In der aktuelle Ausstellung PHANTOMAK präsentiert CastYourArt in Kooperation mit der TU Wien und der Galerie Heike Curtze die neue Skulpturenreihe des Künstlers Tomak. Darüber hinaus gibt es in der Ausstellung auch den neuen Werkkatalog des Künstlers zu sehen. Die Ausstellung hat vom 4.-14. Februar 2012 Mo-Sa von 11.00 - 17.00 Uhr geöffnet. Ort ist die TU Wien, Kuppelsaal (4. Stock), Karlsplatz 13, 1040 Wien. Wir haben für Sie vorab einen Filmbeitrag zum Projekt PHANTOMAK veröffentlicht.
Thomas Wagensommerer - Vom hören machen.
1. September 2011, 10:28:37 unter Audio, Deutsch, Podcast, Portraits, Wien, ÖsterreichDer Medienkünstler und Komponist Thomas Wagensommerer studierte digitale Medientechnologie, Philosophie sowie transdisziplinäre Kunst. Seine kompositorischen Arbeiten sind an den Schnittstellen zwischen Mensch und Maschine angesiedelt. Ein Betätigungsfeld, das sich aufgrund des permanenten technologischen Wandels und immer tiefer gehender Mensch-Technik Nutzungsverhältnisse rasant verändert. Ein Künstlerportrait.
Vom hören machen
Als Medienkünstler erforscht Thomas Wagensommerer die Klangfähigkeit - das Geräusche produzierende Eigenleben - elektronischer Geräte ebenso, wie Möglichkeiten der Soundgestaltung in Zeiten des Web 2.0. Weiterlesen »
Douglas Henderson - Visible Sound
22. Juli 2009, 11:51:43 unter Audio, Berlin, Deutschland, Englisch, PortraitsDouglas Henderson nähert sich seiner Arbeit eher als abstrakter Maler, denn als Komponist. Ein Portrait des New Yorker Performers und Komponisten.
Teil 1. Visible Sound
Teil 2. Playback
Studiert hat der amerikanische Klangkünstler Douglas Henderson Komposition und Theorie an der Princeton Universität bei Milton Babbitt, dem Synthesizer Pionier und Pulitzer Preisträger, bei Elie Yarden und J.K. Randall, Mitherausgeber des Magazins Perspectives of New Music. Weiterlesen »
Jan Peter E.R. Sonntag - Die akustische Perspektive des Raumes und das Wesen der Elektrizität.
24. Juni 2009, 09:01:25 unter Audio, Berlin, Deutschland, Englisch, Podcast, PortraitsVon den meisten seiner Sound-Installationen gebe es keine Aufnahmen. Über Boxen oder Kopfhörer würden sie nicht funktionieren, sagt Jan-Peter E.R. Sonntag, denn seine Kompositionen nutzen meist den gesamten Körper als akustischen Rezeptionsraum. Da kann es gut sein, dass der Schall nicht über das Trommelfell in den Körper dringt, sondern zum Beispiel über die Fußsohlen – und wer stellt sich schon gerne auf seine eigenen Lautsprecherboxen. Schnittstellen zwischen dem menschlichen Körper, technisch-medialen Systemen und schallvermittelten Raumwahrnehmungen gehören zu seinem künstlerischen Interessensgebiet. Zum Beispiel, wenn er in der Erde eine Säule frei schwingend versenkt, und deren Oberkante als ebenerdiger Kanaldeckel ausführt. Wer auf den Kanaldeckel tritt, wird die Tiefe der Erde über die Schwingungen des Deckels mit seinem Körper wahrnehmen und Raum auf eine andere, nicht visuelle Art erleben.
Geboren wurde Jan Peter E.R. Sonntag 1965. Sein Posaunespiel vertieft er in der Klasse von Heinz Fadle an der Musikhochschule Lübeck, dann studiert er in Oldenburg acht verschiedene Fächer, von Kunstgeschichte bis Philosophie. Inzwischen unterrichtet er selbst an Universitäten. Istanbul, Hamburg, Rotterdam, Oldenburg, Darmstadt sind Orte seiner Lehrtätigkeit.
