EMMA HUMMERHIELM CARLÉN. By The Wall
Unser Film widmet sich der künstlerischen Praxis der STRABAG ART Award International 2025 Anerkennungspreisträgerin Emma Hummerhielm Carlén, deren Arbeiten sich im Spannungsfeld von Raum, Material und Bild entfalten. Ausgehend von ihrer Ausbildung in der Architektur begreift sie den Raum nicht als bloßen Hintergrund, sondern als aktiven Mitspieler – als eine Art produktive Kraft, die den Entstehungsprozess ihrer Werke wesentlich mitprägt. Raum wird bei ihr zu etwas, das handelt, reagiert und Bedeutungen mit hervorbringt.
Der Film eröffnet Einblicke in den Arbeitsprozess der Künstlerin, der gleichermaßen körperlich wie experimentell ist. Analoge Fotografien werden durch technische Eingriffe verfremdet, durch Licht gebrochen und anschließend in Wachs gegossen. Dieses Verfahren – ein Zusammenspiel aus fotografischem Bild, materieller Transformation und skulpturaler Rahmung – erzeugt Werke, die sich jeder eindeutigen Festlegung entziehen. Das Wachs, ein Material zwischen Festigkeit und Auflösung, verleiht den Bildern eine fragile Präsenz: Es scheint, als könnten sie sich jederzeit wieder verändern, als bliebe ihr Zustand grundsätzlich vorläufig.
Im Zentrum ihrer Bildwelt stehen Motive von beinahe beiläufiger Vertrautheit: Blumen, Vorhänge, Türen, flüchtige Lichtmomente. Es sind Bilder, die sich einer klaren Lesbarkeit entziehen und gerade dadurch eine besondere Offenheit entfalten. Sie bewegen sich zwischen Bedeutung und Bedeutungsverlust, zwischen Erkennbarkeit und Abstraktion – und laden die Betrachtenden dazu ein, ihre eigene Wahrnehmung zu hinterfragen.
Der Film zeigt eine Künstlerin, die mit feinen Verschiebungen arbeitet: zwischen Bild und Objekt, zwischen Dauer und Vergänglichkeit, zwischen Sichtbarkeit und Auflösung. In dieser Schwebe entfaltet sich eine Praxis, die weniger auf eindeutige Aussagen zielt als auf Erfahrungsräume – auf Momente, in denen sich Bedeutung erst im Zusammenspiel von Material, Raum und Blick konstituiert.
Die Ausstellung „By the Wall“ der Künstlerin ist vom 16. März bis 10. April 2026 in der STRABAG ART Site im Gironcoli-Kristall, Donau-City-Straße 9, 1220 Wien zu sehen.
https://strabag.art/Das könnte Sie auch interessieren
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