirabilia, Furien, Kuriosa - Die Kunstkammer des Kunsthistorischen Museums in Wien
25. November 2009, 12:10:52 unter Ausstellungen, Deutsch, Interviews, Kunsthistorisches Museum Wien, Museen, Podcast, Video, Wien, ÖsterreichEine der wichtigsten heute noch bestehenden Kunstkammern, jene des Kunsthistorischen Museums in Wien, wird Ende 2012 wiedereröffnet. Dieser Beitrag konnte mit freundlicher Unterstützung des UNIQA ArtCercles verwirklicht werden.

“And if there ever was an age when one sees varied and wondrous things I believe that ours is one” (Mateo Bandello, 1554) Weiterlesen »
Herbert Boeckl - Der Künstler macht einen Fleck und gibt ihm unbewusst eine wesentliche Gestalt.
4. November 2009, 10:57:10 unter Ausstellungen, Belvedere, Deutsch, Englisch, Interviews, Podcast, Portraits, Video, Wien, ÖsterreichHerbert Boeckl experimentierte, welche Möglichkeiten das Neue bietet, um zu erhalten, was beständig ist. Ein Portrait des Verfechters der österreichischen Moderne anlässlich der Retrospektive im Belvedere im Wien.

Jahrhunderte brechen nicht ab, sie haben keine scharfen Kanten, sondern verfließen wie die Jahre, die sie beherbergen. Die Übergangszeit, in denen sich neunzehntes und zwanzigstes Jahrhundert erschöpften, wurden als fin de siècle bezeichnet. Dass etwas zu Ende geht, war der Moderne gewiss. Weiterlesen »
Warhol, Wool, Newman - ‘Barney ist nun auf einer anderen Party’
21. Oktober 2009, 08:58:51 unter Ausstellungen, Deutsch, Graz, Kunsthaus Graz, Museen, Podcast, Video, ÖsterreichDas Kunsthaus Graz fragt nach Parallelen zwischen Warhol, Wool und Newman und präsentiert Arbeiten, die den Einfluss des amerikanischen abstrakten Expressionismus auf die Pop Art untermauern. Ein Beitrag, verwirklicht mit freundlicher Unterstützung des UNIQA ArtCercles.

Wenn Ausstellungen künstlerische Entwicklungen in einem größeren Zusammenhang zeigen, ist dies für jeden Besucher ein Glücksfall. Weiterlesen »
Wiener Musterzimmer - Wenn Kunst den Raum bewohnbar macht
30. September 2009, 07:11:56 unter Ausstellungen, Belvedere, Deutsch, Interviews, Museen, Podcast, Video, Wien, ÖsterreichWenn Kunst den Raum bewohnbar macht. Ein Beitrag zur Ausstellung Wiener Musterzimmer in der Orangerie des Unteren Belvedere, Wien.

In den letzten Jahren hat sich der Trend zur Verknüpfung von Innenarchitektur, Kunst und Design verstärkt. Jede Disziplin bringt Eigenes ein. Das Ergebnis entsteht als Verquickung individueller künstlerischer Vision und Anpassung an die Bedürfnisse des Marktes. Weiterlesen »
art albertina - Die Kunst der Zeichnung
24. September 2009, 12:54:40 unter Albertina, Ausstellungen, Deutsch, Englisch, Interviews, Messe, Museen, Podcast, Video, Wien, art albertina, ÖsterreichÖsterreichs jüngstes Kunstmesseformat, die „art albertina“, widmet sich als internationale Spezialmesse einem Medium, dem bisher auf dem Kunstmarkt eine oftmals untergeordnete Rolle zukam – der Zeichnung. Von 23.9. bis 27.9.2009 präsentieren namhafte Kunsthändler und Galerien in der Basteihalle des Albertina Museums Meisterzeichnungen aus allen Epochen.
Klaus Albrecht Schröder, Museumsdirektor der Albertina, hofft mit der „art albertina“ eine zweite kapitale Messe für die Kunst der Zeichnung neben der renommierten Frühjahrsmesse des Salon du Dessin in Paris etablieren zu können und strebt gleichzeitig eine Neu-Positionierung an. Inhaltlich dominieren Werke der Klassischen Moderne und der nationalen Zeitgenössischen Kunst, gefolgt von Vertretern des 19. Jahrhunderts.

