In der aktuelle Ausstellung PHANTOMAK präsentiert CastYourArt in Kooperation mit der TU Wien und der Galerie Heike Curtze die neue Skulpturenreihe des Künstlers Tomak. Darüber hinaus gibt es in der Ausstellung auch den neuen Werkkatalog des Künstlers zu sehen. Die Ausstellung hat vom 4.-14. Februar 2012 Mo-Sa von 11.00 - 17.00 Uhr geöffnet. Ort ist die TU Wien, Kuppelsaal (4. Stock), Karlsplatz 13, 1040 Wien. Wir haben für Sie vorab einen Filmbeitrag zum Projekt PHANTOMAK veröffentlicht.
Arnulf Rainer - Das Verhüllen
9. August 2011, 12:58:46 unter Arnulf Rainer Museum, Channel, Deutsch, Museen, Podcast, Portraits, UNIQA, Video, Wien, ÖsterreichZusammen mit Maria Lassnig gilt er als Begründer des österreichischen Informel. Seine Arbeiten werden in den wichtigsten Museen auf der ganzen Welt gezeigt. Ein Künstlerportrait von Arnulf Rainer. Dieser Beitrag konnte mit freundlicher Unterstützung des UNIQA ArtCercles verwirklicht werden.

André Breton, den Schriftsteller und theoretischen Kopf des Surrealismus hat er in Paris besucht – das war zugleich seine Abkehr vom Surrealismus. Zusammen mit Maria Lassnig gilt er als Begründer der informellen Malerei in Österreich, seine Arbeiten werden in den wichtigsten Museen auf der ganzen Welt gezeigt. Der Weg zum Erfolg war manchmal auch steinig, erzählt Arnulf Rainer, dessen erste Einzelausstellung 1955 in der Galerie St. Stephan unter Monsignore Otto Mauer stattfand. So liege der Beginn seiner Übermalungen nicht in irgendeinem philosophischen Konzept begründet, sondern finde seinen Ursprung in der einfachen Tatsache, dass ihm Anfangs das Geld gefehlt habe, um neue Leinwände zu kaufen. Statt dessen hat der Künstler auf bereits bemalte Leinwände – Bilder vom Flohmarkt – zurückgegriffen. Diese waren billiger zu haben. Weiterlesen »
Irene Andessner - Selbstbildnisse
24. Dezember 2009, 10:46:22 unter Deutsch, Podcast, Portraits, Video, Wien, ÖsterreichIrene Andessners Selbstinszenierungen sind Wiederbelebungen historischer Persönlichkeiten im Sinne eines Andenkens ebenso wie einer Reaktivierung. Ein Portrait der Künstlerin.

Begonnen hat Irene Andessner mit Malerei. Sie studiert zunächst in Venedig an der Academia di Belli Arti bei Emilio Vedova, einem der wichtigsten italienischen Informel Maler, und anschließend bei Max Weiler und Arnulf Rainer, ebenfalls ein Vertreter des Informel, an der Akademie der Bildenden Künste in Wien. Anlässlich eines Ausstellungsbesuchs im Kunsthistorischen Museum in Wien begegnet Irene Andessner erstmals Bildern der italienischen Renaissancemalerin Sofonisba Anguissola. Deren Selbstportraits faszinieren sie Weiterlesen »
Herbert Boeckl - Der Künstler macht einen Fleck und gibt ihm unbewusst eine wesentliche Gestalt.
4. November 2009, 10:57:10 unter Ausstellungen, Belvedere, Deutsch, Englisch, Interviews, Podcast, Portraits, Video, Wien, ÖsterreichHerbert Boeckl experimentierte, welche Möglichkeiten das Neue bietet, um zu erhalten, was beständig ist. Ein Portrait des Verfechters der österreichischen Moderne anlässlich der Retrospektive im Belvedere im Wien.

Jahrhunderte brechen nicht ab, sie haben keine scharfen Kanten, sondern verfließen wie die Jahre, die sie beherbergen. Die Übergangszeit, in denen sich neunzehntes und zwanzigstes Jahrhundert erschöpften, wurden als fin de siècle bezeichnet. Dass etwas zu Ende geht, war der Moderne gewiss. Weiterlesen »
Wilhelm Scherübl - Transformieren
19. August 2009, 11:11:13 unter Admont, Ausstellungen, Deutsch, Museen, Podcast, Portraits, Radstadt, Stift Admont, Video, ÖsterreichSeine Arbeiten durchmessen die Koexistenz von Natürlichem und Künstlichem und schaffen gleichzeitig ein Ordnungssystem persönlicher Zeit- und Naturerfahrung.

