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In der aktuelle Ausstellung PHANTOMAK präsentiert CastYourArt in Kooperation mit der TU Wien und der Galerie Heike Curtze die neue Skulpturenreihe des Künstlers Tomak. Darüber hinaus gibt es in der Ausstellung auch den neuen Werkkatalog des Künstlers zu sehen. Die Ausstellung hat vom 4.-14. Februar 2012 Mo-Sa von 11.00 - 17.00 Uhr geöffnet. Ort ist die TU Wien, Kuppelsaal (4. Stock), Karlsplatz 13, 1040 Wien. Wir haben für Sie vorab einen Filmbeitrag zum Projekt PHANTOMAK veröffentlicht.

CastYourArt Video- und Audiobeiträge


Jan Peter E.R. Sonntag - Die akustische Perspektive des Raumes und das Wesen der Elektrizität.

24. Juni 2009, 09:01:25 unter Audio, Berlin, Deutschland, Englisch, Podcast, Portraits

Von den meisten seiner Sound-Installationen gebe es keine Aufnahmen. Über Boxen oder Kopfhörer würden sie nicht funktionieren, sagt Jan-Peter E.R. Sonntag, denn seine Kompositionen nutzen meist den gesamten Körper als akustischen Rezeptionsraum. Da kann es gut sein, dass der Schall nicht über das Trommelfell in den Körper dringt, sondern zum Beispiel über die Fußsohlen – und wer stellt sich schon gerne auf seine eigenen Lautsprecherboxen. Schnittstellen zwischen dem menschlichen Körper, technisch-medialen Systemen und schallvermittelten Raumwahrnehmungen gehören zu seinem künstlerischen Interessensgebiet. Zum Beispiel, wenn er in der Erde eine Säule frei schwingend versenkt, und deren Oberkante als ebenerdiger Kanaldeckel ausführt. Wer auf den Kanaldeckel tritt, wird die Tiefe der Erde über die Schwingungen des Deckels mit seinem Körper wahrnehmen und Raum auf eine andere, nicht visuelle Art erleben.

Geboren wurde Jan Peter E.R. Sonntag 1965. Sein Posaunespiel vertieft er in der Klasse von Heinz Fadle an der Musikhochschule Lübeck, dann studiert er in Oldenburg acht verschiedene Fächer, von Kunstgeschichte bis Philosophie. Inzwischen unterrichtet er selbst an Universitäten. Istanbul, Hamburg, Rotterdam, Oldenburg, Darmstadt sind Orte seiner Lehrtätigkeit.

The Architecture of Sound


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The Essence of Electricity


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Versucht man es mit Kategorisierungen, liegen seine Wurzeln in der Minimal- und Konzeptkunst, sowie in der Neuen- bzw. experimentellen Musik. Allerdings, zuordnen lässt sich Sonntag nur ungern. Die Schubladen, mit denen man künstlerische Tätigkeiten in Bereiche teilt, sind ihm zu eng. Seine Orientierung: Komponist liege im näher als Klangkünstler, aber er arbeite auch visuell. Die Bezeichnung Erfinder habe am ehesten seine Sympathie. Jan-Peter E.R. Sonntag nutzt dabei die Mittel der Kunst, um Wissenschaft zu betreiben. Sein künstlerischer Erfindungsreichtum hat Erfolg. Er hat zahlreiche Auszeichnungen erhalten und von New York bis Bishkek ausgestellt. 2008 eröffnet er das Avantgarde Festival elektronischer Kunst, die Ars Electronica in Linz, mit seinem sonArc::project zur Erforschung elementarer Wesensformen von Elektrizität. Die Erfassung des Wesens der Elektrizität ausgeführt als die Suche nach den Wurzeln und Visionen unseres Medienzeitalters hat den Künstler auf den Blitz gebracht und auf die Möglichkeiten seiner apparativen Domestizierung.

