Kunst bewegt Menschen
CastYourArt handelt von Menschen, die sich für Kunst begeistern. In wöchentlich erscheinenden Video- und Audiobeiträgen schafft CastYourArt Zugang zu Kunst, zu ihren Gedankenräumen und Ideen, zu Institutionen und Akteuren, zu Wirtschaftlichkeit, Widersprüchlichkeit, Scheitern und Erfolg. CastYourArt - Kontakt
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Viennafair - Heuer mit Filmschwerpunkt
26. April 2010, 16:36:40 unter Audio, Englisch, Interviews, Messe, Podcast, Video, ViennaFair, Wien, ÖsterreichZum sechsten Mal findet vom 6. Mai bis zum 9 Mai die Kunstmesse Viennafair mit Schwerpunkt Zentral- und Osteuropäischer Kunst statt. Wir haben vorab mit Edek Bartz, dem Künstlerischen Leiter der Messe gesprochen.

Schwerpunkt CEE Länder, Teil 1
Schwerpunkt Kunst und Film, Teil 2
Wie überall trennt die Finanzkrise auch auf dem Kunstmarkt die Spreu vom Weizen. Mittlerweile ist der Sturm vorbei. Der Kunstmarkt hat sich erholt. Aus London, New York und Paris werden wieder Verkaufsrekorde gemeldet.
In Wien geht die Viennafair in die sechste Runde. Optimismus ist im Moment en vogue. „Kooperation ist der Schlüssel zum Erfolg“ heißt es in der Pressemitteilung der wichtigsten Kunstmesse Österreichs. Not macht erfinderisch. Weiterlesen »
Maecenas 2009 - Kunstförderung trotz Krise
16. Dezember 2009, 11:04:34 unter BAWAG P.S.K., Deutsch, Interviews, Podcast, Unternehmen, Video, Wien, ÖsterreichFreundschaft und Ehe sind zwar nicht das gleiche, sie schließen sich aber auch nicht aus. Ein Beitrag über Sponsoringbeziehungsmanagement in Zeiten der Krise.

In einer Zeit wirtschaftlicher Krise und weltweit sinkender Kunstförderungen hat sich die österreichische Bank BAWAG PSK, dafür entschieden ihre Fördertätigkeit anzuheben. Das richtige Timing, heißt es aus dem Bankhaus, ist alles und der Wiener Jazz-Club Porgy&Bess war der rechte Ort zur richtigen Zeit für den gewichtigen Partner. Weiterlesen »
art albertina - Die Kunst der Zeichnung
24. September 2009, 12:54:40 unter Albertina, Deutsch, Interviews, Messe, Museen, Podcast, UNIQA, Unternehmen, Video, Wien, art albertina, ÖsterreichÖsterreichs jüngste internationale Kunstmesse, die „art albertina - Drawings International Art Fair“, präsentiert Meisterzeichnungen aller Epochen.

Österreichs jüngstes Kunstmesseformat, die „art albertina“, widmet sich als internationale Spezialmesse einem Medium, dem bisher auf dem Kunstmarkt eine oftmals untergeordnete Rolle zukam – der Zeichnung. Weiterlesen »
Edek Bartz - Taking a Museum Director by the Hand.
22. April 2009, 11:28:24 unter Audio, Englisch, Messe, ViennaFair, Wien, ÖsterreichMitte Jänner startet die Saison internationaler Kunstmessen mit der London Art Fair. Zum Jahresausklang stehen für Kunstanbieter, Käufer und Schaulustige zeitgleich die Art Basel Miami oder alternativ dazu die Messe zeitgenössischer Kunst in Istanbul zur Wahl. Das Geschäft mit der bildenden Kunst wird auf Messen gemacht. Internationale Kunstportale nennen deshalb (je nach Recherchefreude) dreißig bis hundert Kunstmessen, die den Weg des künstlerisch-finanziellen Austauschs alljährlich zwischen London und Miami säumen. Angesichts der Vielzahl dieses Angebots ist es für die Messebetreiber in den letzten Jahren immer wichtiger geworden, ein klares Profil zu entwickeln.
