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MICHAEL SCHMIDT. Fotografie, Deutschland - Berlin

Kategorie: Ausstellung 22. April 2022

Der in Berlin geborene und 1955 mit seiner Familie nach Westen geflüchtete Michael Schmidt war ab 1963 Polizeibeamter und begann im Alter von 20 Jahren als Autodidakt zu fotografieren. Seine ersten Fotoserien entstanden als Aufträge für Berliner Bezirksämter. Ab 1973 arbeitete er als freier Fotograf für den Berliner Senat und diverse Bezirksämter und entwickelte - nach Anfängen im dokumentarischen Stil von Sozialreportagen - Schritt für Schritt seine persönliche künstlerische Handschrift, die Dokumentation und Abstraktion verbindet.

1976 gründete er die Werkstatt für Photographie in Kreuzberg, in der er sein Wissen weitergab, einer seiner Schüler war später auch Andreas Gursky. Schmidts künstlerische Arbeit, die er ständig kritisch revidierte und erneuerte, wurde durch die singuläre Bildsprache und Auseinandersetzung mit der deutschen Wirklichkeit einflussreich für die Fotografie in Deutschland.

Das Buch- und Ausstellungsprojekt Waffenruhe aus dem Jahr 1987 verhalf ihm zu seinem Durchbruch. Es sind verdichtete, kontrastreiche Schwarzweißbilder der Berliner Mauer, des Asphaltdschungels und des Nachtlebens mit den Bewohnern der geteilten Stadt im kalten Krieg. In den letzten Jahren hat die Albertina 24 Arbeiten des "Waffenruhe"-Zyklus angekauft.

In seiner Serie Berlin-Wedding konzentriert sich Schmidt auf Doppelporträts der Bewohner des Viertels, sowohl in ihrem Wohn- als auch ihrem Arbeitsumfeld.
Aus der Zeit nach der Wende 1989 stammt der 163 Fotos umfassende Zyklus Ein-Heit, hier erweitert der Künstler die Motivwelt Berlins auf das neuvereinte Gesamtdeutschland, er kombiniert eigene Fotografien mit fremdem Bildmaterial. Präsentiert wurde die Serie 1996 im Museum of Modern Art in New York, damals seit vielen Jahren die erste Einzelausstellung eines deutschen Künstlers im MoMa.

In seiner letzten Werkgruppe, der umfangreichen Serie Lebensmittel (2006-10) widmet sich Schmidt der Lebensmittelbranche. Er hat in Lebensmittelbetrieben fotografiert – in Fischfarmen, Fleischfabriken, Gewächshäusern- und veranschaulicht anhand von radikal abstrahierten Farbfotos normierter Lebensmittel und ihrer Produktionsbedingungen die Internationalisierung und Entfremdung des globalisierten Warenkonsums. Kurz vor seinem Tod 2014 wurde er für diese Werkgruppe mit dem Prix Pictet ausgezeichnet.

Im Ganzen sind in der Albertina an die 300 Arbeiten aus verschiedenen Werkserien ausgestellt. Sie umfassen Porträts, Selbstporträts, Landschaften, Stadtbilder und Stillleben. Für jede seiner Werkgruppen hat Schmidt eine individuelle fotografische Methode der reduzierten, exakten Formensprache entwickelt. Diese wohldurchdachte Schlichtheit seines Zugangs zur Wirklichkeit verweist auf die Essenz der Fotokunst, das Verhältnis zwischen Objekt und Bild. Schmidts bildliche Analysen des kulturellen Gedächtnisses, mit seinen ständigen Neuanordnungen, Schnitten, Wiederholungen und Brüchen legt die Mechanismen frei, mit denen Fotografie funktioniert und zeigt dabei auch die Fragwürdigkeit ihres Anspruchs auf Objektivität auf. (Text: Cem Angeli)

https://www.albertina.at/


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