In der aktuelle Ausstellung PHANTOMAK präsentiert CastYourArt in Kooperation mit der TU Wien und der Galerie Heike Curtze die neue Skulpturenreihe des Künstlers Tomak. Darüber hinaus gibt es in der Ausstellung auch den neuen Werkkatalog des Künstlers zu sehen. Die Ausstellung hat vom 4.-14. Februar 2012 Mo-Sa von 11.00 - 17.00 Uhr geöffnet. Ort ist die TU Wien, Kuppelsaal (4. Stock), Karlsplatz 13, 1040 Wien. Wir haben für Sie vorab einen Filmbeitrag zum Projekt PHANTOMAK veröffentlicht.
Natur - die Schöpfung ist nicht vollendet
6. Mai 2009, 09:20:16 unter Admont, Ausstellungen, Deutsch, Englisch, Podcast, Stift Admont, Video, ÖsterreichDie Grenze zwischen Natur und Kultur ist eine tektonische Bruchlinie des menschlichen Selbstverständnisses. Wenn beispielsweise der Humanismus das Tier im Menschen zu zähmen sucht, kann das als eine kulturgeschichtlich tektonische Schutzmaßnahme verstanden werden. Versucht sich der Mensch allzu schöpferisch an der Natur, geraten mitunter die Fundamente der einen oder anderen Seite aneinander. Die Erschütterung kann dann so groß sein, dass sie einen Berg Fragen aufwirft. Oft sind unheimliche Fragen dabei, solche, die uns zwingen den Begriff des Menschlichen neu auszuloten.
Die Ausstellung “Natur – Die Schöpfung ist nicht vollendet” im Stift Admont befasst sich mit den Grenzen und Entgrenzungen von Natur und Kultur. Jedoch bleiben die künstlerischen Blickrichtungen dabei nicht auf die Erdbebenlinie beschränkt. Statt im Prekären der Grenze zu erstarren wird eine Vielzahl unterschiedlicher Präsentationen von Natur ersichtlich. Der künstlerisch schöpferische Umgang ist verspielter.

In den gezeigten Arbeiten ist Natur sowohl Thema, wenn beispielsweise Christoph Lingg brachliegende Industriefeldern als die Hinterhöfe unserer Wohlstandsgesellschaft zeigt oder Gabriele Schöne sich in ihren Gemälden mit dem Verschwinden von Natur auseinandersetzt. Natur wird in der Ausstellung jedoch auch als belebtes Trägermedium künstlerischen Ausdrucks bedacht. In den Fotografien Edgar Lissels entstanden Motive aufgrund der fototaktischen Eigenschaft von Cyanobakterien zum Licht zu streben. Wilhelm Scherübls Aquarelle funktionieren mit den Mechanismen von Eisblumen. Thomas Baumann lässt mit seiner Installation über den Zeitraum der Ausstellung einen künstlichen Eisberg entstehen.
CastYourArt hat den Kurator der Ausstellung Michael Braunsteiner getroffen und ihn zum Gesamtkonzept der Ausstellung befragt. Die Künstler Wilhelm Scherübl und Günther Pedrotti waren vor Ort und reflektieren im Interview ihren schöpferischen Zugang zur Natur. (wh)
Thomas Baumann - Die Sprache der Bewegung
15. Oktober 2008, 10:24:03 unter Englisch, Podcast, Portraits, Video, Wien, ÖsterreichSkulpturen und Installationen des Künstlers Thomas Baumann, haben etwas von lebendigen Geschöpfen. Meist sind sie bewegt. Sie verformen sich, sie machen Geräusche, sie bewegen den Betrachter – emotional, auf der Ebene seiner Überzeugungen, durch Herausforderung zur Teilnahme auch körperlich. Bewegung, sagt der Künstler, ist eine Sprache unserer Zeit. Wir verstehen sie und fühlen uns von ihr auf unterschiedlichen Ebenen angesprochen.

Thomas Baumann fertigt Arbeiten aus mechanischem, technologischem und elektronischem Material. Die Bauteile haben eine eigene Ästhetik, nichts wird hinter Designfassaden versteckt. So erhalten die Skulpturen etwas von Maschinenbaukunstwerken, die den Anschein machen, sie seien Geschwister jener Maschinen, die in den Fertigungsstraßen industrieller Fabrikation ihren Dienst leisten. Angesichts ihrer Nähe zu den auf Produktionsoptimierung und Vermeidung jeglicher Nebeneffekte rationalisierten Verwandtschaft, zeigen die aus dem Fertigungskontext herausgerissenen Maschinenbaukunstwerke Baumanns, für die Menschen, die sie umgeben, eine überraschend beseelte Dimension. Sie haben lyrische Seiten, Humor, sie ziehen an, sie verlangen Zeit, sie fordern gesellschaftskritisch heraus, sie machen nachdenklich, sie erfreuen, sie zeigen eine Seele, die der produktionsoptimierten Maschinerie und ihren Bedienern ausgetrieben wird und unter der Hand des Künstlers wieder zum Vorschein gelangt. Technik, sagt Thomas Baumann, hatte ihre ursprüngliche Funktion darin, den Menschen zu erfreuen und sein Dasein zu erweitern. Eine Bestimmung, an die er mit seinen künstlerischen Arbeiten anschließt. (wh)