Es haben sich gewichtige Gründe dafür gezeigt, so der deutsche Philosoph Peter Sloterdijk, dass es für Menschen weit weniger wichtig sei, zu wissen, wer sie sind, als wo sie sind. Die hartnäckige Ignoranz gegen den Ort des Existierens sei eine der Ursachen für das, was die neuere Philosophie die Seinsvergessenheit genannt hat. Weiterlesen »
Maria Lassnig - Das neunte Jahrzehnt
8. Juni 2009, 18:25:35 unter Ausstellungen, Channel, Deutsch, MUMOK, Museen, Podcast, UNIQA, Unternehmen, Video, Wien, Österreich„Windelweich, wie Marmelade, blutige Marmelade, bin ich geschlagen, als Verhinderte, Ausgesperrte von der Malerei“
„Es hat immer geheißen, wenn ein Bub auf die Welt kommt, trink’ ma an Schnaps, und bei den Mädchen ein Wasser oder gar nichts,“ erzählt Maria Lassnig in einem ihrer in letzter Zeit sehr zahlreichen Interviews. 1919 geboren, habe sie als Kind bereits Zeichnungen gekritzelt, in einer Ecke. Da sie ihre Hände dabei wie ein Narr, seltsam gekrümmt gehalten hat, habe ihre Mutter einmal eine Wahrsagerin aufgesucht. Diese habe ihr erklärt, dass man das Kind fördern sollte. Ihre Mutter wollte sie stattdessen später bloß gut verheiraten.
Daraus ist nichts geworden. Maria Lassnig hat sich für die Malerei entschieden. Von 1941-1943 studierte sie an der Akademie der bildenden Künste in Wien. Später lebte sie in Paris und in New York. In Amerika, wo ihre Bilder nicht verstanden wurden, beginnt sie sich neben Malerei auch mit Trickfilm zu beschäftigen. 1980 erfolgte die Berufung an die Hochschule für angewandte Kunst in Wien. Sie wurde die erste Professorin für Malerei an einer Akademie im deutschsprachigen Raum. 1982 und 1997 waren ihre Werke auf der documenta in Kassel zu sehen. Neben zahlreichen Preisen und Ehrungen erhält sie 1988 den österreichischen Staatspreis für Kunst, 2004 den Max-Beckmann Preis der Stadt Frankfurt.

Laut um sie herum ist es allerdings erst in den letzten Jahren geworden. Sie sei die Entdeckung des Jahrhunderts, die Grande Dame der europäischen Malerei, schwärmten die Kritiker, anlässlich einer von Hans Ulrich Obrist kuratierten Ausstellung in der Londoner Serpentine Gallery. Dieses Jahr zeigte das Museum Moderner Kunst in Wien die Ausstellung ‘Maria Lassnig. Das neunte Jahrzehnt’. „Das klingt ein bisschen so, als wäre sie eine alte Greisin“, zeigte sich die Künstlerin später leicht irritiert über den Titel, „Dabei würde sie sich immer gescheiter und schöner finden, je älter sie werde“. Daher sei der Tod auch „so ein grausamer, ungerechter Abschluss, weil er ein mühsam aufgebautes, auf der Spitze herrlich erstrahlendes Gebäude unnotwendig zerstört,“ schreibt sie einmal in ihren bei DuMont veröffentlichten Tagebüchern. Dies versteht man umso mehr, wenn man ihr Spätwerk betrachtet.
Maria Lassnig ist einer jener seltenen Glücksfälle in der Geschichte der Kunst, wo hart erarbeitetes Wissen und Erfahrung in seiner Vollendung leicht und spielerisch umgesetzt wird. Oft habe sie keine Idee, sagt sie, wenn sie zu arbeiten beginnt. Trotzdem, einige Themen durchziehen beständig ihre Arbeiten. Im Mittelpunkt steht dabei die Darstellung des menschlichen Körpers. In ihrer, wie sie es selbst nennt, „Körperbewusstseinsmalerei“ wird die physische Erscheinung des Körpers um die Dimension des Empfindens erweitert.
Obwohl sie keine feministischen Ansatzpunkte vertritt, wie sie betont, wird in ihren Bildern und Selbstporträts die weibliche Position in der Gesellschaft reflektiert, wobei eine Ironie dabei nicht zu übersehen ist. In ihrem Bild ‘Das Landmädchen’ zeigt sie eine alte Frau, die demonstrativ nackt mit hängenden Brüsten ein Moped Marke Puch Maxi hält. So als wollte sie sagen, den Schnaps könnt ihr haben, aber das Moped gehört mir.
Immer wieder versucht sie in ihren Arbeiten herkömmliche Positionen zu überdenken, neue Perspektiven zu entwickeln und Dinge in anderem Zusammenhang neu erscheinen zu lassen. So schreibt sie in ihren Tagebüchern: „Ach, die Künstler, die Gefangene ihres Stils sind, griesgrämig in die Welt sehen und verbissen den grünen Zweig des Supererfolgs wollen; verwerft den Stil, ändert ihn jede Woche, ändert eure Normen jede Woche, ändert eure Haarfarbe, eure Perücke jeden Tag, ändert euer Vokabularium, eure vorgefasste Meinung über den Nächsten und in der Politik jeden Tag.” (jk)
Dieser Beitrag wurde mit freundlicher Unterstützung des UNIQA ArtCercle verwirklicht.
Empfindung - Oder in der Nähe der Fehler liegen die Wirkungen
11. Februar 2009, 11:08:24 unter Akademie der bildenden Künste Wien, Augarten Contemporary, Ausstellungen, Belvedere, Deutsch, Kunsträume, Museen, Podcast, Universitäten, Video, Wien, Österreich“a) Tiere, die dem Kaiser gehören, b) einbalsamierte, c) gezähmte, d) Milchschweine, e) Sirenen, f) Fabeltiere, g) herrenlose Hunde, h) in diese Einteilung aufgenommene, i) die sich wie tolle gebärden, j) unzählbare, k) mit feinstem Kamelhaarpinsel gezeichnete, l) und so weiter, m) die den Wasserkrug zerbrochen haben, n) die von weitem wie Fliegen aussehen.”
Diese ungewöhnliche Taxonomie der Lebewesen aus dem Tierreich, vom argentinischen Schriftsteller Jorge Luis Borges einer chinesischen Enzyklopädie zugeschrieben, war dem französischen Philosophen Michel Foucault Anstoß, ein Buch über den Zusammenhang zwischen unserer Welt der Worte und jener der Dinge zu verfassen.
Woran hatte Foucault Anstoß genommen? Was hat ihn bewegt? Im Vorwort seines Buches erwähnt er, beim Lesen der Aufzählung gelacht zu haben. Sein Buch verdanke sich dem Lachen, das bei der Lektüre des Borges Textes “alle Vertrautheiten unseres Denkens aufrüttelt, des Denkens unserer Zeit und unseres Raumes, das alle geordneten Oberflächen und alle Pläne erschüttert … und unsere tausendjährige Handhabung … schwanken lässt und in Unruhe versetzt.” Es dürfte dem Philosophen das Lachen zur inneren Aufruhr geworden sein. Eine sich ausbreitende, tiefe, unbehagliche Empfindung, dass die Begriffe, mit denen wir die Welt erfassen und im Zaum halten, unsere Welt ordnende Taxonomie, nur eine von vielen möglichen ist, vielleicht aber eine ebenso unmögliche, ja befremdliche, wie diejenige in Borges Text.

