THOMAS BAUMANN. Die Sprache der Bewegung
Skulpturen und Installationen des Künstlers Thomas Baumann, haben etwas von lebendigen Geschöpfen. Meist sind sie bewegt. Sie verformen sich, sie machen Geräusche, sie bewegen den Betrachter – emotional, auf der Ebene seiner Überzeugungen, durch Herausforderung zur Teilnahme auch körperlich. Bewegung, sagt der Künstler, ist eine Sprache unserer Zeit. Wir verstehen sie und fühlen uns von ihr auf unterschiedlichen Ebenen angesprochen.
Thomas Baumann fertigt Arbeiten aus mechanischem, technologischem und elektronischem Material. Die Bauteile haben eine eigene Ästhetik, nichts wird hinter Designfassaden versteckt. So erhalten die Skulpturen etwas von Maschinenbaukunstwerken, die den Anschein machen, sie seien Geschwister jener Maschinen, die in den Fertigungsstraßen industrieller Fabrikation ihren Dienst leisten. Angesichts ihrer Nähe zu den auf Produktionsoptimierung und Vermeidung jeglicher Nebeneffekte rationalisierten Verwandtschaft, zeigen die aus dem Fertigungskontext herausgerissenen Maschinenbaukunstwerke Baumanns, für die Menschen, die sie umgeben, eine überraschend beseelte Dimension. Sie haben lyrische Seiten, Humor, sie ziehen an, sie verlangen Zeit, sie fordern gesellschaftskritisch heraus, sie machen nachdenklich, sie erfreuen, sie zeigen eine Seele, die der produktionsoptimierten Maschinerie und ihren Bedienern ausgetrieben wird und unter der Hand des Künstlers wieder zum Vorschein gelangt.
Technik, sagt Thomas Baumann, hatte ihre ursprüngliche Funktion darin, den Menschen zu erfreuen und sein Dasein zu erweitern. Eine Bestimmung, an die er mit seinen künstlerischen Arbeiten anschließt. (Text: Wolfgang Haas)
http://www.thomasbaumann.net/Das könnte Sie auch interessieren
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