In der aktuelle Ausstellung PHANTOMAK präsentiert CastYourArt in Kooperation mit der TU Wien und der Galerie Heike Curtze die neue Skulpturenreihe des Künstlers Tomak. Darüber hinaus gibt es in der Ausstellung auch den neuen Werkkatalog des Künstlers zu sehen. Die Ausstellung hat vom 4.-14. Februar 2012 Mo-Sa von 11.00 - 17.00 Uhr geöffnet. Ort ist die TU Wien, Kuppelsaal (4. Stock), Karlsplatz 13, 1040 Wien. Wir haben für Sie vorab einen Filmbeitrag zum Projekt PHANTOMAK veröffentlicht.
Warhol, Wool, Newman - ‘Barney ist nun auf einer anderen Party’
21. Oktober 2009, 08:58:51 unter Ausstellungen, Channel, Deutsch, Graz, Kunsthaus Graz, Museen, Podcast, UNIQA, Unternehmen, Video, ÖsterreichDas Kunsthaus Graz fragt nach Parallelen zwischen Warhol, Wool und Newman und präsentiert Arbeiten, die den Einfluss des amerikanischen abstrakten Expressionismus auf die Pop Art untermauern. Ein Beitrag, verwirklicht mit freundlicher Unterstützung des UNIQA ArtCercles.

Wenn Ausstellungen künstlerische Entwicklungen in einem größeren Zusammenhang zeigen, ist dies für jeden Besucher ein Glücksfall. Weiterlesen »
William Anthony - Komödie der Irrungen
13. Mai 2009, 09:18:13 unter Englisch, New York, Podcast, Portraits, USA, VideoDie Kunstwelt nimmt sich selbst oft ernst, sehr ernst. Nehmen wir da zum Beispiel die Stille der Ateliers, in denen pflichtbewusste Studierende ehrgeizig Aktmodelle zeichnen, oder die raffinierten Worte, mit denen in Kunstmagazinen Kunstwerke und Ausstellungen für die Leserschaft aufbereitet und seziert werden, oder die heiligen, von Wachpersonal beaufsichtigten, auf konstante Temperatur und Luftfeuchtigkeit getrimmten Hallen renommierter Museen rund um den Globus – bildende Kunst ist, so gesehen, eine Sache, bei der es wenig zu lachen gibt.
Es hat eine Zeit gegeben, in der der New Yorker Künstler William Anthony eben so Ernst genommen werden wollte. Aber dann kam der Tag, an dem er endlich zu seinen Studierenden durchdrang. Gerade hatte er seinen Studenten ein Blatt präsentiert, auf dem er anschaulich die von Anfängern begangenen klassischen “don’t”s figürlicher Darstellung versammelt hatte. Als, sagt der heute 75 jährige, für ihn, den Seriösen, unerwartetes passiert sei. Die Studierenden hätten gelacht, er habe eine Seite berührt, die die jungen Künstler für sein Anliegen geöffnet habe. Von Fehlern lernen, schien ihm, das funktioniert.

Von da an beschloss der Künstler, das Fehlerhafte zu seiner Profession zu machen. Ginge es nicht um seine Sache, seine Arbeiten erschienen als Kritzelei von Kindern. Bei näherer Betrachtung zeigen sie sich als ausgetüftelter Stil, der auf vorsätzlichen Fehlern und absichtlich erkennbaren Versuchen, diese Fehler zu verbergen besteht, aber auch als ein eklektisches Set, das auf verschiedene Genres und berühmte Kunstwerke Bezug nimmt oder zeitgeschichtliche Ereignisse, die den Spott der Kunst verdienen.
Anleihe an der Pop Art nehmend, die zu dieser Zeit gerade in voller Entwicklung stand, entwickelte der Künstler nicht nur rasch einen scharfen Blick, sondern auch ein offenes Ohr für das Lächerliche. Dümmliche Titelblätter von Magazinen, kunsthistorische Anekdoten und natürlich eine Reihe mehr oder weniger bekannter Kunstwerke wurden zum Futter seines satirischen Repertoires.
