In der aktuelle Ausstellung PHANTOMAK präsentiert CastYourArt in Kooperation mit der TU Wien und der Galerie Heike Curtze die neue Skulpturenreihe des Künstlers Tomak. Darüber hinaus gibt es in der Ausstellung auch den neuen Werkkatalog des Künstlers zu sehen. Die Ausstellung hat vom 4.-14. Februar 2012 Mo-Sa von 11.00 - 17.00 Uhr geöffnet. Ort ist die TU Wien, Kuppelsaal (4. Stock), Karlsplatz 13, 1040 Wien. Wir haben für Sie vorab einen Filmbeitrag zum Projekt PHANTOMAK veröffentlicht.
Ausstellung - Clemens Hollerer. No time to analyze. 13 am
18. November 2010, 16:45:39 unter Ankündigung, Ausstellungen, CastYourArt, Galerien, Wien, ÖsterreichCastYourArt präsentiert
Clemens Hollerer
No time to analyze. 13 am
Eröffnung: Mittwoch, 24. November 2010 | 18.00 - 22.00 Uhr
Ausstellung: 25.11. - 08.01.2011 | Mo-Fr 12.00 - 18.00 Uhr
Ort: Gumpendorfer Straße 55, 1060 Wien
Am Mittwoch, den 24. November 2010 um 18.00 Uhr eröffnet CastYourArt in den Räumlichkeiten in der Gumpendorfer Straße 55 die Ausstellung “No time to analyze. 13 am” mit Arbeiten des Künstlers Clemens Hollerer. Weiterlesen »
Wilhelm Scherübl - Transformieren
19. August 2009, 11:11:13 unter Admont, Ausstellungen, Deutsch, Museen, Podcast, Portraits, Radstadt, Stift Admont, Video, ÖsterreichSeine Arbeiten durchmessen die Koexistenz von Natürlichem und Künstlichem und schaffen gleichzeitig ein Ordnungssystem persönlicher Zeit- und Naturerfahrung.

Es haben sich gewichtige Gründe dafür gezeigt, so der deutsche Philosoph Peter Sloterdijk, dass es für Menschen weit weniger wichtig sei, zu wissen, wer sie sind, als wo sie sind. Die hartnäckige Ignoranz gegen den Ort des Existierens sei eine der Ursachen für das, was die neuere Philosophie die Seinsvergessenheit genannt hat. Weiterlesen »
Michael Kienzer - Zwischen Dingen und Materialien
12. August 2009, 10:13:39 unter Deutsch, Podcast, Portraits, Video, Wien, ÖsterreichDer Blick ist ein pragmatisch-ironischer, das Kunstwerk bar jeder Narrativität. Ein Portrait des Künstlers Michael Kienzer.

Ein rasterartiges Strebewerk aus mehreren vertikalen und horizontalen Aluminiumstangen steht im Raum, wird zusammen- und aufrechtgehalten mittels eines chaotischen Geflechts schwarzer Gummibänder ohne sichtbarem Anfang und Ende. Die Skulptur vermittelt eine prekäre Stabilität, die auf dem Wirken von Schwerkraft, Zug, Druck, Reibung beruht. Das Spürbarmachen von Kräften, die ein Werk konstituieren, ist ein zentrales Anliegen des Künstler Michael Kienzer. Weiterlesen »
The Bruce High Quality Foundation - Die befreiende Qualität des Fiktiven
1. Juli 2009, 11:20:58 unter Englisch, New York, Podcast, Portraits, USA, VideoDie Suche nach einer Identität ist obsessiv geworden. Andy Warhol hat unser lebenslängliches Streben nach fünfzehn Minuten Ruhm als Sache unserer Zeit prognostiziert. Wer heute Celebrity Status erlangt, ist am Gipfel des Erfolgs. Die Kunstwelt ist von diesem Trend nicht ausgeschlossen. Der Typus “weltberühmter Künstlers” wird oft mit ebensolchem Engagement verfolgt, wie die Kunst selbst. Dass der Personenkult dem Profit nicht abdienlich ist, zeigen die Preisniveaus die Kunstwerke berühmter Künstler wie Klimt, Picasso oder Pollock erreichen. Die schwer fassbare Natur des kreativen Genies hat ein Ausmaß der Verehrung erreicht, ob derer Museen zu geheiligten Hallen mutieren.
Eine der faszinierendsten Fähigkeiten von Kunst ist, sich ständig neu zu erfinden. Stile werden in Frage gestellt. Theorien als falsch oder überholt entlarvt. Regeln gebrochen. Letztlich ist es eine Funktion heutiger Kunst, uns Dinge anders sehen zu lassen. Gerade dann, wenn wir glauben, wir haben das Spiel erfasst, mischt Kunst ihre Karten neu.

