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Fiene Scharp - mit Haut und Haar
6. Januar 2010, 10:41:12 unter Berlin, Deutsch, Deutschland, Podcast, Portraits, VideoFiene Scharps Arbeiten mit Haut und Haar konfrontieren uns tastend mit unserer Körperlichkeit, ihren Grenzen, Durchlässigkeit, Integrität und Auflösung. Ein Portrait der Künstlerin.

Schönheit. Ordnung. Sauberkeit. Reinheit. Perfektion. Für einige der Begehrlichkeiten, seinem Leben eine zivilisierte Richtung zu geben, ist Haar eine Schwachstelle. Haar kann störrisch sein. Wer gepflegt ist, hat sein Haar im Griff. Plätze, an denen Haare deplatziert sind, gibt es auch jenseits der Körperteile, die wir lieber unbehaart hätten, zuhauf: Weiterlesen »
Götz Valien - Verführen und Verführung offen legen
16. September 2009, 09:22:30 unter Berlin, Deutsch, Deutschland, Podcast, Portraits, VideoAls Bildermacher interessiert sich Götz Valien für den Wirkungsgrad von Bildern. Er nutzt diese Effektivität und legt sie zugleich auch bloß, das ist ein programmatischer Teil seiner Bildermacherkunst.

Götz Valien bezeichnet sich als Bildermacher. Das lässt mehr an Handwerk als an Kunstwerk denken. Indem man in seinen Arbeiten jedoch auf kollektives Bildgut trifft, verliert die Selbstbezeichnung Bildermacher die Einfachheit, zu der sie auf den ersten Blick einmal verführt. Weiterlesen »
Julius von Bismarck - alles und keines
26. August 2009, 14:59:43 unter Berlin, Deutsch, Deutschland, Podcast, Portraits, VideoWas er produziert ist technisch ebenso ausgeklügelt wie ideenreich, sozial intervenierend, gesellschaftskritisch und es erstaunt zugleich. Ein Portrait des Künstlers Julius von Bismarck.

Seine Arbeiten sind Erfindungen, die Technik und Software zu meist interaktiven Kunstwerken verbinden. Für manche, sagt Julius von Bismarck, ist er ein Designer, für andere ein Künstler, für dritte wiederum ein erfindungsreicher Aristokrat. Weiterlesen »
Douglas Henderson - Visible Sound
22. Juli 2009, 11:51:43 unter Audio, Berlin, Deutschland, Englisch, PortraitsDouglas Henderson nähert sich seiner Arbeit eher als abstrakter Maler, denn als Komponist. Ein Portrait des New Yorker Performers und Komponisten.
Teil 1. Visible Sound
Teil 2. Playback
Studiert hat der amerikanische Klangkünstler Douglas Henderson Komposition und Theorie an der Princeton Universität bei Milton Babbitt, dem Synthesizer Pionier und Pulitzer Preisträger, bei Elie Yarden und J.K. Randall, Mitherausgeber des Magazins Perspectives of New Music. Weiterlesen »
Ariel Schlesinger - Die Magie der Verzauberung
15. Juli 2009, 09:24:16 unter Berlin, Deutschland, Englisch, Podcast, Portraits, VideoDie Magie der Verzauberung besteht in der Transformation. Ein Portrait des israelischen Künstlers Ariel Schlesinger.

Wer in der modernen, aufs Funktionale entzauberten Welt nach magischen Momenten sucht, muss das Wirkliche sehen und sich den Blick erhalten dafür, dass sich im Wirklichen Mögliches abzeichnen kann. Die Magie der Verzauberung besteht in der Transformation. Sie beruht auf der Fähigkeit am Alltäglichen, Banalen und Übersehenen, Traumhaftes zu wecken, das in uns steckt. Weiterlesen »
Jan Peter E.R. Sonntag - Die akustische Perspektive des Raumes und das Wesen der Elektrizität.
