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IRON MEN. Mode in Stahl

Kategorie: Ausstellung 23. April 2022

Zunächst wird anhand der Exponate und der schriftlichen Erklärungen deutlich, wie sehr gängige Vorstellungen von Rüstungen und Rittern eigentlich auf Fiktionen späterer Epochen gegründet sind, wie etwa Literatur und Bilder des 19. Jahrhunderts oder Ritterfilme und Comics des 20. Jahrhunderts.

Die Rollen des Harnischs, des Körperpanzers, als Kriegsgerät und Schutzbekleidung rückt hier in den Hintergrund, die ausgestellten Rüstungen dienten keineswegs dem Kampf, wie auch die gezeigten Kinder- und Frauenharnische und Funeralhelme vermuten lassen. Die Harnische werden vielmehr als luxuriöse Körperbekleidung verstanden, die zu repräsentativen Anlässen getragen wurde.

Auch wird in der KHM-Schau klar, daß die schweren Körperpanzer, die wir mit Rittern assoziieren, kein Phänomen des Mittelalters, sondern der Renaissance sind.

Unter den 177 Objekten, die im ersten Stock des Kunsthistorischen Museum zu sehen sind und aus der Zeit vom späten 15. bis zum frühen 17. Jahrhundert stammen, finden sich auch wertvolle Leihgaben aus aller Welt, die teils zum ersten Mal ihre jeweiligen Sammlungen verlassen haben.

Die Hofjagd- und Rüstkammer des Kunsthistorischen Museums, 1889 als Museum eröffnet, speist sich aus Beständen des Belvedere des Prinz Eugen, der Schlösser Laxenburg und Ambras und des Arsenals. In „Mode aus Stahl“ wird sie mit Leihgaben aus dem Metropolitan Museum in New York, der Staatlichen Kunstsammlung Dresden, der Londoner Wallace Collection und auch der Privatsammlung des Unternehmers Ronald S. Lauder erweitert. Ein Prunkharnisch aus dem Jahr 1546 mit bemuskeltem Panzer und Schulterstücken aus Masken stammt aus dem Patrimonio Nacional in Madrid.

Die anspruchsvolle Arbeit der Rüstungsschmiede, der Plattner, wird in Schautafeln anhand einzelner Arbeitsschritte der Metallbearbeitung gezeigt und beeindruckt durch ihre Vielfätigkeit.

Ein besonders charakteristisches Ausstellungsstück ist etwa der Kostümharnisch des Wilhelm Freiherr von Roggendorf, erschaffen von Kolman Helmschmid in Augsburg. Angebracht auf einer 1,90 m großen Puppe, zeigt der Kostümharnisch die Puffärmel und Schlitzungen nach der Art der Landsknechte, der deutschen Söldner, die damals modische Trendsetter waren.

Kolman Helmschmid oder Konrad Seusenhofer aus Innsbruck gehörten damals zu den bestbezahlten Mesitern ihres Fachs, ihre Harnische erzielten Spitzenpreise, die nur für den Hochadel leistbar waren.

Wie ihre textilen Pendants waren auch Rüstungen den modischen Strömungen unterworfen, wie auch am Beispiel der Fußbekleidung deutlich wird: Während Ende des 15. Jahrhunderts noch lange, spitze Schnabelschuhe en vogue waren, sieht man einige Jahrzehnte später nur mehr die breiten sogennanten Kuhmaulschuhe.

Ein Teil der Ausstellung widmet sich der „all’antica“ - Mode, der Stilisierung von Harnischen nach antikem Vorbild, die im 16. Jahrhundert in Adelshäusern aktuell war. Auch der Einfluss osmanischer Stilelemente auf das Rüstungsdesign wird in der Schau nachvollziehbar.
In der Ausstellung werden auch praktische Fragen behandelt, etwa wie so ein Harnisch hergestellt oder getragen wird und wie beweglich man in einer über 30 kg schweren Rüstung inklusive schwerer Unterkleidung eigentlich ist – ein sehenswerter Film bringt des Historikers Daniel Jaquet bringt hier überraschende Erkenntnisse. (Text: Cem Angeli)

https://khm.at


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