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Constantin Luser - Musik besänftigt die wilde Bestie
3. März 2010, 09:54:04 unter Englisch, Podcast, Portraits, Video, Wien, ÖsterreichConstantin Luser fordert heraus, das Labyrinth seiner Vorstellung zu betreten. Er drängt uns an die Wand unserer Gleichgültigkeit und konfrontiert mit der unvermeidlichen Frage, ob wir fähig sind zu entkommen. Aber wem oder was entkommen? Ein Portrait.

Musik besänftigt die wilde Bestie, auf alle Fälle aber hat Musik die Kraft, die Unbändigkeit unseres Denkens zu zähmen. Wenn das passiert – und sei es auch noch so selten – ist die Vorherrschaft der Begriffe getilgt und wir sind für einen Moment geheilt von jener Krankheit, die uns von der Zeit trennt: Weiterlesen »
Takeaway Concert - Uwe Dreysel
9. Dezember 2009, 11:15:00 unter Deutsch, Englisch, Podcast, Video, WienWas ist wenn man feststellt, dass man jemanden noch liebt? Was ist wenn man feststellt, man hat sich alt neu verliebt? Was ist wenn man feststellt, man hat sich fangfrisch verliebt? …
… Dann kann einem schon mal leicht fallen, was normalerweise schwer ist: Man trägt ein Piano in den Hof.

Um die letzten Herbstsonnenstrahlen einzufangen und dem Herzen freien Lauf zu lassen, haben wir von CastYourArt am Piano mitgetragen. Uwe Dreysel singt, die Bühne des Schauspielers liefert diesmal der Hof – take your concert away … (wh)
Takeaway Konzert Monica Reyes - Frühbar
17. Mai 2009, 14:36:41 unter Deutsch, Podcast, Video, Wien, ÖsterreichMonica Reyes, Sängerin und Schauspielerin, hat soeben ihre neue CD “Frühbar” veröffentlicht. Zu hören sind darauf Eigenkompositionen, Pop-Chansons mit Witz und Biss, “die das eine oder andere Glaserl reinen Wein einschenken”.

Wir von CastYourArt haben Monica Reyes und ihren Gitarristen Martin Bayer vor zwei Wochen im Wiener Museumsquartier getroffen und waren unternehmungslustig. Improvisation machts möglich: Wir haben eine spontane Version ihres Titelsongs “Frühbar” aufgenommen und für Sie ein kleines Takeaway Konzert gestaltet. Die “Bühne” zur Musik liefert ein Kunstwerk von Michael Kienzer. Kunst in der Kunst also - take your concert away… (wh)
Füsun Onur - Silent Music
24. September 2008, 18:40:08 unter Englisch, Istanbul, Podcast, Portraits, Türkei, VideoDie Offenheit ihrer Eltern, sowohl für Positionen des traditionellen Islam als auch die Wertewelt der jungen laizistisch orientierten Republik, sei an die Kinder weitergegeben worden. Ihr Aufwachsen war Freiraum für eigenständiges Denken und Ansporn zu selbstbestimmtem Auftreten. Studiert hat Füsun Onur an der Akademie der bildenden Künste Istanbul bei Hadi Bara, die in den fünfziger Jahren mit ihrer Arbeit einen Weg abseits der Bildhauerei als offizieller Denkmalkunst einschlug. Im Anschluss folgt ein fünf Jahre dauernder Postgraduate-Studienaufenthalt in den USA und die Rückkehr nach Istanbul, wo sie in Kuzguncuk ihre künstlerischen Arbeiten fortsetzt.
Mit der Kraft, sich ihre eigene Sicht der Dinge jenseits der Realität des Faktischen nicht nur zu ersinnen, sondern für diese auch Raum zu schaffen, hat die Künstlerin Füsun Onur eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der modernen türkischen Kunst gespielt. Dass Anfang der siebziger Jahre avantgardistische Strömungen Einzug in den vornehmlich traditionell orientierten Kunstbetrieb der Türkei nehmen, ist unter anderem dem künstlerischen Einsatz Füsun Onurs zu danken. Ihr unabhängiger Zugang hat nicht nur moderne Künstler dieser Zeit gestärkt, sondern auch die jüngere Generation türkischer Kunst beeinflusst und inspiriert.

