In der aktuelle Ausstellung PHANTOMAK präsentiert CastYourArt in Kooperation mit der TU Wien und der Galerie Heike Curtze die neue Skulpturenreihe des Künstlers Tomak. Darüber hinaus gibt es in der Ausstellung auch den neuen Werkkatalog des Künstlers zu sehen. Die Ausstellung hat vom 4.-14. Februar 2012 Mo-Sa von 11.00 - 17.00 Uhr geöffnet. Ort ist die TU Wien, Kuppelsaal (4. Stock), Karlsplatz 13, 1040 Wien. Wir haben für Sie vorab einen Filmbeitrag zum Projekt PHANTOMAK veröffentlicht.
Johannes Deutsch - Der unsichtbare Garten
8. Juli 2009, 08:24:51 unter Admont, Ausstellungen, Deutsch, Englisch, Kunstwerke, Museen, Podcast, Stift Admont, Video, Wien, ÖsterreichWas wäre eine virtuelle Welt gänzlich ohne Computer? Antworten auf diese Frage sucht der Künstler Johannes Deutsch mit seinem Kunstprojekt “Der unsichtbare Garten” erlebbar zu machen. Die interaktive Gartenwelt des Medienkünstlers wächst seit zwei Jahren im Zuge der “Made for Admont” Schiene des Stiftsmuseums in den Außenanlagen des Stiftareals und ist für die Tast-, Riech- und Hörinvasion der Besucher des Museums geöffnet.

Die Idee für den Garten entstand zu einer Zeit als Johannes Deutsch für den Westdeutschen Rundfunk eine interaktive Fernsehwelt plante. Er hatte es mit dem Aufbau einer neuen Welt und den Möglichkeiten ihrer Erschließung zu tun. Die Frage, wie wir Menschen auf Basis von Wahrnehmung, Sinnes- und Wissensverarbeitung unser Weltbild erlangen, fasziniert ihn, nicht nur im Bereich des Virtuellen, sondern gerade auch für jenen Bereich unseres Lebens, den wir als real betrachten.
Wie stellen wir uns unsere reale Welt vor und welchen Anteil an dieser Vorstellung haben unsere Sinne? Mit welchem Begriffsinstrumentarium ordnen, gliedern und durchmessen wir sie? Welche Relationen legen uns dabei unsere Sinneswahrnehmungen nahe? Und: Wie konstruiert sich unsere Realität, wenn wir auf jenen Sinn verzichten, der den Aufbau unserer mediale Welt so vorherrschend bestimmt, den visuellen Sinn? Licht aus, Hör-, Tast-, Geruch- und Geschmacksinn an, so hat der Künstler in dieser Zeit die letzten Minuten des Tages bewusst verbracht und erfahren, wie schnell sich das Vertraute auflöst und ungewohntes an Intensität gewinnt.
Der unsichtbare Garten nimmt diese Erfahrung auf. Durch die Welt des unsichtbaren Gartens werden im Stift Admont Sehende mit verbundenen Augen von Menschen mit eingeschränkter Sehkraft geführt. Dabei verschieben sich Zeitwahrnehmung, Distanz, Raumvorstellung, Tempo und es besteht die Möglichkeit sich einen Begriff von Wirklichkeit in eigenen Worten oder mithilfe der Erklärungen der Begleiter zu machen.