Wirkungen liegen in der Nähe des als fehlerhaft Empfundenen, des Slapstick, des Lächerlichen, des Nicht-Zusammenpassenden, Provozierenden, des scheinbar Abbildenden, Wahrnehmung-Umstoßenden, Anstoßenden und eben damit in der Nähe von Kunst. Es ist eine Sache von Kunst, dass sie uns am Unerwarteten anstoßen lässt, dass sie uns die sichere Verbindung mit dem, was wir uns erwartet haben, was uns normal vorkommt und worauf wir eingestellt sind, aufbricht.
Die Ausstellung “Empfindung oder in der Nähe der Fehler liegen die Wirkungen” erforscht das Vermögen von Kunst, solche Empfindungen auszulösen, die den Betrachter ins Offene, bislang Unerdenkliche stoßen. Was ist Empfindung? Wie kann ich sie herstellen? Wo findet sie statt? Für die Kuratorinnen Sabeth Buchmann, Eva Maria Stadler und Kathi Hofer sind dies Fragen, die sich im Kontext der Empfindung auf Seiten der Künstler stellen. Aber auch aus kuratorischer Sicht bringt die Auseinandersetzung mit dem Phänomen Empfindung Überlegungen ans Licht: Wie nehme ich etwas wahr? Wie trete ich einem Bild gegenüber? Was passiert da mit mir? Was wirkt auf mich ein?
Ausstellungsort der Empfindung in der Kunst ist der Augarten Contemporary, eine Dependance des Belvedere inmitten des englischen Gartens im Augarten Park des zweiten Bezirks in Wien. Mit dieser Spielstätte, so Eva Maria Stadler, Kuratorin des Belvedere für zeitgenössische Kunst, baut das Belvedere gezielt ein Angebot junger und jüngster Positionen im Kunstbetrieb auf. Was dies bedeutet, zeigt die Ausstellung beispielhaft: “Empfindung” ist eine Kooperation des Belvedere mit der Akademie der bildenden Künste Wien. Im Laufe eines Semesters wurden Positionen der Empfindung nicht nur erforscht und künstlerisch erarbeitet, sondern auch für die Ausstellung ausgewählt. Zu sehen sind Arbeiten von Studierenden, ihnen wurden Werke namhafter zeitgenössischer Künstler wie beispielsweise Constanze Ruhm, Julian Göthe, Heimo Zobernig oder Tony Conrad als Bezugspunkte zur Seite gestellt. (wh)




