In der aktuelle Ausstellung PHANTOMAK präsentiert CastYourArt in Kooperation mit der TU Wien und der Galerie Heike Curtze die neue Skulpturenreihe des Künstlers Tomak. Darüber hinaus gibt es in der Ausstellung auch den neuen Werkkatalog des Künstlers zu sehen. Die Ausstellung hat vom 4.-14. Februar 2012 Mo-Sa von 11.00 - 17.00 Uhr geöffnet. Ort ist die TU Wien, Kuppelsaal (4. Stock), Karlsplatz 13, 1040 Wien. Wir haben für Sie vorab einen Filmbeitrag zum Projekt PHANTOMAK veröffentlicht.
EVA & ADELE - über SALZBURG
25. Juli 2011, 15:00:54 unter Ausstellungen, Museen, Museum der Moderne Salzburg, Podcast, Salzburg, Video, ÖsterreichVom 23. Juli bis zum 30. Oktober 2011 zeigt das Museum der Moderne Salzburg in der Ausstellung „Rollenbilder – Rollenspiele“ Arbeiten rund um die künstlerische Inszenierung des Selbst. CastYourArt hat anlässlich der Ausstellung mit dem Berliner Künstlerpaar EVA & ADELE den Kurzfilm EVA & ADELE über SALZBURG gedreht. Der Film wird in der Ausstellung zu sehen sein, einen kurzen Ausschnitt daraus haben wir für Sie online gestellt.

Rollenbilder - Rollenspiele
Die Maskerade und ihre Inszenierung fordern die Akteure heraus. Doch die Aufführung ist längst nicht mehr auf Bühne und Scheinwerferlicht beschränkt. Sie hat sich aus der Enge der Theater, Schauspielhäuser, Kinos, Fernsehsendungen und Magazine befreit und ist hinausgetreten ins wirkliche Leben. In dieser Befreiung ist das Schauspiel zum Rollenspiel mutiert. Dessen Akteure sind wir. Weiterlesen »
Peter Baldinger - Interface
22. Oktober 2010, 09:29:33 unter Deutsch, Podcast, Portraits, Video, Wien, ÖsterreichOft wird gesagt, jedes Portrait sei in gewisser Weise ein Selbstportrait und jeder Maler male sich selbst. Peter Baldingers Portraits sind prozesshafte Bilder, die die Möglichkeit der Darstellung erörtern.

Wie ein Porträt herstellen, gibt es sichere Möglichkeiten der Konkretion oder ist es ein reines Fließen der Spekulationen? Jeder Mensch konstruiert sich mit seinen Worten, mit dem was er sagt und was er von sich sagt. Die Selbsterzählung eines Menschen ist das Einzige was er hat um sich zusammenzubauen. Das Individuum erhält seine Existenz durch seine Selbstbeschreibung, und zwar wenn er die Urheberrechte über seine Geschichte und Abbildung reklamiert. In der Konfiguration der Identität müssen wir uns wohl oder übel ein Ich schmieden oder es versuchen. Dinge passieren, mittels derer wir uns ein Ich erschaffen müssen und wir sind mit mehr oder weniger Erfolg ständig dabei diese Leistung zu erbringen. Weiterlesen »
Fiene Scharp - mit Haut und Haar
6. Januar 2010, 10:41:12 unter Berlin, Deutsch, Deutschland, Podcast, Portraits, VideoFiene Scharps Arbeiten mit Haut und Haar konfrontieren uns tastend mit unserer Körperlichkeit, ihren Grenzen, Durchlässigkeit, Integrität und Auflösung. Ein Künstlerportrait.

Schönheit. Ordnung. Sauberkeit. Reinheit. Perfektion. Für einige der Begehrlichkeiten, seinem Leben eine zivilisierte Richtung zu geben, ist Haar eine Schwachstelle. Haar kann störrisch sein. Wer gepflegt ist, hat sein Haar im Griff. Plätze, an denen Haare deplatziert sind, gibt es auch jenseits der Körperteile, die wir lieber unbehaart hätten, zuhauf: Weiterlesen »
Irene Andessner - Selbstbildnisse
24. Dezember 2009, 10:46:22 unter Deutsch, Podcast, Portraits, Video, Wien, ÖsterreichIrene Andessners Selbstinszenierungen sind Wiederbelebungen historischer Persönlichkeiten im Sinne eines Andenkens ebenso wie einer Reaktivierung. Ein Portrait der Künstlerin.

