PIETER BRUEGEL. Das Zeichnen der Welt
Pieter Bruegel der Ältere ist in unserer Zeit vor allem als Maler bekannt, etwa für Werke wie die "Bauernhochzeit" oder den „Turmbau zu Babel“. Er hat seine Karriere allerdings als Zeichner und Stecher begonnen. Das Albertina Museum in Wien zeigt nun unter dem Titel "Bruegel - Das Zeichnen der Welt" einen umfassenden Blick auf Bruegels zeichnerisches und druckgrafisches Schaffen, darunter einige seiner schönsten Handzeichnungen aus dem hauseigenen Bestand.
Die Zeichnungen und Grafiken zeugen von Bruegels kritischem Blick auf seine Epoche und ihre gesellschaftlichen Verhältnisse – Religionskriege, Inquisition, soziale Ungerechtigkeiten.
Kuratiert wurde die Schau von Eva Michel, während ihrer mehrjährigen Forschungsarbeit zu diesem Projekt wurden bis dato unbekannte Arbeiten des Künstlers in den Beständen der Albertina entdeckt, die, nun restauriert, in der Ausstellung erstmals gezeigt werden. Darunter befindet sich eine Ansicht vom Antwerpen des Jahres 1557. In der damals bedeutenden Wirtschaftsmetropole hatte sich Bruegel nach einer Italienreise im Alter von ca. 30 Jahren niedergelassen.
Diese Reise hatte großen Einfluss auf seine Landschaftszeichnungen, sie entwickelten sich weg von den umfassenden, frühen „Weltlandschaften“ hin zur intimeren Naturbeobachtungen von Wäldern, Bergen oder Flüssen.
Bruegels Leben und Werk wird hier in den Tietze Galleries der Albertina in einen zeitlichen und künstlerischen Kontext gesetzt, auch durch Gegenüberstellungen mit Werken von Vorläufern und Zeitgenossen wie Hieronymus Bosch, Albrecht Dürer, Jan Wierix oder Albrecht Altdorfer.
Zu sehen sind auch belehrende Bilderserien über Todsünden und Tugenden, in Auftrag gegeben von seinem Antwerpener Verleger Hieronymus Cock, dessen Porträt sich auch in der Ausstellung findet.
Bruegel setzte seine Kunst immer wieder ein, um erbarmungslos Kritik an seiner Zeit zu üben, so etwa beim „Kampf der Geldkisten gegen die Sparbüchsen“ oder in „Die großen Fische fressen die Kleinen“.
In einem seiner bekanntesten Werke, „Maler und Käufer“ thematisiert Pieter Bruegel die Kunstbanausen der damaligen Zeit, wo im Bild ein ahnungsloser Kunstkäufer mit der Hand im Geldbeutel einem missmutigen Künstler über die Schulter blickt. (Text: Cem Angeli)
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