DRAWING NOW. Zeichnung im Zeichen der Zeit
40 Jahre nach der gemeinsam mit dem MoMA in New York veranstalteten Drawing Now, zeigt die Albertina 2015 wieder eine Art Bestandsaufnahme der aktuellen Bedeutung des Mediums Zeichnung und der relevanten Tendenzen der letzten zehn Jahre unter dem Titel "Drawing Now".
Wie Giorgio Vasari im Vorwort seines Hauptwerks “Le Vite....” schrieb, ist die Zeichnung „Vater“ der Malerei, der Skulptur und der Architektur. In diesem Sinn wäre die Zeichnung edleren Vorhaben untergeordnet und identisch mit dem Beginn der eigentlichen künstlerischen Aktivität, die sich dann aber erst auf einer höheren Ebene entfaltet. Inzwischen ist viel Zeit vergangen und die Zeichnung wird heute vor allem in Zusammenhang mit der Persönlichkeit des Künstlers geschätzt, entweder in Bezug auf andere, mit anderen Techniken geschaffene Werke oder als autonome, intime und direkte Ausdrucksmöglichkeit. Vielleicht ist gerade die intime, direkte Verbindung zwischen Künstler und Betrachter der interessanteste Aspekt dieser Technik. Allerdings wird es heute schwieriger, den Begriff Zeichnung zu definieren, haben sich doch im Laufe der Zeit die Grenzen der klassischen Definition in Theorie und Praxis immer weiter ausgedehnt und aufgelöst. Sogar die vielleicht ursprünglichste Eigenschaft der Zeichnung, die Zweidimensionalität, wird in installativen Werken mit 3 Dimensionen überwunden.
Welche Verantwortung trägt das als grafische Sammlung gegründete Museum Albertina gegenüber dem Medium Zeichnung? Ausgehend von dieser Frage gibt Albertina Direktor Klaus Albrecht Schröder Einblicke in die Ausstellung und reflektiert dabei nicht nur die Veränderung des Mediums Zeichnung, sondern auch deren Herausforderung für das Selbstverständnis des Museums. (Text: Cem Angeli)
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