Begonnen hat Irene Andessner mit Malerei. Sie studiert zunächst in Venedig an der Academia di Belli Arti bei Emilio Vedova, einem der wichtigsten italienischen Informel Maler, und anschließend bei Max Weiler und Arnulf Rainer, ebenfalls ein Vertreter des Informel, an der Akademie der Bildenden Künste in Wien. Anlässlich eines Ausstellungsbesuchs im Kunsthistorischen Museum in Wien begegnet Irene Andessner erstmals Bildern der italienischen Renaissancemalerin Sofonisba Anguissola. Deren Selbstportraits faszinieren sie Weiterlesen »
Deborah Sengl - Vom Tarnen und Täuschen
7. September 2009, 12:26:02 unter Deutsch, Podcast, Portraits, Video, Wien, ÖsterreichDeborah Sengls Zwitterwesen aus Mensch und Tier entspringen dem labilen Zwischenreich brüchiger Identitäten und prekärer Abhängigkeitsverhältnisse.

Zuerst wurde das Tier geschaffen, dann erst kam der Mensch. Das „Altersprivileg“ kompensierte er durch das „Bezeichnungsprivileg“, sein Spätkommen bedeutete: „das Frühergeschaffene beobachten und angemessen benennen können“. (Peter Sloterdijk) Ein notorisch Spätkommender wird der Mensch bleiben, Weiterlesen »
The Bruce High Quality Foundation - Die befreiende Qualität des Fiktiven
1. Juli 2009, 11:20:58 unter Englisch, New York, Podcast, Portraits, USA, VideoDie Suche nach einer Identität ist obsessiv geworden. Andy Warhol hat unser lebenslängliches Streben nach fünfzehn Minuten Ruhm als Sache unserer Zeit prognostiziert. Wer heute Celebrity Status erlangt, ist am Gipfel des Erfolgs. Die Kunstwelt ist von diesem Trend nicht ausgeschlossen. Der Typus “weltberühmter Künstlers” wird oft mit ebensolchem Engagement verfolgt, wie die Kunst selbst. Dass der Personenkult dem Profit nicht abdienlich ist, zeigen die Preisniveaus die Kunstwerke berühmter Künstler wie Klimt, Picasso oder Pollock erreichen. Die schwer fassbare Natur des kreativen Genies hat ein Ausmaß der Verehrung erreicht, ob derer Museen zu geheiligten Hallen mutieren.
Eine der faszinierendsten Fähigkeiten von Kunst ist, sich ständig neu zu erfinden. Stile werden in Frage gestellt. Theorien als falsch oder überholt entlarvt. Regeln gebrochen. Letztlich ist es eine Funktion heutiger Kunst, uns Dinge anders sehen zu lassen. Gerade dann, wenn wir glauben, wir haben das Spiel erfasst, mischt Kunst ihre Karten neu.