24. Juni 2009, 09:01:25 unter Audio, Berlin, Deutschland, Englisch, Podcast, PortraitsVon den meisten seiner Sound-Installationen gebe es keine Aufnahmen. Über Boxen oder Kopfhörer würden sie nicht funktionieren, sagt Jan-Peter E.R. Sonntag, denn seine Kompositionen nutzen meist den gesamten Körper als akustischen Rezeptionsraum. Da kann es gut sein, dass der Schall nicht über das Trommelfell in den Körper dringt, sondern zum Beispiel über die Fußsohlen – und wer stellt sich schon gerne auf seine eigenen Lautsprecherboxen. Schnittstellen zwischen dem menschlichen Körper, technisch-medialen Systemen und schallvermittelten Raumwahrnehmungen gehören zu seinem künstlerischen Interessensgebiet. Zum Beispiel, wenn er in der Erde eine Säule frei schwingend versenkt, und deren Oberkante als ebenerdiger Kanaldeckel ausführt. Wer auf den Kanaldeckel tritt, wird die Tiefe der Erde über die Schwingungen des Deckels mit seinem Körper wahrnehmen und Raum auf eine andere, nicht visuelle Art erleben.
Geboren wurde Jan Peter E.R. Sonntag 1965. Sein Posaunespiel vertieft er in der Klasse von Heinz Fadle an der Musikhochschule Lübeck, dann studiert er in Oldenburg acht verschiedene Fächer, von Kunstgeschichte bis Philosophie. Inzwischen unterrichtet er selbst an Universitäten. Istanbul, Hamburg, Rotterdam, Oldenburg, Darmstadt sind Orte seiner Lehrtätigkeit.
The Architecture of Sound
The Essence of Electricity
Versucht man es mit Kategorisierungen, liegen seine Wurzeln in der Minimal- und Konzeptkunst, sowie in der Neuen- bzw. experimentellen Musik. Allerdings, zuordnen lässt sich Sonntag nur ungern. Die Schubladen, mit denen man künstlerische Tätigkeiten in Bereiche teilt, sind ihm zu eng. Seine Orientierung: Komponist liege im näher als Klangkünstler, aber er arbeite auch visuell. Die Bezeichnung Erfinder habe am ehesten seine Sympathie. Jan-Peter E.R. Sonntag nutzt dabei die Mittel der Kunst, um Wissenschaft zu betreiben. Sein künstlerischer Erfindungsreichtum hat Erfolg. Er hat zahlreiche Auszeichnungen erhalten und von New York bis Bishkek ausgestellt. 2008 eröffnet er das Avantgarde Festival elektronischer Kunst, die Ars Electronica in Linz, mit seinem sonArc::project zur Erforschung elementarer Wesensformen von Elektrizität. Die Erfassung des Wesens der Elektrizität ausgeführt als die Suche nach den Wurzeln und Visionen unseres Medienzeitalters hat den Künstler auf den Blitz gebracht und auf die Möglichkeiten seiner apparativen Domestizierung.
Die klangliche Erfahrung und Erforschung des Raumes und Fragen der Perspektive bilden den zweiten wichtigen Bereich seines künstlerischen Forschens. Sonntag sucht nach Möglichkeiten, durch Klang erfahrbare Räumlichkeit zu erfassen und damit der visuellen Besetzung des Raumbegriffs, mit seiner perspektivischen Durchdringung, Alternativen aus dem Bereich psychoakustischer Raumwahrnehmung gegenüber zu stellen. Für den Beitrag von CastYourArt hat Sonntag akustisch auf seine Körpergeräusche zurückgegriffen – ein Blick in die Gedankenwelt des Künstlers also und eine Klangkörpercollage …
(wh)
Nadine Rennert - Flucht auf der Stelle
17. Juni 2009, 09:22:40 unter Berlin, Deutsch, Deutschland, Podcast, Portraits, VideoDie frühen Arbeiten Nadine Rennerts sind der abstrakten Kunst zuzurechnen. Sie loten die formalen Möglichkeiten des Materials aus. Sie erforschen dessen Seele, sagt die Künstlerin.
