In der aktuelle Ausstellung PHANTOMAK präsentiert CastYourArt in Kooperation mit der TU Wien und der Galerie Heike Curtze die neue Skulpturenreihe des Künstlers Tomak. Darüber hinaus gibt es in der Ausstellung auch den neuen Werkkatalog des Künstlers zu sehen. Die Ausstellung hat vom 4.-14. Februar 2012 Mo-Sa von 11.00 - 17.00 Uhr geöffnet. Ort ist die TU Wien, Kuppelsaal (4. Stock), Karlsplatz 13, 1040 Wien. Wir haben für Sie vorab einen Filmbeitrag zum Projekt PHANTOMAK veröffentlicht.
Die 60er Jahre - Eine phantastische Moderne
29. März 2011, 18:02:38 unter Ausstellungen, Deutsch, Interviews, Museen, Museum auf Abruf, Podcast, Video, Wien, Österreich„Die 60er Jahre: Eine phantastische Moderne“ zeigt im Wiener MUSA den Zeitgeist eines Jahrzehnts, das von radikalen Umbrüchen gekennzeichnet war. So gut wie alle großen Namen der österreichischen Kunst sind vertreten.

Nicht nur in der Politik, auch in der Kunstlandschaft kam es in den sechziger Jahren weltweit zu einem Umbruch. Dieser Umbruch lässt sich auch in der österreichischen Kunstproduktion jener Zeit nachvollziehen. Zu Beginn des Jahrzehnts wurde die Kunst in ihren Aussagen vielfach politisch und provokant, es entstanden Werke, die Grenzsituationen zwischen Alltags- und Kunstwirklichkeit thematisierten. Hierin liegt auch die Annäherung von Unterhaltungs- und Hochkultur begründet - es folgte eine grundsätzliche Infragestellung des bisherigen Kunstbegriffs. Oftmals sind die Bildinhalte jener Zeit im Alltäglichen begründet, sie spiegeln die Realitäten der Zeit, sie forcieren und reflektieren den kulturellen Wandel. Weiterlesen »
Hermann Nitsch - Die Passion ist das Negativ der Orgiastik
9. Juni 2010, 08:12:38 unter Deutsch, Podcast, Portraits, Video, Wien, ÖsterreichKünstlerportrait Hermann Nitsch. Für mich ist die Tatsache, dass die Welt ist, das Wichtigste. Die Kunst der Feier der Existenz.

„Ich liebe auch eure Feste nicht: zu viel Schauspieler fand ich dabei, und auch die Zuschauer gebärdeten sich oft gleich Schauspielern.“ (Nietzsche, Zarathustra)
Als soziale Wesen sind wir gezwungen uns zurück zu nehmen und unser Benehmen zu zivilisieren. Erziehen bedeutet zu einem beträchtlichen Teil, uns in den gesitteten, auf Produktivitätsoptimierung ausgelegten Sozialraum hineinzugewöhnen. In dieser individuellen und kollektiven Anpassungsleistung rücken Seiten, die zwar Teil von uns, aber nicht alltagstauglich sind, in den Hintergrund. Wir bauen ethische, moralische und ästhetische Tabus auf und kanalisieren die Bändigung unserer Wildheit durch idealisierte Leidenschaft. Die Psychoanalyse nennt diesen Prozess eine Projektion. Weiterlesen »
Thomas Reinhold – Empirische Wissenschaft
9. April 2008, 15:44:29 unter Deutsch, Podcast, Portraits, Video, Wien, ÖsterreichThomas Reinhold erhält den Preis der Stadt Wien für bildende Kunst und präsentiert anlässlich der Verleihung in der Galerie Kunst und Handel in Wien seinen Animationsfilm “Enchanté”.
Im Gegensatz zu anderen Medien wie dem Film oder der Musik hat die Malerei im Grunde nicht so viele Möglichkeiten, erklärt der Maler Thomas Reinhold. Es hat deshalb in der Geschichte immer wieder Maler gegeben, die versuchten, die Möglichkeiten der Malerei zu erweitern. Im Falle des Aktionismus, des Action Paintings oder auch der Happening- bzw. Fluxus-Kunst seien jedoch nicht die Möglichkeiten der Malerei erweitert worden, es sei vielmehr immer etwas anderes daraus geworden.
Mitte der siebziger Jahre, Thomas Reinhold studiert an der Universität für angewandte Kunst, ist das künstlerische Klima noch aktionistisch gestimmt. Das Medium Malerei erscheint vielen nicht performativ genug, so wird auch in der Ausbildung wenig gemalt und vornehmlich mit anderen Medien gearbeitet. Reinhold fotografiert. Seine Arbeiten sind erfolgreich. Sie werden im Grazer Forum Stadtpark aber auch auf Kunstmessen in Basel und New York gezeigt.
Den Weg zur Malerei bezeichnet Thomas Reinhold als eine Reaktion auf den künstlerischen Tenor dieser Zeit. Er habe bewusst einen Kontrapunkt gesetzt. Auch gegen das Meisterklassen Ausbildungssystem, in dem die jungen Künstler stets gleich arbeiteten wie ihre Lehrer. Zunächst malt Reinhold figurativ. In Odysseus, einer Arbeit aus dem Jahr 1981, malt er sich selbst. Nackt, in der Hand ein Schwert, am Anfang eines Säulengangs. Vor ihm eine Esse, im Hintergrund eine futuristisch kubistisch anmutende Figur, ein Alter Ego seiner selbst. Der Maler nennt diese Zusammenstellungen “ikonographische Verwicklungen”. Zu dieser Zeit sei seine Malerei bereits formal und weniger erzählerisch geworden – der Weg, den er dann binnen weniger Jahre geht, kündigt sich bereits an. Seine anschließenden Arbeiten entwickeln sich zu einer rein malerischen Reflexion, Malerei wird für ihn zum empirischen Akt, zum Erkenntnisgewinn über ihr Vermögen.

Thomas Reinhold malt erforschend konzentriert. Die Möglichkeiten, die Farbschichtung als Ausdruck der Zeitlichkeit des Malaktes auf dem Gemälde in ein Erlebnis räumlicher Tiefe zu verwandeln, beschäftigen ihn ebenso wie die Facetten der Wahrnehmung aufgrund der Anatomie des menschlichen Auges.
Hinzu kommt in den letzten Jahren das Experiment mit der Selbständigkeit des Materials. Die Flüssigkeit der Farbe wird malerisches Mittel, ihr Verfließen erprobt Reinhold vor dem Hintergrund exakt berechneter Bildkompositionen. Seine Suche nach den Wesenszügen fließender Farben zwingen ihn zur Reduktion. Weg fällt, was ablenken, die Natur des Materials verfälschen könnte. Es entstehen Gemälde, in denen der Forscher erfährt, was das malerische Material von sich aus hervorbringt. Nicht immer lassen sich die fließenden Farben lenken, manchmal gehen sie ihren eigenen Weg. Der Einsatz fließender Farben unter den Laborbedingungen der Komposition hält kleinere oder größere Katastrophen bereit. Reinhold malt nicht um aktionistisch zu sein, aber er integriert die aktionistische Dimension des Materials in seine Malerei. So gelingt ihm eine Erweiterung der Malerei, jenes Mediums, das im Prinzip wenige Möglichkeiten hat, in einem anderen Sinne als es der Aktionismus der siebziger Jahre ermöglichte. Sie bleibt immanent, ohne aus der Malerei etwas anderes zu machen. (wh)