Mit der Spezialisierung der „art albertina“ auf die Zeichnung will man zur höheren Wertschätzung einer im Allgemeinen unterbewerteten Kunstgattung beitragen. Zu dieser Unterbewertung hat, so Schröder, unter anderem Friedrich Hegels Gattungssystematik der Künste zu Beginn des 19. Jahrhunderts seinen Teil beigetragen. Hegels definitorische Vermischung von Zeichnung und Skizze leistete der Vorstellung von Zeichnung als einem lediglich vorbereitenden Medium Vorschub. Dass sich der Begriff der Zeichnung vor allem in jüngster Zeit extrem gewandelt hat, werde nur ungenügend wahrgenommen. So arbeiten viele bedeutende zeitgenössische Künstler ausschließlich oder fokusiert in diesem Medium. Gerade vor diesem Hintergrund erscheint es sinnvoll die vielfältigen Ausdrucksformen der Zeichnung in einem Rahmen, wie ihn die „art albertina“ schafft, zu präsentieren und damit verstärkt auf eine Kunstform, die berechtigt Anspruch auf Eigenständigkeit erhebt, aufmerksam zu machen. Die Verbindung von Messe und ihrem Veranstaltungsort, dem Albertina Museum, das die bedeutendste grafische Sammlung der Welt beherbergt – derzeit umfasst sie rund 50.000 Zeichnungen und Aquarelle sowie etwa 900.000 druckgrafische Arbeiten von der Spätgotik bis zur Gegenwart – wird sich dabei, so Schröder, sicherlich als fruchtbar erweisen.
Die “art albertina” hat als geladene Kunstmesse nur Aussteller zugelassen, die sich intensiv mit dem Medium Zeichnung befassen.
Dieser Beitrag konnte mit freundlicher Unterstützung des UNIQA ArtCercles verwirklicht werden. (sh)
Michael Braunsteiner - Outsider Art. Die Sammlung Prinzhorn.
2. September 2009, 15:54:00 unter Admont, Audio, Ausstellungen, Deutsch, Interviews, Museen, Podcast, Stift Admont, ÖsterreichZu Beginn des 20. Jahrhunderts entdeckte die künstlerische Moderne im Zuge ihrer Suche nach den „Uranfängen“ der Kunst die damals so genannte „Irrenkunst“. Gleichzeitig begann unter Psychiatern, die hofften, Werke von Anstaltsinsassen diagnostisch verwerten zu können, erstmals eine umfassendere Sammlertätigkeit. So lautete auch der Auftrag an den Kunsthistoriker und Arzt Hans Prinzhorn (1886-1933), der im Jahr 1919 an die Heidelberger Klinik gerufen wurde, er solle die kleine Lehrsammlung der Anstalt erweitern und nach Methoden forschen, um aus den gestalterischen Arbeiten der Patienten Rückschlüsse auf die Art ihrer Krankheit zu ziehen. Prinzhorn lehnte jedoch einen rein fachspezifischen, psychiatrischen Zugang zu den Arbeiten ab. Stattdessen setzte er sie in einen kunsttheoretischen Kontext und rückte damit erstmals die ästhetische Schönheit der marginalisierten „Irrenkunst“ ins Blickfeld – eine Pionierleistung.
Interview mit Michael Braunsteiner zur Sammlung Prinzhorn, Teil 1
Interview mit Michael Braunsteiner zur Sammlung Prinzhorn, Teil 2
Interview mit Michael Braunsteiner zur Sammlung Prinzhorn, Teil 3
Im Jahr 1922 publizierte Prinzhorn das Buch „Bildnerei der Geisteskranken“, in dem er einen großen Teil der Sammlung dokumentierte und interpretierte, wobei er Parallelen zu anderen Formen künstlerischen Gestaltens und zur Gegenwartskunst zog. Während Kollegen mehrheitlich ablehnend reagierten, wurde das Buch von der modernen Kunstwelt begeistert aufgenommen. Es inspirierte Künstler wie Max Ernst, Alfred Kubin oder Pablo Picasso und gewann einen wesentlichen Einfluss auf die Kunsttheorie und -rezeption des 20. Jahrhunderts, was sich nicht zuletzt auch in der heutigen Beschäftigung mit „Zustandsgebundener Kunst“ und „Outsider Art“ niederschlägt.