Seine am Komischen orientierte Annäherung brachte seine Arbeiten auf die Seiten von Warhol’s Zeitschrift Interview oder auch auf jene des Artforums und in Galerien sowie Museen rund um die Welt. Zusätzlich hat er eine Reihe von Büchern veröffentlicht, nicht nur zu technischen Fragen des Zeichnens, sondern auch zu so luftigen Themen wie der Zweite Weltkrieg oder die Bibel. Unter Kunstkritikern ist William Anthony beliebt, nicht zuletzt weil sein Spektrum des Spöttischen in der Kunst von Fragonard oder Bosch bis zu Manet und Hockney reicht. Er meint, kein Künstler sei ihm zu wichtig, um nicht hochgenommen zu werden, mehr noch, sie hätten Glück, dass er sich mit ihnen beschäftige, denn das sei nicht selten der Moment, wo der Spass in ihrer Kunst erst beginne. (jn/wh)
Robert Lucander - Momente in Bildern
21. Januar 2009, 09:32:15 unter Berlin, Deutsch, Deutschland, Podcast, Portraits, VideoRobert Lucander zieht ein Jahr bevor die Mauer fällt von Finnland kommend nach Berlin. Mit der Aussicht auf Wiedervereinigung steigt die Aufmerksamkeit für die andere Seite. Deutlich werden Unterschiede zwischen Ost und West. Für den Maler entpuppt sich – zu seiner eigenen Überraschung und Faszination – die Rede von den unterschiedlichen kulturellen Färbungen als eine nicht nur metaphorische Wendung, sondern als wörtlich zu nehmendes, handfestes Detail. Robert Lucander bestellt industriell produzierten, farblich genormten Acryllack aus Ostproduktion, dieser erweist sich im Vergleich zum selben Produkt aus Westproduktion von erstaunlich andersartiger farblicher Mentalität.
Die Erfahrung der Vorbelastung des künstlerischen Materials mit kultureller Charakteristik stärkt sein Interesse für die Aussagekraft, die nicht erst durch einen schöpferischen Akt des Künstlers entsteht, sondern dem Material bereits inne liegt. Er beginnt das Material als ein Medium zeitlicher, geographischer und kultureller Aussagekraft zu erforschen und sucht Möglichkeiten, hervorzuheben, was dem Vorgegebenen an Information bereits inne liegt. So verwendet er Farbe aus industrieller Produktion und hält sich bei der Auswahl der Farben strikt an die jährlich neu herausgebrachten Farbmuster. Bei der künstlerischen Handhabung der Farben schränkt er sich auf die aktuellen Gebrauchsanleitungen auf den Acryllack-Dosen ein. So bindet das Material Farbe seine Arbeiten an Geschmack, geografisches Umfeld und Zeit ihres Entstehens zurück und es beginnen in den Arbeiten des Künstlers die verwendeten Materialien durch kontrastierende Maßnahmen ihr Vorgegebenes zu erzählen.

Eines dieser Kontrastmittel wird der Bildträger selbst. Robert Lucander malt auf industriell gefertigte Sperrholzplatten, die er entsprechend der Maserung zuschneiden und verleimen lässt. Die Maserung – eine vorgegebene Individualität ähnlich dem Fingerabdruck eines Menschen, die der Künstler als bildgestaltendes Element einsetzt – wirkt in den Bildern als Kontrastmittel zum Massenprodukt Acryl, dessen materielle Eigenschaften als Dekorationsfarbe auf gleichmäßige Deckkraft und Verfließen des Pinselstrichs, kurz, auf Entindividualisierung ausgerichtet sind.
An Stellen, die die Maserung sichtbar lassen, skizziert der Künstler mit Bleistift. Er nutzt die Vorgaben des Holzes als Spielraum für räumliche aber auch individuell-persönliche Tiefe in seine vornehmlich Menschen darstellenden Arbeiten. Die mit der Charaktertiefe des Trägermaterials Sperrholz hervortretenden Gesichts- und Körperzüge der Menschenbilder stehen in Kontrast zur Glätte der Modezeitschriften und Magazinen, denen der Maler die Gesichter und Körper detailgetreu entnimmt. Diese vorbildlichen Menschen werden in den Arbeiten des Malers ihres glamourösen Kontexts entrissen und in einen alltäglich gewöhnlichen Handlungsrahmen gesteckt.