The Architecture of Sound
The Essence of Electricity
Versucht man es mit Kategorisierungen, liegen seine Wurzeln in der Minimal- und Konzeptkunst, sowie in der Neuen- bzw. experimentellen Musik. Allerdings, zuordnen lässt sich Sonntag nur ungern. Die Schubladen, mit denen man künstlerische Tätigkeiten in Bereiche teilt, sind ihm zu eng. Seine Orientierung: Komponist liege im näher als Klangkünstler, aber er arbeite auch visuell. Die Bezeichnung Erfinder habe am ehesten seine Sympathie. Jan-Peter E.R. Sonntag nutzt dabei die Mittel der Kunst, um Wissenschaft zu betreiben. Sein künstlerischer Erfindungsreichtum hat Erfolg. Er hat zahlreiche Auszeichnungen erhalten und von New York bis Bishkek ausgestellt. 2008 eröffnet er das Avantgarde Festival elektronischer Kunst, die Ars Electronica in Linz, mit seinem sonArc::project zur Erforschung elementarer Wesensformen von Elektrizität. Die Erfassung des Wesens der Elektrizität ausgeführt als die Suche nach den Wurzeln und Visionen unseres Medienzeitalters hat den Künstler auf den Blitz gebracht und auf die Möglichkeiten seiner apparativen Domestizierung.
Die klangliche Erfahrung und Erforschung des Raumes und Fragen der Perspektive bilden den zweiten wichtigen Bereich seines künstlerischen Forschens. Sonntag sucht nach Möglichkeiten, durch Klang erfahrbare Räumlichkeit zu erfassen und damit der visuellen Besetzung des Raumbegriffs, mit seiner perspektivischen Durchdringung, Alternativen aus dem Bereich psychoakustischer Raumwahrnehmung gegenüber zu stellen. Für den Beitrag von CastYourArt hat Sonntag akustisch auf seine Körpergeräusche zurückgegriffen – ein Blick in die Gedankenwelt des Künstlers also und eine Klangkörpercollage …
(wh)
Carsten Nicolai - Spaces in between
1. April 2009, 07:40:32 unter Berlin, Deutschland, Englisch, Podcast, PortraitsMit seinen Arbeiten überwindet Carsten Nicolai die Trennung sensorischer Wahrnehmungsformen. Sound wird sichtbar gemacht, Lichtfrequenzen werden gehört. Klang, Licht, Zeit und Raum sind Eckpunkte der Arbeiten des Künstlers, der weder politische Kunst macht noch einen selbstreflexiven Diskurs über Kunst führt, sondern erforschend zu Grenzbereichen der Wahrnehmung vordringen will, von denen wir uns keine Vorstellung machen und die nichts desto trotz auf uns wirken. Nicolai ist in seiner Kunst experimentell in wissenschaftlichem Sinne. Er formuliert präzise Bedingungen, räumt weg, was unnötig ist, definiert Umgebungen, denen seine Kunstwerke entwachsen: manchmal durch den Einfluss des Publikums, manchmal durch Momente der Störung, der Unschärfe oder des Zufalls im System. Selbstorganisierte Prozesse, wie beispielsweise die Bildung von Schneeflocken in der Luft aufgrund von Unreinheiten und Störungen, faszinieren ihn. Durch das Entstehungsmoment der Selbstorganisation und des Zufalls tritt er als Künstler in den Hintergrund, er vermeidet die Personifizierung seiner Kunstwerke. Diese stehen für sich.

Angefangen hat Carsten Nicolai mit der Malerei. Zunächst ganz klassisch Öl auf Leinwand, dann jedoch beginnt mit der Erforschung neuer künstlerischer Möglichkeiten auch die Suche nach anderer, seine Vorhaben unterstützender Materialität. Die herkömmliche Leinwand weicht transluzenten Polyesterrahmen, in denen sich das eintreffende Licht bricht, wodurch Farbe im Bild erzeugt wird. Auf Lautsprechern platzierte, mit Flüssigkeit gefüllte Becken werden mit digital bearbeiteten Soundmustern bespielt und bilden auf ihrer Oberfläche Frequenzmuster ab. In einer Glasröhre werden durch die Explosion eines Gasgemischs 334 Meter pro Sekunde – die Geschwindigkeit von Sound – sichtbar gemacht. Auf seinem Label raster-noton veröffentlicht der Künstler unter dem Pseudonym “alva noto” Soundarbeiten, entworfen mit einem Editing Programm, das nicht in Realtime arbeitet und in dem Sound folglich visuell entworfen werden muss. Seine Arbeit am Sound versteht Carsten Nicolai als visuelle Arbeit, er macht nicht Musik, sondern bezeichnet sich als visueller Komponist.