Die Arbeiten der in Berlin lebenden Künstlerin haben sich in letzter Zeit zusehends ins Figürliche gewandelt. Zwar ist die Verwendung von Stoffen wie Vlies, Wolle, Leder, Fell oder Flaum geblieben, und auch der Weg, zuerst nach der Seele, dem was dem Ausgangsmaterial inne liegt, zu suchen. Verändert hat sich, dass der Stoff ihrer Arbeiten nun in weiterem Sinne verstanden werden muss. Zum Ausgangsmaterial ihrer Arbeiten sind Aussagen und Situationen aus Erzählungen und Märchen, einzelne Sätze hinzugekommen. Es sind Stoffe von den Verwebungen des individuellen Lebens in seinen sozialen und zeitlichen Umständen. In ihren skulpturalen Arbeiten findet Nadine Rennert für diese manchmal archaischen Stoffe mit ihren inneren Spannungen eine zeitgemäße Form. Das verwendete Material stützt diese Übertragungen ins Jetzt. Es trägt Gebrauchsspuren an sich. Es verweist ins alltägliche, ins konkrete Leben. Still und heimlich schließt es an das Leben der Betrachter an.

Welche Dispositionen haben wir durch Erziehung und die Umstände unseres Aufwachsens mit bekommen? Was an uns hat seine eigene Geschichte, nimmt seinen eigenen Lauf? Was tragen wir mit? Ihre Skulpturen fordern, sich zu fragen. Sie berühren in tiefen Schichten gespeichertes: Integrität, Verletzlichkeit, Dazugehören und Allein- oder Ausgestoßen-Sein. Mit ihren Arbeiten geht es ans Eingemachte.
Wenn die Künstlerin die Möglichkeiten ihrer Stoffe erforscht, holt sie hervor, was gut verschlossen im Keller unseres Daseins lagert, frisch gehalten, um bei gegebenem Anlass geweckt zu werden. Die Ideen für ihre Arbeiten entstehen im Zwischenraum des Erwachens, dort, wo in uns Verborgenes noch bildhaft wirkt und Wachsein nicht stark genug ist, um den Blick für das Dunkle zu blenden. Eingewecktes wird durch die Arbeiten der Künstlerin aufgeweckt.
Tief-Sitzendes wird in den Arbeiten Rennerts mit buchstäblicher Offenheit zum Ausdruck gebracht. Es ist einerseits deutlich da und zugleich nicht zu Ende erzählt, offen genug, um im Betrachter eigene Geschichte zu wecken. Ihre Arbeiten, sagt, die Künstlerin, sind Einladungen, was in uns steckt von allen Seiten und mit Neugierde zu betrachten. Als Entgegenkommen zur Auseinandersetzung sind ihre Arbeiten realisierte Potentialität, Positionierungen der Künstlerin gegen das “Es geht nicht” in uns selbst. (wh)
Carlos Sandoval - In Bewegung
8. April 2009, 12:26:53 unter Audio, Berlin, Deutschland, Englisch, Interviews, Podcast, Portraits, UdK Berlin, UniversitätenCarlos Sandoval ist Klangkünstler. Seine Tätigkeit umfasst laut Eigendefinition Sounddesign, Klangspekulation, Improvisation, klassische geschriebene Komposition und die Mischung dieser Bereiche. In den Arbeiten des Künstlers spielt die Auflösung des Komponisten als dem beherrschenden Subjekt der Musik eine wichtige Rolle. So macht er beispielsweise in seiner Baum Installation “Baumberauschen” im Berliner Stadtteil Kreuzberg Natur zum Komponisten von Musik. Bäume werden mit Sensoren besetzt. Diese nehmen die Baumbewegungen, verursacht durch Wind und Wachstum, ab und steuern mit diesen Impulsen Klänge aus einem Soundarchiv.
Musik, Teil 1
Wind, Teil 2
Improvisation und Komposition unterrichtet der Künstler an der Universität der Künste Berlin als komplementäre Strategien. In diesem Zusammendenken von Planung und Spontaneität spiegelt sich sein Schwerpunkt, das Entstehen von Musik dem einen beherrschenden Subjekt zu entziehen, ebenso wieder, wie im Programm des “Interaktion Festival”, das er mit seiner Künstlerkooperation “The Tilt Group” ins Leben gerufen hat. 2008 traten dort 16 Musiker, paarweise durch Zufall zusammengewürfelt, zum Wettbewerb um die beste musikalische Interaktion an.