Entdeckt wird die nicht nur im eigenen Land, sondern auch international lange Zeit übersehene moderne türkische Kunst in den Istanbul Biennalen der neunziger Jahre. Mit dem internationalen Interesse rücken auch die Installationen der Künstlerin Füsun Onur ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Seit den neunziger Jahren hat sie in Deutschland, den Niederlanden, Frankreich, Japan, Russland und weiteren Ländern ausgestellt.
Ihre Arbeit ist Vergegenwärtigung. Herangehen an die Dinge ohne Rücksichtnahme, ohne Traditionslast, legt frei. Das Jetzt ist wichtig, das gilt auch für ihr eigenes künstlerisches Tun – “I never look back. When it’s done, it’s done.” Ihre Arbeiten entstehen in präziser gedanklicher Konzeption, erst wenn das Kunstwerk fertig ist, und das bedeutet für Füsun Onur fertig gedacht, werden Gedanken an die Umsetzbarkeit verschwendet. Gedankliche Ausgangspunkte ihrer künstlerischen Arbeit finden sich in der Materialität der Dinge, in alltäglichen oder zufällig gefundenen Gegenständen, in räumlichen Vorgaben. Ihr Skulpturbegriff ist weit gesteckt, in jüngster Zeit sucht sie nach Lösungen, ihre Kunst als musikalische Partitur zu gestalten. Ihre Skulpturen, sagt sie, sind so etwas wie stille Musik – Stück um Stück aufgeführt, nie das gleiche.
Im Yapi Kredi Verlag ist jüngst die Publikation “For Careful Eyes” über das Werk der Künstlerin erschienen. Verfasst von Margrit Brehm in der von René Block herausgegebenen Reihe “Contemporary Art in Turkey”. (wh)
Fuckhead - Dieses schöne Lied
18. Juni 2008, 16:14:11 unter Deutsch, Donau Festival Krems, Festivals, Krems, Podcast, Video, ÖsterreichDieses schöne Lied verstört, zumindest seit die Gruppe Fuckhead dessen fortschreitende Dekonstruktion mit großen Gesten zelebriert. Gefesselt schon in jungen Jahren vom Adrenalinkick in der Moshpit, waren die Musiker und Performer Aigner, Bruckmayr, Strohmann, Kern, Jöchtl und Pittermann ursprünglich als Noise-Rockband angetreten. Mit ihrer Musik und den zusehends in die Auftritte integrierten, Tableaux Vivants artigen Schlussbildern grenzte sich Fuckhead von den Authentizitäts-Attitüden der Nieten-Punk Generation Ende der achtziger Jahre ab. Der ironische Umgang mit Authentizitätsbildern in ihren politischen aber auch die Männlichkeit betreffenden Färbungen ist ihnen bis heute geblieben.
Ironie muss verstanden werden, um als solche wahrgenommen zu werden. Das hat nicht immer funktioniert. Zu Beginn ihrer Karriere stand Fuckhead bald als Projektionsfläche vieler in vielfach bösem Ruf. Den Linken war Fuckhead zu rechts, den Rechten zu schwul, dem Underground fehlte es an politischer Programmatik und für die Kunstwelt war Fuckhead zu unanpassbar, um sie in Kunsttheoriezirkel und -geschäft zu integrieren.

Musik und Performanceanteil halten sich bei Fuckhead die Waage. Legen die einen mehr Gewicht aufs Musikalische, finden sich die anderen vor allem im Visuellen wieder. Im Mittelpunkt der visuellen Szenerie stand lange Zeit die Erprobung des eigenen Körpers. Mit Bruckmayrs durch die Brust gezogene Stahlseilhängung war für die Band eine Grenze erreicht, die weitere Ausrichtung ihrer Performance stand in Frage. “Wir haben uns in letzter Zeit wieder etwas bunter aufgestellt”, kommentieren die Mitglieder von Fuckhead die Neupositionierung. Das Publikum hat diesen Wechsel angenommen, die Vibes sind positiv und die Adrenalindusche Fuckhead lebt. Insbesondere wenn, wie am Donaufestival in Krems, der kalifornische Body-Art Performer Ron Athey die falschen Perlen anal veräußert, mit denen die europäischen Eroberer die Ureinwohner Amerikas in bereichernder Absicht für sich eingenommen hatten. (wh)
Die Aufnahmen zur Episode entstanden am Donaufestival Krems.
Mara Mattuschka - Du meines Herzens Vibrator
19. März 2008, 15:19:20 unter Deutsch, Podcast, Portraits, Video, Wien, ÖsterreichSie produziert jährlich Filme. Sie steht vor der Kamera. Sie führt Regie, in den letzten Jahren zusammen mit dem Choreografen Chris Haring. Dass sie Chris Haring getroffen hat, ist ein Segen, erzählt Mara Mattuschka. Er ist großzügig. Er hat ein offenes, Menschen und ihre Sichtweisen integrierendes Arbeitssystem. Haring inszeniert in nackten Räumen. Sie macht daraus einen Film, der in Setting und Dramaturgie den Filmgesetzen entspricht. Ihren Umgang mit Perspektive als Malerin erstreckt sie ins Filmische. Blicke nah am Körper, von unten, von oben. Blicke, die perspektivisch verzerren. In digitaler Nachbearbeitung entwirft sie Orte, Architekturen und Räumlichkeit. “Legal Errorist”, “Part Time Heroes” und “Running Sushi” heißen die Filme ihrer Zusammenarbeit. Ein vierter folgt.
Frühere filmische Arbeiten nennt sie psychologische Dramolette. Ihre Inhalte bewegen sich an der Grenze zwischen Tragik und Komik. Sie tritt als Performance-Künstlerin auf. Sie ist Madame Ping Pong, sie ist Mimi Minus, Mahatma Gobi und Ramses die II. Identität ist irgendwie lax, im Spielen, in der Selbstdarstellung wird das klarer. Man entwickelt im Spielen eine gewisse Lockerheit zu sich selbst und zu den Problemen im Alltag. Das sei das, was Otto Mühl im Prinzip wohl angestrebt habe.