Die Sammlung Prinzhorn umfasst heute 5000 Objekte von 435 meist als schizophren geltenden Patienten verschiedener sozialer Herkunft und Altersstufe. Sie vereint Zeichnungen, Gemälde, Collagen, Textilien, Skulpturen und Texte, die zwischen 1880 und 1933 in psychiatrischen Anstalten vorwiegend im deutschsprachigen Raum entstanden sind.
Der Beitrag ist anlässlich der Präsentation einer Auswahl der Sammlung Prinzhorn im Museum für Gegenwartskunst des Benediktinerstifts Admont entstanden. (sh)
Wilhelm Scherübl - Transformieren
19. August 2009, 11:11:13 unter Admont, Ausstellungen, Deutsch, Museen, Podcast, Portraits, Radstadt, Stift Admont, Video, ÖsterreichEs haben sich gewichtige Gründe dafür gezeigt, so der deutsche Philosoph Peter Sloterdijk, dass es für Menschen weit weniger wichtig sei, zu wissen, wer sie sind, als wo sie sind. Die hartnäckige Ignoranz gegen den Ort des Existierens sei eine der Ursachen für das, was die neuere Philosophie die Seinsvergessenheit genannt hat.
Die Erkundigung nach dem Wo und die spezifische Verortung seiner Person und seiner Werke stellen zentrale Aspekte in Wilhelm Scherübls Arbeit dar. Sein Schaffen realisiert sich in Auseinandersetzung mit seinen Lebens- und Aufenthaltsorten, unter Einbindung der jeweiligen Gegebenheit dieser Orte und der Ressourcen, die er dort vorfindet.

Scherübl lebt am Land, im Oberen Ennstal, er malt viel im Freien, verwendet für seine Installationen Bäume, Pflanzen, und spielt bei seinen Lichtinstallationen mit Spiegelungen natürlicher Wasserflächen. Seine Arbeiten sind Reflexionen über die Natur und der Versuch, Erkenntnisse über künstlerische und natürliche Entstehungsprozesse zu erlangen, über die Komplexität des Organismus Erde und unsere eigene Endlichkeit.
Der Künstler ist hier Initiator, er setzt einen Prozess in Gang, für den er Rahmenbedingungen formuliert, der sich im weiteren Verlauf jedoch weitgehend seiner Kontrolle entzieht. Die Ausführung wird der Natur überlassen, dem Wachstum, Licht, Kälte, Wind: Durch Gefrieren der Farbe im Freien entstehen die so genannten Minusaquarelle, Momente der Vollendung seiner Lichtinstallationen am Wasser stellen sich nur dann ein, wenn die Oberfläche glatt und nicht von Wind aufgeraut ist, Pflanzeninstallationen unterliegen dem natürlichen Kreislauf von Wachsen, Blühen und Verwelken.
Umgekehrt verweisen Installationen, bei denen Pflanzen in künstliche bzw. Kunstkontexte transplantiert werden, wo sie auf lebenserhaltende Maßnahmen angewiesen sind, auf das Konzept von Natur als etwas, das durch Herstellung prinzipiell möglich ist, sowie auf den Versuch des Menschen, sich von natürlichen Prozessen abzukoppeln.
