ERWIN WURM. Peace & Plenty
«Peace & Plenty» ist der Titel der Ausstellung in der Albertina, und so heißt das Hotel auf den Bahamas, in dem viele Zeichnungen Erwin Wurms entstanden.
International berühmt wurde Wurm jedoch nicht durch seine Zeichnungen, sondern vor allem durch seine „fetten“ Skulpturen – Häuser, Autos, Menschen – und durch die performativen „One Minute Sculptures“, auf jene ist sein Schaffen allerdings nicht beschränkt. Die Albertina zeigt nun, kuratiert von Antonia Hoerschelmann, 300 Werke des Zeichners Erwin Wurm.
Wurm zeichnet fast täglich, die Zeichnungen sind gleichsam ein Tagebuch für den Künstler, aber auch Erinnerungshilfe für Projekte oder Reflexion auf das Leben im Allgemeinen und die Menschen, denen er begegnet, befreundete Künstler, auch seine Familie und es gibt nicht wenige Selbstporträts. Auf einem ist der Künstler selbst zu sehen, dem eine seiner berühmten Gurken aus den Ohren herauswächst.
So manche der oft humorvollen Blätter stehen aber auch mit Skulpturen in Beziehung, wie etwa Zeichnungen von Wohnwagen und Lastwagen für sein Biennale-Projekt in Venedig 2017. Skizzen und Studien für Skulpturen sind aber in den Minderheit, die Mehrheit der Arbeiten sind eigenständige Werke.
Am Anfang der dicht gehängten, nach Themen arrangierten Ausstellung stehen typische Wurm-Skulpturen: Ein fetter Mann und ein fettes Auto, mit denen sich die Besucher fotografieren können.
Auch die sogenannten „Asthma-Zeichnungen“ – ein Thema, das Wurm aus eigener Erfahrung kennt – bilden eine Werkgruppe, die in „Peace & Plenty“ gleich am Anfang zu sehen ist.
Köpfe sind detaillierter und auch größer gezeichnet, Körper eher grob skizziert. Wurm interessiert sich am meisten für das menschliche Gesicht, an das er beim Zeichnen „wie an eine Landschaft“ herangehe.
Ein Buch mit etwa 400 Zeichnungen war der Ausgangspunkt der Schau, 50 davon werden nach der Ausstellung als Schenkung in den Besitz der Albertina übergehen.
Die Ausstellung ist von 21. November 2018 bis 10. Februar 2019 zu sehen. (Text: Cem Angeli)
Das könnte Sie auch interessieren
CHRISTIAN EISENBERGER. Der Reiz künstlerischer Gebärde.
20. Jänner 2010
ULRIKE TRUGER. In den Weg gestellt
2. Juli 2008
RAFFAEL. Ein Universalgenie der Hochrenaissance
10. Oktober 2017
THINK GLOBAL, BUILD SOCIAL. Bauen für eine bessere Welt
3. April 2014
INSIGHT CHRISTIAN EISENBERGER. Dom Innsbruck
31. März 2023
DAS WERK ALS CODE. Adrian Kowanz über Brigitte Kowanz
6. August 2025
HELEN LEVITT. Street-Photography in New York
28. Oktober 2018
