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JAKOB GASTEIGER. Post-radikale Malerei in der Albertina

Kategorie: Ausstellung 4. Mai 2021

Gleichwohl Gasteiger Altersgenosse der Generation der expressiv-sinnlichen „Neuen Wilden“ um Schmalix, Anzinger, Bohatsch, Scheibl oder Brandl ist, orientierte er sich in seiner Kunstauffassung formal eher an der postmodern-abstrakten „Radikalen Malerei“, die auf keinen Inhalt, sondern auf ihre eigenen Grundlagen verweist: Farbe, Material, Oberfläche, Bildträger.

Mit Kammspachteln oder Kartonrakeln zieht Gasteiger Furchen und Linien in die oft monochrom aufgetragenen Farbschichten. Unter Verwendung industriell hergestellter Materialien erschafft Gasteiger abstrakte Kompositionen zwischen Malerei und Skulptur, die auf die Ordnung des Kosmos und der Natur verweisen.

Gasteiger versteht das Prinzip der Wiederholung seiner kontemplativen plastisch-malerischen Handlungen aus verschiedenen Blickwinkeln: Wiederholung als Validierung des Denkens und Fühlens, Wiederholung als Lern- und Erkenntnismethode und Wiederholung als Illusion der Ordnung und Kontrolle.

Wiederholung als Mimesis des Zyklischen in der kosmischen Ordnung. Die Materie steht zur Verfügung, um sie durch die einwirkende Energie zu verändern, die nichtfigurativen Formen stellen nichts dar, sind aber keine Abstraktionen von etwas bereits Bestehendem, sie hängen einzig mit der Malerei selbst zusammen.

Der radikale Abstraktionsgrad bewirkt, dass alles auf der Oberfläche des Bildträgers zu schweben scheint, der Lichteinfall wird immer wieder anders reflektiert und wandelt sich ständig, die Linienstruktur und ihre Übergänge, die Spuren der meditativen Handlung rücken ins Zentrum der Aufmerksamkeit.

Das Resultat ist eine Ästhetik der mehrdeutigen Oberflächen: Sie strukturieren sich durch entweder komplementäre oder widersprüchliche gegensätzliche Konzepte: Absenz und Präsenz, Verschwinden und Erscheinen, das Immaterielle und das Materielle, das Unsichtbare und die Sichtbarkeit, die Aktion und die Kontemplation.

Es existiert eine Ordnung, die Ordnung einer zyklischen Abfolge von Variationen mit minimalen Differenzen, die dazu zwingen, ein ums andere Mal auf die Struktur zu blicken.

Radikal gesagt, wir sehen das Phänomen des Sehens selbst. (Text: Cem Angeli)

https://www.albertina.at/


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