Er versuche weder Bedeutung noch Meinung oder Gesinnung in seine Arbeiten hineinzulegen, sagt der Maler, sondern durch seine künstlerische Anwendung hervorzuheben, was dem Vorgegebenen als Zeugen inne liegt. Was wir herauslesen und wovon es uns Zeugnis gibt, das liege an uns, den Betrachtern. Seine Bilder sind kein Denkmal eines nach außen gestülpten, geniehaften Künstlerinnenlebens, sondern ein “Momentmal” – eingedenk der Zeit. (wh)
Heidi Popovic - Das unspektakuläre Leben
4. Juni 2008, 12:58:32 unter Deutsch, Kunstwerke, Portraits, Video, Wien, ÖsterreichDer kleine Superheld Superrobbie, er hat die Statur einer Playmobilfigur, blickt zusammen mit den anderen kleinen Mitstreitern von einer Tapete, die uns – ganz Kinderzimmerästhetik – in fröhlichen Grundfarben entgegenstrahlt. Umgeben von schnuckeligen Entchen nimmt sich der kleine Superrobbie ein Vorbild an der Wirklichkeit. Er hat eine Pistole in der Hand. Vor ihm niedergestreckt tote Lehrer, ebenfalls in Playmobilstatur. Seine Wirklichkeit trägt den Namen Erfurt.
Christian Pölzler schafft unter dem Markennamen Heidi Popovic Kunst, die auf den ersten Blick zynisch wirken kann, es aber nicht ist. In Posterillusionen des Pop, in dekorativen Mustern Salon gestaltender Tapeten, in Reklamen einer Werbewelt, die uns verspricht, dass alles in bester Ordnung ist, birgt Christian Pölzler Illusionsverlust und tagespolitische Apokalypse. Im Stil erscheinen Erfurt, Enschede, 9.11, fünfzig Jahre Contergan in den Arbeiten des Künstlers wie Antworten auf die Frage “What’s new, Pussycat?” Aber Pölzlers Kunstmischung meißelt an gesellschaftlich neurotischen Verniedlichungsformen anders als Woody Allen. Seine bildsprachliche Mischung vom Wahnsinn, der uns normal geworden ist, hat eine in ihrer Deutlichkeit an Thomas Bernhard erinnernde Kraft. Pölzler schafft Pop-Art, die reklamiert. (wh)

Zahlreiche Arbeiten des Künstlers zeigt der Galerist Rudolf Budja in seiner Galerie Artmosphere.
Rudolf Budja - Geschäft und Leidenschaft
10. Januar 2008, 12:10:22 unter Artmosphere Galerien, Audio, Deutsch, Galerien, Interviews, Podcast, Wien, ÖsterreichRudolf Budja gehören Bilder, deren Erwerb unsereins meist nur in der Form billiger Replikate vergönnt sein dürfte. Er ist Kunstsammler, Besitzer der Artmosphere Galerien und international renommierter Händler für Pop-Art Kunst. CastYourArt hat interessiert, wie man im Kunsthandel so erfolgreich werden kann. Nach unserem vierteiligen Interview mit Rudolf Budja wissen wir einiges über seinen Weg zum Erfolg und haben gelernt: Ein Kunstsammler ist nicht nur ein Kunstsammler. Rudolf Budja versteht sich darüber hinaus als Psychotherapeut und Seelenchirurg reicher Menschen ohne Lebenssinn. Kunst ist also nicht nur Suchtmittel, sondern dient auch der Heilung. Wenn Kunst so viel kostet, dass sie reiche, in ihren Erfolg verbissene Menschen schmerzt, dann wird sie zum Keim einer mitunter verloren geglaubten Emotion - des Glücksgefühls der Sinnhaftigkeit. (wh)
Rudolf Budja - Geschäft und Leidenschaft, Teil 1
Rudolf Budja - Geschäft und Leidenschaft, Teil 2
Rudolf Budja - Geschäft und Leidenschaft, Teil 3
Rudolf Budja - Geschäft und Leidenschaft, Teil 4




