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In der aktuelle Ausstellung PHANTOMAK präsentiert CastYourArt in Kooperation mit der TU Wien und der Galerie Heike Curtze die neue Skulpturenreihe des Künstlers Tomak. Darüber hinaus gibt es in der Ausstellung auch den neuen Werkkatalog des Künstlers zu sehen. Die Ausstellung hat vom 4.-14. Februar 2012 Mo-Sa von 11.00 - 17.00 Uhr geöffnet. Ort ist die TU Wien, Kuppelsaal (4. Stock), Karlsplatz 13, 1040 Wien. Wir haben für Sie vorab einen Filmbeitrag zum Projekt PHANTOMAK veröffentlicht.

CastYourArt Video- und Audiobeiträge


Wiener Secession - Der Zeit ihre Kunst. Der Kunst ihre Freiheit.

6. Dezember 2011, 14:24:10 unter Deutsch, Englisch, Kunsträume, Podcast, Secession, Video, Wien, Österreich

Das Gebäude der Wiener Secession gilt als bauliche Manifestation der Ideen der Künstlervereinigung rund um Gustav Klimt, Koloman Moser, Carl Moll und anderen, die sich dem konservativen Kunstdiktat des damaligen Künstlerhauses verwehrten. Ein Beitrag über diesen ebenso historischen wie zeitgenössischen Ort der Kunst.


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Die Vereinigung bildender KünstlerInnen Wiener Secession ist heute weltweit das älteste unabhängige, der zeitgenössischen Kunst gewidmete Ausstellungshaus. Das von Architekt Joseph Maria Olbrich entworfene Gebäude, gilt als bauliche Manifestation der Ideen jener Künstlervereinigung rund um Gustav Klimt, Koloman Moser, Carl Moll, Josef Hoffmann, Olbrich und anderen, deren Mitglieder sich im Übergang zum zwanzigsten Jahrhundert dem konservativen Kunstdiktat des damaligen Künstlerhauses verwehrten. Weiterlesen »



Viennafair - Dieses Jahr mit 47 Anmeldungen aus dem Raum Ost- und Südosteuropa

12. Mai 2011, 18:58:13 unter Audio, Channel, Englisch, Interviews, Messe, Podcast, ViennaFair, Wien, Österreich

Zum siebten Mal findet vom 12. Mai bis zum 15. Mai 2011 die Kunstmesse Viennafair mit dem Schwerpunkt zentral- und osteuropäischer Kunst statt. Wir haben für Sie einen Trailer mit Eindrücken von der Messe produziert und mit Georg Schöllhammer und Hedwig Saxenhuber, den künstlerischen Leitern der Viennafair gesprochen.


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Audiointerview mit Georg Schöllhammer und Hedwig Saxenhuber


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Mit 47 Anmeldungen aus dem Raum Ost- und Südosteuropa ist der CEE-Schwerpunkt der bisher größte in der Geschichte der „VIENNAFAIR“. Weiterlesen »



Viennafair - Heuer mit Filmschwerpunkt

26. April 2010, 16:36:40 unter Audio, Englisch, Interviews, Messe, Podcast, Video, ViennaFair, Wien, Österreich

Zum sechsten Mal findet vom 6. Mai bis zum 9 Mai die Kunstmesse Viennafair mit Schwerpunkt Zentral- und Osteuropäischer Kunst statt. Wir haben vorab mit Edek Bartz, dem Künstlerischen Leiter der Messe gesprochen.


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Schwerpunkt CEE Länder, Teil 1


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Schwerpunkt Kunst und Film, Teil 2


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Wie überall trennt die Finanzkrise auch auf dem Kunstmarkt die Spreu vom Weizen. Mittlerweile ist der Sturm vorbei. Der Kunstmarkt hat sich erholt. Aus London, New York und Paris werden wieder Verkaufsrekorde gemeldet.
In Wien geht die Viennafair in die sechste Runde. Optimismus ist im Moment en vogue. „Kooperation ist der Schlüssel zum Erfolg“ heißt es in der Pressemitteilung der wichtigsten Kunstmesse Österreichs. Not macht erfinderisch. Weiterlesen »



Natur - die Schöpfung ist nicht vollendet

6. Mai 2009, 09:20:16 unter Admont, Ausstellungen, Deutsch, Englisch, Podcast, Stift Admont, Video, Österreich

Die Grenze zwischen Natur und Kultur ist eine tektonische Bruchlinie des menschlichen Selbstverständnisses. Wenn beispielsweise der Humanismus das Tier im Menschen zu zähmen sucht, kann das als eine kulturgeschichtlich tektonische Schutzmaßnahme verstanden werden. Versucht sich der Mensch allzu schöpferisch an der Natur, geraten mitunter die Fundamente der einen oder anderen Seite aneinander. Die Erschütterung kann dann so groß sein, dass sie einen Berg Fragen aufwirft. Oft sind unheimliche Fragen dabei, solche, die uns zwingen den Begriff des Menschlichen neu auszuloten.

