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KALTER KRIEG UND ARCHITEKTUR. Beiträge zur Demokratisierung Österreichs nach 1945

Kategorie: Architektur, Ausstellung 12. November 2019

Im Architekturzentrum Wien beleuchtet die Ausstellung "Kalter Krieg und Architektur. Beiträge zur Demokratisierung Österreichs nach 1945" bisher wenig erforschte Aspekte der österreichischen und globalen Architekturgeschichte: Thema ist die 10-jährige Besatzungszeit und ihr Einfluss auf die Kultur- und Gesellschaftsgeschichte des Landes.

Im Hinblick auf die gesellschaftliche Dimension von Architektur untersucht die Schau Architektur und Stadtplanung im besetzten Österreich und welche nachhaltigen Spuren die Besatzungszeit 1945-1955 in Wien hinterlassen hat.

Wie in der gesamten Kulturpolitik wurde der Wettstreit der Systeme auch auf dem Feld der Architektur ausgetragen, Österreich und Wien wurden zu Schauplätzen des kulturideologischen Kalten Krieges. Großbritannien, die USA, Frankreich und die Sowjetunion trafen im befreiten und danach besetzten Wien aufeinander und somit auch ihre unterschiedlichen wirtschaftlichen Interessen und Ideologien. Die vier Siegermächte etablierten jeweils umfangreiche Kulturprogramme mit Architekturausstellungen und Vorträgen.

Wie Österreich war auch Wien in vier Zonen aufgeteilt, die Ausstellung ist wie einst die Stadt in vier farblich gekennzeichnete Zonen gegliedert: rot für Russland, gelb für die USA, grün für Großbritannien und blau für Frankreich.

Im Zentrum steht weniger die gebaute Substanz als die städteplanerischen Konzepte, architektonischen Ausstellungen und Debatten sowie die jeweilige kulturelle Selbstdarstellung der Alliierten.

Kuratorin Monika Platzer bezog auch bisher nicht erschlossenen Primär- und Sekundärquellen ein, davon viele aus der Sammlung des Architekturzentrums selbst. Fotografien, Filme, Pläne und Zeichnungen dokumentieren und reflektieren die Entwicklungen, viele der Exponate werden in der Ausstellung zum ersten Mal präsentiert.

Ergänzt wird die umfassende Ausstellung durch eine Zeitleiste mit den globalen Ereignissen des Kalten Krieges und durch einen Blick auf die späteren österreichischen Architekturexporte nach Asien und den nahen Osten.

Zur Schau ist auch ein 340-seitiger Katalog bei Park Books erschienen, in deutscher und englischer Sprache („Cold War and Architecture. The Competing Forces that Reshaped Austria after 1945.“) (Text: Cem Angeli)

https://www.azw.at/


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