Seine Kunst liege darin, Chancen aufgrund spezieller geografischer, finanzieller, künstlerischer und institutioneller Gegebenheiten zu erkennen und entsprechend zusammenzuführen, sagt Edek Bartz. Seit drei Jahren gibt der künstlerische Direktor der Viennafair Profil im internationalen Kunstgeschehen. Die Messe steht programmatisch für zeitgenössische Kunst mit Fokus Zentral- und Osteuropa. Sie zeigt das Programm einer Vielzahl renommierter Galerien und sie hat sich für junge und weniger bekannte Galerien aus den östlichen Mitgliedsstaaten der europäischen Union zum Türöffner in den internationalen Kunstmarkt entwickelt.
Eindrücke von der Viennafair

Audiointerview mit Edek Bartz, Künstlerischer Direktor der Viennafair
Edek Bartz selbst hat biografische Wurzeln im Osten Europas. Geboren in einem russischen Internierungslager in Quaraghandy, der viert größten Stadt Kasachstans, verbrachte er seine Kindheit in Polen. 1958, im Zuge der Emigration nach Israel, stoppte seine Mutter die Reise in Wien, dem Ort, an dem ihre Familie gelebt hatte, und blieb. Bartz machte sich in und über die Stadt hinaus bald einen Namen als talentierter Organisator im Musik und Kunstbereich. Er machte selbst Musik, war Tour-Manager der österreichischen Pop Ikone Falco, hat Festivals geleitet und selbst gegründet, kuratiert Ausstellungen und unterrichtet an der Universität für Angewandte Kunst in Wien.
Die Kombination aus Kunstwissen und Verständnis für die organisatorische und kommerzielle Seite des künstlerischen Geschehens sei seine wichtigste Qualifikation für die Stelle als künstlerischer Direktor der Viennafair gewesen, sagt Bartz. Verkauf ist eine sehr wichtige Seite, darüber hinaus aber müsse die Viennafair unterhaltend sein. Es gehe bei einer Kunstmesse auch um die Analyse künstlerischer Richtungen, um Orientierung, wo sich neue Zentren entwickeln, um die Diskussion kuratorischer Strategien und vor allem um den Aufbau guter Kontakte. Wer die Gelegenheit für Gespräche mit Galeristen, Künstlern und Kuratoren nutzen möchte, den Ankauf eines Kunstwerks überlegt oder sich einfach nur unterhalten will, hat dazu vom 6.-10. Mai auf der Viennafair, auf den zahlreichen international kuratierten Ausstellungen der Wiener Galerien und Kunsträume sowie den Partys im Umfeld der Kunstmesse Gelegenheit. (wh)
CastYourArt ist auf der Viennafair im Bereich Fachpresse ebenfalls vertreten. Schauen Sie bei uns vorbei, wir freuen uns auf Ihren Besuch!
Neue Galerie New York - Erinnerung ist mein Kaffee
17. Dezember 2008, 17:53:10 unter Audio, Englisch, Interviews, Museen, Neue Galerie New York, New York, Podcast, USAIm kulturellen Schmelztiegel New York, der Stadt mit internationalem Flair, ist auch die Österreichische und Deutsche Kulturgeschichte vertreten. Ihr Stand befand sich angebotshalber jedoch in der zweiten marktwirtschaftlichen Reihe, das hat seine Gründe in kriegsbedingt schwierig zu klärenden Besitztumsverhältnissen und auch in über Jahre hinweg gelebter diesbezüglicher staatspolitischer Ignoranz. Kultur ist unweigerlich ein geschichtliches Produkt, das gilt auch für den österreichischen und deutschen Umgang mit den Produkten derselben, blickt man die Jahre zurück.
Österreichische und deutsche moderne Kunst der Vorkriegszeit, wie auch einige ihrer Besitzer, haben in den Vereinigten Staaten neuen Platz und auch ein Zuhause gefunden. Seit 2001 ist Exponaten dieser Kunstrichtung ein Museum an der Fifth Avenue gewidmet, einer Straße im vormals deutschen Bezirk New Yorks. Die Neue Galerie ist eine kleine aber reiche Institution, gegründet von zwei Enthusiasten dieser Kunstrichtung: Dem Geschäftsmann und Philantropen Ronald Lauder, sowie Serge Sabarsky, seines Zeichens Kunsthändler und Pionier österreichischer und deutscher expressionistischer Kunst in New York.
Die Gründung der Neuen Galerie New York.
