AYLIN TEKTAS. Den Moment einfangen
Die in Istanbul aufgewachsene Malerin Aylin Tektas hat in Wien an der Akademie am Schillerplatz studiert. Ihre Arbeiten waren anfänglich von der Kunst ihrer Mutter, die ebenfalls Malerin war, beeinflusst. Wie diese malte Tektas vor allem Portraits. Im Laufe ihrer künstlerischen Entwicklung jedoch verschwanden die Menschen zusehends aus ihren Arbeiten und was übrig blieb, waren die Räume, in denen sie die Menschen abgebildet hatte - die Interieurs.
In Aylin Tektas Arbeiten durchläuft das Interieur jedoch eine Verwandlung, es ist nicht einfach nur das, was übrig bleibt, wenn die Menschen verschwunden sind - Tische, Sessel, Betten, Spiegel. Mit ihren Interieurs fängt sie bestimmte Stimmungen ein - die Stille eines heißen Sommernachmittags im Raum, wenn die Jalousien geschlossen sind und nur ein diffuses Licht hereindringt beispielsweise oder der Blick durch die offene Tür, wo man den Sessel stehen sieht, in dem eine vertraute Person gesessen ist. Ihre Bilder wecken existentielle Gefühle des Allein-seins, des Zeit-habens nachzudenken, des Zu-sich-kommens.
Für unser Künstlerportrait haben wir Aylin Tektas in ihrer Wohnung in Istanbul und in ihrem Atelier in Wien besucht und sie hat uns ein Interview gegeben, über ihre Arbeit und ihre künstlerische Entwicklung. (Text: Wolfgang Haas)
Das könnte Sie auch interessieren
DIE DAMEN. Ironie als Rekurs und Ressource
12. September 2013
ALBERTINA TOURS & TALKS. Albertina Direktor Klaus Albrecht Schröder im Gespräch mit Sammler Prof. Karlheinz Essl
12. März 2021
ELGER ESSER. "zeitigen"
10. Februar 2016
EIN WEGWEISER DURCH ZEITGENÖSSISCHE ABSTRAKTE MALEREI. Martha Jungwirth, abstrakte Figur und Natur
15. November 2017
ÖSTERREICH. Fotografie 1970 bis 2000
30. Juni 2017
HUBERT SCHMALIX. Der Wunsch zu malen
20. Mai 2015
ERWIN BOHATSCH. Was kann Malerei?
21. April 2016