Die Ausstellung “Natur – Die Schöpfung ist nicht vollendet” im Stift Admont befasst sich mit den Grenzen und Entgrenzungen von Natur und Kultur. Jedoch bleiben die künstlerischen Blickrichtungen dabei nicht auf die Erdbebenlinie beschränkt. Statt im Prekären der Grenze zu erstarren wird eine Vielzahl unterschiedlicher Präsentationen von Natur ersichtlich. Der künstlerisch schöpferische Umgang ist verspielter.


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In den gezeigten Arbeiten ist Natur sowohl Thema, wenn beispielsweise Christoph Lingg brachliegende Industriefeldern als die Hinterhöfe unserer Wohlstandsgesellschaft zeigt oder Gabriele Schöne sich in ihren Gemälden mit dem Verschwinden von Natur auseinandersetzt. Natur wird in der Ausstellung jedoch auch als belebtes Trägermedium künstlerischen Ausdrucks bedacht. In den Fotografien Edgar Lissels entstanden Motive aufgrund der fototaktischen Eigenschaft von Cyanobakterien zum Licht zu streben. Wilhelm Scherübls Aquarelle funktionieren mit den Mechanismen von Eisblumen. Thomas Baumann lässt mit seiner Installation über den Zeitraum der Ausstellung einen künstlichen Eisberg entstehen.

CastYourArt hat den Kurator der Ausstellung Michael Braunsteiner getroffen und ihn zum Gesamtkonzept der Ausstellung befragt. Die Künstler Wilhelm Scherübl und Günther Pedrotti waren vor Ort und reflektieren im Interview ihren schöpferischen Zugang zur Natur. (wh)



Edek Bartz - Taking a Museum Director by the Hand.

22. April 2009, 11:28:24 unter Audio, Englisch, Messe, ViennaFair, Wien, Österreich

Mitte Jänner startet die Saison internationaler Kunstmessen mit der London Art Fair. Zum Jahresausklang stehen für Kunstanbieter, Käufer und Schaulustige zeitgleich die Art Basel Miami oder alternativ dazu die Messe zeitgenössischer Kunst in Istanbul zur Wahl. Das Geschäft mit der bildenden Kunst wird auf Messen gemacht. Internationale Kunstportale nennen deshalb (je nach Recherchefreude) dreißig bis hundert Kunstmessen, die den Weg des künstlerisch-finanziellen Austauschs alljährlich zwischen London und Miami säumen. Angesichts der Vielzahl dieses Angebots ist es für die Messebetreiber in den letzten Jahren immer wichtiger geworden, ein klares Profil zu entwickeln.

Seine Kunst liege darin, Chancen aufgrund spezieller geografischer, finanzieller, künstlerischer und institutioneller Gegebenheiten zu erkennen und entsprechend zusammenzuführen, sagt Edek Bartz. Seit drei Jahren gibt der künstlerische Direktor der Viennafair Profil im internationalen Kunstgeschehen. Die Messe steht programmatisch für zeitgenössische Kunst mit Fokus Zentral- und Osteuropa. Sie zeigt das Programm einer Vielzahl renommierter Galerien und sie hat sich für junge und weniger bekannte Galerien aus den östlichen Mitgliedsstaaten der europäischen Union zum Türöffner in den internationalen Kunstmarkt entwickelt.

Eindrücke von der Viennafair


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Audiointerview mit Edek Bartz, Künstlerischer Direktor der Viennafair


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Edek Bartz selbst hat biografische Wurzeln im Osten Europas. Geboren in einem russischen Internierungslager in Quaraghandy, der viert größten Stadt Kasachstans, verbrachte er seine Kindheit in Polen. 1958, im Zuge der Emigration nach Israel, stoppte seine Mutter die Reise in Wien, dem Ort, an dem ihre Familie gelebt hatte, und blieb. Bartz machte sich in und über die Stadt hinaus bald einen Namen als talentierter Organisator im Musik und Kunstbereich. Er machte selbst Musik, war Tour-Manager der österreichischen Pop Ikone Falco, hat Festivals geleitet und selbst gegründet, kuratiert Ausstellungen und unterrichtet an der Universität für Angewandte Kunst in Wien.