Die klangliche Erfahrung und Erforschung des Raumes und Fragen der Perspektive bilden den zweiten wichtigen Bereich seines künstlerischen Forschens. Sonntag sucht nach Möglichkeiten, durch Klang erfahrbare Räumlichkeit zu erfassen und damit der visuellen Besetzung des Raumbegriffs, mit seiner perspektivischen Durchdringung, Alternativen aus dem Bereich psychoakustischer Raumwahrnehmung gegenüber zu stellen. Für den Beitrag von CastYourArt hat Sonntag akustisch auf seine Körpergeräusche zurückgegriffen – ein Blick in die Gedankenwelt des Künstlers also und eine Klangkörpercollage …
(wh)



Liselot van der Heijden - Der Blick im Visier

3. Juni 2009, 12:13:12 unter Englisch, New York, Podcast, Portraits, USA

Wir leben in einem visuellen Zeitalter. Was wir unternehmen, wird häufig davon bestimmt, was wir zu sehen bekommen – in Galerien, Kinos oder im Zoo. Obwohl wir in einer überwachungsstarken Zeit leben bleiben unsere Blicke jedoch häufig unhinterfragt. Wir jagen Bildern nach, die unseren Erwartungen und Konzepten von Schönheit oder Natur entsprechen oder schlicht beachtenswert erscheinen. Unsere Augen sind darauf trainiert, auszusieben und dasjenige festzuhalten, das für uns Bedeutung hat und mit anderen geteilt werden kann.

Natürlich, manchmal werden Blickgewohnheiten auch hinterfragt. Aber sind wir hinsichtlich unserer Sichtweisen kritisch genug, wenn wir Blickkonzepte mit dem Ziel zerbrechen, nicht in vorgefertigte voyeuristische Fallen zu tappen, wenn wir als Individualreisende ausgetretenen Pfade verlassen wollen und verlangen, niemand dürfe in der Position des “anderen” erstarren, weil anstarren unhöflich ist?

Seit es Kunst und Künstler gibt, gibt es auch jene, die sich Kunst ansehen. Kunst bietet die Chance gewohnte Blickpositionen zu verlassen und Dinge anders zu sehen. Reflexion wird dabei oft zur Selbstreflexion, der Betrachter zum Betrachter seiner selbst. In ihrer Arbeit erforscht die Künstlerin Liselot van der Heijden unsere visuellen Positionierungen. In ihre kompakten, reduzierten und zugleich vielschichtigen visuellen Installationen ist der Betrachter stets integriert, dabei kann das Verständnis von Sehen als passivem Akt nicht bestehen bleiben.


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Natur spielt einen gewichtige Rolle in der Kunst van der Heijdens. Arbeiten, in denen sie sich eines Archivs aus Naturdokumentationen, Rundfahrten und Filmmaterial bedient, erinnern uns ständig daran, dass unsere Sicht dessen, was wir als natürlich empfinden, perspektivisch ist, etwas an dessen Konstruktion wir beteiligt sind und das wir mit unseren Intentionen durchziehen. In Ausstellungen wie “Aporia”, die den Betrachter mit einer in die Länge gezogenen Version der letzten Atemzüge eines Zebras konfrontiert, “Primate Visions”, in der die vierte Wand von Zoogehegen niedergerissen wird, oder “Natural History”, in welcher die Beobachter der Diaramas des New Yorker Naturgeschichtlichen Museums unbewusst Leben in lebensechte Figuren projizieren, erscheint die Vermenschlichung der Welt gegenüber der weitaus komplexeren Verhältnismäßigkeit zwischen Natürlichem und Unnatürlichem als angestaubtes Konzept.

Geboren und aufgewachsen ist Liselot van der Heijden in den Niederlanden. Seit … Jahren lebt sie in New York, wo sie ihre Irritation während der Bush Administration in ihre Arbeiten einfließen ließ. Kurz nach 9/11 als Ari Fleischer Amerikaner eindringlich warnte “darauf zu schauen was wir sagen” warf van der Heijden einen wachsamen Blick auf Bush, indem sie zwei seiner Reden an die Nation, in einem Video auf die darin enthaltenen Schlagworte “America” und Phrasen “das Böse ist real” und “Gott ist nah” reduzierte und mit dem lang anhaltenden Beifall der Zuhörer und –seher vermischte.

Nachdenken über Vermittlung und Komplizenschaft führt zum Nachdenken über Politik und van der Heijdens kritische Ablehnung der Beobachterposition kann, in diesem Fall, auch auf Bürger angewandt werden. (jn/wh)

    

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