Das Wiederauftauchen des Expressionismus in New York.
Über das derzeit zweitteuerste Gemälde der Welt.
Die Reputation der Neuen Galerie geht auf die sorgfältige Darbietung dieses in den USA bislang unterrepräsentierten Kunstgenres zurück, herauszuheben ist in diesem Zusammenhang der Ankauf des Klimt Gemäldes “Portrait von Adele Bloch-Bauer I”, das die Institution wohl zu Recht als die “Mona Lisa” ihrer Kollektion benennt. Fragen der Restitution und Provenienz wurden und wird im Museumsprogramm hoher Stellenwert beigemessen.
Kunst und Geschichte sind untrennbar miteinander verbunden, und die Neue Galerie hat in den USA einen eigenen Stellenwert, geht es um dieses Prinzip. Hat sich der Kreis deutscher und österreichischer Kunst hinsichtlich ihrer in die USA emigrierten Besitzer und deren Erben, aufgrund des Engagements der Neuen Galerie und ihrer Gründer geschlossen? Wie steht es um die Relation von marktwirtschaftlichem Wert von Arbeiten, ihrer Geschichte und ihrer künstlerischen Wichtigkeit. Im Sabarsky”, einem Wiener Kaffeehaus im Gebäude der Neuen Galerie, hat CastYourArt Scott Gutterman, den Vertreter der Direktion, getroffen und mit ihm ein Gespräch über die Institution und kunstgeschichtliche Verhältnismäßigkeiten geführt. (jn/wh)
Eugen Lendl – Galeristen sind sehr verschiedene Menschen
29. Oktober 2008, 11:33:52 unter Audio, Deutsch, Galerie Eugen Lendl, Graz, Podcast, Portraits, ÖsterreichGaleristen sind sehr verschiedene Menschen, antwortet Eugen Lendl auf die Frage nach dem besonderen Vermögen, das für den Beruf des Galeristen prädestiniert. Allerdings, “Die meisten von ihnen stammen aus reichem Elternhaus.”
Über die Entwicklung der Galerie Lendl. Teil 1
Über das Verhältnis von Künstlern und Galeristen im Zeichen der Zeit. Teil 2
Als Galerist hat Eugen Lendl Höhen im Umgang mit der Kunst erlebt, Künstler von besonderer Begabung, beeindruckender Konsequenz und Ausdruckskraft, die sein Leben bereichern. Er kennt auch einige Tiefen des kommerziellen Umgangs mit Kunst und den Wert, den eine nachhaltige Beziehung zum Kunden bedeutet.
Im Geschäft ist er seit vierzig Jahren und er vertritt zeitgenössische internationale und lokale Künstler in seinem Galerieprogramm: Thomas Baumann, Herbert Brandl, Helen Chadwick, Manfred Erjautz, Werner Reiterer, Hubert Schmalix, Markus Wilfling, Erwin Wurm sind einige davon. Manche der Künstler begleiten ihn seit seinen Anfängen. In den letzten Jahren liegt der Schwerpunkt seiner Kunst in der Skulptur, auch Malerei. Interessensgebiete verändern sich. Er sei, sagt der Galerist, von seinen Künstlern mitentwickelt worden.
Unser Gespräch mit Eugen Lendl gab uns die Chance, einen jener Blick auf die Galeristenkarriere zu werfen, in denen die Zeit mit ihren Veränderungen, das älter werden, das Wahrnehmen neuer Generationen, aber auch die Kraft, Geschehnisse distanzierter sehen zu können und sich trotzdem die Leidenschaft zu bewahren, zum Ausdruck kommt. Das Interview ist ein Rückblick mit Jetzt Faktor geworden: “Es gibt immer ein paar gute Wahnsinnige”, die das Kunstgeschehen in einer Stadt weiter tragen und ihm Lebenskraft verleihen. “Ich selbst”, sagt Eugen Lendl, “bin einer davon.” (wh)
Für (angehende) Sammler! Am 11. November 2008 18.00 Uhr eröffnet der Galerist Eugen Lendl die Ausstellung “Repertorium - Highlights für (angehende) Sammler”. Neben einem Streifzug durch das Galeriendepot, mit Kunstwerken aus 22 Jahren, werden auch zahlreiche Neuentdeckungen vorgestellt. Die Ausstellung läuft bis 10. Jänner 2009.