Die Kombination aus Kunstwissen und Verständnis für die organisatorische und kommerzielle Seite des künstlerischen Geschehens sei seine wichtigste Qualifikation für die Stelle als künstlerischer Direktor der Viennafair gewesen, sagt Bartz. Verkauf ist eine sehr wichtige Seite, darüber hinaus aber müsse die Viennafair unterhaltend sein. Es gehe bei einer Kunstmesse auch um die Analyse künstlerischer Richtungen, um Orientierung, wo sich neue Zentren entwickeln, um die Diskussion kuratorischer Strategien und vor allem um den Aufbau guter Kontakte. Wer die Gelegenheit für Gespräche mit Galeristen, Künstlern und Kuratoren nutzen möchte, den Ankauf eines Kunstwerks überlegt oder sich einfach nur unterhalten will, hat dazu vom 6.-10. Mai auf der Viennafair, auf den zahlreichen international kuratierten Ausstellungen der Wiener Galerien und Kunsträume sowie den Partys im Umfeld der Kunstmesse Gelegenheit. (wh)

CastYourArt ist auf der Viennafair im Bereich Fachpresse ebenfalls vertreten. Schauen Sie bei uns vorbei, wir freuen uns auf Ihren Besuch!



MUSA - Museum auf Abruf

27. März 2009, 11:23:50 unter Deutsch, Museen, Museum auf Abruf, Podcast, Video, Wien, Österreich

Manche Dinge hat man abrufbereit, weil sie einem wichtig sind. Man speichert sie. Sie stehen zur Verfügung. Das ist beispielsweise mit Geburtstagen von Freunden so oder auch mit wichtigen Telefonnummern, manchmal auch mit Kunstwerken. In Wien gibt es dafür das Museum auf Abruf. In diesem Museum der Stadt Wien werden Arbeiten von in Wien lebenden Künstlern in einer Sammlung aufbewahrt und der Bevölkerung zur Verfügung gestellt.

Begonnen wurde die Sammlung mit einem Aquarell-Ankauf im Jahr 1945. Inzwischen ist der Kunstspeicher auf fast 20.000 Werke angewachsen. Sie dokumentieren über ein halbes Jahrhundert Arbeit von in Wien ansässigen Künstlerinnen und Künstlern. Ankauf, sagt der heutige Leiter des MUSA Berthold Ecker, ist die konsequenteste Förderung für Künstler. Das war am Beginn der Sammlung ein Eckpfeiler der Kunstpolitik und ist es geblieben. Jährlich kauft die Stadt Wien circa 130 neue Kunstwerke für die Sammlung an. Heute befinden sich darunter Arbeiten von Franz West, Maria Lassnig oder auch Erwin Wurm.


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Lange Zeit war die Sammlung der Stadt zwar abrufbereit, aber kein Ort verfügbar, an dem hätte gezeigt werden können, was die Sammlung angefangen von Malerei, Skulptur und Zeichnungen, über Installationen bis hin zu Videos und Neue-Medien Arbeiten zu bieten hat. Gäbe es eine permanente Ausstellungsfläche, man könnte die Arbeiten ins Licht der Öffentlichkeit rücken. So aber wird mit jeder Schau ein “Museum auf Abruf” ins Licht gerückt, titelte 1991 der damalige Leiter der Sammlung Wolfgang Hilger, womit auch die Namensgebung geklärt wäre.

2007 wurde das Museum auf Abruf, kurz MUSA, dann tatsächlich verwirklicht. In einem Gebäude rechts vom Wiener Rathaus stehen in den ehemaligen Räumlichkeiten einer öffentlichen Küche sechshundert Quadratmeter modernster Ausstellungsraum inklusive Depot zur Verfügung.

Das MUSA beherbergt neben der Ausstellungshalle eine Startgalerie, reserviert für junge Künstlerinnen und Künstler, um diesen Einzelausstellungen zu ermöglichen. Darüber hinaus gibt es noch die Artothek, in der Bilder aus der Sammlung zu einem Leih- und Versicherungsbetrag unter drei Euro pro Monat ausgeborgt und mit nach Hause genommen werden können.