Gerade lesen wir zum wiederholten Mal von einem Gemälde, das noch teurer verkauft wurde, und vom soundso vielten Jungstar, der die Kunstszene aufmischt. Zur gleichen Zeit setzt bereits eine leise Gegenbewegung ein. Der Personenkult bereitet auch einen Boden für die Suche nach Anonymität. Neu entstehende Kunstkollektive wenden sich gegen Egoismus, Ruhm und Wiedererkennungswert – all dies wird als Auslaufmodell wahrgenommen. Die Rollenzuschreibungen und Bildnachweise begrenzen.
“Die radikalste Ausdrucksform von Kunst ist ihre eigene Existenz.” Das ist eine der Schlüsselstellen im künstlerischen Aussagesystem der Bruce High Quality Foundation. Das junge Künstlerkollektiv aus Brooklyn, New York, hat Karriere und Studio erfolgreich im Geist der Zusammenarbeit entwickelt. Auch wenn ihre individuellen Namen bislang in der Presse nicht zu lesen waren und dort auch keine Fotos der einzelnen Personen gezeigt wurden, ihre Philosophie, sagen die Künstler, hat nichts mit diesem “Aura des Unerreichbaren Mist” zu tun, oder mit strategischem Sich-Rar-Machen. Ihnen gehe es um die “befreiende Qualität des Fiktiven”, um das Prinzip, dass die so genannten Fakten nicht notwendigerweise zur Wahrheit führen. Das Kollektiv vermeidet, sich an Fakten festmachen zu lassen. Daraus entwickeln sich interessante Herausforderungen: sich nicht für einen offiziellen Wikipedia Beitrag eignen, da Wikipediabeiträge auf Fakten basieren müssen, die sich in zumindest zwei Publikationen wieder finden, oder die möglichst häufige “Missinterpretation” durch die Presse.
Das sind Aspekte unseres künstlerischen Daseins, die uns Spaß machen, heißt es aus dem Kollektiv. Es darf nicht verwundern, dass sich die lose Zusammenarbeit der jungen Herren oft durch das Hochnehmen der Hochkultur charakterisiert: Spiel mit Referenzen, wenn berühmten Kunstwerken ein Bruce Gesicht übergestülpt wird, verrückte Interventionen, wie die inszenierte Protestaktion auf der Art Basel in Miami, Massenevents bei denen z.B. die eigene Version von Cats on Broadway aufgeführt wird. Arbeiten die etwas von Jungenstreichen haben.
Der vielleicht faszinierendste Aspekt des Kollektives besteht in seinem Willen zu existieren und weiter zu bestehen. Folgt man ihren Aussagen, so lautet die Frage, die sie am häufigsten gestellt bekommen, wie lange das Experiment noch weitergehen wird. Die Erfolgsformel der Bruce High Quality Foundation könnten sich politische Projekte zu Nutze machen. Alles im Fluss halten, Offenheit, aufrichtiger Zusammenhalt: Die Ingredienzien funktionieren, ein Ende ist nicht in Sicht. (jn/wh)
Dieses Künstlerportrait wird unterstützt durch den Kunstverein CastYourArt.
Mara Mattuschka - Du meines Herzens Vibrator
19. März 2008, 15:19:20 unter Deutsch, Podcast, Portraits, Video, Wien, ÖsterreichSie produziert jährlich Filme. Sie steht vor der Kamera. Sie führt Regie, in den letzten Jahren zusammen mit dem Choreografen Chris Haring. Dass sie Chris Haring getroffen hat, ist ein Segen, erzählt Mara Mattuschka. Er ist großzügig. Er hat ein offenes, Menschen und ihre Sichtweisen integrierendes Arbeitssystem. Haring inszeniert in nackten Räumen. Sie macht daraus einen Film, der in Setting und Dramaturgie den Filmgesetzen entspricht. Ihren Umgang mit Perspektive als Malerin erstreckt sie ins Filmische. Blicke nah am Körper, von unten, von oben. Blicke, die perspektivisch verzerren. In digitaler Nachbearbeitung entwirft sie Orte, Architekturen und Räumlichkeit. “Legal Errorist”, “Part Time Heroes” und “Running Sushi” heißen die Filme ihrer Zusammenarbeit. Ein vierter folgt.
Frühere filmische Arbeiten nennt sie psychologische Dramolette. Ihre Inhalte bewegen sich an der Grenze zwischen Tragik und Komik. Sie tritt als Performance-Künstlerin auf. Sie ist Madame Ping Pong, sie ist Mimi Minus, Mahatma Gobi und Ramses die II. Identität ist irgendwie lax, im Spielen, in der Selbstdarstellung wird das klarer. Man entwickelt im Spielen eine gewisse Lockerheit zu sich selbst und zu den Problemen im Alltag. Das sei das, was Otto Mühl im Prinzip wohl angestrebt habe.

Mara Mattuschka macht Filme, spielt, singt, malt. Bulgaren, sagt sie, Bulgaren haben einen Hang dazu alles zu können. Mara Mattuschka stammt aus Bulgarien. Malerei und Animationsfilm hat sie bei Maria Lassnig gelernt. Ihre künstlerischen Ausdrucksformen sind vielfältig. Ihr Werk lebt von Fülle, ihre Charaktere sind meist nackt, psychologisch offenherzig. Wahrheit hat viele Seiten. Sie bezeichnet sich als post-postmodern – sie spielt und es geht ihr zugleich um Wahrheit.
Das 20. Jahrhundert, der Zwang zum Experiment und Brechen von Regeln ist für sie vorbei. Es gebe eine neue Renaissance, eine Rückwendung zum Menschen, die eigentlich schon mit der Diskussion um die Geschlechterrollen begonnen habe. Diese neue Renaissance sei wunderbar, das Wort Kreativität hasst sie. So vielseitig sie arbeitet, so viel Energie hat sie. Erholung zwischen ihren Arbeiten gibt’s im Cafe. Das ist wienerisch, dort atmet sie durch vom Kasachok des Lebens. (wh)




