EGON SCHIELE. Selbstbildnis mit Pfauenweste
In seiner kurzen, aber intensiven Schaffensphase hat Egon Schiele immer wieder den Menschen in den Mittelpunkt seiner Arbeit gestellt. Dabei hat er Rollen, Inszenierungen des Seins, nicht nur hinterfragt, sondern auch zugeschrieben. Im Selbstbildnis mit Pfauenweste stellt er sich selbst - den Künstler - als Heilsbringer dar, als jemanden der der Welt Wahrheit bringt und dessen Erhabenheit sich in Blick, Haltung und Kleidung widerspiegelt. Dabei, so der Direktor der Albertina Klaus Albrecht Schröder, handelt es sich um eine Inszenierung, keinesfalls um eine Selbstdarstellung im Sinne eines Portraits.
Nicht nur war Schiele zu jener Zeit als er das Bild gemalt hat bitter arm, und man kann annehmen, dass er sich die teure Kleidung - eine Pfauenweste - nicht hätte leisten können. Auch seine Handhaltung - eine Geste, die in byzantinischen Ikonendarstellungen des Christus Pantokrator, des "Allherschenden" zu finden ist - verweist darauf, dass Schiele hier dem Künstler oder noch allgemeiner der Kunst eine Rolle zuweist.
In unserem Filmbeitrag führt uns der Direktor der Albertina, Klaus Albrecht Schröder, anlässlich der Ausstellung "Egon Schiele" ein in die Geheimnisse dieses Bildes. (Text: Wolfgang Haas)
https://www.albertina.at/Das könnte Sie auch interessieren
ALBERTINAmodern. Mission statement
8. November 2019
CLEMENS HOLLERER. The Beauty of the Beast
24. Juli 2014
MARKUS WILFLING. A Sculpture Is Something That Is Here
30. Juli 2008
EDGAR DEGAS. Sich waschende Frauen
14. Juli 2015
HERMANN NITSCH. Räume aus Farbe
5. Juni 2019
HILD UND K ARCHITEKTEN. Wiens Städtebau und zeitgenössische Architektur
9. Mai 2015
ELISABETH VON SAMSONOW. Transplants
14. Juni 2016
