In der aktuelle Ausstellung PHANTOMAK präsentiert CastYourArt in Kooperation mit der TU Wien und der Galerie Heike Curtze die neue Skulpturenreihe des Künstlers Tomak. Darüber hinaus gibt es in der Ausstellung auch den neuen Werkkatalog des Künstlers zu sehen. Die Ausstellung hat vom 4.-14. Februar 2012 Mo-Sa von 11.00 - 17.00 Uhr geöffnet. Ort ist die TU Wien, Kuppelsaal (4. Stock), Karlsplatz 13, 1040 Wien. Wir haben für Sie vorab einen Filmbeitrag zum Projekt PHANTOMAK veröffentlicht.
Platz da! - Konsens oder Konflikt?
19. Oktober 2010, 13:10:32 unter Architekturzentrum Wien, Ausstellungen, Deutsch, Englisch, Interviews, Kunsträume, Museen, Podcast, Portraits, Video, Wien, ÖsterreichKonsens oder Konflikt? Die Ausstellung im Architekturzentrum Wien “Platz da! European Urban Public Space” gibt eine klare Antwort: Die Nutzung des öffentlichen Raumes ist beides. Konfliktreich und konsensual.

Die Produktion von Raum ist ein zentraler Aspekt der kapitalistischen Ökonomie. Die städteplanerische Entwicklung hat große Bedeutung in der Dynamik der Akkumulation von Kapital erreicht. Ob es sich um die Privatisierung von Arealen handelt, die neuen Formen mobiler Kommunikation, die Wandlungen urbanen Raums oder das Verschwinden von Cafés als Agora des politischen Lebens und von Debatten: die Konfrontation von Ideen im öffentlichen Raum ist rar. Um die neuen Nutzungen von öffentlichem Raum zu verstehen, zeigt die Ausstellung „Platz da“ eine Analyse des Verhältnisses öffentlich-privat, das konstitutiv ist für die Form und den Sinn der öffentlichen Räume in zeitgenössischen Städten. Weiterlesen »
Christian Eisenberger - Der Reiz künstlerischer Gebärde.
20. Januar 2010, 16:58:45 unter Ausstellungen, Deutsch, Englisch, Interviews, Portraits, Video, Wien, ÖsterreichKünstlerportrait Christian Eisenberger. Warum reizt das Unbesorgt-Sein an Menschen und Dingen? Weil es den Anschein von Verwahrlosung oder von Kindsein macht.

Wenn ein Baum fällt, tief drinnen in einem Wald und niemand kann es bezeugen. Ist es dann wirklich geschehen? Und wenn jemand ein Kunstwerk macht, irgendwo am Fuße eines Berges und niemand anderer war dabei. Weiterlesen »
Utopie und Monument - Über die Gültigkeit von Kunst zwischen Privatisierung und Öffentlichkeit.
7. Oktober 2009, 09:38:05 unter Ausstellungen, Englisch, Festivals, Graz, Interviews, Podcast, Steirischer Herbst, Video, Wien, ÖsterreichWelche Gültigkeit kann Kunst zwischen Privatisierung und Öffentlichkeit erlangen? Ein Ausstellungsprojekt im Festival neuer Kunst “Steirischer Herbst”, kuratiert von Sabine Breitwieser, Chefkuratorin für Medien und Performance Kunst am New Yorker MOMA.

Der öffentliche Raum ist Kampf- und Schauplatz von Vorstellungen und Ideen, die einer Gesellschaft glaubenswert erscheinen, mit etwas Distanz betrachtet veröffentlicht er auch, was in dieser Gesellschaft mitgetragen und unbedacht bleibt. Weiterlesen »
Michael Kienzer - Zwischen Dingen und Materialien
12. August 2009, 10:13:39 unter Deutsch, Podcast, Portraits, Video, Wien, ÖsterreichDer Blick ist ein pragmatisch-ironischer, das Kunstwerk bar jeder Narrativität. Ein Portrait des Künstlers Michael Kienzer.

