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Thomas Baumann - Die Sprache der Bewegung
15. Oktober 2008, 10:24:03 unter Englisch, Podcast, Portraits, Video, Wien, ÖsterreichSkulpturen und Installationen des Künstlers Thomas Baumann, haben etwas von lebendigen Geschöpfen. Meist sind sie bewegt. Sie verformen sich, sie machen Geräusche, sie bewegen den Betrachter – emotional, auf der Ebene seiner Überzeugungen, durch Herausforderung zur Teilnahme auch körperlich. Bewegung, sagt der Künstler, ist eine Sprache unserer Zeit. Wir verstehen sie und fühlen uns von ihr auf unterschiedlichen Ebenen angesprochen.
Thomas Baumann fertigt Arbeiten aus mechanischem, technologischem und elektronischem Material. Die Bauteile haben eine eigene Ästhetik, nichts wird hinter Designfassaden versteckt. So erhalten die Skulpturen etwas von Maschinenbaukunstwerken, die den Anschein machen, sie seien Geschwister jener Maschinen, die in den Fertigungsstraßen industrieller Fabrikation ihren Dienst leisten. Angesichts ihrer Nähe zu den auf Produktionsoptimierung und Vermeidung jeglicher Nebeneffekte rationalisierten Verwandtschaft, zeigen die aus dem Fertigungskontext herausgerissenen Maschinenbaukunstwerke Baumanns, für die Menschen, die sie umgeben, eine überraschend beseelte Dimension. Sie haben lyrische Seiten, Humor, sie ziehen an, sie verlangen Zeit, sie fordern gesellschaftskritisch heraus, sie machen nachdenklich, sie erfreuen, sie zeigen eine Seele, die der produktionsoptimierten Maschinerie und ihren Bedienern ausgetrieben wird und unter der Hand des Künstlers wieder zum Vorschein gelangt. Technik, sagt Thomas Baumann, hatte ihre ursprüngliche Funktion darin, den Menschen zu erfreuen und sein Dasein zu erweitern. Eine Bestimmung, an die er mit seinen künstlerischen Arbeiten anschließt. (wh)
Markus Wilfling – A Sculpture Is Something That Is Here
30. Juli 2008, 17:16:25 unter Englisch, Graz, Podcast, Portraits, Video, ÖsterreichFlaches ins Räumliche rücken. Dreidimensionalität entwerfen, die unter unserem Blick verflacht. Die Übertragung von Räumlichem ins Bildliche und umgekehrt eröffnet Möglichkeiten des Skulpturalen, die den Künstler Markus Wilfling faszinieren.
Für ihn sind es die tagtäglichen Dinge und der Blick mit seinen Gewohnheiten, die ihn künstlerisch herausfordern. Mit seinen Arbeiten gib er einer auf Normalisierung abzielenden Wahrnehmung Aufregendes gerade da zur Hand, wo wir uns routinehaft nichts erwarten: In Handlungsabläufen, wie dem allmorgendlichen Blick in den Spiegel. Auf Wegen, die wir tagtäglich gehen. Im Umgang mit Objekten unseres täglichen Gebrauchs.
Markus Wilfling lebt in Graz, Österreichs zweitgrößter Stadt. 2003 hat er den Grazer Uhrturm, das Wahrzeichen der Stadt, mit einem Schatten seiner selbst – gebaut im Verhältnis 1:1 – dupliziert. Die Stadt wurde plötzlich comic-haft, wie eine riesige Fassade vor einer noch größeren gemalten Wand stehend, denn Schattenwurf, sagt uns die Wahrnehmung, wird erst sichtbar, wenn er auf eine greifbare Oberfläche trifft.
Eine Vielzahl Projekte sind auf dieses Kulturhauptstadt Projekt gefolgt: Spiegelräume, die sich unter unserer Wahrnehmung zu Flächen verbiegen, Raumspiegelungen, die sich bei genauer Betrachtung nicht als Spiegelungen, sondern als exakte Nachbauten erweisen, Badewannen, Sitzreihen, Tische und Parkbänke, die allmählich in einem Boden versinken, von dem wir wissen, das er dafür nicht weich genug ist, auch wenn uns unsere Wahrnehmung das Gegenteil nahe legt.
Die Irritation der Täuschung bereitet Freude, mehr noch, sie fasziniert. Aber das ist ein Nebeneffekt, betont der Künstler, wie es ihm mit seiner Kunst auch nicht um die Schattenseiten des Lebens oder andere psychologische Deutbarkeiten geht. Wohl aber betont er die politische Seite seiner Interventionen. Im öffentlichen Raum stoßen seine Skulpturen ans Gängige und reiben am Gewohnten – beides aber ist von Konsum und Macht, von Mehrheitsmeinung und Fraglosigkeit durchsetzt. (wh)