Der Künstler hat einen experimentellen und über das Gewohnte hinausgehenden Begriff von Musik. Seine Arbeiten sind Soundmanipulationen, Soundimprovisationen, Soundinstallationen. Ausgangsmaterial können da das Stimmengewirr eines Vogelschwarms ebenso sein, wie der Lärm der Straße, die Geräusche von elektronischem Spielzeug oder die Laute die Menschen beim Sex von sich geben. Die Instrumente des Künstlers sind experimentelle Entwicklungen. So hat er beispielsweise über ein Jahrzehnt hinweg während mehrmaliger Aufenthalte an der niederländischen STEIM Foundation einen Datenhandschuh entwickelt, mit dem er Soundsamples aus dem Computer live anzusteuern und zu bearbeiten vermag.
Geboren und aufgewachsen ist Carlos Sandoval in Mexiko. Nach einem Bachelorstudium hat er eine Ausbildung in Klavierkonstruktion und Klavierstimmen bei Bösendorfer in Wien absolviert, anschließend studierte er in Mexiko an der National School of Music Komposition und Theorie bei Estrada. Zur Zeit lebt Carlos Sandoval als freischaffender Komponist und Musiker in Berlin. (wh)
Sam Auinger - Eine Hörperspektive
18. Februar 2009, 09:22:48 unter Audio, Berlin, Deutsch, Deutschland, Podcast, Portraits, UdK Berlin, UniversitätenMenschen gehen mit offenen Ohren durchs Leben, sie lassen sich vor den Geräuschen der Welt nicht wie Augen verschließen, außer man hält sie sich zu. Das Ohr ist ein gänzlich aufgesperrtes Sinnesorgan. Wir hören, selbst wenn wir schlafen. Nur selten sind wir hellhörig und nehmen differenziert wahr, was uns an Geräuschen umgibt und in uns eindringt. Horchen wir in uns hinein und zurück in der Zeit, halt nicht nur Geläut von Straßenbahn-, Kuh-, Haustür-, Pausen-, Feuerwehr-, Kirchenglocken oder Fahrradklingeln in uns nach, sondern ein erstaunlich umfangreicher Audiokosmus. Wir werden feststellen, Geräusche sind emotional konnotiert, wir sind gefühlsbetont.
Sam Auinger setzt sich mit der Welt der Klänge, Töne und Geräusche, ihrer geografisch-kulturellen aber auch geschichtlichen Unterschiede auseinander und schließt an eine Tradition künstlerischer Auseinandersetzung mit Ton an, in der Personen wie Erik Satie, Luigi Russolo, John Cage oder Murray Schäfer Geschichte schrieben. Ausgebildet am Bruckner Konservatorium Linz und Salzburger Mozarteum hat er sich einen Namen als Komponist und Klangkünstler, als Forscher und Architekt im Zeichen der Geräuschwelt und ihrer Wirkungen gemacht. Seine Geräuschkulturen ersichtlich machenden Arbeiten werden als Performances, Installationen, Experimente, Filme und Videos weltweit gezeigt und laden zu bewussterem Umgang mit dem je eigenen Geräuschhorizont ein. In seiner Arbeit “Sechse läuten” sammelt er beispielsweise Geräusche seiner Kindheit ein, horcht nach, welche Töne sein Aufwachsen begleiteten, ihm Grund zu Freude, Gehorsam, Ausgelassensein, Vertrautheit oder Angst waren.