Ein rasterartiges Strebewerk aus mehreren vertikalen und horizontalen Aluminiumstangen steht im Raum, wird zusammen- und aufrechtgehalten mittels eines chaotischen Geflechts schwarzer Gummibänder ohne sichtbarem Anfang und Ende. Die Skulptur vermittelt eine prekäre Stabilität, die auf dem Wirken von Schwerkraft, Zug, Druck, Reibung beruht. Das Spürbarmachen von Kräften, die ein Werk konstituieren, ist ein zentrales Anliegen des Künstler Michael Kienzer. Weiterlesen »
Francisca Benitez - Flüchtige Stadt
18. März 2009, 11:28:36 unter Englisch, New York, Podcast, Portraits, USA, VideoAls Architektin im Ruhestand bezeichnet sich die 36 jährige Künstlerin Francisca Benitez. Das erste mal als sie von Chile nach New York kam, vor 10 Jahren, war es ihr architektonischer Background, der ihre Vorstellungen vom Leben von dieser Stadt prägte. Was sie sich als kreative, intellektuelle und herausfordernde Berufserfahrung ausgemalt hatte, entpuppte sich als Lektion in städtischer Bürokratie – auslegen von Gebäudecodierungen und Zonenbeschränkungen, seinen Weg finden durch den Behördenkram, Konfrontation mit den Herausforderungen eines komplexen Systems aus Regeln, Regulierungen und Protokollen.

Letztlich dienten ihr die Hindernisse, eine einzigartige Perspektive und Konzeption einer überbordenden, städtischen Landschaft herauszubilden. Sie entdeckte, dass ihre Aufmerksamkeit mehr und mehr von jenen Aspekten und Bereichen in ihrer Umgebung angezogen wurde, die leicht zu übersehen sind, oder einfach für selbstverständlich gehalten werden, und damit dem Blick entgehen. Intellektuell geformt und inspiriert von ihren Vorbildern, dem Architekten Gordon Matta-Clark und dem Maler, Grafiker, Fotografen und Filmemacher Ed Ruscha, verlor sie nie den Blick für das Wichtige – dass das Rechtssystem der Grenzziehungen, -linien und Auseinandersetzungen ein Prozess ist, in dem ständig festgelegt wird, egal ob die Ergebnisse Richtlinien folgten oder nicht.
In einer Stadt von der Dichte New Yorks, ist öffentlicher Raum ständig ein Thema. Die endlose Prozession aus abreißen und neubauen, einziehen und ausziehen, rumpelnden Bahnen im Untergrund und in die Höhe schießenden Geschichten von Hochhäusern ist begleitet von einer ebenso endlosen Serie der Verhandlungen zwischen Menschen, Institutionen und Grundeignern. Es handelt sich um eine fließende, flexible Einheit, und doch werden Linien gezogen und Formen auf Landkarten fixiert. In einer Zeit in der Erforschungen ein hoffnungsloses Unternehmen zu sein scheinen, sucht die Künstlerin dennoch nach neuen, noch unbekannten Landstrichen.
Möglichkeiten für ihre Entdeckungsunternehmungen sieht Francisca Benitez überall. Ihre Arbeit hat weniger mit Konfrontation oder Intervention zu tun als mit beobachten, erfassen, notieren. Ein Ausflug mit dem Fahrrad im Stadtteil Williamsburg wird zur Entdeckungsreise historischer religiöser architektonischer Rituale, die auf subtile Weise Alleen, Hinterhöfe und Balkone verändern. Ein Ausflug aufs Dach ihres Studiogebäudes offenbart faszinierende Formationen von Taubenschwärmen am Himmel. Sie sind Ausdruck eines Machtkampfs früherer Mitglieder von Straßenbanden. Mit einem einfachen Experiment, in dem sie Flächen im öffentlichen Raum mit Papierbögen belegt und abrubbelt stöbert sie ein enormes Netz zuvor unbemerkt gebliebener Eigentumsmarkierungen auf.
Aber ihre Bemühungen drehen sich nicht nur um die Entdeckung verborgener Territorien und abgeschiedener Plätze. Es geht dabei auch um persönliche Treffen, Zufallsbegegnungen, gegenseitiges Einverständnis für Positionen und Neupositionierungen. Am Ende des Tages ist öffentlicher Raum nicht mehr nur eine Sache von freien Parkplätzen, “Betreten verboten” Schildern oder Eigentumsfragen. Er ist eine Sache der Menschlichkeit geworden, die ihm zugrunde liegt. (jn/wh)
Noah Fischer – Am Stand der Technik
5. November 2008, 08:43:20 unter Englisch, New York, Podcast, Portraits, USA, VideoWer sich unseren Podcast ansieht, auf dem Laptop, einem iPod oder dem Handy, blickt in einen Monitor. Menschen verbringen Stunden, um sich Inhalte am Bildschirm anzusehen. Der Blick fällt nur selten auf den Monitor selbst, die Anwesenheit dieses physikalischen Objekts ist selbstverständlich. Dass die greifbaren Objekte, durch die wir mit der Informationswelt verbunden bleiben, austauschbar sind, ist essentieller Bestandteil unserer mobilen Welt. Wir schaffen sie an. Sie sind Spielzeuge, die uns kurzfristig begeistern um anschließend in den toten Blickwinkeln unserer Aufmerksamkeit zu verstauben.
Noah Fischers lenkt Aufmerksamkeit auf die verwaisten Objekte des Informationszeitalters, jener Ära, die erst vor dreißig Jahren begann. Aufmerksam wurde der Künstler auf die ausgedienten Computerbildschirme durch die häufiger werdenden Elektronikmüllberge in den Straßen New Yorks. Was gestern noch state of the art des Möglichen und für viele Grund genug war, sich vor Geschäften in Warteschlangen zu reihen, ist schon heute wertloser Elektronikschrott – die Halbwärtszeit der Wertschätzung sinkt beständig.