Der 1965 in Karl-Marx-Stadt geborene Künstler ist mit seinen Arbeiten äußerst erfolgreich. Preise, knapp zwanzig Solo Ausstellungen von Berlin bis Tokio, Biennalen, Gruppenausstellungen, dazu noch alva noto Performances im New Yorker Guggenheim, Centre Pompidou, Kunsthaus Graz oder auch der Tate Modern. Seine Arbeiten werden global wahrgenommen, in seinen Arbeiten aber fasziniert ihn das Detail, das Fragment, das Teilstück in dem sich, der These des Philosophen Marcello Viccini zu Folge, die gesammte Information des großen Ganzen aufbewahre. (wh)
Sam Auinger - Eine Hörperspektive
18. Februar 2009, 09:22:48 unter Audio, Berlin, Deutsch, Deutschland, Podcast, Portraits, UdK Berlin, UniversitätenMenschen gehen mit offenen Ohren durchs Leben, sie lassen sich vor den Geräuschen der Welt nicht wie Augen verschließen, außer man hält sie sich zu. Das Ohr ist ein gänzlich aufgesperrtes Sinnesorgan. Wir hören, selbst wenn wir schlafen. Nur selten sind wir hellhörig und nehmen differenziert wahr, was uns an Geräuschen umgibt und in uns eindringt. Horchen wir in uns hinein und zurück in der Zeit, halt nicht nur Geläut von Straßenbahn-, Kuh-, Haustür-, Pausen-, Feuerwehr-, Kirchenglocken oder Fahrradklingeln in uns nach, sondern ein erstaunlich umfangreicher Audiokosmus. Wir werden feststellen, Geräusche sind emotional konnotiert, wir sind gefühlsbetont.
Sam Auinger setzt sich mit der Welt der Klänge, Töne und Geräusche, ihrer geografisch-kulturellen aber auch geschichtlichen Unterschiede auseinander und schließt an eine Tradition künstlerischer Auseinandersetzung mit Ton an, in der Personen wie Erik Satie, Luigi Russolo, John Cage oder Murray Schäfer Geschichte schrieben. Ausgebildet am Bruckner Konservatorium Linz und Salzburger Mozarteum hat er sich einen Namen als Komponist und Klangkünstler, als Forscher und Architekt im Zeichen der Geräuschwelt und ihrer Wirkungen gemacht. Seine Geräuschkulturen ersichtlich machenden Arbeiten werden als Performances, Installationen, Experimente, Filme und Videos weltweit gezeigt und laden zu bewussterem Umgang mit dem je eigenen Geräuschhorizont ein. In seiner Arbeit “Sechse läuten” sammelt er beispielsweise Geräusche seiner Kindheit ein, horcht nach, welche Töne sein Aufwachsen begleiteten, ihm Grund zu Freude, Gehorsam, Ausgelassensein, Vertrautheit oder Angst waren.
Eine Hörperspektive
Nicht nur Geräusche, auch ihr Raum ist charakteristisch. Der Raum als Klangobjekt, ein vom amerikanischen Avantgarden John Cage hervorgehobener Klangaspekt, ist Teil der Forschung des zur Zeit als Gastprofessor für experimentelle Klanggestaltung an der Universität der Künste in Berlin tätigen Künstlers. Auf seiner Suche nach einer neuen Sprache des Hörens arbeitet Sam Auinger immer wieder in wechselnden Kooperationen und veröffentlicht unter den Namen “O+A”, “berliner theorie”, “tamtam” und “stadtmusik”. CastYourArt hat Sam Auinger in Berlin interviewt. (wh)




