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MODIGLIANI. Revolution des Primitivismus

Kategorie: Ausstellung 9. Oktober 2021

Amadeo Modigliani, der mysteriöse Einzelgänger unter den Avantgardisten des frühen 20. Jahrhunderts, verstarb 1920 mit nur mit 35 Jahren an Tuberkulose. Zwei Tage später nahm sich seine hochschwangere Verlobte, die Malerin Jeanne Hébuterne, mit einem Sprung aus dem fünften Stock das Leben.


Die Albertina hatte die derzeit laufende Ausstellung "Modigliani. Revolution des Primitivismus" zu seinem 100. Todestag im letzten Jahr vorbereitet, bedingt durch die Pandemie ist die umfangreiche Schau nun ein Jahr später eröffnet worden.
In der vom Pariser Kunsthistoriker und Modigliani-Spezalisten Marc Restellini kuratierten Schau wird das Werk des faszinierenden Künstlers in einen grösseren Kontext eingefügt. Unter den über 120 Gemälden, Skulpturen und Zeichnungen werden auch Arbeiten gezeigt, die zuvor nie in Österreich ausgestellt waren.


Die Werke des in Livorno geborenen Malers, Zeichners und Bildhauers Modigliani erzielen heute am Kunstmarkt zwar enorme Summen, er wird aber immer noch als Außenseiter angesehen, was sich wohl auch seiner Biographie verdankt, die von Armut, Krankheit, Skandalen und seinem frühen Tod gekennzeichnet war.


Anstatt nun in der Albertina eine Retrospektive zusammenstellen, lag es dem Kurator vor allem daran, die Eigenständigkeit des Werks Modiglianis und seinen Rang als einen der wichtigsten Künstler der Avantgarde des 20. Jahrunderts aufzuzeigen. Durch die Gegenüberstellung mit seinem Zeitgenossen und Freund Pablo Picasso, ebenso wie mit Constantin Brancusi oder André Derain will die Schau die Eigenständigkeit und den Stellenwert Modiglianis aufzeigen.


Entgegen früheren Auffassungen, bei denen man von Lehrer- Schüler Verhältnissen zwischen Modigliani und Picasso bzw. Brancusi ausging, zeigt sich hier, dass Modigliani seinen Kollegen im Kreis der Pariser Avantgarde durchaus auf Augenhöhe begegnet ist.
Bevor Modigliani und Brancusi sich kennenlernten, war Modigliani bereits als Bildhauer tätig. Wegen seines chronischen Lungenleidens musste er der Bildhauerei jedoch abschwören.
Die Ausstellung in der Albertina trägt den Untertitel "Revolution des Primitivismus", wobei der koloniale Begriff des "Primitiven" hier als Stilbezeichnung aufgefasst wird. Werke archaischer und aussereuropäischer Kunst, wie sie die Avantgardekünstler in den Pariser Museen sahen - etwa 4000 Jahre alte Skulpturen der Kykladen oder die Khmer-Kunst Kambodschas aus dem 12. Jahrhundert - finden sich auch in der Albertina-Ausstellung. Die Pariser Avantgardisten sahen ihre archaischen und indigenen Kollegen durchaus als ebenbürtige Künstler, deren reduzierte Formen inspirierten sie zu ihren radikalen künstlerischen Neuansätzen. In der Albertina werden außereuropäische Werke in Vitrinen jenen der Avantgardisten gegenübergestellt.


Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf den Aktgemälden Modiglianis, die 1917 ein Skandal waren, als das Schamhaar einer liegenden Frau dargestellt war. Jene Ausstellung, seine einzige zu Lebzeiten, wurde geschlossen, ohne dass ein Werk verkauft wurde. Auch eine Serie mit Karyatiden-Gemälden zeigt die vielfältigen Einflüsse, von der Antike bis zu seinen zeitgenössischen europäischen und indigenen Kollegen, die der Künstler in seiner individuellen Kreativität verarbeitet und verbunden hat. (Text: Cem Angeli)

Die Ausstellung läuft noch bis 9. Jänner 2022 in der Albertina

https://www.albertina.at/


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