Gerade lesen wir zum wiederholten Mal von einem Gemälde, das noch teurer verkauft wurde, und vom soundso vielten Jungstar, der die Kunstszene aufmischt. Zur gleichen Zeit setzt bereits eine leise Gegenbewegung ein. Der Personenkult bereitet auch einen Boden für die Suche nach Anonymität. Neu entstehende Kunstkollektive wenden sich gegen Egoismus, Ruhm und Wiedererkennungswert – all dies wird als Auslaufmodell wahrgenommen. Die Rollenzuschreibungen und Bildnachweise begrenzen.
“Die radikalste Ausdrucksform von Kunst ist ihre eigene Existenz.” Das ist eine der Schlüsselstellen im künstlerischen Aussagesystem der Bruce High Quality Foundation. Das junge Künstlerkollektiv aus Brooklyn, New York, hat Karriere und Studio erfolgreich im Geist der Zusammenarbeit entwickelt. Auch wenn ihre individuellen Namen bislang in der Presse nicht zu lesen waren und dort auch keine Fotos der einzelnen Personen gezeigt wurden, ihre Philosophie, sagen die Künstler, hat nichts mit diesem “Aura des Unerreichbaren Mist” zu tun, oder mit strategischem Sich-Rar-Machen. Ihnen gehe es um die “befreiende Qualität des Fiktiven”, um das Prinzip, dass die so genannten Fakten nicht notwendigerweise zur Wahrheit führen. Das Kollektiv vermeidet, sich an Fakten festmachen zu lassen. Daraus entwickeln sich interessante Herausforderungen: sich nicht für einen offiziellen Wikipedia Beitrag eignen, da Wikipediabeiträge auf Fakten basieren müssen, die sich in zumindest zwei Publikationen wieder finden, oder die möglichst häufige “Missinterpretation” durch die Presse.
Das sind Aspekte unseres künstlerischen Daseins, die uns Spaß machen, heißt es aus dem Kollektiv. Es darf nicht verwundern, dass sich die lose Zusammenarbeit der jungen Herren oft durch das Hochnehmen der Hochkultur charakterisiert: Spiel mit Referenzen, wenn berühmten Kunstwerken ein Bruce Gesicht übergestülpt wird, verrückte Interventionen, wie die inszenierte Protestaktion auf der Art Basel in Miami, Massenevents bei denen z.B. die eigene Version von Cats on Broadway aufgeführt wird. Arbeiten die etwas von Jungenstreichen haben.
Der vielleicht faszinierendste Aspekt des Kollektives besteht in seinem Willen zu existieren und weiter zu bestehen. Folgt man ihren Aussagen, so lautet die Frage, die sie am häufigsten gestellt bekommen, wie lange das Experiment noch weitergehen wird. Die Erfolgsformel der Bruce High Quality Foundation könnten sich politische Projekte zu Nutze machen. Alles im Fluss halten, Offenheit, aufrichtiger Zusammenhalt: Die Ingredienzien funktionieren, ein Ende ist nicht in Sicht. (jn/wh)
Dieses Künstlerportrait wird unterstützt durch den Kunstverein CastYourArt.
Maria Teresa Ponce - Die anwesende Abwesenheit
27. Mai 2009, 08:45:16 unter Ecuador, Englisch, Podcast, Portraits, Quito, VideoMaria Teresa Ponce sagt, sie kennt das, wenn Menschen nostalgische Gefühle für ihr Land entwickeln, das sie verlassen haben und in dem Freunde, Familie, Orte, Erlebnisse und die eigene Geschichte zurückgeblieben sind. Mit neun hat sie Ecuador verlassen, ist in die USA gezogen, hat dort ihre Jugend verbracht, hat Architektur studiert. Dann, als fertige Architektin, ist sie zurückgezogen nach Ecuador. Im Land war Wirtschaftskrise, keine Arbeit für junge Architekten.
Diese Krise war für sie die Schwelle zur Kunst. Sie hat begonnen zu Fotografieren. Hat erlebt, dass sie sich mit Fotografie neue Welten erschließen kann, solche, die sie interessiert haben, aber zu denen sie kaum Zugang hatte. Angefangen von ihrer fotografischen Arbeit, die die Gefängnisinnenwelt samt ihrer Bewohner erforscht, und die sie anschließend digital in ein abbruchreifes Spitalsgebäude, in die Ruinen öffentlicher Gesundung montiert, bis hin zu ihren Landschaftsaufnahmen entlang einer Pipeline auf dem Weg vom Amazonas Regenwald an die Pazifikküste, die den Eindruck wecken, dass Reichtum und wirtschaftlicher Prosperität in einem hermetisch dichten Rohr durch und außer Landes geführt werden. Das Aufsuchen von Lebensräumen und die Bereitschaft sich diesen Räumen samt ihren Bewohnern auszusetzen ist für die Arbeiten der Künstlerin charakteristisch geblieben.

