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AXEL HÜTTE. Kunsthalle Krems Direktor Florian Steininger über den Fotografen

Kategorie: Ausstellung 24. Mai 2018

Was liegt dort hinter dem Horizont? Wie geht es neben dem Bildausschnitt weiter? Was kommt da noch? Axel Hüttes Bilder wecken im Betrachter den unbestimmten Wunsch, mehr erkennen zu können.

Axel Hütte (*1951, Essen) zählt zu den führenden Protagonisten der aktuellen Landschaftsfotografie und hat laut dem Kurator der Ausstellung, Florian Steininger, einen essentiellen Beitrag zum Selbstbewusstsein des Mediums Fotografie in der bildenden Kunst ab den späten 1970er-Jahren geleistet.

Axel Hütte war Student von Bernd und Hilla Becher, den Begründern der Düsseldorfer Fotoschule an der Kunstakademie Düsseldorf. Diese prägte international die Fotografie, darunter neben Axel Hütte auch Studienkollegen wie Andreas Gursky, Candida Höfer, Thomas Ruff und Thomas Struth.

Seit 1979 stellt Hütte in Galerien und Museen weltweit aus. Die Kunsthalle Krems zeigt nun die erste umfassende Ausstellung von Axel Hüttes fotografischem Werk in Österreich. In der Schau wird ein Dialog zwischen älteren Zyklen und neueren Werkblöcken präsentiert. Eigens für die Kunsthalle Krems entstand ein Werkzyklus von imperialen Bauten und Räumen, aufgenommen in Österreich: Stift Melk, Stift Admont, Stift Altenburg, Stift St. Florian, das Belvedere, Prinz Eugens Winterpalais oder das Hotel Sacher. Auch zwei neuere Videoarbeiten des Künstlers sind in der Ausstellung zu sehen, sowie Portraits, etwa von Künstlerkollegen wie Jeff Koons, Albert Oehlen oder Katharina Fritsch.

Seit seinen ersten Landschaftsserien umkreist Hütte die Grundzüge einer eigenständigen Ästhetik. Die Landschaft ist dabei ein relativ ungewöhnliches Genre in der heutigen Zeit, die offenkundig malerische Ästhetik definiert sein Werk und wird zu seinem Markenzeichen.
Wie die großen Landschaftsmaler löst Axel Hütte die Landschaften aus ihrem Kontext, strukturiert den Bildausschnitt in verschiedene Abstufungen, in klar strukturierte Felder. Das Gefühl der Nicht-Endlichkeit des Bildes und die Brüchigkeit der materiellen Grenzen sind charakteristisch für Hüttes Landschaftsbilder, die alle vordergründigen sinnlichen Reize vermeiden.

Hütte versucht in seinen Fotografien das Unerreichbare der Natur einzufangen. Seine enormen Formate von formale Perfektion und außergewöhnlicher Detailliertheit verzichten auf menschliche Anwesenheit und dekonstruieren die Wirklichkeit bis hin zu einem fast abstrakten Blick. Die Züge der Natur in seinem Werk streifen am Abstrakten, in diesen bleiernen, menschenleeren, trostlosen Landschaften kann man immer noch so etwas wie eine nordische Romantik hineinlesen. Ein Romantiker ist Hütte nach eigenen Worten jedoch nicht, auch wenn er mit den Elementen der romantischen Malerei - Wolken und Nebel - arbeitet.

Er will das einfangen, „was nie aufgenommen wurde, die Realität einfangen, die nur zwischen den Zeilen lesbar wird.“ Hütte reist mitunter Tausende Kilometer, um mit seiner schweren Plattenkamera seine Motive einzufangen. Die Landschaften mit ihren dichten Atmosphären und ungewöhnlichen Perspektiven erinnern mitunter an fernöstliche Landschaftsmalerei. Wer möchte, kann sich beim Betrachten der Bilder Spekulationen über kunsthistorische Bezüge hingeben und Parallelen zu den Meistern der europäischen Kunstgeschichte finden, wie William Turner oder Caspar David Friedrich.

In seinen bleiernen Landschaften, die keine Präsenz außer den diffusen Umrissen der Natur aufweisen, versucht Hütte nach eigenen Worten „das Abstrakte zu vermeiden“, obwohl er sich ihm annähert. Die Fotografie soll kein fertiges Dokument, sondern eine Erforschung des Unerreichbaren sein.

Die Fotografie ist bei Axel Hütte wie eine Sprache, in der sich viele Dinge nicht sagen lassen, doch ihre Zwischenräume und Leerstellen werden von der Vorstellungskraft ausgefüllt. Sie schärft die Aufmerksamkeit des Betrachters. (Text: Cem Angeli)

Die Ausstellung ist geöffnet bis 10. Juni 2018.

https://www.kunsthalle.at/


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