Einhergegangen ist die Beschäftigung mit der anonymen lebendigen Skulptur in ihrer permanenten Veränderung mit der Reflexion über das Unvollkommene, Vorübergehende, nicht Ausformulierte. Ursprünglich von der Bildhauerei kommend – Scherübl erhielt seine Ausbildung an der Akademie der Bildenden Künste und machte seinen Abschluss bei Bruno Gironcoli – verlagerte sich sein Interesse zunehmend von der Form auf die Transformation. Was eine Arbeit ausmacht ist die Gesamtheit des Prozesses, die physischen Energie, die in diesen hineinfließt, aber auch die Dinge, die wegfallen, Steinsplitter etwa, die Scherübl in neue Entstehungskreisläufe von Werken einbindet. Maßgeblich ist hier der Zeitaspekt: Transformationen entstehen in der Zeit, haben ihren Rhythmus. In einem scheinbaren Paradox heißt Zeit effizient nutzen bei Scherübel etwa langwierige Techniken einzusetzen, mit Kugelschreiber oder Bleistift große Papierflächen zu füllen oder Fensterscheiben mit vielen kleinen Pinselstrichen nach und nach zu verdunkeln. Was beim Betrachten dieser Arbeiten erfahrbar wird, ist die Zeit und die Energie, die etwas braucht, damit es werden kann.
Werden und Vergehen, künstliches und natürliches Licht sind auch die Thema, denen sich Wilhelm Scherübl in einer Installation widmet, die aktuell im Rahmen der Ausstellung „Natur - Die Schöpfung ist nicht vollendet“ im Stift Admont zu sehen ist. Der „Raum für künstlerische Intervention“ wurde vom Künstler mit einer auf den Strom “Enns” Bezug nehmenden Lichtinstallation gestaltet, deren verästelte Stromverkabelung für die Transformation von Energie steht. Bücher aus dem Bestand der Stiftsbibliothek zeigen Abbildungen von Sonnenblumen: Inbegriff dessen, was nach dem Licht strebt. „Ich bin lichtsüchtig“, sagt Wilhelm Scherübl. (sh)
Johannes Deutsch - Der unsichtbare Garten
8. Juli 2009, 08:24:51 unter Admont, Ausstellungen, Deutsch, Englisch, Kunstwerke, Museen, Podcast, Stift Admont, Video, Wien, ÖsterreichWas wäre eine virtuelle Welt gänzlich ohne Computer? Antworten auf diese Frage sucht der Künstler Johannes Deutsch mit seinem Kunstprojekt “Der unsichtbare Garten” erlebbar zu machen. Die interaktive Gartenwelt des Medienkünstlers wächst seit zwei Jahren im Zuge der “Made for Admont” Schiene des Stiftsmuseums in den Außenanlagen des Stiftareals und ist für die Tast-, Riech- und Hörinvasion der Besucher des Museums geöffnet.

Die Idee für den Garten entstand zu einer Zeit als Johannes Deutsch für den Westdeutschen Rundfunk eine interaktive Fernsehwelt plante. Er hatte es mit dem Aufbau einer neuen Welt und den Möglichkeiten ihrer Erschließung zu tun. Die Frage, wie wir Menschen auf Basis von Wahrnehmung, Sinnes- und Wissensverarbeitung unser Weltbild erlangen, fasziniert ihn, nicht nur im Bereich des Virtuellen, sondern gerade auch für jenen Bereich unseres Lebens, den wir als real betrachten.
Wie stellen wir uns unsere reale Welt vor und welchen Anteil an dieser Vorstellung haben unsere Sinne? Mit welchem Begriffsinstrumentarium ordnen, gliedern und durchmessen wir sie? Welche Relationen legen uns dabei unsere Sinneswahrnehmungen nahe? Und: Wie konstruiert sich unsere Realität, wenn wir auf jenen Sinn verzichten, der den Aufbau unserer mediale Welt so vorherrschend bestimmt, den visuellen Sinn? Licht aus, Hör-, Tast-, Geruch- und Geschmacksinn an, so hat der Künstler in dieser Zeit die letzten Minuten des Tages bewusst verbracht und erfahren, wie schnell sich das Vertraute auflöst und ungewohntes an Intensität gewinnt.
Der unsichtbare Garten nimmt diese Erfahrung auf. Durch die Welt des unsichtbaren Gartens werden im Stift Admont Sehende mit verbundenen Augen von Menschen mit eingeschränkter Sehkraft geführt. Dabei verschieben sich Zeitwahrnehmung, Distanz, Raumvorstellung, Tempo und es besteht die Möglichkeit sich einen Begriff von Wirklichkeit in eigenen Worten oder mithilfe der Erklärungen der Begleiter zu machen.