Das Ziel, Kunst aus der Wiener Bevölkerung an die Wiener Bevölkerung zu bringen und Zugangsschwellen zu senken ist ebenso Museumsprogramm wie die Förderung der Künstler. Das Museum bietet drei groß angelegte Ausstellungen pro Jahr und zehn Ausstellungen in der Startgalerie sowie ein ambitioniertes Vermittlungsprogramm, das auch Menschen mit besonderen Bedürfnissen als Kunstpublikum berücksichtigt. Der Zugang zu den Ausstellungen ist gratis. Es wäre sonderbar, so der Leiter des Museums Berthold Ecker, wenn die Wienerinnen und Wiener als Eigentümer der Sammlung und deren Gäste Eintritt zahlen müssten.

Über den Ankauf entscheidet ebenso wie über die Bespielung der Startgalerie eine unabhängige Jury. Bewerbungsunterlagen für einen Ankauf gibt es hier und wer sich für eine Ausstellung in der Startgalerie interessiert schreibt ein Mail begleitet von Biografie und Portfolio an die Startgalerie des MUSA. (wh)



Michael Braunsteiner - “Absolut locker und irgendwie cooler …”

11. März 2009, 10:20:04 unter Admont, Audio, Deutsch, Interviews, Museen, Podcast, Stift Admont, Österreich

In den österreichischen Alpen, zwischen Wien, Linz, Graz und Salzburg gelegen, wurde 2003 nach fünf Jahren Bauzeit ein modernes Privatmuseum errichtet. Innerhalb weniger Jahre erhielt es den Österreichischen Museumspreis, verliehen für die innovative Museumsgestaltung und als Auszeichnung für das außergewöhnliche Engagement eines Privatbesitzers in Sachen Bewahrung, Präsentation und Förderung von Kunst.

Den Eigentümern des Museums attestiert der Leiter der Sammlungen Michael Braunsteiner einen Stil zwischen “absolut locker und irgendwie cooler”. Das kommt unerwartet, denn es handelt sich bei den Besitzern nicht um kürzlich zu Geld gekommene, jugendliche Idealisten, sondern um die Mönche des Benediktinerstiftes Admont: Stiftsalter jenseits der 1000 Jahre, Durchschnittsalter der Mönche jenseits der Fünfzig.

Vom Entstehen eines Museums, Teil 1


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Der Aufbau einer Sammlung zeitgenössischer Kunst, Teil 2


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Seit dem Umbau beherbergt das Benediktinerstift nicht nur eine frisch renovierte, größte Klosterbibliothek der Welt, sondern einen sich über mehrere Etagen erstreckenden Museumskomplex, der ein kunsthistorisches und naturhistorisches Museum sowie die Präsentation der eigenen Sammlung zeitgenössischer Kunst und die zur Kunstpräsentation genutzten Stiftsaußenanlagen umfasst.

1998 wurde Michael Braunsteiner beauftragt, den Wandel des Museums Stift Admont und den Neuaufbau einer Sammlung zeitgenössischer Kunst kuratorisch zu leiten. CastYourArt hat mit ihm über die Entstehungsjahre des Museums gesprochen und sich dabei besonders für Ausrichtung und Aufbau der Sammlung zeitgenössischer Kunst interessiert. (wh)



Die Macht des Ornaments – Eine Ausstellung in der Orangerie des Unteren Belvedere

28. Januar 2009, 10:37:57 unter Ausstellungen, Belvedere, Deutsch, Museen, Podcast, Video, Wien, Österreich

Im Jahr 1908 veröffentlicht Adolf Loos unter dem Titel “Ornament und Verbrechen” eine Streitschrift in Sachen moderner Architektur. Das Ornament sei überflüssiger, Kosten verursachender Zierrat, Ausdruck kultureller Rückständigkeit, wie sie sich bei Naturvölkern finde, und des modernen Menschen unwürdig. “Die barbarischen Zeiten” schließt der Architekt “sind endgültig vorbei”.