Mit seiner Arbeit “Monitor” führt Noah Fischer die in immer hektischeren Erneuerungszyklen produzierten Warenauswürfe unserer Hi-Tech Gesellschaft auf Lo-Tech Wurzeln zurück. Bildschirme werden zu Relikten, Möbelstücken, Lampen umfunktioniert. Zu Stücken, die unsere Sinne erfreuen und uns einladen, ihre zu aktiven Zeiten unbeachtet gebliebene Form, Materialität und Farbe zu begreifen. Neben ihren superschlanken Nachfolgern erscheinen die dicklichen alten Stücke als Zeugen einer längst vergangenen Zeit. Einige von ihnen – man kann es kaum glauben – tragen die Namen ihrer stolzen Designer ins Plastik eingraviert.
In einer Phase, in der Videoproduktionen den Puls der Zeit junger künstlerischer Medienproduktion darstellen, stellt Noah Fischer mit seinen Arbeiten die Monitorkunst buchstäblich auf den Kopf und bringt eine ausgesprochen moderne Duchamp-hafte Geste ein –die Unterschrift auf den ausgewählten Massenobjekten stammt von ihm. (jn/wh)
Markus Wilfling – A Sculpture Is Something That Is Here
30. Juli 2008, 17:16:25 unter Englisch, Graz, Podcast, Portraits, Video, ÖsterreichFlaches ins Räumliche rücken. Dreidimensionalität entwerfen, die unter unserem Blick verflacht. Die Übertragung von Räumlichem ins Bildliche und umgekehrt eröffnet Möglichkeiten des Skulpturalen, die den Künstler Markus Wilfling faszinieren.
Für ihn sind es die tagtäglichen Dinge und der Blick mit seinen Gewohnheiten, die ihn künstlerisch herausfordern. Mit seinen Arbeiten gib er einer auf Normalisierung abzielenden Wahrnehmung Aufregendes gerade da zur Hand, wo wir uns routinehaft nichts erwarten: In Handlungsabläufen, wie dem allmorgendlichen Blick in den Spiegel. Auf Wegen, die wir tagtäglich gehen. Im Umgang mit Objekten unseres täglichen Gebrauchs.

Markus Wilfling lebt in Graz, Österreichs zweitgrößter Stadt. 2003 hat er den Grazer Uhrturm, das Wahrzeichen der Stadt, mit einem Schatten seiner selbst – gebaut im Verhältnis 1:1 – dupliziert. Die Stadt wurde plötzlich comic-haft, wie eine riesige Fassade vor einer noch größeren gemalten Wand stehend, denn Schattenwurf, sagt uns die Wahrnehmung, wird erst sichtbar, wenn er auf eine greifbare Oberfläche trifft.
Eine Vielzahl Projekte sind auf dieses Kulturhauptstadt Projekt gefolgt: Spiegelräume, die sich unter unserer Wahrnehmung zu Flächen verbiegen, Raumspiegelungen, die sich bei genauer Betrachtung nicht als Spiegelungen, sondern als exakte Nachbauten erweisen, Badewannen, Sitzreihen, Tische und Parkbänke, die allmählich in einem Boden versinken, von dem wir wissen, das er dafür nicht weich genug ist, auch wenn uns unsere Wahrnehmung das Gegenteil nahe legt.
Die Irritation der Täuschung bereitet Freude, mehr noch, sie fasziniert. Aber das ist ein Nebeneffekt, betont der Künstler, wie es ihm mit seiner Kunst auch nicht um die Schattenseiten des Lebens oder andere psychologische Deutbarkeiten geht. Wohl aber betont er die politische Seite seiner Interventionen. Im öffentlichen Raum stoßen seine Skulpturen ans Gängige und reiben am Gewohnten – beides aber ist von Konsum und Macht, von Mehrheitsmeinung und Fraglosigkeit durchsetzt. (wh)




