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KEITH HARING. The Alphabet

Kategorie: Ausstellung 3. März 2018

Männchen, eckige Hunde, strahlende Babys, Pyramiden, Fische, Atompilze, Smileys und Mickey Mouse: Die Piktogramme, Hieroglyphen und Bild-Logos aus Harings Figurenrepertoire sind mittlerweile Ikonen der Popkultur. Es gibt wohl kaum einen Stadtbewohner, der diese höchstpersönliche Zeichensprache nicht kennt.

Der relativ begrenzte Grundstock von Bildzeichen wurde von Haring immer neu angeordnet, um seine zeitkritischen Botschaften zu vermitteln. Diese Wortbilder waren somit der Versuch, eine Sprache zu erschaffen, die über soziale Grenzen hinweg verständlich ist.

Dies ist die These der von Dieter Buchhart kuratierten Ausstellung, die daher auch den Titel „Keith Haring. Das Alphabet“ trägt. Für Buchhart erlangen die Zeichen ihre Bedeutung erst im jeweiligen Kontext. Die wiederkehrenden Bildmotive werden in der Albertina-Ausstellung in Saaltexten erläutert, nicht zuletzt auch in ihrem historischen Zusammenhang.

Tausende Bilder entstanden zwischen 1980 und 1985 in der New Yorker U-Bahn, die „Subway Drawings“, Haring stieg damals in New Yorker U-Bahn-Stationen hinab, um dort auf ungenutzten Werbeflächen seine Kreidezeichnungen zu hinterlassen, meist in einem einzigen Strich, ohne abzusetzen. Der temporäre Untergrund, der mit temporärem Material wie Kreide bearbeitet wird, unterscheidet Harings Kunst von Graffiti. Vor allem aber sind seine Zeichen für das breite Publikum in einer Umgebung wie der U-Bahn klar und schnell entzifferbar. Über die Jahre, in denen er manchmal bis zu 40 Zeichnungen am Tag produzierte, lernten die Fahrgäste sein persönliches symbolisches Universum kennen, dessen Entwicklung auch der Kurzlebigkeit seiner Elemente zu verdanken ist, da sie fast täglich überdeckt wurden.

Keith Haring wollte mit seiner universellen Bildsprache Brücken bauen: Zwischen Klassengrenzen und somit auch zwischen Hoch- und Populärkultur, seine Kunst sollte nicht nur einer Elite zugänglich sein. Auf Videos in der Ausstellung ist zu sehen, wie er in der U-Bahn zeichnet. "Man muss nichts von Kunst verstehen, um meine Werke zu begreifen", meinte er.

Seine scheinbar simplen Figuren schafften allerdings recht schnell den Sprung von der New Yorker U-Bahn in die Museen und Kunstmessen der ganzen Welt. Mit der documenta 1982 wurde Keith Haring zum internationalen Kunststar, verdiente viel Geld, war mit Andy Warhol befreundet. Bereits sieben Jahre nach seinem Tod gab es eine große Retrospektive im New Yorker Whitney Museum.
Haring widmete einen großen Teil der enormen Summen, die er bald verdiente, dem Kampf gegen Aids und Apartheid, er setzte sich für Jugendliche ein und kämpfte gegen Drogenmissbrauch.

Auf der Rolltreppe zur Ausstellung wird dem Besucher bereits ein Gefühl für die Zeit Harings vermittelt. Entlang der Rolltreppe sind Fotografien historischer Ereignisse angebracht, die den Künstler inspirierten, wie die Mondlandung oder die Ermordung Martin Luther Kings.

Harings Werk ist eng mit prägenden Erlebnissen seiner Zeit verknüpft, mit der Berliner Mauer, der Ermordung John Lennons, mit Ronald Reagan, mit Atomunfällen, der Apartheid und nicht zuletzt mit der Ausgrenzung von Homosexuellen und AIDS-Kranken.
Für Albertina-Direktor Klaus Albrecht Schröder war Haring zwar „einer der größten Zeichner des 20. Jahrhunderts,“ aber "alles andere als ein fröhlicher Künstler". Persönliche Ängste und politische Anliegen sind in den Arbeiten immer präsent.
Nach seinem frühen Tod setzt die Keith Haring Foundation, die sich in seinem ehemaligen Atelier befindet, weiterhin gemeinnützige Projekte fort.
Die Schau, deren 90 Werke überwiegend von privaten Leihgebern stammen, ist noch bis 24. Juni 2018 zu sehen. (Text: Cem Angeli)

https://www.albertina.at/


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