Nur wenige Jahre später zeigt Siegfried Kracauer, dass auch die moderne auf Nützlichkeit und Rationalisierung abzielende Zeit an ihrer Oberfläche Ornamente hervorbringt. Es handle sich um Ornamente der modernen Massengesellschaft, Verbildlichungen des modernen Lebens und seiner Wirklichkeiten. Das Ornament wird von den Massen, die es hervor bringen, nicht mitgedacht. Es entsteht über ihnen. Sie bringen es nicht bewusst zu Stande, darin gleiche es “den Flugbildern der Landschaften und Städte, daß es … über ihnen erscheint.”


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Für Kracauer, den Beobachter der Oberflächenerscheinungen modernen Lebens, ist das Ornament im Gegensatz zu Loos etwas, das nicht beiseite geschoben werden darf. Als Reflex modernen Daseins sei es lesbarer Ausdruck gesellschaftlicher Strukturen und müsse als Chance begriffen werden, hinsichtlich der Lebensbedingungen Vernunft an zu nehmen und Konsequenzen zu ziehen. Schaue der moderne Mensch jedoch durch das Ornament nicht hindurch auf die Lebensbedingungen, deren Reflex es ist, und verweigere sich ihrem Erkenntnisgehalt, so werde er der Gewalt quasi naturhafter Mächte, die unser modernes Leben bestimmen – Mächte kapitalistischer Rationalisierung – von neuem Untertan.

Der von Kracauer vorgeschlagene Weg, durch das Ornament hindurch Bedingungen des Lebens lesbar und kritisierbar zu machen, wurde nach der Looschen Verteufelung auch in der Kunst lange Zeit nicht gegangen. Mit der Ausstellung “Die Macht des Ornaments” in der Orangerie des Belvedere in Wien zeigt die Kuratorin Sabine B. Vogel jedoch auf, dass in der zeitgenössischen Kunst der letzten Jahre eine Bewegung eingesetzt hat, die die von Kracauer im Ornament verortete Chance aufnimmt und das kritische Potential seines Weges ersichtlich macht.

In den Arbeiten von Künstlern wie Adriana Czernin, Brigitte Kowanz, Sarah Morris, Raqib Shaw, Aisha Khalid, Mona Hatoum oder Parastou Forouhar spricht das Ornament auf verschiedenen Ebenen. Ebenen der Körperlichkeit, des Eros, der Gewalt, der kulturellen Unterschiede, der Rhythmen modernen und traditionellen Lebens und zeigt seine verführerische Kraft, hinter einer Mauer abstrakter Schönheit tiefer liegende Schichten zu berühren.

Gemeinsam ist den Künstlern, dass sie das Schönheitsmoment der Zier gezielt anwenden. Ornament entpuppt sich in der Ausstellung nicht als hohles Dekor, sondern als Sinnbild des kollektiven Seins, das es zu lesen, und dessen Macht es für Kritik und Auflehnung zu verwenden gilt. Es zieht den Blick des Betrachters auf sich. Es ist Verlockung. Es fordert auf hinzusehen, um im Detail kollektive Muster der Normung, der Brutalität und der Unterdrückung von Andersheit zu entlarven. Die “aus der Gemeinschaft ausgeschiedenen Menschen, die sich als Einzelpersönlichkeiten mit einer eigenen Seele wissen, versagen bei der Bildung der neuen Muster.” heißt es bei Kracauer – hinsehen statt wegsehen fordert die “Die Macht des Ornaments” in der Orangerie des Belvedere. (wh)



Eugen Lendl – Galeristen sind sehr verschiedene Menschen

29. Oktober 2008, 11:33:52 unter Audio, Deutsch, Galerie Eugen Lendl, Graz, Podcast, Portraits, Österreich

Galeristen sind sehr verschiedene Menschen, antwortet Eugen Lendl auf die Frage nach dem besonderen Vermögen, das für den Beruf des Galeristen prädestiniert. Allerdings, “Die meisten von ihnen stammen aus reichem Elternhaus.”

Über die Entwicklung der Galerie Lendl. Teil 1


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Über das Verhältnis von Künstlern und Galeristen im Zeichen der Zeit. Teil 2


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Als Galerist hat Eugen Lendl Höhen im Umgang mit der Kunst erlebt, Künstler von besonderer Begabung, beeindruckender Konsequenz und Ausdruckskraft, die sein Leben bereichern. Er kennt auch einige Tiefen des kommerziellen Umgangs mit Kunst und den Wert, den eine nachhaltige Beziehung zum Kunden bedeutet.