Petra Eibel - Über Kunstversicherung und den verletzbaren Wert der Kunst
1. Oktober 2008, 11:09:45 unter Audio, Deutsch, Interviews, Podcast, Wien, ÖsterreichWeshalb sind uns Kunstwerke auf einer persönlichen Ebene lieb und teuer? Manchmal liegt der Wert in ihrer Verknüpfung mit unserer Herkunft, handelt es sich beispielsweise um ein altes Bild, das sich seit Generationen im Besitz einer Familie befindet. Er kann auch symbolischer Natur sein, wenn die Anschaffung eines Kunstwerks an einen speziellen Moment im Leben gekoppelt ist. Manchmal sind es die Erinnerungen an eine Person, die ein Kunstwerk lebendig hält, oder das Kunstwerk spricht auf eine besondere Weise an, die
glücklich, nachdenklich oder gelassen macht.
Über die persönliche Ebene hinaus handelt es sich bei Kunstgegenständen um gesellschaftliche Kulturgüter. Sie sind einmalige und unwiederbringliche Ausdrucksformen. Sind im Umfeld bestimmter Ideenwelten oder Künstlergruppen entstanden. Sie dokumentieren das Lebensgefühl einer Generation, wirken als kollektive Gedächtnisspeicher und geben Zeugnis von der Vielheit menschlicher Ausdruckskraft.
Ist der Wert von Kunstwerken im Finanziellen angesiedelt, sind sie Teil eines Berufs oder einer Zukunftsvorsorge. Sie bringen als ausgestellte Ertrag oder bieten die Chance, Geld gewinnbringend anzulegen.
Entsprechend der Vielheit der Wertigkeiten ist Wertsicherung in der Welt der Kunst ein bedeutendes Thema und Anliegen aus unterschiedlichsten Gründen. CastYourArt hat sich für die Möglichkeiten der Sicherung des Wertes Kunst interessiert und Frau Dr. Petra Eibel vom Unternehmen UNIQA zu einem Gespräch eingeladen. Als Leiterin der Abteilung Kunstversicherung zählt sie Versicherungsaufgaben von kultureller Dimension zu ihrem Aufgabengebiet – so war sie im Fall des Diebstahls der Saliera aus dem Kunsthistorischen Museum in Wien tätig. Zugleich hat sie langjährige Erfahrung, geht es um Schadensvermeidung im Ausstellungsgeschäft, Handel und privaten Bereich.
Die Kunst der Versicherung in einer veränderten Kunstwelt. Teil 1
Kunstversicherung für wen, wann und um welchen Preis. Teil 2
Schritte zur Versicherung von Kunst und Möglichkeiten der Prävention. Teil 3
Welche Schadensfälle im Kunstbereich sind häufig und wären leicht zu vermeiden? Für wen macht eine Kunstversicherung wann Sinn? Welche Schritte muss man setzen, um zu einer erfolgreichen Versicherung zu kommen? Wie viel Geld kostet die Versicherung von Kunst und mit welchen Leistungen kann man im Ernstfall rechnen? Darüber und über andere Fragen zur Kunst als verletzlichem Wert, geht es in unserem dreiteiligen Beitrag mit Dr. Petra Eibel vom Kunstversicherer UNIQA. (wh)
ILA - Wer suchet, der findet nicht
7. Mai 2008, 13:59:00 unter Ausstellungen, Deutsch, Graz, Podcast, Portraits, Video, ÖsterreichSchwere fasziniert. Leichtigkeit auch. Der Künstlername ILA, zusammengestellt aus den Anfangsbuchstaben der Behauptung, einen “Immens Langen Atem” zu haben, erinnert an die schweren Zeiten des Künstlerdasein. Rückschläge, Durchhaltekraft, einmal öfter aufstehen, als man umfällt. Das Geschäft mit der Kunst ist oft hart genug, sein Arbeitsstil und künstlerischer Ausdruck hingegen wirken verspielt. Er will, dass seine Arbeiten wirken, ohne erhobenen Zeigefinger, ohne die Schwere des Genies oder das Gewicht künstlerischer Selbstopferung. Seine Arbeiten, sagt er, sind von der Vorstellung getragen, etwas zu geben. Sie sind Einladungen nachzudenken, stehen zu bleiben, sie wollen anregen nicht überzeugen. Der Betrachter entscheidet selbst, man muss durch seine Kunst hindurch nicht die Gedanken anderer beherrschen wollen.

