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DIE GRÜNDUNG DER ALBERTINA. Zwischen Dürer und Napoleon

Kategorie: Ausstellung 14. April 2014

Die aktuelle Ausstellung "Die Gründung der Albertina – Zwischen Dürer und Napoleon" in der Albertina in Wien zeigt Meisterwerke aus der Sammlung im Kontext der spannenden Lebensgeschichte ihrer Gründer Herzog Albert von Sachsen Teschen und seiner Frau Erzherzogin Marie Christine, Tochter der Kaiserin Maria Theresia.

Vor 238 Jahren, am 4. Juli 1776 wurde die heutige Sammlung der Albertina von Herzog Albert von Sachsen-Teschen gegründet. 1776 unternahm das Paar eine halbjährige Grand Tour, eine Bildungsreise nach Italien. An jenem 4. Juli überreichte ihm der beauftragte Genueser Kunstkenner und österreichische Botschafter Giacomo Conte Durazzo in Venedig, was er in ihrem Auftrag zwei Jahre lang vorbereitet hatte: 1000 ausgewählte Kupferstiche, die die Geschichte der Malerei nachzeichnen sollten. Durazzo ist in der Ausstellung als Jäger mit seiner Frau auf einem Doppelporträt von Martin van Meytens zu sehen. Die Sammlung sollte am Ende 14.000 Zeichnungen und 200.000 Druckgrafiken umfassen.

Die großangelegte Schau vereint die Prunkstücke der Sammlung - von Michelangelo, Leonardo, Rembrandt und Rubens bis Caspar David Friedrich. Das berühmte Aquarell „Feldhase“ von Albrecht Dürer wird erstmals seit 2003 wieder der Öffentlichkeit gezeigt. Das aus dem Jahr 1502 stammende, äußerst lichtempfindliche Werk wird hinter einem speziellen, UV-Strahlen filternden Glas ausgestellt. In der Dauerausstellung hängt es als Faksimile und ist ansonsten in einem sicheren Depot gelagert.

Aus der Sammlung werden auch die „Halbfigur eines Apostels“ von Leonardo da Vinci oder die Kinderporträts von Rubens präsentiert, auch Dürers berühmte „betende Hände“, Pieter Bruegels „Die großen Fische fressen die kleinen“, auch Rembrandts Elefant, ein Löwe von Fragonard, die Hexenblätter von Hans Baldung Grien, Raffaels Madonna mit Granatapfel, daneben gibt es einen „Freimaurer mit Mops“ aus Porzellan, ein prachtvolles Ornat des Leopold-Ordens, Gobelins aus Paris, einen mit Smaragden besetzten „Hofdegen“ und das silberne hundertteilige Prunkservice des Herzogs zu sehen, ebenso wie ein Hut Napoleons, den er 1814 bei der Schlacht von Eylau trug.

Albert sah sich als aufgeklärter Fürst, war Freimaurer und hatte die mit 25.000 Bänden größte fürstliche Bibliothek Europas. Nach dem Fall der Monarchie 1918 wurde diese in alle Winde verstreut und kann kaum rekonstruiert, sondern nur im Inventar nachgelesen werden. Mit einer der Zeit nachempfundenen Wandbespannung und teils originalem Mobiliar kann man ein wenig den Lebensstil in dem Gebäude nachvollziehen, bevor nach dem Ersten Weltkrieg praktisch alles mit Ausnahme der Kunstwerke leer geräumt wurde. Die grafische Sammlung war durch einen fidei commissum im letzten Willen des Herzogs unveräußerlich und unteilbar und ging so letztlich in den Besitz des Staates über. Dieser letzte Wille des Herzogs, der seine Frau um 24 Jahre überlebte, steht am Ende der Ausstellung. (Text: Cem Angeli)

https://www.albertina.at


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