Dass die Blätter eines Ginkobaumes sich nicht nur wie Gummi anfühlen sondern sich auch entsprechend verbiegen lassen, das Blatt mit den Spitzen wahrscheinlich Ahorn gewesen sein dürfte und die Finger, mit denen man gerade die Rinde eines Strauches entlanggefahren ist, jetzt den Geschmack von Bittermandel tragen, sind Erfahrungen, die wie Türöffner in eine andere Welt wirken. Sie lassen einen sinnlich abtauchen, die De- und Rekonstruktion beginnt. (wh)
MUSA - Museum auf Abruf
27. März 2009, 11:23:50 unter Deutsch, Museen, Museum auf Abruf, Podcast, Video, Wien, ÖsterreichManche Dinge hat man abrufbereit, weil sie einem wichtig sind. Man speichert sie. Sie stehen zur Verfügung. Das ist beispielsweise mit Geburtstagen von Freunden so oder auch mit wichtigen Telefonnummern, manchmal auch mit Kunstwerken. In Wien gibt es dafür das Museum auf Abruf. In diesem Museum der Stadt Wien werden Arbeiten von in Wien lebenden Künstlern in einer Sammlung aufbewahrt und der Bevölkerung zur Verfügung gestellt.
Begonnen wurde die Sammlung mit einem Aquarell-Ankauf im Jahr 1945. Inzwischen ist der Kunstspeicher auf fast 20.000 Werke angewachsen. Sie dokumentieren über ein halbes Jahrhundert Arbeit von in Wien ansässigen Künstlerinnen und Künstlern. Ankauf, sagt der heutige Leiter des MUSA Berthold Ecker, ist die konsequenteste Förderung für Künstler. Das war am Beginn der Sammlung ein Eckpfeiler der Kunstpolitik und ist es geblieben. Jährlich kauft die Stadt Wien circa 130 neue Kunstwerke für die Sammlung an. Heute befinden sich darunter Arbeiten von Franz West, Maria Lassnig oder auch Erwin Wurm.

Lange Zeit war die Sammlung der Stadt zwar abrufbereit, aber kein Ort verfügbar, an dem hätte gezeigt werden können, was die Sammlung angefangen von Malerei, Skulptur und Zeichnungen, über Installationen bis hin zu Videos und Neue-Medien Arbeiten zu bieten hat. Gäbe es eine permanente Ausstellungsfläche, man könnte die Arbeiten ins Licht der Öffentlichkeit rücken. So aber wird mit jeder Schau ein “Museum auf Abruf” ins Licht gerückt, titelte 1991 der damalige Leiter der Sammlung Wolfgang Hilger, womit auch die Namensgebung geklärt wäre.
2007 wurde das Museum auf Abruf, kurz MUSA, dann tatsächlich verwirklicht. In einem Gebäude rechts vom Wiener Rathaus stehen in den ehemaligen Räumlichkeiten einer öffentlichen Küche sechshundert Quadratmeter modernster Ausstellungsraum inklusive Depot zur Verfügung.
Das MUSA beherbergt neben der Ausstellungshalle eine Startgalerie, reserviert für junge Künstlerinnen und Künstler, um diesen Einzelausstellungen zu ermöglichen. Darüber hinaus gibt es noch die Artothek, in der Bilder aus der Sammlung zu einem Leih- und Versicherungsbetrag unter drei Euro pro Monat ausgeborgt und mit nach Hause genommen werden können.
Das Ziel, Kunst aus der Wiener Bevölkerung an die Wiener Bevölkerung zu bringen und Zugangsschwellen zu senken ist ebenso Museumsprogramm wie die Förderung der Künstler. Das Museum bietet drei groß angelegte Ausstellungen pro Jahr und zehn Ausstellungen in der Startgalerie sowie ein ambitioniertes Vermittlungsprogramm, das auch Menschen mit besonderen Bedürfnissen als Kunstpublikum berücksichtigt. Der Zugang zu den Ausstellungen ist gratis. Es wäre sonderbar, so der Leiter des Museums Berthold Ecker, wenn die Wienerinnen und Wiener als Eigentümer der Sammlung und deren Gäste Eintritt zahlen müssten.
Über den Ankauf entscheidet ebenso wie über die Bespielung der Startgalerie eine unabhängige Jury. Bewerbungsunterlagen für einen Ankauf gibt es hier und wer sich für eine Ausstellung in der Startgalerie interessiert schreibt ein Mail begleitet von Biografie und Portfolio an die Startgalerie des MUSA. (wh)