Mara Mattuschka macht Filme, spielt, singt, malt. Bulgaren, sagt sie, Bulgaren haben einen Hang dazu alles zu können. Mara Mattuschka stammt aus Bulgarien. Malerei und Animationsfilm hat sie bei Maria Lassnig gelernt. Ihre künstlerischen Ausdrucksformen sind vielfältig. Ihr Werk lebt von Fülle, ihre Charaktere sind meist nackt, psychologisch offenherzig. Wahrheit hat viele Seiten. Sie bezeichnet sich als post-postmodern – sie spielt und es geht ihr zugleich um Wahrheit.
Das 20. Jahrhundert, der Zwang zum Experiment und Brechen von Regeln ist für sie vorbei. Es gebe eine neue Renaissance, eine Rückwendung zum Menschen, die eigentlich schon mit der Diskussion um die Geschlechterrollen begonnen habe. Diese neue Renaissance sei wunderbar, das Wort Kreativität hasst sie. So vielseitig sie arbeitet, so viel Energie hat sie. Erholung zwischen ihren Arbeiten gibt’s im Cafe. Das ist wienerisch, dort atmet sie durch vom Kasachok des Lebens. (wh)
Mission Re.Sonance - ein Kunstfestival im Zeichen der Vernetzung
13. Februar 2008, 13:59:54 unter Deutsch, Festivals, Podcast, Video, Wien, ÖsterreichAlle zwei Jahre ziehen Künstler, IT-Techniker und Wissenschaftler von sonance.artistic.network im Rahmen des Re.Sonance Festivals Spuren ihrer Vernetzung im realen Raum. CastYourArt hat Festivalorte und Veranstaltungen besucht und Eindrücke der Resonanz des Netzwerks eingefangen.

Das sonance.artistic.network verbindet derzeit rund dreihundert Mitglieder aus Bulgarien, Deutschland, Ecuador, Estland, Finnland, Kenia, Österreich und der Türkei. Gemeinsam verwirklichen sie künstlerische Projekte und regen Kooperationen an. Der 2006 von Simon Häfele, Ruth Haselmair und Michael Lampert gegründete Trägerverein stellt Infrastruktur in Form digitaler Dienstleistungen, experimenteller Ressourcen und Entwicklungsmöglichkeiten für Hacker, Aktivisten und Künstler zur Verfügung.
Zur Festivalzeit, werden Ateliers, Studios und Galerien der Netzwerkmitglieder zu Orten der Präsentation und Diskussion, Netzwerkpartner besucht und Mitglieder eingeladen. Der Festivalname Re.Sonance ist Programm. Widerhall, Anklang, Verständigung und Wirkung sowohl unter den Netzwerkmitgliedern als auch nach außen hin sind Ziele des neun Tage dauernden Zusammentreffens im Zeichen des Experiments, der Auseinandersetzung und der gemeinsamen visuellen und auditiven Produktion.
Das Sonance Netzwerk ist offen für kreative, innovative und experimentell interessierte Personen und Institutionen. Aktuell kommen die Mitglieder überwiegend aus den Bereichen Musik, darstellende und bildende Kunst, Medienforschung und –theorie sowie Internet- und Informationstechnologie. (wh)