Angefangen hat ILA nach seinem Geologiestudium mit der Kunst. Seine Auseinandersetzung mit der Naturwissenschaft bleibt in seinen Arbeiten spürbar. Ausstellungstitel wie “Alles in Allem” erinnern an das Paradigma von der Systemhaftigkeit der Natur. In seiner mit dem ersten Preis der internationalen Biennale für Miniaturen in Belgrad ausgezeichneten Arbeit Earth-Plugs impft er mit einem Diamantbohrer Löcher in den soziogeologischen Grund des öffentlichen Raumes und beansprucht Ausstellungsraum in Gehsteigkanten, Hausfassaden und Felsblöcken für künstlerische Intervention. Call Wood, die Installation eines automatisch abhebenden Mobiltelefons irgendwo im Wald, eine am Hauptsitz des HighTech Unternehmens AVL untergebrachte Climate Control Machine, die in Zeiten der Erderwärmung permanent mit Sonnenenergie ein Relief der Welt vereist, eine Female-Network Serie, in der er prototypische Positionen beim Telefonieren mit dem Handy in den Kontext urmenschlicher Höhlenmalerei stellt - Verweise in die Naturwissenschaft mit kulturellem Irritationspotential durchziehen seine Arbeit.
An der akademischen Bildung zur Kunst fällt ihm vor allem die Tendenz auf, Menschen zu trimmen. Meistersysteme, die Hermetik der Bildungsanstalten und der Fokus in der künstlerischen Tätigkeit auf Konkurrenz , macht Menschen kleiner als sie sind. Seine Arbeit, sagt er, ist manchmal kindlich befreiend, sie schafft Spielraum, nicht zuletzt durch ihren Humor. (wh)
Einen Teil unserer Aufnahmen haben wir in der Grazer Galerie Eugen Lendl gedreht.
Hans Knoll - Kunst im Zeichen der Vermittlung
16. April 2008, 10:56:13 unter Audio, Deutsch, Galerie Knoll, Galerien, Podcast, Portraits, Wien, ÖsterreichTüren öffnen zu Kunst und sich dabei selbst entwickeln - damit hat Hans Knoll begonnen und von diesem Anspruch ist seine Galerietätigkeit auch heute noch getragen. Anfang der achtziger Jahre startete er mit einem Raum, einem wöchentlichen Abendessen für Freunde, Künstler und Gäste und der Möglichkeit in dieser Runde seine Kunst in Form von Ausstellungen, Performances oder Musik anderen vorzustellen. Die Treffen waren mehr eine freundschaftliche Sache. Nach und nach entwickelte sich daraus jedoch eine ernsthafte Galerietätigkeit und auch der Eindruck, dass es notwendig ist aus Wien hinauszugehen, um sich künstlerisch weiter zu entwickeln.
Noch in der ersten Hälfte der achtziger Jahre engagiert sich der junge Galerist in Ungarn. Er gründet in Budapest eine Künstlerkooperative als kommunistisches Pendant zur Galerie und setzt sich intensiv mit Kunst aus den umliegenden Oststaaten Europas auseinander. Dass sich an der Schwelle zwischen Ost und West die Tür in beide Richtungen öffnen lässt und innen und außen relativ sind zur Seite auf der man steht, ist ihm dabei sehr bald klar geworden. Knoll kuratiert Ausstellungen, die Kunst in beide Richtungen vermitteln wollen und er lernt Anfang der neunziger Jahre, dass die Öffnung und das plötzlich massive Interesse des Westens für Kunst aus bislang unentdeckten Ländern den Entdeckten zumindest vorübergehend auch schaden kann.
Hans Knoll - Kunst im Zeichen der Vermittlung, Interview Teil 1
Hans Knoll - Kunst im Zeichen der Vermittlung, Interview Teil 2
Hans Knoll - Kunst im Zeichen der Vermittlung, Interview Teil 3
Hans Knoll - Kunst im Zeichen der Vermittlung, Interview Teil 4
Neben Begeisterungsfähigkeit brauchte es in dieser Umbruchszeit vor allem Durchhaltevermögen, reflektiert er. Er habe damals öfter daran gedacht seine Galerie in Ungarn zu schließen, letztlich aber habe ihn die Herausforderung gereizt und er habe begonnen sich auch in Moskau zu engagieren. Heute, sagt er, finde er auch St. Petersburg extrem spannend.