Dem dokumentierenden Moment ist das Bewusstsein für Inszenierung hinzugekommen, in manchen ihrer Projekte zeichnet sich ein intervenierender Zugang ab. Maria Teresa Ponce arbeitet mit dem Medium Fotografie, das heißt sie setzt es ein, nicht nur um Bilder zu produzieren, sondern um zu erfahren und ein Gefühl für Zusammenhänge zu wecken, die leicht übersehen werden. Manchmal sagt die Künstlerin, befinde sie sich an der Grenze zum Aktivismus, der Begriff Fotografin jedenfalls greift ihr zur künstlerischen Selbstverortung zu kurz. (wh)
Michel de Broin - Matters of Circulation
26. November 2008, 11:02:11 unter Berlin, Deutschland, Englisch, Podcast, Portraits, VideoIm Jahr 1771 veröffentlicht Louis Sébastien Mercier den Roman “Das Jahr 2440″, die Utopie einer idealeren, in ferner Zukunft gelegenen Welt. Schon vorher hat es Utopien gegeben. Neu an Merciers Utopie ist jedoch, dass der Mensch die ideale Welt nicht nur durch Zufall erreicht, beispielsweise einen Sturm, der den Schiffbrüchigen an den Strand des idealen Ortes spült, sondern über eine von seinen Handlungen getragene, lineare Geschichte. “Einige Köpfe waren gleich am Anfang erleuchtet, aber der Großteil der Nation war noch leichtsinnig und kindlich. Nach und nach wurde der Geist herangebildet. Wir müssen noch mehr tun, als wir bisher geschafft haben. Wir haben nicht viel mehr erreicht als die Hälfte der Leiter.” resümiert der Künder aus der Zukunft den Zwischenstand auf halbem Weg zur Verwirklichung der Utopie. Merciers Erzählung der vom Menschen getragenen, stufenweisen Umsetzung einer Idealvorstellung ist eine moderne Vision – menschliches Vermögen, Vernunftbegabung und der Glaube an den technisch rationalen Fortschritt stehen im Vordergrund.

Die modernen Fortschrittsvisionen sind an ihrer Realisierung zerplatzt. Diese Erkenntnis hat sich in den darauf folgenden Jahrhunderten eingestellt. Das moderne Projekt steckt auf der Hälfte einer Stufenleiter fest, die nur weiter, nicht aber notwendig vorwärts führt, und der Glaube an den gemeinsamen Weg der Menschheit in die ideale Welt, an den “Traum aller Träume” wie Mercier seine Vision nennt, verblasst. Im Großen wie im Kleinen haben sich die Vorstellungen optimalerer Welten vervielfacht, und statt der einen Bewegung, um sie zu erreichen, findet ein reges Nebeneinander und ständiger Wechsel der Mittel und Wege statt.
Die Skulpturen und öffentlichen Interventionen des kanadischen Künstlers Michel de Broin beziehen sich gewissermaßen auf diesen Zwischenstand auf der Hälfte der Stufenleiter. Sie greifen die schon ein wenig angestaubten, aber noch immer unseren Alltag bestimmenden Umsetzungen der großen modernen Fortschrittsgeschichte auf – zum Beispiel Autos, jene Statussymbole des Fortschritts, die meist nur von einer Person genutzt werden, unendlich Benzin fressen und die Umwelt zerstören. Zugleich aber beziehen sie sich auch auf die vielfach neuen Rezepte zur Erreichung besserer Zeiten – Verlangsamung im Zeichen des Umweltschutz, Kreislaufwirtschaft ohne Energieverlust, postindustriellen Visionen der Nachhaltigkeit – und die ihnen entsprechenden Mittel der Umsetzung, die unser Leben bevölkern.
Seine Arbeiten setzen solche Optimierungsvisionen um und in Szene und führen, manchmal durch Übersteigerung oft aber auch nur durch Verbildlichung, ihre inneren Tendenzen und Widersprüchlichkeiten vor. Das reißt Lücken in die einschränkenden Festlegungen alter und neuer Zielverbissenheit ohne zu schulmeistern. Sein Stil entspricht eher jenen, die den Unterricht schwänzen, weil spielerische Entdeckerlust sie hinaustreibt und deren Schabernack aufzeigt, wo Fortschrittszwang und Leistungsfähigkeit die Welt zu sehr am Zügel reißt. (wh)





