In der aktuelle Ausstellung PHANTOMAK präsentiert CastYourArt in Kooperation mit der TU Wien und der Galerie Heike Curtze die neue Skulpturenreihe des Künstlers Tomak. Darüber hinaus gibt es in der Ausstellung auch den neuen Werkkatalog des Künstlers zu sehen. Die Ausstellung hat vom 4.-14. Februar 2012 Mo-Sa von 11.00 - 17.00 Uhr geöffnet. Ort ist die TU Wien, Kuppelsaal (4. Stock), Karlsplatz 13, 1040 Wien. Wir haben für Sie vorab einen Filmbeitrag zum Projekt PHANTOMAK veröffentlicht.
Kunstraum - Shanghai
5. August 2009, 13:10:33 unter 1918 ArtSpace Shanghai, China, Galerien, Interviews, Podcast, Shanghai, VideoEinhergehend mit der EXPO 2010 in Shanghai rüstet sich die Stadt auch in künstlerischer Hinsicht. Ein Interview mit der Galeristin Anne-Laure Fournier vom 1918 ArtSPACE Shanghai.

Geht es um künstlerischer Produktion in China gilt vor allem Peking als Zentrum, Shanghai hat seinen Ruf als wirtschaftlicher Standort und geschäftsorientierte Stadt. Einhergehend mit der EXPO 2010 in Shanghai rüstet sich die Stadt auch in künstlerischer Hinsicht. Weiterlesen »
Karine Giboulo - 3D Comic
4. März 2009, 10:11:29 unter Englisch, Französisch, Kanada, Montreal, Podcast, PortraitsMit ihren Arbeiten, sagt die kanadische Künstlerin Karine Giboulo, möchte sie einen Eindruck hinterlassen, von der Welt. Ihren Eindruck. Was diesen Eindruck über die verschiedenen Arbeiten der Künstlerin hinweg kennzeichnet, ist ihr Blick. Giboulo hat einen Blick für die Nähe, selbst dann, wen das, worauf sie schaut, sich nicht unmittelbar vor ihren Augen befindet. Ihr Blick berührt, auch über Distanz, und stößt sich an Machtstrategien, die darauf abzielen, die Welt im Überblick zu behalten indem man im Einzelnen nicht so genau hin-, sondern eher darüber hinweg blickt, bereit sich emotional nicht berühren zu lassen. Der Soziologe Zymunt Bauman hat solchen Überblick, die soziale Erzeugung moralischer Unsichtbarkeit, als eine gezielte Strategie des Wegschauens unserer modernen, globalen Welt gebrandmarkt. Der Blick Giboulos weist in eine umgekehrte Richtung. Er konzentriert sich aufs Detail, er interessiert sich für die Dinge im Einzelnen und macht darin Wirkungen des Überblickens und Wegsehens aus.
Woraus bestehen die Arbeiten Giboulos? Es handelt sich bei ihren Arbeiten um Miniaturwelten. 3D Blicke auf den Parkplatz eines Fastfoodrestaurants, in Wohnzimmer, in Werbesujets, in Fabrikshallen, … zusammengestellt aus bis ins kleinste Detail ausgearbeiteten Knetmasse Figuren. Ihre kinderweltenartige Darstellung der Erwachsenenwelt, manchmal noch verstärkt durch den Einsatz des stilistischen Elements fabelhafter Personifikation, ist entwaffnend. Kunst, so niedlich und brutal deutlich, wie man es von Kindern kennt, wenn sie einem mitten ins Gesicht sagen, worüber man lieber hinwegsieht.

Ein Beispiel. Die Bereitschaft in unserer globalen Welt über Dinge hinweg zu sehen und Unberührtheit durch konsequenten Überblick zu bewahren, ist vor allem dort ausgeprägt, wo ausgiebig zu Bestpreisen konsumiert wird, was anderswo zu noch billiger produziert wird. In ihrer Arbeit “All you can eat” folgt Giboulo ihrem Bedürfnis, sich das anonymisierende “Made in China”, das als Prägung auf Sneakern, Bildschirmen, Plastikblumen, Handys, Elektrozahnbürsten und anderen Dingen den Konsum-Sinn unseres westlichen Lebens schildert, im Einzelnen zu veranschaulichen. Wer sind die Menschen, die diese Dinge für uns produzieren? Wundern sie sich manchmal über die Menschen, die all die Dinge kaufen, die sie fertigen? Giboulo besuchte Fabriken in der Sonderwirtschaftszone Shenzens und fertigte nach ihrer Rückkehr eine Miniaturwelt dreidimensionaler Nahaufnahmen dieser Menschen an. Ihre Einblicke hinterlassen einen Eindruck von Entindividualisierung und Masse, indem sie jenseits der Ästhetik der Wiederholung gerade die individuelle Seite solchen Daseins besonders hervorheben. Konsequent auch, dass das Einnehmen eines solcherart nahen Blicks die konsumierende Welt näher zu rücken zwingt und die Wohnzimmerwand der Konsumenten in Giboulos Arbeit an die der Schlafsäle chinesischer Wanderarbeiter grenzt. (wh)
Karine Giboulo hat auf der Pulse Contemporary Art Faire in New York 2009 den zweiten Preis für junge Künstler gewonnen! CastYourArt gratuliert!
Journey to the West
5. Februar 2008, 21:06:00 unter Ausstellungen, Deutsch, Kunstraum Niederösterreich, Podcast, Video, Wien, ÖsterreichWill man umschreiben, was die chinesische Gesellschaft aktuell an ihrer Zeit durchlebt, erscheint ein entsprechendes Repertoir an Beschleunigungsmetaphern hilfreich. Die Kraft, mit der der ökonomische Motor das Land von einem ehemaligen Bauernstaat zur Wirtschaftsmacht umpflügt, versetzt in Staunen, Sorge, Ehrfurcht und Furcht, nicht nur im Westen. Vielen Chinesen fordern die Begleiterscheinungen des Modernisierungsschubs im täglichen Leben immense Anstrengungen ab. Eine davon lautet, die Integrität des Alltags – seine Normalität – zu wahren.
Journey to the West, die Ausstellungsreise dreizehn junger chinesische Künstler in den Westen, setzt an dieser Selbstbestimmung im Alltäglichen an. Die Wiederbelebung kultureller Tradition, das selbstreflexive Spiel mit Symbolen vorangegangener Modernisierungsphasen, die künstlerische Zusammenschau von Gegenständen des täglichen Gebrauchs versuchen zwischen verblassendem Gestern und verändertem Morgen ein Heute zu erfassen oder doch wenigstens zu greifen. Als chinesische Innerlichkeit bringen die Kunstwerke den Verlust des Erzählerischen zum Vorschein, Zusammenhang erscheint zitiert, Selbstwahrnehmung ist Selbstexperiment.

Wir haben die Ausstellung Journey to the West im Kunstraum NOE für eine Nabelschau zur aktuellen Befindlichkeit junger chinesischer Kunst genutzt. Unsere Gesprächspartner waren Christiane Krejs, Direktorin des Kunstraum NOE, Chen Yuan, Executive Director der RCM Gallery in Nanjing sowie der Videokünstler Cao Kai. Die ausgestellten Arbeiten stammen von Han Dong, Xu Hong, Sun Jianchun, Jiang Jihui, Lin Jingjing, Li Jikai, Cao Kai, Liu Liyun, Luo Quanmu, Dong Wensheng, Wang Yabin, Yan Zhilin und Bao Zhong. (wh)