Knolls Lust, sich zu entwickeln, zu vermitteln, seine Standfestigkeit und seine Transparenz hinsichtlich der eigenen Möglichkeiten haben ihm Türen zu Künstlern geöffnet. Knoll arbeitet intensiv mit Blue Noses und AES+F aus Russland zusammen, Ákos Birkás und Csaba Nemes sind ungarische Künstler, die die Galerie vertritt, aus Österreich sind beispielsweise Mara Mattuschka und Wilhelm Scherübl bei der Galerie Hans Knoll im Programm. (wh)
Juraj Carny - Slowakische Perspektiven
12. März 2008, 13:04:09 unter Audio, Bratislava, Englisch, Galerie Space, Galerien, Podcast, Portraits, SlowakeiJuraj Carny ist Galerist, Kurator und Kunstkritiker. Seit Ende der neunziger Jahre führt er in Bratislava die Galerie Priestor, auch Gallery Space genannt, und setzt sich unter anderem für die Förderung von Kunst aus den Ländern der Visegrad Gruppe ein.
Juraj Carny - Slowakische Perspektiven, Teil 1
Juraj Carny - Slowakische Perspektiven, Teil 2
Nicht nur sein frühes Engagement für Kunst aus und in den Oststaaten Europas begründet sein Standing in der internationalen Galeriekultur. Carny hat sich vor allem durch seine innovativen Zugänge bei der Präsentation junger und experimenteller Kunst einen Namen gemacht. Projekte wie Crazycurators, Nomadspace, Billboart Gallery Europe, Gallery Evolution de l’ Art, die Herausgabe der slowakischen und tschechischen Ausgabe von Flash Art, RentArt oder sein Artist in Residence Programm der Galerie Space lassen gemeinsame Charakteristika seiner Arbeit erkennen: Die Öffnung zeitgenössischer Kunst für ein Publikum, das nicht als kunstaffin gilt. Die Vorliebe für Kunst mit experimentellem Charakter. Die Förderung künstlerischer Talente im internationalen Austausch. Ein grenzüberschreitendes, kooperatives Selbstverständnis. Die Bereitschaft, auch bei der finanziellen Sicherung seiner Arbeit auf verschiedene Standbeine zu bauen und einen auf Nachhaltigkeit bedachten Weg einzuschlagen.
Beispielsweise wenn es um den Kunstverleih RentArt geht wird deutlich, dass Carny seine Arbeit als langfristiges Handeln begreift. Im Gespräch mit CastYourArt hebt er den bildenden Aspekt dieses Projekts hervor. Als er angefangen hat, habe es in der Slowakei keinen Kunstmarkt gegeben. Mit RentArt reagiere er auf diesen Umstand. Menschen und Institutionen müssten möglichst niederschwellig mit Kunst in Kontakt treten können und den Umgang mit Kunst als etwas Alltäglichem erst erfahren und erlernen. So entwickle sich auf lange Sicht für Kunst ein neues Klientel und es steigen die Chancen für ökonomischen Erfolg.
Was es bedeutet, wenn Künstlern die Möglichkeit genommen wird, von ihrer Arbeit finanziell zu profitieren, kennt Carny aus seiner eigenen Geschichte. Es gebe eine ganze Generation slowakischer Künstler, die während der kommunistischen Zeit aufgrund ihrer Unangepasstheit gezwungen waren ihre künstlerische Arbeit ertraglos zu bestreiten, erzählt er uns auf unserer Tour durch die Stadt. Viele von ihnen seien verarmt und aufgrund ihres Alters auch heute nicht mehr einfach im Kunstmarkt unterzubringen. Carny nennt sie eine verlorene Generation. Auch Ladislav Carny, sein Vater, gehört altersmäßig zu dieser Generation, er hatte jedoch Glück. In der Zeit nach dem Kommunismus reüssierte er international, heute ist er darüber hinaus Prorektor der Akademie der bildenden Künste in Bratislava. (wh)