Im Geschäft ist er seit vierzig Jahren und er vertritt zeitgenössische internationale und lokale Künstler in seinem Galerieprogramm: Thomas Baumann, Herbert Brandl, Helen Chadwick, Manfred Erjautz, Werner Reiterer, Hubert Schmalix, Markus Wilfling, Erwin Wurm sind einige davon. Manche der Künstler begleiten ihn seit seinen Anfängen. In den letzten Jahren liegt der Schwerpunkt seiner Kunst in der Skulptur, auch Malerei. Interessensgebiete verändern sich. Er sei, sagt der Galerist, von seinen Künstlern mitentwickelt worden.

Unser Gespräch mit Eugen Lendl gab uns die Chance, einen jener Blicke auf die Galeristenkarriere zu werfen, in denen die Zeit mit ihren Veränderungen, das älter werden, das Wahrnehmen neuer Generationen, aber auch die Kraft, Geschehnisse distanzierter sehen zu können und sich trotzdem die Leidenschaft zu bewahren, zum Ausdruck kommt. Das Interview ist ein Rückblick mit Jetzt Faktor geworden: “Es gibt immer ein paar gute Wahnsinnige”, die das Kunstgeschehen in einer Stadt weiter tragen und ihm Lebenskraft verleihen. “Ich selbst”, sagt Eugen Lendl, “bin einer davon.” (wh)

Für (angehende) Sammler! Am 11. November 2008 18.00 Uhr eröffnet der Galerist Eugen Lendl die Ausstellung  “Repertorium - Highlights für (angehende) Sammler”. Neben einem Streifzug durch das Galeriendepot, mit Kunstwerken aus 22 Jahren, werden auch zahlreiche Neuentdeckungen vorgestellt. Die Ausstellung läuft bis 10. Jänner 2009.



Steirischer Herbst - Ein Festival auf der Suche nach Strategien zur Unglücksvermeidung

20. August 2008, 16:37:13 unter Audio, Englisch, Festivals, Graz, Interviews, Podcast, Steirischer Herbst, Österreich

Unglück ist vielfältig, die Möglichkeiten Unglück zu vermeiden sind es auch. Sparen oder fernsehen, lieben oder doch lieber aufessen, vielleicht beischlafen. Maßhalten, auch erkennen kann helfen, manchmal täuschen, im Notfall flicken, dass das Zeug hält, ganz groß rauskommen oder dann doch die Welt retten? In seiner 41. Auflage macht sich der Steirische Herbst, das Festival neuer Kunst in Graz, auf die Suche nach Strategien zur Unglücksvermeidung.

Zwar lachen auf Gesicht und Slogan komprimierte Strategien der Unglücksvermeidung noch immer von Wahlplakaten und werden komplexe Probleme aufs Greifbarste verkürzt. Auch bringt jeder Griff ins Konsumrepertoire einen Zauber der Unglücksvermeidung hervor – weißere Zähne, kalorienärmere Würste, kürzere Bremswege. Aber es liegt eben auch, formulieren wir es vorsichtig, ein skeptischer Glaube an die Möglichkeiten des Handelns in der Luft.

Was hat es mit diesem Glauben auf sich? Lässt er sich berechtigt nähren und womit? Die Produktionen des Steirischen Herbsts stellen Beispiele der Unglücksvermeidung im Kleinen wie im Großen ins Licht. Sie bringen deren Fragen und Nuancen hervor, erforschen sie, oft unter Beteiligung des Publikums und wissenschaftlicher Forschung, immer unter Beteiligung lokaler und internationaler Künstler und Kunstinstitutionen.

In unserem dreiteiligen Beitrag werfen wir einen dramaturgischen Blick voraus auf das Festival. Geht es um Strategien der Unglücksvermeidung, sind sich die Dramaturgie eines Festivals und die Dramaturgie des Lebens durchaus ähnlich, versichert uns Florian Malzacher, der leitende Dramaturg des Steirischen Herbst.

Das Festival aus dramaturgischer Perspektive


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Das Leitmotiv des Steirischen Herbst 2008


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Die Kunst der Unglücksvermeidung im Steirischen Herbst 2008


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Über hundert Veranstaltungen umfasst das dreiwöchige Programm des Steirischen Herbst, das am zweiten Oktober startet. Die Suche verteilt sich auf rund dreißig Orte und die Strategien der Unglücksvermeidung, wir hoffen, sie werden spürbar sein, in der ganzen Stadt und darüber hinaus. (wh)

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