Eine Hörperspektive
Nicht nur Geräusche, auch ihr Raum ist charakteristisch. Der Raum als Klangobjekt, ein vom amerikanischen Avantgarden John Cage hervorgehobener Klangaspekt, ist Teil der Forschung des zur Zeit als Gastprofessor für experimentelle Klanggestaltung an der Universität der Künste in Berlin tätigen Künstlers. Auf seiner Suche nach einer neuen Sprache des Hörens arbeitet Sam Auinger immer wieder in wechselnden Kooperationen und veröffentlicht unter den Namen “O+A”, “berliner theorie”, “tamtam” und “stadtmusik”. CastYourArt hat Sam Auinger in Berlin interviewt. (wh)
Robert Lucander - Momente in Bildern
21. Januar 2009, 09:32:15 unter Berlin, Deutsch, Deutschland, Podcast, Portraits, VideoRobert Lucander zieht ein Jahr bevor die Mauer fällt von Finnland kommend nach Berlin. Mit der Aussicht auf Wiedervereinigung steigt die Aufmerksamkeit für die andere Seite. Deutlich werden Unterschiede zwischen Ost und West. Für den Maler entpuppt sich – zu seiner eigenen Überraschung und Faszination – die Rede von den unterschiedlichen kulturellen Färbungen als eine nicht nur metaphorische Wendung, sondern als wörtlich zu nehmendes, handfestes Detail. Robert Lucander bestellt industriell produzierten, farblich genormten Acryllack aus Ostproduktion, dieser erweist sich im Vergleich zum selben Produkt aus Westproduktion von erstaunlich andersartiger farblicher Mentalität.
Die Erfahrung der Vorbelastung des künstlerischen Materials mit kultureller Charakteristik stärkt sein Interesse für die Aussagekraft, die nicht erst durch einen schöpferischen Akt des Künstlers entsteht, sondern dem Material bereits inne liegt. Er beginnt das Material als ein Medium zeitlicher, geographischer und kultureller Aussagekraft zu erforschen und sucht Möglichkeiten, hervorzuheben, was dem Vorgegebenen an Information bereits inne liegt. So verwendet er Farbe aus industrieller Produktion und hält sich bei der Auswahl der Farben strikt an die jährlich neu herausgebrachten Farbmuster. Bei der künstlerischen Handhabung der Farben schränkt er sich auf die aktuellen Gebrauchsanleitungen auf den Acryllack-Dosen ein. So bindet das Material Farbe seine Arbeiten an Geschmack, geografisches Umfeld und Zeit ihres Entstehens zurück und es beginnen in den Arbeiten des Künstlers die verwendeten Materialien durch kontrastierende Maßnahmen ihr Vorgegebenes zu erzählen.

Eines dieser Kontrastmittel wird der Bildträger selbst. Robert Lucander malt auf industriell gefertigte Sperrholzplatten, die er entsprechend der Maserung zuschneiden und verleimen lässt. Die Maserung – eine vorgegebene Individualität ähnlich dem Fingerabdruck eines Menschen, die der Künstler als bildgestaltendes Element einsetzt – wirkt in den Bildern als Kontrastmittel zum Massenprodukt Acryl, dessen materielle Eigenschaften als Dekorationsfarbe auf gleichmäßige Deckkraft und Verfließen des Pinselstrichs, kurz, auf Entindividualisierung ausgerichtet sind.
An Stellen, die die Maserung sichtbar lassen, skizziert der Künstler mit Bleistift. Er nutzt die Vorgaben des Holzes als Spielraum für räumliche aber auch individuell-persönliche Tiefe in seine vornehmlich Menschen darstellenden Arbeiten. Die mit der Charaktertiefe des Trägermaterials Sperrholz hervortretenden Gesichts- und Körperzüge der Menschenbilder stehen in Kontrast zur Glätte der Modezeitschriften und Magazinen, denen der Maler die Gesichter und Körper detailgetreu entnimmt. Diese vorbildlichen Menschen werden in den Arbeiten des Malers ihres glamourösen Kontexts entrissen und in einen alltäglich gewöhnlichen Handlungsrahmen gesteckt.
Er versuche weder Bedeutung noch Meinung oder Gesinnung in seine Arbeiten hineinzulegen, sagt der Maler, sondern durch seine künstlerische Anwendung hervorzuheben, was dem Vorgegebenen als Zeugen inne liegt. Was wir herauslesen und wovon es uns Zeugnis gibt, das liege an uns, den Betrachtern. Seine Bilder sind kein Denkmal eines nach außen gestülpten, geniehaften Künstlerinnenlebens, sondern ein “Momentmal” – eingedenk der Zeit. (wh)