Dass die Blätter eines Ginkobaumes sich nicht nur wie Gummi anfühlen sondern sich auch entsprechend verbiegen lassen, das Blatt mit den Spitzen wahrscheinlich Ahorn gewesen sein dürfte und die Finger, mit denen man gerade die Rinde eines Strauches entlanggefahren ist, jetzt den Geschmack von Bittermandel tragen, sind Erfahrungen, die wie Türöffner in eine andere Welt wirken. Sie lassen einen sinnlich abtauchen, die De- und Rekonstruktion beginnt. (wh)
Oswald Oberhuber - Die Leidenschaften des Prinzen Eugen.
10. Juni 2009, 09:09:19 unter Ausstellungen, Belvedere, Deutsch, Kunstwerke, Museen, Podcast, Video, Wien, ÖsterreichDie frühen Arbeiten des 1931 in Meran geborenen Künstlers werden der informellen Plastik zugerechnet. Sich künstlerisch als Vertreter eines Stils zu entwickeln, empfindet er als Einschränkung. Bereits Ende der fünfziger Jahre wendet sich Oswald Oberhuber gegen ein an Stilen orientiertes Kunstverständnis und verfolgt eine Theorie und Praxis permanenter Veränderung. Neue Wege zu gehen und gewohnheitsmäßige Festschreibungen zu durchbrechen, kennzeichnet die Arbeit Oberhubers als Lehrender und Rektor der Universität für Angewandte Kunst in Wien, als Leiter der Wiener Galerie nächst St. Stephan und eben auch als Künstler. Anfang der siebziger Jahre realisiert er im Innsbrucker Krankenhaus eine abstrakte Skulptur aus industriell gefertigten Entlüftungsröhren. Die Arbeit, die die gängige Vorstellungen von Kunst durchbricht, wird zum landesweiten Aufreger und landet schließlich bei einem Installateur. Nur ein Künstlerprotest rettet das Kunstwerk davor, in Einzelteile zerlegt und als Gebrauchsware verkauft zu werden.
Für das Belvedere in Wien hat Oswald Oberhuber eine raumgreifende Installation aus Zeichnungen, Gemälden und Skulpturen verwirklicht, die sich thematisch mit Prinz Eugen von Savoyen, dem Errichter des Belvedere auseinandersetzen. Thematische Ausstellungen liegen dem Künstler. Der thematische Zugang, komme seinem Vorsatz permanenter Veränderung entgegen, er lasse künstlerische Bewegung nicht nur zu, sondern fordere sie heraus.

Oswald Oberhuber betont, er betrachte die eigens für die Ausstellung im Belvedere gefertigten Arbeiten als Gesamtkomposition. Das Bild stehe nicht für sich alleine, sondern interessiere ihn in Bezug auf die Ausstellung, die Interpretation.
Für ein Thema aus dem 18. Jahrhundert eine künstlerische Sprache zu finden, die Anschluss bietet an die heutige Zeit, ist ihm wichtig. Die helle Farbigkeit überwiegt, oft sind die Arbeiten zeichnerisch und im Einzelnen reduziert. Trifft diese Buntheit und zeichnerische Reduktion auf die gewohnten Vorstellungen, die sich Besucher von Herscherportraits machen, wirkt sie lustig und ironisch, nahezu comic-haft. Dabei geht es Oswald Oberhuber nicht darum, gefällig zu sein, sondern beim Betrachter Anknüpfungspunkte für dessen Verständnis zu schaffen. Ihre Stärke zeigen die Arbeiten nicht zuletzt darin, dass das, was da reduziert, mit wenigen “Worten” hervorgehoben wird, die Dinge oft grundlegend erfasst und zugleich der heute weit verbreiteten Ansicht widersteht, dass das Ausmaß an Deutlichkeit damit einhergeht, wie dick aufgetragen wird.
Mit Blick auf die Gruppe der Bilder vom Kriegsgeschehen kommentiert Oswald Oberhuber diesen seinen Zugang so: Es gebe dort auch einen Teil kritische Haltung gegenüber den Vorkommnissen – natürlich in milderer Sprache, weil er nur milde sprechen könne, und nicht so gern brutal etwas aussage. (wh)








